Lüftung: Baustadträtin setzt auf den Menschen – Heizstunden-Score motiviert die jungen Energiemanager – Neues aus den Schulen

schultour_keil_151015_01Eindrucksvoller hätten die Energiemanager des Robert Havemann-Gymnasiums es der Baustadträtin Christine Keil nicht demonstrieren können: Als die Pankower Stadträtin jetzt der Schule einen Besuch abstattete, um die „Köpfchen statt Kohle“-Plakette aufzuhängen, wollte man sie auch einen Blick in eines der bisher sieben Klassenzimmer werfen lassen, in dem die Energieaktivisten bereits im letzten Schuljahr große CO2– und Temperatur-Messanzeigen aufgehängt hatten. Die Idee dahinter: Durch die Messwert-Anzeige sollten Lehrkräfte und Schüler animiert werden, effektiv zu lüften, sprich: Immer wieder kurze, aber intensive Lüftungspausen einzulegen, um die Luftqualität in einem lernförderlichen Bereich zu halten.

plakette_havemann_01Was die Stadträtin dann im Englischunterricht einer zehnten Klasse live erlebte, war der schlagende Beweis dafür, dass wir noch mehr Energiemanager brauchen, die in der Schule das Problembewusstsein für richtiges und energiesparendes Lüften verbreiten. Denn in der Klasse stand ein kleines Seitenfenster bei niedrigen Außentemperaturen dauerhaft offen, der CO2-Wert auf der Anzeigetafel lag aber bereits deutlich im gelben Warnbereich von über 1.500 ppm CO2. Auf Nachfragen waren sich weder die Schüler noch die Lehrkraft darüber im Klaren, was ihnen das Messgerät nahelegen wollte. Kurzes, effektives Lüften hatte in dieser Klasen noch niemand in Betracht gezogen. Schulleiter Thomas Josiger selbst wandte sich deshalb mit einem Plädoyer für mehr Heizungs- und Lüftungsbewusstsein an die Klasse. „Wir sind eine sehr große Schule. Wenn es in allen Klassenräumen so aussieht wie hier, verschwenden wir nicht nur eine Menge Energie, sondern haben auch suboptimale Lernbedingungen.“ Unser Foto oben mit Baustadträtin, Schulleiter und einer der betroffenen Schülerinnen zeigt das Messgerät nach drei Minuten erfolgreicher Stoßlüftung.

neue_co2_messdisplays_02aBeim weiteren Rundgang diskutierten die Energiemanager mit der Stadträtin die Frage, ob man das Problem nicht auch durch technische Maßnahmen wie den Einbau automatischer Lüftungsanlagen heben könne. Die Schüler wollten lieber in allen Räumen Messeinrichtungen und eine Aufklärungskampagne für Mitschüler und Lehrkräfte. Die Baustadträtin unterstützte dies, denn technische Lösungen für die Be- und Entlüftung seien nicht nur kaum finanzierbar. „Die Lüfter machen auch zu viel Lärm und außerdem ist es Menschen unangenehm, wenn sie das Fenster nicht mehr aufmachen dürfen“, so Christine Keil. Am Havemann-Gymnasium beschäftigt sich die neue Generation der Energiemanager, die aus Siebt- und Achtklässlern besteht, inzwischen mit der Messgeräte-Ausstattung weiterer Räume.

am_heizungs_computer_01In 11 der 17 „Köpfchen statt Kohle“-Schulen haben die jungen Energiemanager einen direkten eigenen Zugang zum Heizungscomputer, mit dem die Heizzeiten und Temperaturen aller Klassen- und Nebenräume einzeln eingestellt werden können. Hauptaufgabe der Schülerinnen und Schüler ist es, diesen Zugang zu nutzen, um die Einstellungen an die tatsächliche Raumnutzung anzupassen und Unregelmäßigkeiten aufzuspüren, die auf Reparaturbedarf hinweisen.

In Zusammenarbeit mit dem Lieferanten der Einzelraumsteuerung wurde jetzt eine Statistik der zu Beginn des Schuljahres eingestellten Heizzeiten erarbeitet. Die Zahlen werden allen beteiligten Schulen zur Verfügung gestellt. Das nachstehende Diagramm zeigt die bisher geplanten Heizzeiten pro Woche in den beteiligten Schulen. (An zwei weiteren Schulen wird der Steuerungscomputer für die Schüler in den nächsten Tagen erst installiert, deshalb gibt es dafür noch keine Daten.)

heizstunden_proWoche_gestapelt

Gegen Ende der Heizperiode im März/April soll der dann vorhandene Status mit dieser Ausgangslage verglichen werden. Wie viele Heizstunden konnten die Energiemanager über den Winter einsparen? Um eine Vergleichbarkeit zwischen den einzelnen Schulen zu ermöglichen, wurde auch die Zahl der jeweiligen Klassen- und Nebenräume in der Statistik berücksichtigt – siehe nächstes Diagramm.

Durchschnitt_heizstunden_proWoche_klasse_vs_rest

WEITERE KURZNACHRICHTEN

ventilmonteurinnen_03

„Köpfchen statt Kohle“ ist wie ein permanenter „Girls Day“. Wie hier an der Falkplatzschule motiviert die Projektarbeit auch Mädchen, sich mit technischen Dingen auseinanderzusetzen. Die jungen Energiemanagerinnen haben keine Scheu vor dem Schraubenschlüssel und demontieren, wenn es sein muss, jedes Heizungsventil. Immer wieder stoßen die Schülerinnen und Schüler auf defekte Thermostatventile.

schultour_keil_151015_03Auch in der Grundschule am Sandhaus stattete Baustadträtin Christine Keil den Energiemanagern einen Besuch ab. Diese Schule beginnt mit dem neuen Schuljahr die Mitarbeit bei „Köpfchen statt Kohle“. Als die Stadträtin da war, ließen es sich die Schüler nicht nehmen, ihr das bisher Gelernte vorzuführen und sie auf das „Energierad“ zu bitten, mit dem der unterschiedliche Energiebedarf von Glühbirnen, Energiesparlampen, LEDs oder Wasserkochern körperlich erfahren werden kann.

experten_unter_sich_01Fachsimpeln mit dem Ingenieur Peter Schoof, der die Einzelraumsteuerungen in den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen eingebaut hat, stand an der Homer-Grundschule beim letzten Treffen der Energiemanager auf dem Programm. Die Schülerinnen und Schüler stehen hier vor einem größeren Projektmanagement-Problem: Die seit Jahren immer wieder veränderte, aber nie dokumentierte Zuordnung von Raumbezeichnungen im Heizungscomputer scheint nicht mehr überall zu stimmen. Eine größere Überprüfung anhand der Gebäudegrundrisse scheint erforderlich zu sein.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

Schon von außen sind „Köpfchen statt Kohle“-Schulen jetzt erkennbar – Energiezentrum sucht lernfreudige Grundschul-Lehrkräfte – Neu dabei: Grundschule am Sandhaus

energiemanager_neben_plakette_01bAuf einer Rundtour durch vier „Köpfchen statt Kohle“-Schulen enthüllte die Pankower Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz die ersten Schulhaus-Plaketten, mit denen darauf aufmerksam gemacht wird, dass an den betreffenden Schulen die Themen Energie und Klima dauerhaft bearbeitet werden. An allen diesen Schulen werden jedes Schuljahr neue Energiemanager ausgebildet und eingesetzt. Insgesamt umfasst die Altersspanne der jungen Energiemanager derzeit die Klassenstufen 3 bis 8. Spontan postete die Schulstadträtin nach dem ersten Tag ihrer Tour auf Facebook: „Heute zwei „Köpfchen statt Kohle“-Plaketten eingeweiht. Unsere Schulen sind so klasse!“ Mit den Plaketten sind die engagierten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen im Bezirk Pankow bereits von außen auch für die Eltern erkennbar. Unsere Bildercollage zeigt (im Uhrzeigersinn) Schnappschüsse von den Terminen an der Homer-Grundschule (links oben), der Grundschule unter den Bäumen, der Klecks-Grundschule und der Bötzow-Grundschule.

