„Köpfchen statt Kohle“ ist jetzt Unterrichtsfach – Müssen wir vor der Technik kapitulieren? – Lüften bleibt Dauerthema im Winter

energiebegriffe_01 „Köpfchen statt Kohle“-Projekte sehen an jeder Schule etwas anders aus. Das liegt nicht nur an den einzelnen Schülern, die mitarbeiten, oder den Bedingungen der jeweiligen Gebäude und Energietechnik, sondern auch an den verschiedenen Organisationsformen der Projekte. Die jungen Energiemanager sind zum Teil in Profil- und Schwerpunktkursen aktiv, also im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts, zum großen Teil jedoch auch in freien Arbeitsgemeinschaften oder im Rahmen von Hort- und Schülerclubangeboten. An manchen Schulen werden aus allen Klassen bestimmter Jahrgangsstufen jeweils ein oder zwei Schüler/innen in die Energieprojektgruppe abgeordnet, meistens aber kommen die, die einfach auf das Thema „Energie“ Lust haben. Während in der Hälfte der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen Lehrkräfte die Gruppe mit betreuen, sind es in der anderen Hälfte die externen Projektbetreuer von „Köpfchen statt Kohle“ ganz alleine, die die Arbeit mit den Schülern übernehmen.

energiebegriffe_02In der Georg Zacharias-Grundschule entsteht jetzt zum ersten Mal eine ganz neue Art der Projektorganisation. Hier findet „Köpfchen statt Kohle“ nämlich im Rahmen des regulären Sachkundeunterrichts einer vierten Klasse statt. Der Fachlehrer überlässt jeden Montag für zwei Stunden seine Klasse der „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Kirsten Heininger, die bis zum Ende des Schuljahres mit den Viertklässlern die vielfältigen Facetten des Energiethemas praxisorientiert behandelt. Natürlich nimmt auch der Lehrer an dem Projekt teil und hilft mit, die für die Projektarbeit relativ große Gruppe einer ganzen Schulklasse zu organisieren. „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler begrüßt diesen „Durchbruch in den Regelunterricht“ und wünscht sich für die Zukunft noch mehr Schulen, die „Köpfchen statt Kohle“ quasi fest in ihren Lehrplan mit aufnehmen.

energiemananager_am_pc_03Zu den motiviertesten und aktivsten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen gehört die Schule am Falkplatz. Hier treffen sich ein gutes Dutzend Fünft- und Sechstklässler jede Woche bereits um sieben Uhr morgens, um eine der größten Grundschulen Berlins energetisch zu verbessern. Unter anderem nutzen sie dazu einen eigenen Regelungszugang zur zentralen Heizungssteuerung am Computer. Hier können sie jeden Raum überwachen und auch korrigierend bei Temperaturen und Heizzeiten eingreifen – zumindest theoretisch.

brief_an_den_projektbeirat_170117Denn in letzter Zeit bekommen die jungen Energiemanager immer öfter den Eindruck, dass vieles gar nicht mehr regelbar ist im System. In etlichen Räumen ihrer Schule werden die eingestellten Solltemperaturen nicht erreicht, in anderen Räumen sinkt die Temperatur nachts kaum ab. Besonders beschäftigt die Schülerinnen und Schüler derzeit der Umstand, dass sie sich statt mit ihrem Energiesparauftrag mit dem Gegenteil beschäftigen müssen – mit Klassenräumen, die zu kalt sind. Solche Räume finden die Energiemanager vor allem in der dritten Etage ihrer Schule. Um Hilfe zu bekommen, haben sie jetzt einen Brief an den Projektbeirat von „Köpfchen statt Kohle“ geschrieben (siehe Abbildung links), in dem Bauamt, Schulamt, Schulaufsicht und Techniker zusammenarbeiten. Ein sogenannter hydraulischer Abgleich der gesamten Heizanlage der Schule, der als Basis für eine regelbare Heizung notwendig ist, wurde den Schülern inzwischen vom Bezirksamt in Aussicht gestellt. Die untenstehende Grafik zeigt an einem Beispiel, was die Energiemanager bei der Auswertung von Messdaten eines unterbeheizten Raumes alles im Blick haben.

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Nicht nur die Falkplatzschüler verlieren zuweilen den Glauben an die Technik. In mindestens zwei anderen Schulen, in denen die Heizung ebenfalls für alle Räume gezielt und individuell am Computer gesteuert werden kann, um Energieeffizienz sicherzustellen, beobachten die jungen Energiemanager, dass die Hausmeister die Steuerungsthermostate von den Heizkörpern abschrauben. Dadurch sind die Ventile ständig maximal geöffnet und die Räume werden dauernd beheizt. Anscheinend wissen sich manche Hausmeister nicht mehr anders zu helfen, um die Schule warm zu kriegen. Das sieht dann so aus wie in der Carl Humann-Schule (linkes Bild) oder der Grundschule unter den Bäumen (rechts):

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Die Energiemanager der Carl Humann-Schule waren im letzten Schuljahr sehr stolz darauf, dass sie die Ventilöffnungszeiten ihres Lebenskunde-Raumes signifikant senken konnten, ohne dass es dadurch im Raum kälter geworden wäre. Sie haben dafür nur den Aufstellort des Temperaturfühlers verändern müssen – weg aus der kalten Fensternische. Dieser ganze Erfolg ist jetzt zunichtegemacht. Die Auswertung der aktuellen Heizkurven (siehe Bild unten) zeigt, dass 14 Stunden lang geheizt werden muss, um während des Unterrichts halbwegs verträgliche Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad zu haben. Den Glauben an Technik und Heizungssteuerung dürften die Fünftklässler dadurch allmählich verlieren.

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co2_datenlogger_aufstellen_01Ein Problem, das mit Technik alleine nicht zu lösen ist, liegt in der schlechten Luftqualität in den Schulen während des Winterhalbjahres. Die Kohlendioxid-Werte in einem Klassenraum steigen mit Unterrichtsbeginn rasch über den Richtwert von 1.000 ppm. Ohne aktives und effektives Lüften kann er nicht gesenkt werden. Wie die Energiemanager der Grundschule am Sandhaus jetzt durch Messaufzeichnungen herausfanden, besteht ein erhöhter CO2-Wert in vielen Klassenräumen den ganzen Unterrichtstag lang. Zu viel CO2 führt zu Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, ist also ein Lernhindernis. Einmaliges Lüften in der großen Pause reicht nicht aus, um ein lernfreundliches Klassenraum-Klima herzustellen, wie untenstehende Beispielauswertung aus der Sandhaus-Schule zeigt.

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 WEITERE KURZNACHRICHTEN

thermokamera_ausprobieren_01Am Robert Havemann-Gymnasium werden derzeit die ersten „Junior-Energieberater“ ausgebildet. Die Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 12 werden im Juli die Theorie- und Praxisprüfung absolvieren, um danach sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich tätig zu werden. Ihre Aufgabe ist es, in kurzer Zeit und ohne hohe Kosten wesentliche Ansatzpunkte für Energie- und Ressourceneinsparung bei Beleuchtung, Heizung, Elektrogeräten und Wasserverbrauch zu finden. U.a. sind sie auch mit einer handlichen Wärmebildkamera ausgerüstet (siehe Foto oben). Das Berliner Wochenblatt berichtete über die „Junior-Energieberater“ in seiner ersten Ausgabe im neuen Jahr (Download im „Presse“-Bereich dieses Weblogs). 

gewinner_kuehlschrank_preisfrageDa die Projektarbeit von „Köpfchen statt Kohle“ keinem festen Curriculum folgt, sondern offen ist für die Fragen und Interessen der Schülerinnen und Schüler, tauchen auch immer wieder mal Themen auf, aus denen die Projektbetreuer kleine Preisrätsel machen. So wurden die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen aufgefordert, doch selbst herauszufinden, wie ein Kühlschrank funktioniert. Wie kommt die Kälte in den Schrank? Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Weihnachtsferien und kamen zum ersten Treffen im neuen Jahr mit einer Menge Antworten zurück, die verschiedene Aspekte der Frage betrafen. Was ist ein Kältemittel? Wie ist das mit der Verdunstungskälte? Was macht der Kompressor am Kühlschrank? Die beiden Teams, die solche Fragen am besten beantworteten, bekamen kleine Preise.

das_oekologische_haus_02„Ökohaus-Projektwochen“ werden immer beliebter in den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen. Mindestens vier Schulen haben dieses Jahr schon für eine oder mehrere Klassen diese Projektwochen gebucht, die das „Köpfchen statt Kohle“-Team entwickelt hat, um das Wissen über neue Energietechniken mit Spaß am Bauen und Experimentieren zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen Experimentierkästen wie „Das ökologische Haus“ von Galileo oder das iH2go-Wasserstoffauto. Darum herum sind viele Aufgaben und Experimente gruppiert, die dafür sorgen, dass Pankower Grundschüler spätestens nach der sechsten Klasse wissen, wie eine Solarzelle funktioniert, was ein Wasserstoffauto antreibt oder wie das mit der Energieumwandlung in einer LED ist.

