Energiesparen paradox – Energiezentrum neu besetzt – Energiemanager beginnen jung

Eigentlich sind die Schülerinnen und Schüler, die sich in den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten engagieren, auf der Suche nach Energieverschwendung in Form von überheizten Räumen, zu langen Heizzeiten, falschem Lüftungsverhalten, fehlender Nachtabsenkung oder defekten Heizungsthermostaten. Was die Siebt- bis Zehntklässler des Robert-Havemann-Gymnasiums derzeit aber für einen Teil ihrer Schule machen, erscheint paradox: Sie dokumentieren viel zu schlecht beheizte und zu kalte Unterrichtsräume. Dabei setzen sie direkte Messungen ebenso wie Datenlogger ein, die die Temperaturen während längerer Zeiträume messen und aufzeichnen.

Seit nämlich im gesamten zweiten Obergeschoss des Gymnasiums eine computergesteuerte sogenannte zentrale Einzelraumsteuerung eingerichtet worden ist, klagen die Lehrkräfte über viel zu kalte Klassenzimmer. An sich ist die zentrale Steuerung eine feine Sache, denn sie ermöglicht prinzipiell die genaue Anpassung der Heizzeiten an die Nutzungszeiten jedes Raumes, ohne dass ständig an den Thermostaten einzelner Heizkörper herumgedreht werden müsste. Das Problem dabei ist, dass die Steuerung natürlich darauf angewiesen ist, dass die in der Prozesskette davon liegende Hardware und deren Einstellungen – also die Vorlauftemperaturen des Heizsystems, die Pumpenleistung, die Rohr- und Ventilquerschnitte und die Druckverhältnisse in der gesamten Heizanlage – in Ordnung sein und den Anforderungen des Gebäudes entsprechen müssen.

Da diese Voraussetzungen nun anscheinend im Robert-Havemann-Gymnasium nicht erfüllt sind, sieht der Einstellungsbildschirm für die betroffenen Klassenräume so aus wie in dem untenstehenden Bild. Um halbwegs erträgliche Temperaturverhältnisse zu bekommen, wurde hier eine Dauerbeheizung rund um die Uhr an sechs Tagen pro Woche eingegeben, nur dem Samstag hat man ausgenommen.

Dass so etwas eigentlich widersinnig ist, regt die jungen Energiemanager auf. Dennoch bleibt ihnen nichts anderes übrig, als zunächst einmal die Räume zu dokumentieren, die trotz der aberwitzigen Heizzeiten immer noch zu kalt sind – wie z.B. Raum 231 (siehe Diagramm unten). In diesem Raum beträgt die Durchschnittstemperatur 17 Grad, nur ganz kurz wird es mal eine halbe Stunde auch 18 oder 19 Grad. Die Energiemanager wollen demnächst einen Brief an die zuständige Verwaltung schreiben, damit das Problem grundlegend gelöst wird und sie wieder ihrem normalen Job nachgehen können – Energie zu sparen, ohne dass jemand in der Schule frieren muss.

Ebenfalls eine Spezialität des Robert-Havemann-Gymnasiums, aber in diesem Fall mit positiver Betonung, ist die Einrichtung des „Energiezentrums Pankow“ in den früheren Arbeitslehre-Werkstätten der Schule. In mehreren Räumen stehen hier Metall- und Holzverarbeitung, technische Experimente und Anschauungsbeispiele zur Verfügung, um Grundlagen der Energietechnik praktisch zu erleben. Viele der 15 Grundschulen, die bei „Köpfchen statt Kohle“ dabei sind, haben ihre Projektgruppen, aber auch ganze Schulklassen hierhergeschickt, damit sie beim Bauen von Modellen und das Funktionsprinzip von Solar- oder Windenergie verstehen. Nachdem fast ein ganzes Schuljahr lang die personelle Betreuung der Energiewerkstatt verwaist war, kann es jetzt wieder mit vollem Einsatz weitergehen. Denn inzwischen ist ein WAT-Lehrer, Lutz Prill (Foto oben), gefunden worden (WAT steht für „Wirtschaft, Arbeitslehre, Technik“), der sowohl den praktischen wie den theoretischen Teil des experimentellen Lernens im Energiezentrum übernimmt. Nicht nur die „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, sondern alle Pankower Schulen können das Energiezentrum im Robert-Havemann-Gymnasium nutzen. Hier die Kontaktadressen für die Terminvereinbarung und die Absprache der Werkstattthemen:

Einige Basismodelle, die in der Energiewerkstatt gebaut werden können, werden auf dieser Website vorgestellt.

Die Altersspanne, in der sich Schülerinnen und Schüler bei „Köpfchen statt Kohle“ engagieren, um die Energie- und Klimabilanz ihrer Schule zu verbessern, reicht derzeit von 8 bis 16 Jahren. Tatsächlich betreuen wir Projektgruppen mit Schülern von der 3. bis zur 10. Klasse. Nicht selten sind Schülerinnen und Schüler zwei, drei und vier Jahre im Projekt und übernehmen immer anspruchsvollere Aufgaben. Zu den Schulen, die uns konstant die jüngsten angehenden Energiemanager schicken, gehört die Trelleborg-Schule. Hier ist das „Köpfchen statt Kohle“-Projekt im Nachmittagsbetrieb des Horts angesiedelt und es kommen regelmäßig die Drittklässler, um sich mit dem Energiethema auseinanderzusetzen. Die Acht- und Neunjährigen lernen die Heizanlage und den Heizkreislauf verstehen und setzen sich mit Messmethoden bis hin zum Umgang mit Wärmebildaufnahmen auseinander. 