collage_plaketten_01

An der Bötzow-Grundschule bekam die Schulstadträtin den größten Bahnhof. Bei schönstem Sonnenschein versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte und Erzieher auf dem Schulhof. Die Energiemanager des letzten Jahres berichteten über ihre Aktivitäten, bevor Schulleiterin Frauke Dellas zusammen mit der Stadträtin die Plakette an der Hauswand der Schule enthüllte. Zum Abschluss wurde mit Playback-Unterstützung der Schul-Rap gesungen. In dem Song heißt es passenderweise auch: „Es gibt so viele, viele Dinge in dieser bunten, bunten Welt, für die wir Mut und Klugheit brauchen, bei Fragen, die die Zukunft stellt. Sauberes Wasser, Essen, Trinken und Energie. Da wird uns klar: Wir sind dabei, es herauszufinden, dafür ist diese Schule da.“ Und dafür hat sie auch die Energiemanager von „Köpfchen statt Kohle“.

windrad_collage_01Ein wichtiger Motivationsfaktor für Lehrkräfte, bei „Köpfchen statt Kohle“ mitzumachen, ist der Zugang zum „Energiezentrum Pankow“ im Robert Havemann-Gymnasium. Dort können die Schülerinnen und Schüler, die sich in ihren Schulen für mehr Energieeffizienz und ein besseres Raumklima einsetzen, die andere Seite der Energiewende kennenlernen – den Umgang mit erneuerbaren Energien. Zu verstehen, wie Solar- und Windstrom entsteht und genutzt werden kann, fällt im Energiezentrum leichter, weil hier einerseits Modelle wie Solarautos gebaut werden können, andererseits zwei Energielabore für Experimente zu erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. Die Kombination aus Modellbau und Experimentieren setzt jedoch voraus, dass die die Schülergruppen begleitenden Lehrkräfte mit den verfügbaren Experimenten vertraut sind. Denn während für die Modellbau-Werkstatt ein Werkstattleiter der Havemann-Schule zur Verfügung steht, fehlt es dem Energiezentrum noch an eigenen Fachlehrkräften. Um diese Lücke zu schließen, bietet das Energiezentrum in Zusammenarbeit mit der Lehrerfortbildung der Schulbehörde demnächst verstärkt Fortbildungen speziell für Grundschullehrer/innen an. Die nächsten Termine sind am

  • 6.10.2015: Windenergie im Schülerexperiment (Bau eines funktionstüchtigen Modells eines Windkraftwerkes für Schülerexperimente)
  • 3.11.2015: Solarenergie im Schülerexperiment (Lernstationen im Solarlabor für Nawi an Grundschulen).

Das Windenergiemodell mit Messbuchsen für Versuche (siehe Foto oben) hat der Werkstattleiter selbst entwickelt. Grundschüler ab 4. Klasse können es in der Energiewerkstatt selbst bauen und testen.

collage_sandhaus_01

In diesem Schuljahr steigt eine Schule neu ins Programm „Köpfchen statt Kohle“ ein – die Grundschule am Sandhaus im Pankower Ortsteil Buch. Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 6 waren beim ersten Termin am 2. Oktober dabei, etwa zehn Kinder kommen noch hinzu, die ihren Anmeldezettel noch von ihren Eltern unterschreiben lassen müssen. Die Energiemanager an der Sandhaus-Schule treffen sich immer freitags von 14:15 bis 15:45 Uhr. Schon beim ersten Mal machten sie sich beim Putzdienst unbeliebt, weil einige Kinder gar nicht nach Hause wollten und auch um 16 Uhr noch am Energierad etwas ausprobieren wollten. Mit dem Energierad lernen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel ganz anschaulich und sogar körperlich, dass eine Glühbirne mehr Energie benötigt als eine Energiesparlampe – und dass das damit zu tun hat, dass die Glühbirne nicht nur Licht, sondern auch ziemlich viel Wärme produziert. Die Wärmeentwicklung konnten die Kinder mit Infrarot-Thermometern messen (oberes Bild unserer Collage). Bei der Erarbeitung der verschiedenen Energiearten und Energieumwandlungen übernahmen einzelne Kinder dann auch schon mal die Rolle einer Lehrkraft (siehe unteres Bild). Möglichst viel Eigenaktivität und Selbstständigkeit ist die Devise bei „Köpfchen statt Kohle“, sagt Projektleiter Richard Häusler, der auch die Gruppe am Sandhaus selbst betreut.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

brief_von_der_bauleitung_01Grundschule unter den Bäumen: Einladung zur Bauleitung. Die Projektgruppe in der Grundschule unter den Bäumen erhielt zu Beginn des Schuljahres wieder Post von Baustadträtin Christine Keil. In ihrem Schreiben an die „lieben Energiemanager“ fragt die Stadträtin an, ob die Schülerinnen und Schüler zu einem Vorgespräch mit der Bauleitung kommen könnten. Dabei geht es um die Frage der energetischen Abdichtung der vielen Spechtlöcher in der Schulhauswand und die Aufstellung der Nistkästen, die die Vögel davon abhalten sollen, weiter die Dämmschicht aufzupicken. Keine Frage, dass Schulleiter Bernd Woitinek seinen Schülern für den Termin am Vormittag eine Befreiung vom Unterricht geben würde.

programm_fuer_neues_schuljahr_01aSchule am Falkplatz: Viel vorgenommen. Die Energiemanager in der Schule am Falkplatz starteten mit einem umfangreichen Ziel-Katalog ins neue Schuljahr. Elia Henze, der die Gruppe seitens der Schule betreut, brauchte eine ganze Doppeltafel, um alles aufzuschreiben. Inzwischen sind auch aus allen fünften und sechsten Klassen jeweils 2-3 Schüler bestimmt worden, die in der neuen Saison aktiv werden wollen. Darunter sind auch viele der letztjährigen Fünftklässler, die jetzt als „alte Hasen“ bereits Vorbildfunktion übernehmen. Mit eigenen Temperaturaufzeichnungen und -auswertungen wollen die Schüler in der bevorstehenden Heizperiode die Anpassung der Heizungseinstellungen verbessern. Denn die Schule hat über den Sommer überall gut schließende Fenster bekommen, so dass der Wärmebedarf jetzt eigentlich sinken müsste.

collage_generator_verstehen_01

Klecks-Grundschule: Jetzt auch Mädchen bei den Energiemanagern. Die Gruppe in der Klecks-Grundschule wird im neuen Schuljahr von der „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Juliane Schmidt unterstützt. Nachdem es letztes Jahr ausschließlich Jungs waren, sind jetzt auch Mädchen zum Energiemanager-Projekt gestoßen. Wenn Experimente gemacht werden, bringen die Mädchen dafür oft mehr Geduld als die Jungs mit. Außerdem tragen sie aktiv dazu bei, dass Zusammenhänge auch visualisiert werden, wie unser Bild am Beispiel des Aufbaus eines Generator-Experiments zeigt.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