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„Köpfchen statt Kohle“ jetzt auch im Bezirk Lichtenberg – Detektivarbeit an der Heizung – Videoclip der Homer-Grundschule online

wappen_lichtenberg_webEin zweiter Berliner Bezirk schließt sich jetzt „Köpfchen statt Kohle“ an. Noch vor Weihnachten startete in der Grundschule auf dem lichten Berg eine Schüler-Projektgruppe, für die sich über 20 Kinder der Klassenstufen vier bis sechs angemeldet haben. Der Bezirk Lichtenberg hat die Projektgruppe mit einem Koffer voller Messgeräte ausgestattet. Ein Mitarbeiter aus dem „Köpfchen statt Kohle“-Team von stratum betreut die Gruppe in der Schule, die zwei Standorte hat. Beide Schulgebäude wollen die Schülerinnen und Schüler unter die Lupe nehmen. Im Februar ist dazu auch eine systematische Gebäudebegehung geplant, die von einem Ingenieur und Energieberater begleitet wird.

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Zum Auftakt überprüften die angehenden jungen „Energiemanager“ ihr Wissen über Energiearten und Energieumwandlung und machten sich mit der Technik der Temperaturmessung vertraut. Auch auf ein Problem stießen die Schüler gleich zu Beginn: Nicht wenige der Heizungsthermostate in ihrer Schule stehen auf Stufe „5“. Dass das viel zu hoch ist, werden sie in den nächsten Wochen durch Messungen und Datenauswertungen zeigen und dann ihren Mitschülern und den Lehrkräften beibringen.

energiemanager_at_work_01aDass die richtige Heizungseinstellung gar nicht so einfach ist, erleben jetzt auch die Energiedetektive der Homer-Grundschule. Diese Pankower Schule hat die drehbaren Heizungsthermostate abgeschafft und durch eine zentrale Einzelraumsteuerung am Computer ersetzt, zu der die Schüler einen eigenen freien Zugang haben. Sie können sogar Heizzeiten und Temperaturen selbst einstellen. Was dabei aber herauskommt, hängt jedoch nicht nur von den Schülern ab, sondern auch von der Technik, die hinter dem System steckt. Damit der computergesteuerte Thermostat funktioniert, benötigt er unter anderem die richtigen Temperatursignale aus jedem Raum. Ist nun ein Temperaturfühler in einem Schrank eingebaut, wie die Schüler es jetzt für den Klassenrum 106 festgestellt haben, übermittelt er irreführende Daten an das Regelsystem. Denn das Mikroklima in dem Schrank erzeugt ein paar Grad mehr Wärme, als im Klassenraum sonst herrschen. Der Heizungscomputer fährt also den Wärmetransport herunter und es wird tendenziell zu kalt im Klassenzimmer. Anhand der Computerdiagramme kommen die jungen Energiemanager solchen Zusammenhängen allmählich auf die Spur.

energiemanager_at_work_03_webEs ist also nicht so, dass die Schüler immer nur damit beschäftigt wären, überheizte Räume aufzuspüren und Energie zu sparen, nicht selten stoßen sie auch auf das Gegenteil – zu kalte Räume. In jedem Fall funktioniert die Regelung am Computer nicht bzw. es ergeben sich Widersprüche zwischen den Einstellungen am PC und den realen und messbaren Verhältnissen in den Räumen. Das kann auch mit defekten Heizungsventilen zusammenhängen, die die Energieaktivisten der Schule am Falkplatz immer wieder entdecken

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So haben sie jetzt festgestellt, dass zu schlecht beheizte Räume beispielsweise nur einen funktionierenden Heizkörper aufweisen, an dem sich eine angemessene Vorlauftemperatur von ca. 50 Grad messen lässt, und zwei Heizkörper, die nur Zimmertemperatur haben, also gar nicht in der Lage sind, Wärme an den Raum abzugeben. Das Energieteam an der Falkplatzschule, das sich jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr eine Stunde vor dem Unterricht trifft, hat sich daran gewöhnt, nahezu jedes Mal einen Mängelbericht für die Techniker und die Bauverwaltung schreiben zu müssen. Die Schülerinnen und Schüler lassen sich dadurch nicht entmutigen.

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Im Gegenteil: Die „Köpfchen statt Kohle“-Teams sind hoch motiviert und setzen sich immer anspruchsvollere Ziele. Im Robert Havemann-Gymnasium erarbeitet sich ein Dutzend Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 12 die Kompetenz, um als „Junior-Energieberater“ sowohl in Haushalten als auch anderen Schulen Energiechecks durchführen zu können. Inzwischen ist auch die Fragebatterie für den Wissens- und Praxistest in der Erprobungsfassung vorhanden. Im Frühjahr wollen alle diesen Test bestehen.

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Der Messgeräte-Koffer der Junior-Energieberater ist umfassend bestückt – vom Durchflussmesser für Wasserhähne über Messgeräte zur Bestimmung der Taupunkt-Abstandstemperatur bis zur handlichen Wärmebildkamera. Mit all diesen Geräten müssen der angehende Energieberater-Nachwuchs umgehen können.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

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Grundschule unter den Bäumen:  Die Idee einer Schüler-Solaranlage an dieser Schule nimmt konkretere Formen an. Nachdem sich der Großvater einer Schülerin bereit erklärt hat, das Projekt durch Rat und Tat zu unterstützen, ist der Plan, im Sommer eine solarbetriebene Pausenhofdisco zu betreiben, weiter gediehen. Der frühere Ingenieur für Nachrichtentechnik war bereits bei einem Treffen mit dabei (unser Foto). Auch ein Standort ist in Absprache mit der Schulleitung bereits gefunden. Nach den Ferien wird das Solarprojekt eines von drei Themen sein, mit denen sich die Schüler beschäftigen. Mit der Thermokamera wollen sie weiterhin die Beschädigung der Fassadendämmung durch Spechtlöcher untersuchen sowie am Heizungscomputer energiesparende Einstellungen für die einzelnen Räume finden.

heizungsschema_01Für ihre praktische Arbeit benötigen die jungen Energiemanager auch einiges an theoretischem Wissen. Anders als im Schulunterricht eignen sie sich dieses Wissen aber begleitend zu ihrer praktischen Arbeit an. Kein „Köpfchen statt Kohle“-Schüler verlässt die Grundschule deshalb ohne zu wissen, wie ein Thermostat funktioniert oder wie eine Heizungsanlage aufgebaut ist. Zur Erarbeitung und Überprüfung ihres Wissens haben die Schülerinnen und Schüler aus der Projektgruppe der Grundschule an der Marie jetzt aus dem Gedächtnis Funktionsbilder der Heizung gezeichnet. Wer weiß, vielleicht beginnen hier auch im einen oder anderen Fall berufliche Karrieren als Heizungsbauer oder Ingenieurin?

experimentieren_elektro_01In der Grundschule am Sandhaus haben wir, auch bedingt durch die Zusammensetzung der Schülergruppe, das experimentierende und selbstbestimmte Lernen in den Vordergrund gestellt. Lernpsychologen wie der Neurobiologe Gerald Hüther weisen immer wieder darauf hin, dass Kinder lernen wollen – wenn man zulässt, dass sie sich mit den eigenen Fragen an die Welt beschäftigen. („Wenn etwas für ein Kind bedeutsam ist, dann lernt es das auch.“) Am Sandhaus erleben wir das immer wieder, wenn wir zum Beispiel sehen, mit welcher Konzentration die Schüler aus dem vorhandenen Lernmaterial (z.B. Generator-Baukästen) neue komplexe Anordnungen bauen und testen. Natürlich ist es im Konzept des Baukastens eigentlich nicht vorgesehen, dass Kinder den Inhalt von zehn solcher Kästen hernehmen, um alles Mögliche damit zusammenzuschalten. Aber das ist es, was die Schüler motiviert! In der Grundschule am Sandhaus würden wir deshalb am liebsten eine große Werkstatt für freies und (zunächst) chaotisches Experimentieren einrichten. Nicht nur die Kinder aus den sogenannten bildungsferneren Schichten würden davon profitieren…

ksk_show_01bDen besten der vier Videoclips, den die Energiemanager der Homer-Grundschule letztes Jahr produziert haben, kann man auf der “Köpfchen statt Kohle”-Website jetzt auch anklicken. Folgen Sie diesem Link: https://youtu.be/-EbWlb0yZig. In dem Video geht es u.a. um „kranke“ Heizungen, das Stethoskop als Werkzeug der Energiedetektive und um die Frage, was es mit diesem CO2 auf sich hat. Das Video haben die Schüler eingesetzt, um in ihrer Schule neue Mitstreiter für die „Köpfchen statt Kohle“-Projektgruppe zu gewinnen!

