Ausgezeichnete Partner im Klimaschutz – Schüler-Solaranlagen heiß begehrt – Zu viel Licht im Flur

Aus der Hand von Staatssekretär Stefan Tidow nahmen Schüler des Robert-Havemann-Gymnasiums stellvertretend für „Köpfchen statt Kohle“ die Auszeichnung „KlimaSchutzPartner 2018“ der IHK Berlin entgegen. Damit wurde das von der stratum GmbH seit 2010 begleitete Projekt „Köpfchen statt Kohle“ bereits zum zweiten Mal geehrt. 2013 bekamen wir den Preis für die Umsetzung der Idee, Schülern den Regelungszugriff auf die zentrale Heizungssteuerung ihrer Schulen zu ermöglichen. In diesem Jahr wurden wir ausgezeichnet für die Verbindung von Digitalisierung und Energiemanagement, die ein Schülerteam am Robert-Havemann-Gymnasium erprobt. Mit Raspberry Pi, Sensoren für Raumtemperatur, Luftfeuchte und CO2 sowie mit Mini-WLAN-Routern bauen die Schüler ein Echtzeit-Energie- und Klima-Messnetz über ihre ganze Schule auf. Das ist nicht nur billiger als der Einsatz handelsüblicher Datenlogger, sondern ermöglicht allen Nutzern – Schülern, Lehrern, Hausmeistern – über Smartphone den Zugriff auf die aktuellen Raumklimadaten der Schule. Zusätzlich visualisieren die Schüler die Messdaten über Monitore im Schulhaus. Mit dieser wiederholten Auszeichnung beweist „Köpfchen statt Kohle“, dass sich die Macher nicht auf einmal gefundenen Lösungen ausruhen, sondern immer auf der Suche nach innovativen Ansätzen sind.

Die Möglichkeiten, an die kleinen und erschwinglichen Raspberry Pi-Einplatinen-Computer Mess-Sensoren anzuschließen, sind vielfältig. In der Schule am Falkplatz, die sich auch „Umweltschule in Europa“ nennen darf, haben wir einer sechsten Klasse nun zu einem besonderen Umweltprojekt verholfen. Kürzlich unternahm die 6d eine mobile Feinstaubmessung rund um ihre Schule. Die Schule am Falkplatz arbeitet seit langem bei „Köpfchen statt Kohle“ mit und nutzte für das Feinstaub-Projekt den engen Kontakt mit dem Betreuerteam der stratum GmbH. Die Messausstattung umfasst einen Feinstaubsensor, der die Partikelgrößen 10 und 2,5 Mikrogramm detektiert, einen Raspberry Pi für die Datenerfassung und eine GPS-Maus zum Aufnehmen der Geodaten. Die Schülerinnen und Schüler konnten die Ergebnisse ihres Messrundgangs gleich mit Google Earth bzw. Google Maps visualisieren. Sie planen jetzt eine feste Messstation an ihrer Schule.

Und ihr Vorbild macht bereits Schule. Auch die jungen Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen wollen die Wochen und Monate, in denen sie sich nicht der Heizung ihrer Schule auseinandersetzen müssen, nutzen, um eine Feinstaubkarte rund um die Schule und entlang der Schulwege zu erstellen. Inzwischen haben wir auch eine Handreichung erarbeitet, die für Schüler und Lehrkräfte gleichermaßen geeignet ist. Die gedruckte Ausgabe kann bei stratum kostenlos bezogen werden, der PDF-Download ist über diesen Link möglich. Bezugsquellen zu den benötigten Komponenten und weitere Tipps zur Praxis der Feinstaub-Messprojekte bekommen Sie auf Anfrage gerne von uns.

In die Zukunft gerichtet waren die von und für „Köpfchen statt Kohle“ veranstalteten Pankower Energietage 2018. An zwei Tagen Mitte Mai befassten sich Schülerinnen und Schüler von Pankower Schulen mit erneuerbaren Energien. Nicht theoretisch, sondern ganz praktisch beim Bauen von Solarmodellen, Fahren mit dem E-Kart und bei der Beschäftigung mit der „Schüler-Solaranlage“ – einem praktikablen Solarmodul für Schulen, mit dem sich die Sonnenenergie z.B. für fetzige Pausenhof-Diskos einsetzen lässt. Eröffnet wurden die Energietage vom Pankower Schul- und Baustadtrat Torsten Kühne, von Schulrätin Susanne Füllgraf und Schulamtsleitern Ilka Wagnitz. Zum Abschluss freuten sich zwei Schulen über ihr Losglück, das ihnen eine komplette Schüler-Solaranlage beschert hat: die Homer-Grundschule und die Jeanne-Barez-Grundschule. Wir gratulieren! Eine Spezifikation der kompakten, stabilen und leistungsfähigen Solaranlage „zum Anfassen“ kann man sich hier herunterladen.