So beginnt das neue Schuljahr bei „Köpfchen statt Kohle“: Breitenwirkung, Innovation und die Lust, am Ball zu bleiben

plaketten_praesentation_04Schon in der ersten Schulwoche traf sich diesmal der Projektbeirat von „Köpfchen statt Kohle“, um die Weichen für das neue Schuljahr zu stellen. In diesem Gremium arbeiten Schulaufsicht, Schulamt und Bauamt zusammen mit den externen technischen und pädagogischen Dienstleistern. Unser Foto aus der Beiratssitzung zeigt (v.r.n.l.) Schulamtsleiterin Ilka Wagnitz, Bauamtsvertreter Jürgen Bornschein, Schulrätin Gabriele Münzberg und Sabine Buschke vom Ingenieurbüro W.E.N. bei der Präsentation der neuen Plaketten für die Schulhauswand der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen.

im_heizungskeller02Für das neue Schuljahr wurde beschlossen, die technischen Voraussetzungen weiter zu verbessern, damit die Energiespar-Aktivitäten von Schülern und Lehrkräften eine optimale Wirkung entfalten. So soll in mehreren Schulgebäuden der hydraulische Abgleich der Heizungsanlage überprüft und neu eingestellt werden. Denn  nur wenn die Druckverhältnisse in den Heizkreisläufen an das Gebäude gut angepasst sind, können die jungen Energiemanager an der Computersteuerung für mehr Energieeffizienz sorgen. Solange in manchen Räumen zu viel und in anderen zu wenig Druck aus der Heizanlage ankommt, stehen sie auf verlorenem Posten.

messgeraete_vergleich01Auch die richtige, energiesparende Lüftung im Winter wird zunehmend zur Herausforderung in den Schulklassen, nachdem immer mehr Gebäude gut gedämmt und Fenster abgedichtet werden. Dadurch steigt der CO2-Gehalt der Raumluft und verdrängt den Sauerstoff. Ab Werten über 1.000 ppm CO2 schreibt die gültige Verordnung bereits Gegenmaßnahmen vor. Wenn die CO2-Konzentration weiter steigt, sinkt die Konzentrations- und Lernfähigkeit von Schülern und Lehrkräften merklich. Deshalb wird in diesem Schuljahr an fast allen „Köpfchen statt Kohle“-Schulen das Problembewusstsein und die richtige Lüftungsmethode trainiert. Unterstützt werden die Aktionen durch Messgeräte und Messampeln, die die jungen „Energiemanager“ in den Schulklassen aufstellen. Einige Schulen organisieren regelrechte Lüftungs-Wettbewerbe, um Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen.

Die Robert Havemann-Schule geht einen anderen Weg. Hier montieren die Schüler-Aktivisten zusammen mit dem Hausmeister unübersehbar große Displays an die Wand im Klassenzimmer, damit der aktuelle CO2– und Temperaturwert ständig präsent ist. In sieben Klassenräumen wurden letztes Schuljahr diese Anzeigetafeln bereits angebracht. Wie Havemann-Physiklehrer Christian Strube, der die Aktion mit begleitet hat, jetzt berichtet, empfinden fast alle Lehrer diese Tafeln als hilfreich. Die Energiemanager der Havemann-Schule wünschen sich deshalb, im neuen Schuljahr weitere CO2-Messdisplays in noch mehr Klassen aufhängen zu können, um die Auswirkungen auf die Luftqualität mit wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen. Der Bezirk hat seine Unterstützung bereits zugesagt.

von_oben_01_web

Immer mehr Breitenwirkung entfaltet „Köpfchen statt Kohle“ in manchen Schulen auch dadurch, dass die Zahl der aktiv beteiligten Schüler steigt. In der Grundschule an der Marie sowie in der Trelleborg-Schule werden sich in diesem Schuljahr zwei Gruppen parallel für die  Klimaverbesserung und die Energiebilanz ihrer Schule engagieren, auch in der Schule am Falkplatz ist dies geplant. Dadurch werden auch noch mehr Klassenstufen in die Projektarbeit eingebunden. Erstmals sollen in der Havemann-Schule die Energiemanager systematisch aus allen 7. und 8. Klassen rekrutiert werden, d.h. dass aus jeder Klasse ein bis zwei Schüler/innen in die Energiemanager-Gruppe entsandt werden. In der Schule am Falkplatz gilt dieses Verfahren seit langem für die 5. und 6. Klassen. Das Foto oben entstand in der Falkplatzschule im Sommer bei der Auszeichnungsveranstaltung für die besonders engagierten Schülerinnen und Schüler, unter denen auch ein Dutzend Jungen und Mädchen waren, die als Energiemanager aktiv waren.

Seiten-aus-zusatzmodul_power_house_druck_finalExperimente zu erneuerbaren Energien bilden einen Teil der Qualifikation bei „Köpfchen statt Kohle“. Nun hat der pädagogische Dienstleister im Projekt, das Team von stratum, mit einer 20-seitigen Erweiterung des Aktionsbuches „Praxislernen für junge Energiemanager“ ein Manual für ein mehrtägiges Projekt zu Sonnen-, Wind- und Wasserstoff-Energie vorgelegt, das nicht nur „Köpfchen statt Kohle“-Schulen benutzen können. Die Schule am Hohen Feld hat bereits in der ersten Schulwoche für die beiden 6. Klassen je eine Experimentierwoche nach diesem Konzept für den Dezember gebucht. Ihre Lernergebnisse werden die Sechstklässler dann im Januar den Eltern und der Öffentlichkeit präsentieren. Die Lehrkraft für Naturwissenschaft der Schule am Hohen Feld, Steffi Barchewitz, wird den Schülerinnen und Schülern darauf auch Noten geben.

energiemanager_mit_plakette_01

Am Hohen Feld haben sich auch bereits acht der Schülerinnen und Schüler aus der Projektgruppe des letzten Schuljahres gemeldet, um auch im neuen Schuljahr weiter in der Energiegruppe mitzumachen. Auf unserem Foto zeigen sie sich zusammen mit Schulleiter Marian Imke und (rechts daneben) stratum-Mitarbeiter Konstantin Kasper, der die Energiemanager-Gruppe betreut. Auch in den meisten anderen Schulen macht ein Teil der aktiven Schülerinnen und Schüler bereits im zweiten oder sogar dritten Jahr mit. Das liegt zum einen in der Natur der Sache, denn das Ziel, die Klimabilanz der Schule zu verbessern, ist ja eine Daueraufgabe und stellt die Schüler immer wieder vor neue Herausforderungen. Zum anderen lassen sich die Betreuer von „Köpfchen statt Kohle“ auch immer wieder etwas Neues einfallen und gehen auf Vorschläge und neue Ideen der Schulen ein. So wird die Energiemanager-Gruppe der Grundschule am Hohen Feld in diesem Jahr eine informative Ausstellung auf die Beine stellen, um den Mitschülern und der Nachbarschaft die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Schule nahezubringen. Die wenigsten wissen nämlich, dass die Schule selbst Strom erzeugt und in das eigene Stromnetz einspeist.

neuer_solarrenner_01Auch im benachbarten Energiezentrum, das in den Räumen der Havemann-Schule untergebracht ist, sucht man immer wieder nach neuen Ideen, um das Wissen über erneuerbare Energien und die Energietechnik von morgen schon in der Grundschule zu vermitteln. In Kooperation mit einem Hersteller von Bausätzen für Solarmodelle (MS Werklehrmittel) wurde jetzt ein Solarmodellauto weiterentwickelt und mit Messbuchsen ausgestattet, damit Experimente und Messungen zur Solarenergie mit dem Auto gemacht werden können.

neues_windrad_03Der Chef der Herstellerfirma, Markus Schories, hat sich nach den Bedürfnissen im Energiezentrum erkundigt. Er entwickelt jetzt ein komplexes Modell für Experimente mit Solar- und Windenergie, das auch das Thema „Speichertechnologie“ umfasst.