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Falkplatz-Schüler bohren dicke Bretter und bleiben motiviert – In Blankenburg entsteht die erste Schüler-Solaranlage – Vier „Köpfchen statt Kohle“-Schulen vom Senat ausgezeichnet

collage_mit_fassade_02aGeduld ist für die jungen Energiemanager von der Falkplatzschule wahrlich kein Fremdwort. Über den letzten Winter bis ins Frühjahr hinein war das ganze Schulhaus eingerüstet und die Fassade mit einer wenig durchsichtigen Plane bedeckt. Weit über 100 alte Fernster wurden saniert. Wegen der Staubentwicklung war an ein vernünftiges Lüften nicht zu denken. Hinzu kam, dass auch der Zugriff der Fünft- und Sechstklässler auf die Heizungssteuerung sich als höchst störanfällig erwies, weil die WLAN-Verbindung von ihrem Computer zum Heizungsserver immer häufiger ausfiel. Unterdessen wurde auch die Heizung der Schule von Gas auf Fernwärme umgestellt. Zu gerne hätten die Schüler, die sich jede Woche einmal bereits eine Stunde vor Unterrichtsbeginn für die Projektarbeit treffen, überprüft, ob die alten Heizeinstellungen mit der neuen Wärmeversorgung und den abgedichteten, neuen Fenstern noch zusammenpassen.

Als sie nun letzte Woche endlich wieder an die Heizungssteuerung rankamen, weil der WLAN-Router umgesetzt wurde, begannen sie gleich mit der Überprüfung der Klassenräume am Heizungscomputer. Schon der erste Raum zeigte ein anormales Bild: Die Heizung scheint keine Nachtabsenkung mehr zu haben. Obwohl angeblich die Heizungsventile aus sind, sind auch nachts und in den unterrichtsfreien Zeiten immer deutlich mehr als 20 Grad im Raum.

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Um das Phänomen aufzuklären, fragten sie Techniker und Bauverwaltung. Eine einfache Antwort freilich konnten ihnen diese nicht geben. Sie erfuhren allerdings, dass die Einzelraumsteuerung und die neue Fernwärme-Heizstation nicht wirklich zusammenarbeiten. Niemand hat sich anscheinend auch Gedanken gemacht, die Heizkurven an die nunmehr besser abdichtenden Fenster anzupassen. Die Zuständigen in der Bauverwaltung rieten den Schülern, mit Temperatur-Datenloggern aufzuklären, wie die einzelnen Heizkörper sich über den 24-Stunden-Tag hinweg verhalten. Das werden sie jetzt in den nächsten Wochen systematisch für die Klassenräume angehen. Außerdem versprach die Bauverwaltung, die Druckverhältnisse in der Heizanlage zu überprüfen und einen sogenannten hydraulischen Abgleich vorzunehmen.

warum_dabei_bilderrahmenVielleicht auch, weil die letzten Monate den Energiemanagern der Falkplatz-Schule so viel Frustrationstoleranz abverlangten, gestalteten sie für die schulinterne Öffentlichkeitsarbeit zu Beginn des Schuljahres ein Poster, auf dem sie ihre individuellen Motive für ihre Mitarbeit verraten. Das Spektrum der Motive ist breit gefächert, hier drei Beispiele:

…weil ich gerne Verantwortung übernehme und Spaß daran habe, Texte zu verfassen
… weil ich das studieren will, wenn ich älter bin
… weil mein Bruder auch Energiemanager war.

Das Poster gibt es auch zum Download auf dieser Website.

fassaden_loecher_brief_an_stadtraetinNicht weniger Durchhaltevermögen beweisen die Schülerinnen und Schüler in der Blankenburger Grundschule unter den Bäumen. Obwohl vor einem Jahr an den beiden Giebelseiten der Schule die zahlreichen Spechtlöcher in der wärmegedämmten Fassade alle verschlossen wurden und als Abwehrmaßnahme zahlreiche Nistkästen sowohl für Sing- wie für Greifvögel in die Fassaden integriert worden sind, fanden die Energiemanager jetzt doch wieder etliche neue Löcher, die die Wärmedämmung beeinträchtigen. Die genaue Analyse ergab, dass an der Süd- und Ostseite der Schule sehr viel mehr Löcher gezählt werden als den sonnenabgewandten West- und Nordseiten. Womit kann das zusammenhängen? Die Schüler vermuten, dass die Licht- oder Wärmesituation einen Einfluss hat und erbaten in einem Brief an die Baustadträtin weitere Unterstützung bei der Aufklärung. Da die Stadtratsposten in Pankow derzeit neu vergeben werden, wird es vermutlich etwas länger dauern, bis sie eine Antwort vom Bezirk bekommen.

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In der Zwischenzeit wollen die jungen Energiemanager ein neues Projekt starten. Als erste Berliner Schule wollen sie eine kleine leistungsfähige Solaranlage selbst aufbauen und betreiben. Die Solaranlage soll allen Schülern der Schule die Technik anschaulich machen, deshalb soll sie nicht auf dem Dach montiert werden. Der gewonnene Strom wird nicht ins Netz eingespeist, sondern er soll direkt verwendet werden – z.B. für eine Schulhof-Musikanlage oder eine Handy-Ladestation. Eine solche Inselanlange besteht aus dem Solarmodul, einem Laderegler, der Solarbatterie, Gleichstromverbrauchern sowie einem Wechselrichter, falls Wechselstrom benötigt wird und Wechselstromverbraucher angeschlossen werden sollen. Derzeit suchen die Schüler in der Elternschaft nach Müttern und Vätern mit entsprechenden fachpraktischen Kompetenzen, um bei der Installation und Inbetriebnahme der Anlage zu helfen. Auf unserem Foto freuen sich die Schülerinnen und Schüler über ihr erstes Solarmodul. Die Anlage kann mit weiteren Modulen ausgebaut werden.

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Die Grundschule unter den Bäumen ist es auch, die erstmalig in diesem Schuljahr die Auszeichnung des Berliner Senats als „Klimaschule“ bekam, die mit 17.000 Euro für energetische Verbesserungsmaßnahmen an der Schule dotiert ist. Zusammen mit weiteren drei „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, die die Prämierung für kontinuierliches Klimaengagement bereits zum wiederholten Mal bekamen, nahmen die Schüler den Preis jetzt auf einer Veranstaltung im neu eröffneten Zeiss-Großplanetarium entgegen. Die weiteren ausgezeichneten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen sind die Homer-Grundschule, die Schule am Falkplatz und das Robert Havemann-Gymnasium.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

powerhouse_5a_03Grundschule am Sandhaus: Alle drei fünften und die beiden sechsten Klassen der Schule in Berlin-Buch kommen dieses Schuljahr in den Genuss einer „Power House-Woche“. Eine ganze Woche lang beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit erneuerbaren Energien. An einem Modellhaus mit Solaranlage, Sonnenkollektor und Windrad und mit einem Modell-Wasserstoff-Auto lernen sie praktisch und theoretisch die Energietechnik der Zukunft kennen. „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiter leiten die Schüler an und helfen ihnen, zu verstehen, wie eine Solarzelle funktioniert, wie aus Bewegung Strom wird oder unter welchen Bedingungen Wasserstoff eine erneuerbare Energiequelle darstellt.

komplexmodell_04Robert Havemann-Gymnasium: Ein auf Initiative von „Köpfchen statt Kohle“ entwickelter Modellbausatz ist jetzt erfolgreich von einer zehnten Klasse des Havemann-Gymnasiums getestet worden. Die Schülergruppe baute unter Leitung ihres Physiklehrers Christian Strube in mehreren Wochen das Modell, das einen Walzenmotor, ein Zahnradgetriebe, eine LED sowie eine umschaltbare Energieversorgung durch Batterie und Solarzelle aufweist. Im anschließenden Theorieteil erarbeiten sich die Schüler physikalisches Grundwissen anhand von Experimenten mit dem Fahrzeug. Das Modell kann auch bereits von Siebtklässlern gebaut werden, wenn ein paar Erleichterungen berücksichtigt werden, die während der Testphase von den Zehntklässlern vorgeschlagen wurden. Übrigens erhielt Christian Strube soeben den Magnus-Preis der Physikalischen Gesellschaft als „Berlins bester Physiklehrer“. Die Ehrung honoriert sein großes Engagement beim Aufbau des energiepädagogischen Zentrums im Havemann-Gymnasium, das vor allem auch die „Köpfchen statt Kohle“-Schulen intensiv nutzen.

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Energiemanager lernen fürs Leben: „Köpfchen statt Kohle“-Projekte sind nicht Unterricht, sondern real life – Ableger in Sachsen

start_ins_neue_schuljahr_01Die Energiebilanz der eigenen Schule zu verbessern – das ist kein Unterrichtsfach und steht in keinem Lehrplan. Die Schülerinnen und Schüler, die sich in den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten für dieses Ziel engagieren, lernen sehr bald, dass hier von ihnen etwas ganz anderes gefordert wird als im Schulunterricht. Nicht nur, dass sie sehr viel mehr selbst bestimmen können (und müssen!), was sie tun. Sie lernen auch, wie schwer sich gute Ideen oft umsetzen lassen, wie lange es dauert, bis andere mitziehen, und wie kompliziert Erwachsene sein können.