Aus der Hand von Bezirksstadtrat Torsten Kühne (Bild links) nahmen die Klassensprecher der 3d den ersten Preis im Lüftungswettbewerb der 3. und 4. Klassen an der Falkplatzschule in Berlin (Prenzlauer Berg) entgegen. Die Klasse hat im Wettbewerbszeitraum des vergangenen Winters sowohl die höchste Lüftungsaktivität als auch nachgemessen die niedrigsten CO2-Werte im Klassenzimmer erzielt. Das Lüften war also auch effektiv. Zuviel CO2 erschwert Konzentration und Lernen. Sämtliche 27 Klassen der Grundschule beteiligten sich an dem Lüftungswettbewerb, den die jungen Energiemanager von „Köpfchen statt Kohle“ über Wochen hin organisiert hatten. Um zu einem Ergebnis zu kommen, mussten die Fünft- und Sechstklässler Zigtausende von Daten analysieren und jede Menge Diagramme studieren. Dabei kamen sie nicht nur der Häufigkeit und Wirksamkeit des Lüftens in den Klassen auf die Spur, sondern entdeckten auch Energieverschwendung durch allzu lange Lüftungspausen über Mittag, durch Dauerkipplüften während des Unterrichts oder durch generell deutlich überheizte Räume. Der Bezirksstadtrat ermutigte die Schülerinnen und Schüler, weiterhin Aufklärung über wirksames und energieeffizientes Lüften zu betreiben. Auch der Berliner Abgeordnete Andreas Otto, zu dessen Wahlbezirk die Schule am Falkplatz gehört, ließ es sich nicht nehmen, bei der Preisverleihung dabei zu sein (Bild rechts).

Ortstermin der jungen Energiemanager mit dem Lichtenberger Bürgermeister. Nachdem die Schülerinnen und Schüler der Grundschule auf dem lichten Berg eine umfangreiche Mängelliste über den energetischen Zustand ihrer Turnhalle an der Atzpodienstraße an ihn geschickt hatten, kam Bürgermeister Michael Grunst zu einem Ortstermin in die Schule, um sich von den Viert- bis Sechstklässlern zeigen zu lassen, was alles im Argen liegt. In der Turnhalle besitzen sämtliche Heizkörper keine Thermostate, so dass die Temperaturregelung ausschließlich über das Öffnen der Fenster geschehen kann. Der auch äußerlich marode Bau stammt aus dem Jahr 1976. Den umgehenden Einbau von Thermostatventilen und das Verschließen einiger Löcher in der Mauer sagte Michael Grunst den Schülern auf der Stelle zu. „Ohne eure Initiative wäre das so schnell nicht passiert“, gestand der Bürgermeister gegenüber den jungen Energieaktivisten ein.

Einen Brief von den jungen Energiemanagern der Grundschule unter den Bäumen bekam Schulstadtrat Torsten Kühne. Die Schülerinnen und Schüler machen damit auf die Energieverschwendung in den fünf Fluren ihrer Schule aufmerksam. Denn in keinem der Flure gibt es auch nur einen einzigen Lichtschalter! Stattdessen kann das Flurlicht nur vom Hausmeister direkt am Schaltkasten, für den man einen Spezialschlüssel benötigt, ein- und ausgeschaltet werden. Das Resultat: Zu jeder Jahreszeit brennt die Flurbeleuchtung täglich mindestens 11 Stunden! Die Schülerinnen und Schüler haben mit Luxmetern nachgemessen, dass die Beleuchtung größtenteils völlig unnötig ist. In ihrem Brief an den Stadtrat machen sie auch konkrete Vorschläge zur Energieeinsparung: Einbau von Wechselschaltern, Zeitschaltuhren oder Lichtsensoren. Sie haben auch ausgerechnet, wieviel Energiekosten dadurch gespart werden könnten. Weil die Schule bereits modernste LED-Leuchten eingebaut hat, läge die Einsparung pro Jahr nur bei 300 bis 500 Euro, was zu langen Amortisationszeiten für die vorgeschlagenen technischen Verbesserungen führt. Dennoch war inzwischen ein Techniker des Bezirks in der Schule, um die Situation aufzunehmen. Da die Elektrik der Schule insgesamt schon recht alt ist, kann möglicherweise im Rahmen einer Modernisierung auch das Flurlicht-Problem behoben werden.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

Schwimmen auf der Deutschen Welle. Auch in Afrika ist „Köpfchen statt Kohle“ jetzt zum Vorbild avanciert. Ein Filmbeitrag der Deutschen Welle über die Arbeit unserer jungen Energiemanager wird weltweit ausgestrahlt und ist Bestandteil des Reihe „Eco-at-Africa“. Die Filmaufnahmen fanden in zwei unserer Schulen statt. Der Beitrag ist englisch betextet.

Motivation zeigen. In der Schule am Falkplatz ist es schon Tradition, dass jeder neue „Energiemanager“-Jahrgang allen Mitschülern vor Augen hält, wie viele verschiedene Gründe für ein Engagement in der Projektgruppe sprechen können. Mit einem großen Poster „Warum ich dabei bin“ im Format DIN A1 zeigen sie an mehreren Stellen im Schulhaus ihr Gesicht für die gemeinsame Sache, die doch auf so unterschiedlichen individuellen Motiven und Interessen beruht. Das Poster gibt es als PDF auch im Download-Bereich dieser Website.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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