Werkstattleiter Norbert Hansen (Foto) hat bereits jetzt ein robustes Windrad entworfen, bei dem ebenfalls Messbuchsen die Messung von Leistungsparametern ermöglichen. Ein solches Lernmodell gibt es bisher nicht auf dem Markt.

NACHWIRKUNGEN

klimaneutrales_berlin„Köpfchen statt Kohle“ ist jetzt auch in den Katalog der Beiträge zum „klimaneutralen Berlin“ aufgenommen worden. Die Methode der Einbindung der Gebäudenutzer in die Steigerung der Energieeffizienz von Schulen, wie Köpfchen statt Kohle sie praktiziert, werde als Maßnahme „im weiteren Bearbeitungsprozess vollständig berücksichtigt“, heißt es in einem Dokument der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt  (S. 17). Was immer das heißen mag…

Auch in der Broschüre „Gemeinsam für Klimaschutz in Berlin“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ist Köpfchen statt Kohle mit einer aktualisierten Dokumentation enthalten (S. 31).

Veröffentlicht unter Allgemein, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

Jetzt alle Schulen mit Heizungscomputern bestückt – Stolze Energiemanager – Energiezentrum wächst mit der Nachfrage

heizungscomputer_01aDie große Innovation bei „Köpfchen statt Kohle“ war es, als wir damit begannen, Schülern den Computer für die zentrale Heizungssteuerung zugänglich zu machen. Nach der Erprobung an drei Schulen konnten wir die zuständigen Ämter davon überzeugen, an allen „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, die über eine zentrale Einzelraumsteuerung verfügen, die Schüler mit einem eigenen Heizungscomputer auszustatten. Dies ist im Laufe des vergangenen Schuljahres geschehen. Deshalb starten jetzt im neuen Schuljahr diese 12 Schulen mit der systematischen Überprüfung der Heizungseinstellungen durch die jungen Energiemanager:

  • Grundschule an der Marie
  • Trelleborg-Schule
  • Klecks-Grundschule
  • Grundschule unter den Bäumen
  • Schule am Falkplatz
  • Homer-Grundschule
  • Grundschule am Wasserturm
  • Grundschule im Blumenviertel
  • Grundschule am Kollwitzplatz
  • Bötzow-Grundschule
  • Paul Lincke-Grundschule
  • Robert Havemann-Gymnasium.

energiemanager_diskutieren_01In der letztgenannten Schule ist allerdings bisher nur eine Etage an das Steuerungssystem angeschlossen. Zu den ersten Aufgaben der Schüler im neuen Schuljahr wird es gehören, die aktuellen Einstellungen zu erfassen. Danach werden sie Raum für Raum durchgehen und nach Möglichkeiten suchen, die Heizzeiten zu verkürzen, indem sie sie an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Außerdem überprüfen sie die eingestellten Maximaltemperaturen. Normalerweise müssten 20 Grad Celsius für Klassenräume ausreichen. Die Verbesserungen der Einstellungen, die die Energiemanager dann vornehmen, werden statistisch erfasst und ausgewertet, so dass man am Ende der Heizperiode den Einsparerfolg quantitativ belegen kann.

energiemanager_stolz_01Die Dritt- bis Sechstklässler, die im vergangenen Schuljahr die Theorieprüfung zum „Energiemanager“ absolviert und sich praktisch für Energieeffizienz und Klimaschutz an ihrer Schule eingesetzt haben, bekommen am Schuljahresende ein offizielles Zertifikat dafür. Es trägt die Original-Unterschriften der beiden zuständigen Bezirksstadträtinnen für Schule und Bau, Lioba Zürn-Kasztantowicz und Christine Keil, sowie der Schulrätin für den Bezirk Pankow, Susanne Füllgraf. Als viertes unterschreibt die jeweilige Schulleitung. Die Schüler sind stolz auf diese Anerkennung – was auf unserem Foto stellvertretend der Sechstklässler Salomon von der Schule am Falkplatz beweist.

abschluss_sommer_2015_04

Die Grundschule an der Marie gab den Energiemanagern sogar die Gelegenheit, sich bei der Abschlussveranstaltung des Schuljahres auf der Bühne zu präsentieren. Sie Schüler nutzten die Gelegenheit, um für den Nachwuchs des nächsten Schuljahres zu werben. Sie verbanden das mit etlichen Quizfragen rund um das Thema „Energie“, die sie an ihr Publikum stellten. Für richtige Antworten gab es kleine Preise, z.B. ein LED-Lampe mit Kurbelgenerator für den Schlüsselbund. Die Aufmerksamkeit, die die Energiemanager an dieser Grundschule für ihre Aufgabe fanden, war so groß, dass im kommenden Jahr zwei parallele Projektgruppen eingerichtet werden müssen, eine am Vormittag und eine am Nachmittag.

energiewerkstatt_03Zunehmendes Interesse verzeichnet auch das Energiezentrum, das mit „Köpfchen statt Kohle“-Hilfe in der Robert Havemann-Schule eingerichtet worden ist.  Längst nutzen nicht mehr nur die Projektgruppen der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen die Lernwerkstatt und die Experimentierräume. An einigen der Projektschulen gehen Lehrkräfte inzwischen mit ganzen Klassenstufen ins Energiezentrum. Außerdem melden sich zunehmend auch andere Schulen für den Bau von Solarmodellen und Experimenten zu erneuerbaren Energien im Energiezentrum an. Da Werkstattleiter Norbert Hansen zum Ende des kommenden Schuljahres in Rente geht, hat die Schule bereits Antrag auf eine neue Stellenbesetzung gestellt. Idealerweise würde sogar eine weitere Stelle für die Betreuung der Werkstatt und der Experimentierräume beantragt, um der steigenden Nachfrage aus den Pankower Schulen keine Absage erteilen zu müssen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

druckluft_collage

Wenn die dunkle und kalte Jahreszeit vorbei ist, haben die Energiemanager nicht mehr so viel mit Beleuchtung und Heizung zu tun. Sie stürzen sich dann auf die Energieexperimente, die die „Köpfchen statt Kohle“-Betreuer bereithalten. In der Grundschule an der Marie und in der Trelleborg-Schule haben die Schülerinnen und Schüler beispielsweise Autos und Hubschrauber gebaut, die mit Druckluft funktionieren. Sie lernen dabei, dass Luft sich – im Unterschied zu Wasser – komprimieren lässt. Die Druckluft im Tank ist anschaulich erfahrbar als eine Form der „potenziellen Energie“. Mit Lernpostern halten die Kinder ihre Erkenntnisse fest.