Die jungen Energiemanager der Schule am Falkplatz, die sich jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr vor dem Unterricht in ihrer Schule treffen, haben zum Beispiel schon vor einem Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass die WLAN-Verbindung ihres Steuerungscomputers zum Heizungsserver, nicht verlässlich funktioniert. In der letzten Heizperiode konnten sie deshalb nicht einmal in der Hälfte der Zeit die Einstellungen des Heizungscomputers überprüfen und optimieren. Schon im letzten Schuljahr haben sie deshalb über die Projektbetreuer bei den Verantwortlichen den Wunsch nach einer Kabelverbindung ihres Rechners zum Heizungsserver angemeldet. Obwohl das technisch geklärt und unproblematisch ist, ist aber nichts passiert. Jetzt befürchten die Energiemanager, dass ihnen in der kommenden Heizperiode wieder die Hände gebunden sind. Um das zu vermeiden, haben sie zum Start des neuen Schuljahres einen Brief an das zuständige Ingenieurbüro und an die Bauverwaltung geschrieben:

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Noch haben sie von keiner Seite eine Antwort erhalten. Aber aufgeben werden sie nicht. „Dann gehen wir eben zum zuständigen Stadtrat oder dem Bürgermeister“, sagen die Fünft- und Sechstklässler. So lernt man fürs Leben…

junior_energieberater_01Auch im Robert Havemann-Gymnasium haben sich die Energiemanager für dieses Jahr etwas vorgenommen, das weit über die Schule hinausweist. Einer Anregung aus der Lehrerschaft folgend qualifizieren sie sich in diesem Schuljahr zu Junior-Energieberatern. Unterstützt durch die externen Betreuer von „Köpfchen statt Kohle“, bei denen auch Ingenieure und erfahrene Energieberater im Team sind, haben sie damit begonnen, ein Handbuch für Energieberater durchzuarbeiten. In der Projektgruppe arbeiten Schülerinnen und Schüler von der siebten bis zur 12. Klassen zusammen. Durch diese Mischung wird das anspruchsvolle Projekt erst möglich. Denn die jungen Energieexperten sollen sich nicht nur das Hintergrund- und Praxiswissen für einen professionellen Energiecheck erarbeiten. Sie möchten in diesem Schuljahr auch ein eigenes kleines Handbuch speziell für Junior-Energieberater zusammenstellen.

Nach bestandener Prüfung vor einer noch einzurichtenden Prüfungskommission bieten sich die jungen Energieberater sowohl Schulen und öffentlichen Einrichtungen im Umkreis des Havemann-Gymnasiums als auch Wohnungsgesellschaften als Dienstleister an. Dazu werden sie auch einen standardisierten Mess- und Gerätekoffer einsetzen. Vielleicht werde man dann sogar eine Schülerfirma gründen, spekuliert „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler.

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fassade_sueden_01Vor einer echten Herausforderung stehen auch die Energiedetektive der Grundschule unter den Bäumen in Berlin-Blankenburg. Nachdem der Vorgänger-Jahrgang sich erfolgreich dafür eingesetzt hatte, dass die durch zahlreiche Spechtlöcher beschädigte Wärmedämmung der beiden Giebelseiten ihrer Schule ausgebessert und zur Prophylaxe mit zahlreichen Nistkästen an der Hauswand ausgestattet wurde, ergab eine Inspektion zu Beginn des neuen Schuljahres einen sonderbaren Befund: Während an der nördlichen Giebelseite alles in Ordnung ist, sind an der südlichen Front doch wieder neue Spechtlöcher entstanden, die die Wärmedämmung des Gebäudes beeinträchtigen. Die knapp 20 Fünft- und Sechstklässler, die in der Energie-Projektgruppe in diesem Schuljahr mitarbeiten, wollen jetzt erst einmal herausfinden, was der Grund für diese ungleiche Situation sein kann. Sie sammeln derzeit Hypothesen und suchen nach Messdaten, die einen Unterschied begründen. Auch Experten wollen sie fragen – und natürlich die Situation weiter beobachten. Auch hier haben die Schüler also mit einem Problem zu tun, für das kein Schulbuch die Lösung enthält!

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Ein Dutzend Zehntklässler des Havemann-Gymnasiums haben ebenfalls eine Aufgabe übernommen, die realen Mehrwert verspricht. Unter Leitung ihres Physiklehrers Christian Strube testen sie nämlich einen komplexen Bausatz, den ein Hersteller auf Anregung durch „Köpfchen statt Kohle“ soeben entwickelt hat. Das Modell, das im kombinierten Werk- und Physikunterricht gebaut und „verstanden“ werden soll, umfasst den Aufbau von Generator/Elektromotor, die Kraftübertragung auf die Räder und den wahlweisen Batterie- und Solarbetrieb. Auch eine LED ist auf dem Fahrzeug montiert, eine Spannungsanzeige soll noch dazukommen.

Die Zehntklässler bauen in der Werkstatt des Pankower Energiezentrums das Modell Schritt für Schritt und entdecken dabei Schwachstellen und machen Verbesserungsvorschläge. Vor allem sollen sie auch im Blick haben, ob Grundschüler der 5. und 6. Klasse damit auch zurechtkommen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

posterausstellung_01Grundschule am Sandhaus: Die Motivation, sich am Energieprojekt im neuen Schuljahr zu beteiligen, wird in der Grundschule am Sandhaus durch eine Serie aus drei DIN A1-Postern unterstützt, die im Schaukasten vor dem „Nawi“-Raum hängen. („Nawi“ heißen die gesammelten naturwissenschaftlichen Fächer an den Berliner Grundschulen.) Auf den Postern sind die Experimente der Schüler aus dem letzten Jahr erläutert, die sich um die verschiedenen Energiearten und vor allem um erneuerbare Energien drehten. Natürlich ist es am spannendsten, erst einmal zu entdecken, wen der abgebildeten Schüler/innen man kennt – oder ob man gar selbst auf den Postern mit drauf ist.

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Die Posterserie ist als PDF auch im Downloadbereich unseres Weblogs verfügbar.

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An der Klecks-Grundschule ist die Projektgruppe von „Köpfchen statt Kohle“ in diesem Schuljahr mit dem Thema „Energieumwandlung“ gestartet. Zu diesem Zweck hat das Schulamt das „Energierad“ in die Schule gebracht, das während des gesamten Schuljahres durch die „Köpfchen statt Kohle“-Schulen tourt. Am Energierad können mehrere Verbraucher angeschlossen werden und die Schüler lernen durch eigene Kraftanstrengung, wie viel aufwendiger es ist, Wärme (in einem Wasserkocher) zu erzeugen als Strom für Beleuchtung und Radio. Auch den Unterschied zwischen dem Energiebedarf einer Glühbirne und dem einer Energiesparlampe oder LED-Leuchte kann man so direkt in den eigenen Beinen spüren. Wie viel mehr elektrische Energie in einer Glühbirne zu Wärme verarbeitet wird im Vergleich zu einer Energiespar- oder LED-Leuchte, können die Schülerinnen und Schüler auch mit dem Oberflächenthermometer nachmessen.

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„Köpfchen statt Kohle“ macht jetzt auch Schule in Sachsen. An vier sächsischen Schulen haben in diesem Schuljahr Projekte begonnen, die die Schüler/innen in die Verbesserung der Gebäude-Energieeffizienz aktiv einbeziehen. stratum betreut die Schulen zusammen mit einem Berliner Ingenieurbüro. Allerdings ist die Betreuung sehr viel weniger intensiv als in Pankow, doch profitieren die sächsischen Schulen von den „Köpfchen statt Kohle“-Erfahrungen. Eine eigene Projektwebsite http://www.energiefuechse-sachsen.de/ berichtet über den Fortgang des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts. Auftraggeber ist die Sächsische Energieagentur SAENA.

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In den Startlöchern für zwei weitere Schuljahre: „Zeigen, was geht“ – Drittklässler verfassen „Pixibuch“ über ihre Energiemanager-Arbeit

aktionslogo_sprintFür weitere zwei Schuljahre – also bis Sommer 2018 – hat stratum jetzt den Auftrag erhalten, die „Köpfchen statt Kohle“-Projekte in 17 Schulen des Bezirks Pankow weiter zu betreuen. Wie Projektleiter Richard Häusler berichtet, möchte die Bezirksverwaltung die Energieprojekte dann auch evaluieren. „Für uns natürlich ein zusätzlicher Grund, in den beiden nächsten Jahren noch einen eindrucksvollen Sprint hinzulegen“, sagt Häusler. Dieses Versprechen wird sogar mit einem Zusatz im Logo signalisiert. Wir fragten den Projektleiter nach seinen Plänen und Ideen für den neuen Schulstart im September.

Frage: Was haben Sie sich denn Besonderes vorgenommen im neuen Schuljahr?

Antwort: In erster Linie wollen wir in dem Dutzend Schulen, wo die Schüler selbst den zentralen Heizungscomputer überwachen und steuern können, die Heizzeiten noch besser an den tatsächlichen Bedarf anpassen, d.h. Heizzeiten einsparen.

Frage: Die Schüler sitzen also dauernd am Computer?

am_heizungs_computer_02Antwort: Nicht dauernd. Sie gehen auch mit Messgeräten in die Klassenräume, um Ungereimtheiten aufzuklären, defekte Ventile zu entdecken etc. Aber es stimmt schon, das Ganze ist wirklich in erster Linie anstrengende und konsequente Computerarbeit. Die Schüler haben alle einen USB-Stick, auf dem sie die gesamten Heizungsdaten aktuell halten. So können sie an mehreren Computern in Arbeitsteilung einen Großteil der Räume analysieren. Veränderungen nehmen sie dann an dem Heizungsrechner vor, auf den sie ebenfalls Zugriff haben. Wenn wir ehrgeizig sind und möglichst viele Heizstunden einsparen wollen, heißt das, dass 10-15 Schüler zu Beginn der Heizperiode intensiv mit dem System arbeiten müssen.

Frage: Machen die Schülerinnen und Schüler das mit?

luft_wasser_energie_01Antwort: Für die 10- bis 12-jährigen ist es sehr motivierend, selbst und direkt in das Heizungssystem eingreifen zu können. Sie lernen zu Beginn nicht nur die Regelungssoftware kennen, sondern beginnen, komplexere Zusammenhänge der Beheizung eines Gebäudes zu verstehen und Diagramme mit mehreren Datendimensionen zu verstehen. Aber natürlich können wir die Kinder nicht drei, vier Monate nur damit beschäftigen. Wir geben den Schülern auch Gelegenheit, sich experimentell mit erneuerbaren Energien und Zukunftstechniken auseinanderzusetzen. Sie bauen Solarmodelle, lenken kleine Wasserstoffautos, bauen Generatoren oder Dampfkraftwerke und Druckluftautos und lernen dabei ein Menge Grundlegendes über Energiezeugung, -speicherung und -verwendung. Außerdem haben wir das große Thema CO2 im Klassenzimmer, also das Problem der schlechten Luft im Winter, die die Lernleistung der Schüler verringert.

Frage: Was können Sie dagegen tun?

Antwort: Wir haben in den letzten zwei bis drei Jahren das Thema bereits in einigen Projekten intensiver behandelt und Erfahrungen mit der Aufstellung von Messanzeigen in den Klassen gemacht. In einigen Schulen liefen regelrechte Lüftungswettbewerbe. In den kommenden beiden Jahren wird es darum gehen, Lehrern und Schülern das richtige, also effektive und gleichzeitig energiesparende Lüften beizubringen. Dazu brauchen wir die Messanzeigen, aber die alleine reichen nicht aus. Und außerdem sollte in größeren Lüftungsphasen wie z.B. in den Hofpausen die Heizung aus sein. Auch das können die jungen „Energiemanager“ am Heizungscomputer einstellen.

Frage: Konzentriert sich die Arbeit von „Köpfchen statt Kohle“ auf die Heizenergie?

Antwort: Zum Teil schon, weil die Heizung einfach 80 Prozent des Energieverbrauchs in einer Schule ausmacht. Aber auch Beleuchtung ist ein Thema. In manchen Schulen hatten wir schon den Fall, dass eine Dauerbeleuchtung auf den Fluren herrschte, auch wenn die gar nicht nötig war. Das konnte beispielsweise im Havemann-Gymnasium abgestellt werden. Außerdem verwenden einige unserer Schulen, wenn sie als „Klimaschule“ ausgezeichnet werden und dafür Mittel bekommen, das Geld dafür, moderne LEDs für die Beleuchtung zu installieren.

Frage: Machen die Schulen eigentlich gerne bei „Köpfchen statt Kohle“ mit?

energiemanager_schluesselband01Antwort: Die Schulen sind recht begeistert von den Projekten, weil sie sehen, dass die Schülerinnen und Schüler sehr motiviert sind und eine Menge Lern- und Erfahrungsgelegenheiten durch „Köpfchen statt Kohle“ bekommen. Außerdem verbessert die Arbeit der jungen „Energiemanager“ ja tatsächlich die Lebensqualität in den Schulen. Wenn eine Schule nicht so mitzieht, wie wir uns das vorstellen, liegt es meistens an personellen Wechseln und Engpässen in der Schulleitung und beim pädagogischen Personal oder an organisatorischen oder auch baulichen Erschwernissen. Das passiert aber selten. Dennoch werden wir jetzt zwei Schulen, die derzeit schlechte Bedingungen für „Köpfchen statt Kohle“-Aktivitäten aufweisen, durch zwei neu ins Programm einsteigende ersetzen.

Frage: Was müssen die Schulen denn bereitstellen? Eine Lehrkraft und einen Raum…?

Antwort: Das ist schon das Optimum. Wir betreuen auch Schülergruppen, ohne dass ständig eine Lehrkraft mit dabei ist, wenn es nicht anders geht. Das ist kein Problem. Der Raum eigentlich auch nicht, denn meistens können wir sogar einen Fachraum für den naturwissenschaftlichen Unterricht nutzen. Was oft schwierig ist, sind fehlende Computerplätze oder Computer ohne Internetzugang. Manchmal ist auch der Platz beengt und wir müssen schauen, wie wir Materialien und Messgeräte unterbekommen. Auch eine Werkstatt wäre schön – wobei wir teilweise in den Schulen durchaus Werkräume haben, wie wir im letzten Jahr entdeckt haben. Wir müssten also für aufwendigere Experimente, bei denen auch gebaut und gebastelt wird, nicht immer nach Karow ins „Energiezentrum“ fahren. In der Homer-Grundschule z.B. wollen wir den Werkraum dort im kommenden Schuljahr auch für die „Energiemanager“ nutzbar machen.

Frage: Gibt es Highlights, die Sie im kommenden Schuljahr planen?

ausstellung2013_03Antwort: Oh ja. Als erstes wollen wir im November oder Dezember mal an einem Vormittag eine Konferenz aller „Energiemanager“ der 17 Schulen veranstalten. Der Wunsch, auch die anderen Schülergruppen mal kennenzulernen und sich mit ihnen auszutauschen, ist groß. Auf der Bilanzkonferenz im Rathaus Pankow vor ein paar Wochen waren ja drei Schulen durch Schüler aus den Projekten vertreten. Sie fanden den Kontakt sehr spannend und haben sich übereinstimmend gewünscht, so etwas einmal richtig zu organisieren. Baustadträtin Christine Keil wird die Schirmherrschaft dieses ersten „Energiemanager-Camps“ übernehmen. Und im Sommer ist eine Solarrallye in Karow geplant, wo die beiden benachbarten Projektschulen – das Havemann-Gymnasium und die Schule am Hohen Feld – vom Gelände und den Räumlichkeiten her gute Voraussetzungen für so ein Event mitbringen.

rollups_collage_webDrei Rollups informieren über die Arbeit von „Köpfchen statt Kohle“. Sie kamen bei der jüngsten Bilanzkonferenz erstmals zum Einsatz und waren auch beim Netzwerk-Forum der Lokalen Agenda 21 im Pankower Rathaus zu sehen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

neues_modell_prototypEnergiezentrum: In  Zusammenarbeit mit dem Lieferanten zahlreicher Modelle, die von den Schülern im Energiezentrum Pankow (im Havemann-Gymnasium) gebaut werden, entsteht jetzt ein spezielles Lernmodell für „Köpfchen statt Kohle“, das stufenweise Grundlagenwissen vermittelt. Ein Walzenmotor, den die Schüler selbst zusammenbauen, vermittelt das Prinzip des Elektromotors bzw. Generators. Im nächsten Schritt wird der Motor auf ein Fahrzeug gebaut, das über ein einfaches Zahnrad-Getriebe angetrieben wird. Zunächst kommt ein Batterieblock als Energiequelle zum Einsatz, der anschließend durch eine Solarzelle ersetzt wird. Anhand des Modells erarbeiten sich die Schüler dann die Theorie der Stromspeicherung in einer Batterie und der Funktionsweise einer Solarzelle. Eigene didaktische Materialien entwickeln wir zusammen mit dem Modell-Konstrukteur Markus Schories von MS Werklehrmittel.

freestyle_solarboot_02Gegen Ende des Schuljahres haben die „Energiemanager“ der Homer-Grundschule die kleine Werkstatt im Keller ihrer Schule entdeckt und für den freien Bau von kleinen Solarmodellen in Beschlag genommen. Besonders beliebt waren solargetriebene Schiffe auf einer Styropor-Grundlage. Als Ausgleich zur Arbeit am Heizungscomputer wollen sie die Werkstatt im neuen Schuljahr öfter mal nutzen und für ihre Zwecke weiter ausstatten.