solar_collage_01

Welches Solarauto fährt am schnellsten? Wenn die Schüler die im Energiezentrum selbst gebauten Solarrenner an die Startlinie stellen, beweist sich, wer mit Säge, Schraubenzieher und Lötkolben am geschicktesten umgegangen ist. Denn die Sonnenenergie, die auf die Solarzellen trifft, ist für alle gleich groß. Aber kleine Abweichungen bei Achsen, Getriebe und Verschraubung machen jetzt den Unterschied. Ab dem kommenden Jahr werden die Solarautos jedoch auch mit Messbuchsen ausgerüstet, um Versuche zum Neigungswinkel und der Strahlungsintensität mit den Autos machen zu können.

trickfilm_collage

Auch für kreative Formen der Auseinandersetzung mit dem Energiethema ist Zeit und Raum in den Projekten. Das reicht vom Bemalen der Glühbirne am Energierad bis zu kleinen Zeichentrick-Filmchen. Energiemanager der Grundschule an der Marie haben die „Konkurrenz“ zwischen den attraktiven, weil pistolenartigen und mit Laserpointer ausgestatteten Infrarot-Thermometern und einem gewöhnlichen Raumluft-Thermometer dramatisch in Szene gesetzt und den Clip auch bei einer Schulveranstaltung gezeigt. Im nächsten Schuljahr wird es wohl eine Fortsetzung von „Emil, das Energiegenie“ geben, vielleicht auch als Comic-Serie.

messgeraetekoffer01Inzwischen sind Hunderte von Messgeräten, Instrumenten und Werkzeugen in den 17 „Köpfchen statt Kohle“-Schulen unterwegs. Um den Überblick zu bewahren, hat der Projektdienstleister stratum nicht nur alle Geräte etikettiert und inventarisiert, sondern den Schulen auch blaue Koffer zur Verfügung gestellt, um die Geräte sicher aufzubewahren. Unser Bild zeigt Tobias Berger, der als Lehrkraft an der Homer-Grundschule die Gruppe der Energiemanager bereits seit zwei Jahren mitbetreut.

werbung_energiemanager_04Um im kommenden Schuljahr neue Schüler für die Mitarbeit bei „Köpfchen statt Kohle“ zu gewinnen, haben die „erfahrenen“ Energiemanager der Klecks-Grundschule am letzten Projekttag Interessenten darüber informiert, was auf sie zukommt. Dabei erfuhren die Neuen nicht nur einiges über die eingesetzten Messgeräte, die Thermokamera und den Heizungscomputer. Sie haben auch mitbekommen, dass die Projektarbeit etwas anderes ist als Unterricht. Die große Freiheit und Selbstständigkeit, die die Schüler im Projekt haben, bedeutet auch, mehr Eigenverantwortung dafür zu übernehmen, was in der Projektgruppe passiert.

Veröffentlicht unter Allgemein, Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

Großer Zulauf zu den Energiemanagern für das neue Schuljahr – Alle „Köpfchen statt Kohle“-Schulen verbrauchen kontinuierlich weniger Heizenergie – Bauamt hilft schneller

energiemanager_starten_recruiting_01Beinahe ganze Schulklassen haben die Energiemanager der Grundschule an der Marie dazu motiviert, sich für das nächste Schuljahr zum Energieprojekt anzumelden. Ausgestattet mit gebrandeten Neckbands und Energiemanager-Namensschildern machten sich die Jungs und Mädchen jüngst auf den Weg in die Klassen 3 und 4, um dort für Nachwuchs zu sorgen. Bereits nach drei Klassenbesuchen waren über 40 Kinder auf der Liste für das kommende Jahr. Hochgerechnet würden dann  vielleicht sogar doppelt so viele Kinder nach den Sommerferien Energiemanager werden wollen, da ja auch die fünften Klassen noch einbezogen werden sollten. Martina Dorstewitz, die als Lehrerin die Gruppe von der Schulseite aus mitbetreut, konnte sich nicht wirklich über so viel Zulauf freuen. Die Lösung sieht jetzt so aus: In den vierten Klassen werden jeweils drei Plätze zum Energiemanager-Profilkurs ausgelost. Und aus den jetzigen dritten und nächstes Jahr also vierten Klassen können jeweils fünf Kinder mitmachen – jedoch nicht im Kurs am Vormittag während des Unterrichts, sondern als zweite Energiemanager-Gruppe, die als AG am Nachmittag von 14 bis 15 Uhr aktiv wird. Damit haben wir erstmalig die Situation, dass an einer Schule zwei Energiemanager-Teams unterwegs sind. Zu tun haben werden beide genug, versichert „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler, der die Grundschule an der Marie selbst betreut.

collage_energie_manager_01Einen solchen Ansturm wie in der Grundschule an der Marie wollten die Verantwortlichen der Klecks-Grundschule erst gar nicht riskieren. Deshalb wurden an dieser Schule, die selbst wächst und im nächsten Schuljahr einen Erweiterungsbau beziehen wird, die Energiemanager nicht in die Klassen geschickt, um den Nachwuchs zu rekrutieren. Obwohl die Schüler schon Text- und Plakatentwürfe für die Werbeaktion entworfen hatten. Stattdessen werden bei einem der letzten Treffen in diesem Schuljahr die interessierten Kinder aus den vierten Klassen eingeladen, an einem Energiemanager-Treffen teilzunehmen, um zu erleben, wie die Gruppe arbeitet, und sich dann zu entscheiden.

collage_solarautos_01In den letzten Wochen des Schuljahres gönnen sich die jungen Energiemanager eine Belohnung für ihr Engagement seit Beginn des Schuljahres. Viele der Gruppen nutzen die Chance, im Energiezentrum Pankow (im Robert Havemann-Gymnasium) mal an ein oder zwei Projekttagen Solarmodelle zu bauen. Am beliebtesten ist das Solarauto aus Holz, das die Kinder unter Anleitung des Werkstattchefs Norbert Hansen mit Säge, Bohrer und Lötkolben zusammenbauen. Die Gruppen nehmen die Modelle dann mit in die Schule und veranstalten auf dem Schulhof unter den neugierigen Augen der Mitschüler dann eine Rallye – falls die Sonne scheint.

solarautos_testen_02Energiemanager-Teams, die es zeitlich nicht schaffen, in die Werkstatt des Energiezentrums zu fahren, dürfen ein etwas einfacher zusammen zu bauendes Steckmodell eines Solarautos bauen und testen. Mit dem Bauen allein ist es allerdings nicht getan.  Alle Energiemanager sollen verstehen, wie aus Sonnenlicht elektrischer Strom werden kann. Unter anderem mit einer Animation von planet-schule.de lernen sie die Zusammenhänge auf der Ebene von Atomgittern und Elektronen zu begreifen.  Die Energiemanager der Grundschule am Wasserturm haben über ihre Energie-Experimente und das, was sie dabei gelernt haben, auch zwei Poster entworfen, die im Download-Bereich dieses Blogs dokumentiert sind.