solartmodelle_freestyle_collage_webFreestyle-Solarmodelle bauten auch die „Energiemanager“ des Havemann-Gymnasiums zum Ende des Schuljahres. In der Werkstatt des Energiezentrums in ihrer Schule belohnten sie sich damit für die harte Arbeit dieses Schuljahres, in dem sie wichtige Erkenntnisse über das Lüftungsverhalten in den Schulklassen und den Nutzen von CO2-Messanzeigen gewonnen haben. Nächstes Jahr machen die jetzigen Siebt- und Achtklässler im Auftrag von „Köpfchen statt Kohle“ weiter. Aber jetzt kommt erst einmal der Sommer!

collage_pixibuch_trelleborg„Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Paula Stockmann betreut unsere jüngste „Energiemanager“-Gruppe: In der Trelleborg-Schule waren dieses Jahr an die zwanzig Drittklässler jeden Montagnachmittag zur Stelle, um für ihre Schule Energie zu sparen. Ist das allein schon eine großartige Leistung, so haben die Neunjährigen sich zum Ende des Schuljahres noch selbst getoppt. Sie verfassten nämlich eine Fotostory über ihre Arbeit, die so gut ist, dass wir eine kleine Auflage davon im „Pixi“-Format gedruckt haben. Als PDF ist das 24-seitige Heft im Download-Bereich zu finden.

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Bilanz 2016: Mini-Hausmeister und Hochbegabte – Heizzeiten-Statistik – Neues aus den Schulen

christine_keil_mit_team_unter_den_baemen_01aNach sechs Jahren „Köpfchen statt Kohle“ – und vor dem Beginn weiterer zwei Jahre, in denen stratum den Auftrag hat, die Projekte an den insgesamt 17 Schulen zu betreuen – zogen alle Beteiligten auf einer öffentlichen Veranstaltung im Rathaus Pankow Bilanz. Baustadträtin Christine Keil (auf dem Foto links mit einer Gruppe der Grundschule unter den Bäumen) begründete, warum Energieeffizienz nicht nur eine technische Frage ist: „Wir wissen, dass in den Schulen – wie in öffentlichen Gebäuden allgemein – noch große Potenziale für Energieeinsparung und mehr Energieeffizienz liegen. Baulich kann man das durch energetische Sanierung, durch neue Fenster, bessere Heizanlagen und automatische Gebäudeleittechnik angehen. Abgesehen davon, dass für große Sanierungsmaßnahmen immer noch zu wenig Geld da ist, um hier wirklich bedarfsgerecht vorzugehen, zeigt sich aber in der Praxis auch immer wieder, dass Bauen und Technik eine Nutzerschnittstelle haben, an der sich entscheidet, ob Effizienz tatsächlich realisiert wird. Wir haben z.B. eine Schule in Pankow komplett mit einem Infosystem zur Raumluftqualität ausgerüstet, um Lehrkräften Anhaltspunkte für effektives Lüften zu geben. Das Ergebnis: Nach Lehrerprotesten wurde das System abgeschaltet. Ich traue mich zu sagen: Wenn  das eine „Köpfchen statt Kohle“-Schule gewesen wäre, wäre das nicht passiert.

Mit den inzwischen in die Hunderte gehenden jungen Energiemanagerinnen und Energiemanagern, die in den Pankower Schulen unterwegs sind, so betonte Christine Keil, habe man eine Truppe von „Mini-Hausmeistern“, die dafür sorgten, dass Energielecks aufgespürt, Reparaturbedarf entdeckt und Heizungseinstellungen verbessert werden.

Man solle allerdings nicht den Eindruck bekommen, der Bezirk würde mit den Schülern quasi die Hausmeister einsparen wollen. Die vielen Energieprojekte, die die „Köpfchen statt Kohle“-Teams vorantreiben, machten den Beteiligten großen Spaß und würden von den Schulen als Bereicherung des naturwissenschaftlichen Unterrichts und auch als Teil des sozialen Lernens sehr geschätzt.

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Schulleiter bestätigten dies. Als Vertreter seiner Zunft war Marian Imke, Chef der Grundschule am Hohen Feld, persönlich zu der Bilanzveranstaltung gekommen. An seiner Schule gibt es für die sechsten Klassen jedes Jahr eine kompakte Projektwoche zu erneuerbaren Energien, die vom „Köpfchen statt Kohle“-Team betreut wird, sowie eine ständig am Energiethema arbeitende Gruppe von Viert- und Fünftklässlern. Imke berichtete davon, dass die Projektarbeit genau das Richtige für die ansonsten oft unterforderten Hochbegabten an seiner Schule sei: „Die sind mittlerweile alle im Energieprojekt.“ (Auf dem Gruppenbild der Konferenz ist Marian Imke der dritte von links in der hinteren Reihe.)

Weitere Statements kamen von einigen Schulleitern, die nicht auf der Veranstaltung sein konnten, uns aber schriftlich ihre Einschätzung übermittelt hatten.

dampfkraftwerk03Niklas Stratenwerth, Schulleiter Klecks-Grundschule: „Die Gruppe der Energiemanager an unserer Schule wächst von Jahr zu Jahr. Die Arbeit an interessanten Umweltprojekten wie Solarmobilen oder die Nachbildung eines Dampfkraftwerks führt unseren Schülerinnen und Schülern die Wirksamkeit der Naturwissenschaft vor Augen. Sie verstehen sich als Forscher auf dem Gebiet des Umweltschutzes und bringen sich engagiert bei der Nutzung von Wärmeenergie und Raumklima in unserer Schule ein. Sie lernen hier ganz praktisch und können ihr Wissen 1:1 in die Lebenswirklichkeit transportieren.“

datenlogger_einstellen_01bBernd Woitinek, Schulleiter Grundschule unter den Bäumen: „Heizkostensenkung und Behebung von Wärmelecks an der Hausfassade waren die Top-Themen, mit denen sich unsere Energiemanager in letzter Zeit intensiv beschäftigt haben. Es konnten konkrete Vorhaben umgesetzt werden, die verdeutlichen, dass man gegen Energieverschwendung viel tun kann. Weiter so und ein herzliches Dankeschön an alle Schülerinnen und Schüler und an die Projektbetreuer Richard Häusler und Martin Biermann.

scheeres15Thomas Josiger, Schulleiter Robert Havemann-Gymnasium: „Nach verschiedenen Versuchen mit Energiesparmodellen, z.B. ‚fifty-fifty‘, war ich sehr skeptisch, ob eine Nachhaltigkeit mit ‚Köpfchen statt Kohle‘ möglich ist. Die Zusammenarbeit kam auch nur zustande, weil ich durch die Stadträtin ‚angewiesen‘ wurde, eine Kooperation einzugehen. Glücklicherweise hatten wir an unserer Schule den Kollegen Strube, der in Fragen erneuerbarer Energien sehr engagiert arbeitete und mit seinen Teams auch einige Wettbewerbe erfolgreich gestalten und Geldprämien gewinnen konnte. Diese wurden in weitere Projekte investiert und auch eine AG Energiemanager konnte gemeinsam mit Herrn Häusler arbeiten. Wenn man heute durch die Klassen geht, sieht man auch zur Freude der Klassenlehrer/innen Geräte, die anzeigen, wann die Räume zu lüften sind. Auf alle Fälle leisten die Mitglieder der AG einen konstruktiven Beitrag zum energiebewussten Handeln, erlernen statistische Erhebungen und Auswertungen anzulegen und computergestütztes Arbeiten. Herr Häusler selbst ist auch sehr pfiffig. Er steht beim Besuch der Schule durch die Senatorin jedenfalls neben ihr – und nicht ich.

kummerkasten_03Einen großen Teil der Bilanzkonferenz bestritten Schülerinnen und Schüler selbst. Aus den Schulen am Falkplatz, unter den Bäumen und aus der Homer-Grundschule waren Abordnungen gekommen, um ihre Arbeit vorzustellen und auch über Probleme zu berichten, für deren Lösung sie manchmal die Unterstützung der Bezirksverwaltung benötigen. So berichteten die Energiemanager vom Falkplatz zum Beispiel darüber, dass die WLAN-Verbindung von ihrem Rechner zum Heizungsserver immer wieder abbricht, so dass sie während der Hälfte ihrer wöchentlichen Projekttermine im Winterhalbjahr die Überprüfung und Einstellung von Heizzeiten und Temperaturen gar nicht vornehmen konnten. Große Resonanz hatten die Falkplatz-Schüler mit schulweiten CO2-Lüftungswettbewerben. Sie möchten sie gerne fortsetzen, um in allen Klassen Aufmerksamkeit zu bekommen und energieeffizientes und wirksames Lüftungsverhalten zu vermitteln. Mit drei orangefarbenen „Kummerkästen“ (Foto), die im Schulhaus verteilt sind, fordern sie zudem alle Schüler und Lehrkräfte in ihrer Schule auf, sich mit Beobachtungen und Ideen rund um Energie und Klima zu beteiligen.