Immer wieder stellten Schüler, Lehrer, Eltern und alle, die sich für „Köpfchen statt Kohle“ interessierten, die Frage „Können Sie denn Erfolge bei der Energieeinsparung nachweisen?“ Wir haben in den ersten Jahren des Projekts, das seit 2010 läuft, solche Fragen immer mit dem Hinweis abgewehrt, dass man natürlich keine schnellen Erfolge erwarten dürfe. Und dass außerdem die Datenbeschaffung und -auswertung nicht einfach seien. Umso mehr freuen wir uns, dass uns jetzt das begleitende Ingenieurbüro die Statistik des Energieverbrauchs der beteiligten Schulen von 2007 bis 2014 zur Verfügung gestellt hat. Wir haben daraus einmal für den Wärmeenergieverbrauch zu allen Schulen anschauliche Diagramme erstellt – und waren selbst überrascht, dass an allen beteiligten Schulen eine kontinuierliche Abnahme des Heizenergieverbrauchs festzustellen ist. Ein Bild, wie es das folgende Diagramm der Homer-Grundschule zeigt, ist insofern durchaus typisch für alle „unsere“ Schulen:

waerme_homer_bis_2014

Auch wenn dies sicher nicht durch „Köpfchen statt Kohle“-Aktivitäten allein zu erklären ist, zeigt es doch, dass sich das ständige Engagement von Schülern und Lehrkräften nicht nur beim Zuwachs an Wissen über Energie und technische Zusammenhänge niederschlägt, sondern auch in belastbaren Zahlen.

collage_stadtraetin_01

Wir berichteten darüber, dass die Löcher in der Wärmedämmung der Schulhauswand der Grundschule unter den Bäumen vom Pankower Schulamt als kostspieliger Sanierungsfall betrachtet wurden. 100.000 Euro sollte die Sanierung beiden Giebelwände kosten – Geld, das der Bezirk in diesem Jahr nicht mehr dafür aufwenden kann.  Schüler hatten mit der Wärmebildkamera die Beschädigungen nachgewiesen und die zuständigen Stadträtinnen für Schule und Bauen brieflich informiert. Anscheinend ist die Diskussion in der Bezirksverwaltung aber weiter gegangen. Denn die Energiemanager erhielten jetzt auch ein Schreiben der Baustadträtin, in dem Christine Keil eine Lösung bereits für den Herbst in Aussicht stellt. Man wolle die Löcher mit geringerem Aufwand verschließen und durch das Aufstellen von Nistkästen für Spechte verhindern, dass die Dämmschicht der Schulhauswände wieder angegriffen wird. Die Energiemanager freuen sich über den Erfolg ihrer Initiative und wollen beobachten, ob die Lösung des Bauamts funktioniert. Und was sie auch gelernt haben: Briefeschreiben ist zwar anstrengend, aber nützlich.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

Junge Energiemanager haben einen langen Atem und sind frustrationstolerant – Computeranalyse deckt Heizungsmängel auf – Jetzt schon ans nächste Schuljahr denken

thermografie_unter_den_baeumen_01Gravierende Schäden in der Dämmung der beiden Giebelwände ihrer Schule hatten die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen festgestellt. Mit der Thermokamera konnten sie nachweisen, dass über zahlreiche Löcher in der Dämmung Wärme entweicht. Ihre Befunde schickten sie an die zuständige Schulstadträtin des Bezirks Pankow, Lioba Zürn-Kasztantowicz. Deren Antwort ließ nicht lange auf sich warten – aber bis zur Lösung des Problems werden die jungen Energiemanager einige Geduld aufbringen müssen. Die Stadträtin hatte geschrieben:

„Es wurden bereits bauliche Maßnahmen unternommen, um die Spechtlöcher in der Fassade zu beseitigen. In der Vergangenheit haben wir die Löcher wieder schließen lassen, jedoch haben die Spechte daraufhin – daneben – erneut Löcher geklopft und es sind neue Nester entstanden. Mit eurer Wärmebildkamera habt ihr festgestellt, dass durch die Spechtlöcher schon bauliche Schäden an der Fassade entstanden sind. Es besteht ein Temperaturunterschied von ca. 3 Grad Celsius, welcher sich bei Minusgraden im Schulgebäude auswirkt. Um dem Temperaturunterschied entgegenzuwirken, müssen die Giebelseiten aufwendig saniert werden – um auch in der Zukunft zu verhindern, dass die Spechte neue Nester bauen… Für die Sanierung der beiden Giebelwände benötigen wir ca. 100.000 Euro.“

Dieses Geld hat der Bezirk zurzeit nicht übrig. Deshalb muss die Schulstadträtin die Schüler auf das Haushaltsjahr 2016/17 vertrösten: „Wir hoffen, dass wir dann die nötigen Gelder bereit gestellt bekommen.“

Energiemanager in den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen sind es gewohnt, auf technische und bauliche Grenzen der Energieeinsparung zu stoßen, die nur durch Reparatur- und manchmal auch nur durch Sanierungsmaßnahmen überwunden werden können. Das entmutigt sie jedoch nicht. In der Grundschule unter den Bäumen werden die Energiemanager das Thema auf „Wiedervorlage“ setzen, um in einem Jahr noch einmal vorstellig zu werden. Da „Köpfchen statt Kohle“ ein auf Dauer angelegtes Projekt ist und die Energiemanager ihr Wissen und ihre Erfahrungen von Schuljahr zu Schuljahr an die nachwachsenden Klassen weitergeben, können sie mit langem Atem wirksam werden.

heizung_heizt_gegen_lueftung03Es gibt kaum eine Schule, an der dies nicht nötig wäre. Auch die Klecks-Grundschüler haben sich bereits eine hohe Frustrationstoleranz angeeignet. Wenn sie am Heizungscomputer die Daten des letzten Winters analysieren, stoßen sie mindestens bei jedem zweiten Raum auf Probleme. Beispielweise darauf, dass in dem gut gedämmten Schulgebäude die zu hohen Raumtemperaturen durch Dauerlüftung über die Fenster kompensiert werden. Das Dumme daran: Die Heizung weiß nichts davon und versucht, ständig dagegen anzuheizen, dass die Temperatur im Klassenzimmer unter 22 Grad fällt. Im kommenden Winter wollen die Energiemanager deshalb dafür werben, in den betroffenen Räumen die Soll-Temperatur auf 20 oder sogar 19 Grad einzustellen.

An der Klecks-Grundschule dürfen die Schüler die Heizungseinstellungen (im Gegensatz zu den anderen „Köpfchen statt Kohle“-Schulen) noch nicht selbstständig verändern, sondern sie müssen dazu erst ihren Hausmeister überzeugen. Aus diesem Grund nutzen die Fünft- und Sechstklässler die Zeit bis zu den Sommerferien, um Argumente zu sammeln. In einer Powerpoint-Präsentation wollen sie diese dann darstellen. Die Datengrundlage sind eine Vielzahl von Auswertungsdiagrammen, die sie mit Kommentaren versehen – vgl. untenstehende Collage.

collage_raumauswertung_klecks_01

 

WEITERE KURZNACHRICHTEN

mein_erstes_solarauto_01Trelleborg-Schule:  Natürlich wollen Energiemanager nicht immer nur am Computer sitzen und Diagramme auswerten. Wenn die Heizperiode vorbei ist, suchen sie sich deshalb andere Anknüpfungspunkte, um ihr eigenes Klimabewusstsein und das ihrer Mitschüler zu stärken. Dazu gehört dann z.B. die Beschäftigung mit erneuerbaren Energien. Um Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, bauen die Schüler u.a. kleine Solarautomodelle, um anschließend herauszufinden, was sich in einer Solarzelle eigentlich abspielt, damit aus Sonnenlicht elektrischer Strom wird.

einfuehrung_energiemanager_05_verpixeltBötzow-Schule: Die Energiemanager der Bötzow-Schule mussten am längsten auf ihren eigenen Computer warten, mit dem sie Zugang zur Heizungssteuerung bekommen. Dafür übernahm dann aber jetzt der Ingenieur der Herstellerfirma selbst die Einführung der Schüler in das System. Unser Bild zeigt in der Mitte sitzend den Gebäudeelektroniker Peter Schoof inmitten der Energiemanager-Gruppe. Auch der Hausmeister war gekommen (Bildmitte, stehend), um sich als Partner des „Köpfchen statt Kohle“-Projekts den Kindern vorzustellen.

hoffest_der_energiemanager_01Grundschule an der Marie:  Jetzt schon ans nächste Schuljahr denken viele Energiemanager-Teams, denn sie brauchen wegen der abgehenden Sechstklässler gleich nach den Sommerferien wieder personelle Verstärkung. Da die Mitarbeit bei „Köpfchen statt Kohle“ natürlich freiwillig ist, müssen die Energiemanager um den Nachwuchs werben. In der Grundschule an der Marie nutzten sie dafür das traditionelle Hoffest im Mai, um Interesse bei ihren Mitschülern zu wecken. Und dieses Interesse war riesig! Spontanes Feedback von Schülern am Ende der dreistündigen Veranstaltung: „Euer Stand war der coolste von allen!“ (Die Poster für die Werbeaktion der Grundschüler an der Marie gibt es im Download-Bereich.)