Projektleiter Richard Häusler verzichtete auf der Bilanzveranstaltung bewusst darauf, Statistiken und Balkendiagramme zu präsentieren. Eine zeitnah verfügbare und wirklich transparente Datenlage zur Veränderung des Energieverbrauchs in den beteiligten Schulen sei auch nur sehr schwer bis gar nicht zu bekommen, führte er aus. Umbaumaßnahmen, Umstellungen auf Fernwärme oder die Veränderung der Raumnutzung kämen erschwerend hinzu, so dass die Auswirkungen einzelner Maßnahmen auf den Energieverbrauch kaum zurückzuverfolgen seien. In den zehn Schulen, die über eine zentrale Einzelraumregelung verfügen, haben sich die Energiemanager allerdings leichter überprüfbare Ziele gesetzt. Hier können und wollen sie selbst die Heizzeiten sehr eng an die Stundenpläne anpassen und die Temperaturen möglichst auf 20 Grad begrenzen. Oft ließe sich auch wegen der langsamen Abkühlung bereits ein bis zwei Stunden vor Unterrichtsschluss die Heizung ausstellen. Alle diese Maßnahmen sollen jedoch mit den Klassen rückgekoppelt und in ihren Auswirkungen überprüft werden – was viel Zeit kostet. Außerdem kommen Erschwernisse wie defekte Heizungsventile oder nicht mehr mit der Wirklichkeit übereinstimmende Raumbezeichnungen hinzu, die die Optimierung der Heizzeiten zu einer oft beschwerlichen Aufgabe machten. Die untenstehende Grafik zeigt die Evaluation des letzten Winterhalbjahres.

vergleich_gesamtIn fast allen Schulen ist es den Energiemanagern gelungen, eine Ausweitung der Heizzeiten zu verhindern, teilweise sogar eine Reduzierung zu erreichen. (Über den „Ausreißer“ der Grundschule an der Marie berichteten wir in unserem letzten Beitrag.) Dennoch ist da noch „Luft“ drin, wie Richard Häusler feststellt. In den beiden kommenden Jahren hat „Köpfchen statt Kohle“ den Ehrgeiz, noch deutlichere Einsparungen an Heizzeiten zu erreichen. U.a. soll dies durch konsequente, längere Heizunterbrechungen während der großen Hofpausen geschehen, die für eine wirksame Raumlüftung genutzt werden sollten.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

energiemanager_mit_poster_03An der Carl Humann-Schule ist das Pilotprojekt zum Einstieg in die Energiemanager-Ära erfolgreich verlaufen. Knapp 20 Schülerinnen und Schüler einer vierten Klasse befassten sich im Rahmen des Lebenskundeunterrichts mit Theorie und Praxis des Energiesparens. Auch den Computer für die Heizungssteuerung haben sie inzwischen in ihrem Fachraum stehen. Im kommenden Herbst geht dann eine dauerhafte Projektgruppe an den Start, die das ganze Jahr über am Energiethema arbeitet. Mit einer fünfteiligen Posterserie wollen die Energiemanager ihre Mitschüler informieren und aufklären. Zum Abschluss des Pilotprojekts kamen auch der Hausmeister und die Schulleiterin (hintere Reihe Bildmitte und rechts). Seitens der Schule wird das „Köpfchen statt Kohle“-Team von Kathrin Hillers (hinter Reihe links) mitbetreut.

schories_mit_schuelern_01Im Energiezentrum Pankow, das im Robert Havemann-Gymnasium angesiedelt ist, fand vor kurzem eine Lehrerfortbildung zum Thema „Einsatz von Modellbausätzen für den Energieunterricht“ statt. Im Energiezentrum können Schüler/innen ab der vierten Klasse eine Reihe von Funktionsmodellen zu Solar- und Windenergie bauen. Der wichtigste Lieferant von Bausätzen ist die Firma MS Werklehrmittel. Inhaber und Chefentwickler Markus Schories stellte bei der Fortbildungsveranstaltung die Möglichkeiten der Modelle selbst dar. Die jungen Energiemanager des Havemann-Gymnasiums nutzten die Gelegenheit beim Schopf, um sich Beratung aus erster Hand zu holen. Als Belohnung für die anstrengende Projektarbeit im Winterhalbjahr, als die Schüler intensive Untersuchungen über Raumluftqualität anstellten, dürfen sie in der Werkstatt des Energiezentrums jetzt selbst Modelle bauen. Dabei wollen sie nicht einfach etwas bereits Vorhandenes nachbauen, sondern selbst entwerfen, ausprobieren und optimieren.

collage_pruefung_falkplatzErst jetzt, gegen Ende des Schuljahres, haben alle neu hinzugekommenen Energiemanager/innen an der Falkplatzschule die Theorie-Prüfung abgelegt. Vorher gab es zu viele praktische Aufgaben in der größten Grundschule des Bezirks zu erledigen. Ohne die Theorieprüfung gibt es zum Jahresabschluss kein offizielles Zertifikat. Und auch kein Energiemanager-T-Shirt!

powerhouse_praesentationen_01Die diesjährigen sechsten Klassen der Grundschule am Hohen Feld haben jetzt die Abschlusspräsentationen über erneuerbare Energienutzung gehalten. Nach einer geballten Projektwoche zu Solar- und Windenergie sowie Wasserstoff als Energieträger haben die Gruppen aus jeweils drei oder vier Sechstklässlern, die während des Projekts zusammenarbeiteten, spezielle Fragestellungen bearbeitet. Sie wissen jetzt recht genau, wie aus Wind oder aus Sonnenlicht elektrischer Strom werden kann, was eine Elektrolyse ist und wie eine Brennstoffzelle funktioniert.

destillation01In den “Köpfchen statt Kohle”-Projekten stehen zwar jede Menge definierter Aufgaben für die beteiligten Schülerinnen und Schüler an, aber als pädagogisches Grundprinzip setzen die Betreuer auf möglichst viel Eigenaktivität der jungen Energiemanager. Dazu gehört auch, dass die Forschungsfragen der jungen Menschen und ihre eigenen Ideen, wie man den Dingen auf den Grund gehen kann, viel Raum bekommen. So kann es passieren, dass z.B. ein nebensächlicher Aspekt eines Themas – wie die Verwendung von destilliertem Wasser für die Herstellung von Wasserstoffgas, mit dem ein Brennstoffzellen-Fahrzeug betankt werden soll – plötzlich für ein paar Schüler zum interessanten Hauptthema wird. Wie kann man Wasser destillieren? In der Grundschule am Sandhaus begannen die Schüler selbst mit einfachen Versuchsaufbauten dazu. Da Destillation durchaus auch was mit Energie zu tun hat, kann es sein, dass wir uns zu Beginn des nächsten Schuljahres damit auch mal etwas intensiver auseinandersetzen.

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Umweltbewusstsein braucht Grundlagen – Eine Schule reißt aus – Elternversammlung beschäftigt sich mit dem Lüftungsthema

licht_aus_01Fragt man heutige Grundschüler zum Thema „Energiesparen“, so erscheinen sie voll informiert und voller Umweltbewusstsein. Das Klima ist zu schützen, Ressourcen müssen gespart werden und Solarzellen sind der Inbegriff von Energie überhaupt. Das Ganze ist allerdings viel mehr eine Haltung oder Einstellung – ohne sehr viel belastbares Wissen um Fakten und Zusammenhänge.

Auch die jungen „Energiemanager“, die mit Begeisterung die Heizzeiten am Computer überwachen, Temperaturen messen und CO2-Diagramme interpretieren, können oft nicht erklären, woher die Sonne eigentlich ihre Energie bekommt oder wie aus Kohle, Öl oder Gas in Kraftwerken Strom wird. Deshalb vermitteln die Betreuer von „Köpfchen statt Kohle“ zwischendurch auch dieses Grundlagenwissen. Bewährt hat sich dabei ein pädagogischer Ansatz, der die Antworten nicht quasi frei Haus liefert, sondern versucht, fragend vorzugehen und an die Denk- und Vorstellungsweisen und das vorhandene Wissen der Kinder anzuknüpfen.

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Und natürlich verankert sich Energie-Wissen immer am besten, wenn es mit praktischen Aufgaben verknüpft werden kann. An einigen Schulen bauen die Grundschüler zum Beispiel aus einem Bausatz ein Wärmekraftwerk, in dem aus „Kohle“ (Esbit) Wärme erzeugt wird, die Wasser zum Verdampfen bringt und durch Dampfdruck einen Generator antreibt, der ein Lämpchen zum Leuchten bringt (Bild oben). Die Schülerinnen und Schüler, die sich die Mühe gemacht haben, das gar nicht so einfache Modell selbst zu bauen und zum Laufen zu bringen, werden diesen Zusammenhang nicht mehr vergessen…

powerhouse_08Auch „Power House“-Wochen gehören für einige der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen zum Begleitprogramm der Energiemanager-Projekte. Die beiden sechsten Klassen der Grundschule am Hohen Feld bauten jetzt ihre Styroporhäuser und bestückten sie mit Solar- und Windenergie-Anlage. Dabei beschäftigten sie sich auch mit Wärmeausbreitung und Dämmung. Durch Aufnahmen mit der Thermokamera konnten sie selbst herausfinden, welche Teile der Häuser als „Wärmelecks“ erscheinen (siehe Fotos unten).

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Im realen Schulgebäude geht es den Energiemanagern jedoch meistens nicht um die Wärmedämmung, sondern um die Einstellungen der Heizanlagen. Da viele der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen über eine zentrale Einzelraumsteuerung für die Heizung verfügen, versuchen sie selbst, am Computer die Heizzeiten an den tatsächlichen Bedarf anzupassen. Das gelang ihnen in den meisten Schulen auch im vergangenen Winter. Nur eine Schule, das zeigte jetzt die Auswertung, ergibt einen drastischen Ausreißer im statistischen Vergleich. In der Grundschule an der Marie stiegen die durchschnittlichen Heizzeiten pro Woche im Vergleich zum vorangegangen Schuljahr in den Klassenräumen von 40 auf 55 Stunden, in allen Räumen der Schule zusammen von 32 auf 52 Stunden (siehe folgende Grafik).

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Das mag einerseits damit zusammenhängen, dass die Ausbildung der neuen Energiemanager zu Beginn des neuen Schuljahres recht lange gedauert hat und die Schülerinnen und Schüler kaum dazu kamen, die Heizungseinstellungen tatsächlich flächendeckend zu überprüfen. Zum anderen aber scheint auch der Hausmeister die Heizungseinstellungen wieder auf „Nummer Sicher“ gestellt zu haben. Nahezu alle Klassenräume sind nämlich durchgehend zwischen 7 und 16 Uhr beheizt.

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Eine Anpassung an den tatsächlichen Stundenplan oder gar die Berücksichtigung der langen Hofpausen während des Schultages sind nirgends zu erkennen. Die Einstellungen, die die Energiemanager im Vorjahr gemacht hatten, sind anscheinend alle rückgängig gemacht worden. Für die Schülergruppe an der Marie ist das ein Auftrag für den kommenden Herbst. Ab September wollen sie als erstes die Heizzeiten konsequent an die Stundenpläne anpassen. Denn der nächste Winter kommt bestimmt. Die nächste Statistik aber soll anders aussehen…

energiemanager_havemann_collage_zwei_seitenPläne für das kommende Schuljahr machen auch die Energiemanager des Robert Havemann-Gymnasiums. Mit den Ergebnissen ihrer Untersuchung zum Einfluss von festinstallierten CO2-Messdisplays in Klassenräumen auf das Lüftungsverhalten vor allem der Lehrkräfte wurden sie jetzt von ihrem Schulleiter auf die Elternversammlung eingeladen. Fünf Siebt- und Achtklässler aus der Projektgruppe (Foto oben) hielten einen Powerpoint-Vortrag, in dem sie zeigen konnten, dass durch die Messdisplays zwar die Lüftungshäufigkeit deutlich zunimmt, aber die Effektivität des häufigeren Lüftens ist nicht so hoch wie erwartet. Sprich: Gemessen in Minuten „guter“ Luft (unter 1.000 ppm CO2) sind die Klassen mit häufigerem Lüften nur um 10 Prozent besser.

co2_diagramme_interpretieren_07Die Schüler wollen deshalb im kommenden Winterhalbjahr das Thema weiter vertiefen. Geplant ist eine intensive Informationskampagne in allen Klassen. Auch einen Lüftungs-Wettbewerb zieht die Energiemanager-Gruppe in Erwägung. Außerdem soll weiter gemessen und ausgewertet werden. U.a. möchten die Schüler wissen, welche Lüftungsvarianten tatsächlich am besten sind. Von den Eltern des Havemann-Gymnasiums wurden sie ermutigt, weiter am Thema zu bleiben. Die Eltern zeigten sich stolz darauf, dass ihre Schule mit der Ausstattung der Klassen mit CO2-Messanzeigen im Bezirk Pankow vergleichsweise weit vorne liegt.

wettbewerbssieger_bestimmen_03Auch andere „Köpfchen statt Kohle“-Schulen haben inzwischen Erfahrungen mit dem Lüftungsproblem und möglichen Lösungen gesammelt. In der Grundschule unter den Bäumen wurde jetzt ein Lüftungswettbewerb unter allen fünften und sechsten Klassen ausgewertet und die Gewinnerklasse ermittelt. Auch hier setzten die Schülerinnen und Schüler Datenlogger ein, um über einen längeren Zeitraum CO2-Werte und Temperaturen aufzuzeichnen und auswerten zu können.

co2_messgeraet_erwuenscht_01Vorreiter mit Lüftungswettbewerben ist die Schule am Falkplatz. Hier haben die Fünft- und Sechstklässler bereits im letzten Schuljahr in vier Klassenstufen einen Wettbewerb organisiert. In diesem Winter waren jetzt die letztes Jahr noch nicht beteiligten Klassen dran – die jetzigen vierten und fünften Klassen. An den Ideenkarten, die sich in den drei in der Schule aufgehängten Kummerkästen der Energiemanager sammeln, lässt sich ablesen, dass die zeitlich begrenzten Lüftungswettbewerbe durchaus eine nachhaltige Wirkung haben. Auf den meisten Karten äußern die Klassen den Wunsch, dauerhaft ein CO2-Messgerät für das Klassenzimmer zu bekommen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

vorbereitung_auf_die_solarrallye

Auf die bevorstehenden Hof- und Schulfeste bereiten sich einige „Köpfchen statt Kohle“-Teams vor, indem sie Solarautos bauen, um kleine Solarrallyes auf dem Schulhof zu veranstalten. Wie hier in der Grundschule am Sandhaus kommen verschiedene Modelle zum Einsatz. Die komplizierteren werden in der Werkstatt des Energiezentrums Pankow gebaut, einfachere Modelle, bei denen man nur schrauben und löten muss, lassen sich auch im Klassenzimmer konstruieren.

plakatwand_01An die nächste Generation der Energiemanager denken ebenfalls bereits einige Projektgruppen. Denn nur ein Teil der Schüler wird auch im kommenden Schuljahr weitermachen (können), alle derzeitigen Sechstklässler verlassen ja auf jeden Fall die Schule. Um auf „Köpfchen statt Kohle“ aufmerksam zu machen und für neue Interessenten zu werben, haben die Energiemanager der Schule am Falkplatz eine Infowand gestaltet und im Schulhaus an einer Stelle aufgebaut, an der fast alle vorbei müssen.

neue_energiemanager_03Die erste Generation der Energiemanager/innen an der Carl Humann-Schule ist jetzt ausgebildet. Auf Anhieb bestanden alle 19 Lebenskundeschüler der 4b den Theorietest, obwohl ihre Lehrerin, Kathrin Hillers, der Meinung war, der Test sei viel zu schwer für Viertklässler. Umso größer war dann  der Stolz der Kinder auf das Erreichte. Im neuen Schuljahr soll die Energiemanager-Arbeit dann richtig losgehen, nachdem allen klar geworden ist, dass es eine Menge zu tun gibt. Unter anderem soll die problematische Anbringung der Temperaturfühler in den Fensternischen der Klassenräume näher untersucht werden.

monitorshow01Dass die Beschäftigung mit dem Energie-Thema auch Spaß macht, zeigen jetzt vier kleine Videoclips, die die Energiemanager der Homer-Grundschule mit Unterstützung durch das Medienkompetenzzentrum Pankow produziert haben. In den Clips erklären die Schülerinnen  und Schüler ihre Arbeit. Dabei schlüpfen sie in die Rollen eines „Heizungsdoktors“, erklären wissenschaftlich kompetent die CO2-Messung oder führen stolz ihren Messgeräte- und Werkzeugkoffer vor. Im Eingang der Schule laufen die Clips auf einem großen Monitor immer während der Unterrichtspausen.

lieber_herr_jungeIn der Trelleborg-Schule ist die jüngste „Köpfchen statt Kohle“-Truppe unterwegs. Hier sind es Dritt- und Viertklässler, die Mitverantwortung für die Klimabilanz ihrer Schule übernehmen und den Ursachen der Energieverschwendung auf die Spur kommen. Was die Heizungstechnik betrifft, sind die Schülerinnen  und Schüler fast schon professionell unterwegs. So entdecken sie zum Beispiel abgerissene Thermostatventile und machen formvollendete Meldung an ihren Hausmeister (Foto).

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