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen

Havemann-Schüler: CO2-Messeinrichtungen sind notwendig, aber nicht hinreichend – „Müll vermeiden und Licht ausmachen“: Ist das Umweltschule? – Energieverschwendung: Datenlogger bringen es ans Licht

grosses_co2_messdisplay_01aGute Luft im Klassenzimmer ist eine Voraussetzung für Konzentration und Lernen. Im Winter kann das zum Problem werden. Dass dieses Problem nicht auf rein technischem Weg gelöst werden kann, ist zumindest für Berliner Schulen jetzt beschlossene Sache. Am 30. April berichtete die „Berliner Zeitung“:

„In Berlin hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einen ‚Leitfaden zur Raumluftkoordinierung in Schulen‘ herausgeben. Darin werden gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Empfehlungen gegeben, wie der Anteil der sauerstoffreichen Luft im Klassenraum nicht unter einen bestimmten Wert sinken soll. Vorgesehen war auch eine maschinelle Raumbelüftung. Doch jetzt ist auf Druck der Senatsverwaltungen für Bildung und für Finanzen dieses 78-seitige Rundschreiben außer Kraft gesetzt worden. Damit seien zu hohe Kosten verbunden.“

Damit bekommen Problemlösungen an der Mensch-/Messtechnik-Schnittstelle, wie sie „Köpfchen statt Kohle“ verfolgt, eine hohe Bedeutung. Denn nur ein effektives Lüftungsmanagement, an dem sich Schüler und Lehrkräfte aktiv beteiligen, ermöglicht ein Optimum zwischen Energieeinsparung und Raumluftqualität im Winter. Schüler der Robert Havemann-Schule sind in den letzten Wintermonaten dieses Schuljahres systematisch an die Frage herangegangen, welche Voraussetzungen für ein solches Lüftungsmanagement geschaffen werden müssen. Die Gymnasiasten aus den siebten Klassen treffen sich einmal in der Woche am Nachmittag in der „Energiemanager“-AG.

Nachdem in sieben Klassenräumen feste CO2-Messanzeigen installiert worden waren, die unübersehbar den CO2-Wert leuchtend-grün auf schwarzem Hintergrund darstellen, starteten die Schüler Messreihen. In den Kalenderwochen 7 und 10 stellten sie Datenlogger in den Räumen auf, um eine auswertbare Aufzeichnung der CO2– und Temperaturwerte zu bekommen. Als Vergleichsgruppe wurden ebenso viele Klassenräume ohne Messdisplay ebenfalls mit Datenloggern ausgestattet. Eine weitere Information oder motivierende Ansprache der Klassen erfolgte nicht. „Wir wollten mit unserem Messprojekt die Hypothese überprüfen, ob in Unterrichtsräumen mit einem CO2-Messdisplay effektiver gelüftet wird als in Räumen ohne Messdisplay“, schreiben die Schüler in ihrem Forschungsreport.

vergleich_effektives_lueften_havemann_01

Das Ergebnis (siehe auch obenstehende Grafik) zeigt, dass CO2-Messeinrichtungen in den Klassenräumen zwar eine notwendige, aber noch keine hinreichende Voraussetzung für effektives Lüften sind. In ihrem Forschungsreport schreiben die Schüler:

„In den Räumen mit Messdisplay wurde kaum aufmerksamer gelüftet, als in den Räumen ohne Messdisplay. Mit Messdisplay verzeichnen wir an den beiden Referenztagen 17 effektive Lüftungsaktivitäten während des Unterrichts, ohne dagegen 13. Der Unterschied ist zu klein, um signifikant zu sein.

Allerdings fällt auf, dass in Räumen mit Messdisplay nur ein einziges Mal, in Räumen ohne Display jedoch viermal überhaupt keine Lüftungsaktivitäten zu verzeichnen waren. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass das Vorhandensein eines Messdisplays doch die Aufmerksamkeit in punkto Lüftung verstärkt.

Das Ergebnis zeigt jedoch  insgesamt, dass mit dem Messdisplay alleine noch kein Instrument der Verhaltensorientierung installiert worden ist, das uns hilft, die Raumluft  in Klassenräumen im Normbereich zu halten. Zusätzlich erscheinen Informations- und Motivationsmaßnahmen erforderlich, die allerdings auf dem Vorhandensein einer Messanzeige basieren müssen. Denn nur der angezeigte Messwert kann während des Unterrichts eine zeitnahe und genaue Information über die Luftqualität liefern. Menschen haben kein Sensorium für die allmähliche Verschlechterung der Luft im Raum, da CO2 ja geruchslos ist.“

Demnächst sollen die Ergebnisse, eingearbeitet in eine Powerpoint-Präsentation, der Schulversammlung des Havemann-Gymnasiums vorgestellt werden.

kartenabfrage_umweltschule_01Was könnten wir als Umweltschule noch besser machen? Diese Frage stellten die Energiemanager der fünften und sechsten Klassen einigen ihrer Mitschüler im Rahmen der „Klimakonferenz“ in der Schule am Falkplatz am 23. April (vgl. letzter Weblog-Beitrag). Die Ergebnisse haben sie jetzt ausgewertet, um sie in der Schulkonferenz bei nächster Gelegenheit zur Diskussion zu stellen.

Auf den ersten Blick sind die Antworten der Grundschüler wohl typisch für das deutsche Umweltbewusstsein: Strom sparen/Licht ausmachen und Müll vermeiden/trennen/recyceln (wozu auch allgemeine Sauberkeitsmotive gehören) sind die meistgenannten Themen. Im untenstehenden Diagramm sind die „Strom“-Antworten gelb, die „Müll“-Antworten blau markiert.

umweltschule_ideen_falkplatz

Für die Energiemanager der Schule am Falkplatz könnte man dieses Ergebnis als Misserfolg verstehen. Anscheinend ist den Schülern überhaupt nicht bewusst, dass ca. 75-80 Prozent des Energieverbrauchs ihrer Schule nicht durch Strombedarf entstehen, sondern durch Wärmebedarf – also Heizung. Obwohl also die Energiemanager sich seit längerem vor allem auf die Verbesserung der Heizungssteuerung konzentrieren, sind der Sinn und die Bedeutung dieser Fokussierung bei den Mitschülern nicht angekommen. Daraus ergibt sich ein klarer Auftrag an die Energiemanager: Besser kommunizieren, was und warum sie es machen! Die Öffentlichkeitsarbeit in punkto Heizen und Lüften muss intensiver werden. Es gab ja auch einzelne Stimmen unter den befragten Schülerinnen und Schülern, die in diese Richtung weisen:

  • Jede Klasse sollte ein Luftmessgerät haben
  • Ich finde die Idee mit dem Lüftungsdienst sehr gut. Lehrkräfte und Schüler sollten konsequent die Fenster öffnen.
  • Man müsste in den Klassenräumen die Heizung selbst an- und ausstellen können, denn wenn man lüftet, entweicht die Wärme!

Dass Letzteres nur über den Umweg der zentralen Heizungseinstellung für die einzelnen Räume am Computer geht, auf den die Energiemanager jedoch direkten Zugriff haben, könnte man den Klassen erklären – und vereinbaren, wann die großen Lüftungspausen stattfinden. Denn dann können die Energiemanager entsprechende Heizpausen am Computer voreinstellen.

Die große Bedeutung des Müll- und Sauberkeits-Themas für die Schüler ist auch ein Hinweis darauf, dass eine Umweltschule ein Schule sein soll, die einen sauberen Eindruck macht, keinen unnötigen Müll produziert und die Mülltrennung klar und einfach gestaltet. Die Schule am Falkplatz ist ein monumentaler Altbau, in dem sich im Lauf der Zeit so manches angesammelt hat. Derzeit sorgt eine große Sanierungs- und Baumaßnahme dafür, dass noch mehr Staub und Dreck in die Schule kommt. Doch ist absehbar, dass die Arbeiten beendet werden. Zur „Neueröffnung“ einer Schule mit gut schließenden Fenstern und einer renovierten Aula könnte es auch gehören, eine große Entmüllungs- und Entstaubungsaktion zu starten. Vielleicht bildet sich dazu ja eine weitere Projektgruppe aus Schülern und Lehrkräften oder Erziehern?

ortstermin_schulheizung03Die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen in Blankenburg warten immer noch auf den eigenen Computer, mit dem sie die Heizungseinstellungen überprüfen und verändern können. Mit diesem System stände ihnen auch die Dokumentation der von den Temperaturfühlern in den Räumen der Schule gemessenen Temperaturverläufen zur Verfügung. Bisher konnten sie dazu nur kurz dem Schulhausmeister an dessen Arbeitsplatz über die Schulter schauen (Foto oben).

Aber die Schüler, die sich einmal pro Woche im Schülerclub für das Energieprojekt treffen, fanden eine andere Möglichkeit, an Temperaturdaten zu kommen. Sie platzierten kleine Datenlogger in einzelnen Klassenräumen, die laufend die Temperaturen aufzeichnen. Die Geräte, die nicht größer als ein Füllfederhalter sind, lassen sich leicht an einer geeigneten Stelle im Klassenzimmer deponieren, ohne dass sie auffallen. Nach den Osterferien haben die Energiemanager die Datenlogger wieder eingesammelt, um sie auszuwerten. Das machen sie weitgehend selbstständig an den Computern im Schülerclub. Dass sie dadurch nebenbei mit EXCEL-Tabellen umgehen und das Erstellen von Diagrammen lernen, ist ein motivierender Nebeneffekt. Der Haupteffekt ist aber die Erkenntnis, dass ihre Schule anscheinend mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 24 und 26 Grad dauerbeheizt wird. Auch durch die Nacht hindurch, an Wochenenden und in den Ferien. Das untenstehende Bild ist typisch für die meisten Räume der Schule!

raum204_02

Natürlich geben sich die Schüler mit diesen Befunden nicht zufrieden. Die Fragen, die sie in das Diagramm hineingeschrieben haben, schicken sie an die Zuständigen, um eine Antwort zu bekommen:

  • Ist an der zentralen Heizungssteuerung die Heizzeit falsch eingestellt?
  • Sind die Ventile in dem Raum defekt (= ständig geöffnet)?
  • Ist die Computersteuerung deaktiviert und der manuelle Betrieb nicht optimal?

WEITERE KURZNACHRICHTEN

klimaschulen_poster_2015_Seite_1Hohes Feld: Mehr gelernt als im Lehrplan steht. Auf vier Postern haben die Energiemanager der Schule am Hohen Feld, unterstützt durch die Betreuer von stratum, jetzt einen Überblick über ihre Aktivitäten dieses Schuljahres gegeben. Während in den sechsten Klassen die Beschäftigung mit erneuerbaren Energien dafür sorgte, dass sie jetzt zum Beispiel über das Atommodell mehr wissen als der Lehrplan verlangt, haben Viertklässler als Energiemanager begonnen, die Heizungsthermostate der Klassenräume zu begrenzen, so dass man sie im kommenden Winter nicht mehr zu hoch aufdrehen kann. Mit den vier Postern beteiligt sich die Schule auch am derzeitigen Wettbewerb der Berliner Klimaschulen. (Alle Poster als PDF im Download-Bereich des Weblogs.)

verdaechtige_raeume_02Klecks-Grundschule: Kurven aus dem Winter ausgewertet. Erst am Ende der Heizperiode bekamen die Energiemanager der Klecks-Grundschule ihren eigenen Heizungscomputer. Da in ihm alle Heizkurven der letzten Jahre für alle Schulräume gespeichert sind, machten sich die Schüler gleich auf die Suche nach „verdächtigen“ Räumen, in denen Energie verschwendet wird. Die Energiemanager bemängeln jetzt schon, dass fast alle Räume auf 22 Grad Warmtemperatur eingestellt sind, obwohl 20 Grad die Norm sind. Auch warum die Minimaltemperatur, unter die die Räume nachts nicht auskühlen sollen, statt bei den üblichen 15 Grad auf 18 Grad eingestellt ist, möchten sie demnächst ihren Hausmeister fragen. Den werden sie darüber hinaus mit Räumen konfrontieren, die anscheinend 24 Stunden lang auf Unterricht eingestellt sind. Noch traut der Hausmeister der Klecks-Grundschule seinen Energiemanagern nicht ganz über den Weg. Deshalb dürfen die Schüler an dieser Schule auch die Heizungseinstellungen noch nicht selbstständig verändern. Die jungen Energiemanager sind der festen Meinung, dass sie ihren Hausmeister demnächst von ihrer Kompetenz überzeugen werden, um im kommenden Winter richtig aktiv werden zu können.

energiemanager_pruefung06Das Thermostat-Prinzip verstehen. Mit Hilfe einer Animation auf der Website des Heizungs-Herstellers Danfoss haben die Schülerinnen und Schüler des Energiemanager-Teams der Trelleborg-Schule sich in das Funktionsprinzip des Heizungsthermostaten eingearbeitet. Das Ineinandergreifen der Voreinstellung am Drehgriff (oder auch am Computer) und des temperaturabhängigen Ausgleichselements im Thermostat selbst, ist den Dritt- und Viertklässlern durch einen anschließenden kleinen Test (Foto oben) vollends klargeworden.

eingangsbestaetigung_pankow

Eingang bestätigt: Die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen hatten beim Schulamt die Löcher in der Dämmung der Fassade ihrer Schule bemängelt (vgl. letzter Weblog-Artikel). Postwendend bekamen sie von Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz selbst unterschrieben eine Eingangsbestätigung (Bild oben) und das Versprechen, dass die Schüler auch über die weitere Prüfung des Falls und die eingeleiteten Reparaturmaßnahmen unterrichtet werden. Die jungen Energiemanager freuen sich, dass ihr Engagement ernstgenommen wird.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Kommentar hinterlassen