WEITERE KURZNACHRICHTEN

Von der Wetter- zur Klimastation: In der Grundschule am Hohen Feld haben die Energieaktivisten jetzt eine Wetterstation zusammengebaut und auf dem Dach angebracht. Sie können damit in Zukunft nicht nur einen aktuellen Wetterbericht vom Schulstandort liefern, sondern sie wollen auch dem Zusammenhang zwischen Außentemperaturen und Thermostateinstellungen an den Heizkörpern der Klassenräume nachgehen. Bereits in den letzten Jahren stellten die jungen Energiemanager fest, dass bestimmte Räume, die z.B. zwei Außenwände aufweisen, ein anderes Temperaturverhalten zeigen als die mehr innenliegenden Räume. Aus der Wetterstation soll im Lauf der Zeit eine „Klimastation“ werden, in der auch differenzierte Daten über den Energieverbrauch der Schule, über den damit verbundenen CO2-Ausstoß und über die Leistungsschwankungen der Schulsolaranlage zusammengeführt werden. Die Informationen sollen über einen Monitor in der Eingangshalle alle Mitschüler erreichen.

Von der Messaktion zum Messnetz: Bisher wurden Messdaten immer nur für einzelne Räume erhoben und ausgewertet. In Zukunft wollen die Energiemanager des Robert-Havemann-Gymnasiums alle Unterrichtsräume an ein Sensornetz anschließen, das sie derzeit mit Hilfe von Einplatinen-Computern (Raspberry Pi) und Mini-Routern aufbauen. Laufend erfasst werden dann zunächst die Raumtemperatur, die Luftfeuchte und der CO2-Gehalt. Jeder Energiemanager kann auf seinem Smartphone die aktuellen Daten abrufen, wenn er sich in Reichweite des Messnetz-WLANs befindet. Wie in einem Cockpit können die verschiedenen Messwerte schnell abgelesen werden (siehe Bild oben). Die Schüler hoffen, dass sie demnächst in der Schule einen eigenen Raum als „Messzentrale“ bekommen, vor dem dann auch ein Monitor montiert werden soll, der über die aktuellen Messungen informiert. Irgendwann sollen die Messdaten jederzeit in allen Unterrichtsräumen präsent sein, um das energiebewusste Verhalten von Schülern und Lehrkräften zu verstärken.

Vom Wissen zum Handeln: Lüftungswettbewerbe sollen an mehreren Schulen in diesem Winter Schülern und Lehrkräften helfen, richtig zu lüften. „Richtig“ heißt ebenso effektiv, was den Luftaustausch betrifft, also auch effizient, was die dabei verlorene Raumwärme betrifft. In den Grundschulen unter den Bäumen und am Falkplatz stellen die jungen Energiemanager derzeit in den Klassenräumen Messgeräte auf, an denen der CO2-Wert der Luft und die Raumtemperatur abgelesen werden kann. Da die Geräte die Messwerte auch aufzeichnen, können die Schüler der Projektgruppe dann nach ein paar Wochen feststellen, in welcher Klasse am häufigsten gelüftet wurde und wo die Luftqualität am besten war. Während der Messwochen gehen die Energiemanager auch in die Klassen und zeigen, wie am besten gelüftet werden kann, um in kurzer Zeit einen möglichst großen Luftaustausch zu erreichen. Da in beiden Schulen eine computergesteuerte zentrale Einzelraumregelung für die Heizung installiert ist, werden die Schüler außerdem in den längeren Pausen (den sogenannten Hofpausen) die Heizung am Computer ausschalten, damit länger gelüftet werden kann, ohne dass die Heizung auf Hochtouren läuft.

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Jetzt wieder ran an die Regler – CO2 ist auch im Klassenzimmer ein Problem – Junge Design Thinker am Werk

Jetzt bekommen unsere jungen Energiemanager wieder alle Hände voll zu tun! In den Schulen mit „zentraler Einzelraumsteuerung“ übernehmen sie die Aufgabe, die Heizzeiten eng an den Stundenplan anzupassen, die Temperaturen zu kontrollieren und nach defekten Ventilen oder anderen Störungen zu fahnden. Kein Hausmeister hätte dafür Zeit. Die Energiemanager können so für das gesamte Schulhaus die Energieeffizienz erhöhen und Energie einsparen. Außerdem sind sie der erste Ansprechpartner für Lehrkräfte, denen es in den Klassenräumen zu warm oder zu kalt ist. Insgesamt 12 Pankower Schulen, in denen die Heizungen zentral gesteuert werden können, leisten auf diese Weise einen nachweisbaren Beitrag zum Klimaschutz.

Wenn es nur darum ginge, die Heizzeiten anzupassen und die Temperatureinstellungen zu überprüfen, würden die jungen Energiemanager ihr Pensum wohl auch schaffen. Aber auf Schritt und Tritt stoßen sie auf Ungereimtheiten und vermutliche Defekte in den Anlagen. In der Schule am Falkplatz erbrachte gleich der erste Check in dem Raum, in dem sich die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr treffen, einen Treffer. Zwei der Heizkörper waren warm, sie hatten über 30 Grad Oberflächentemperatur, während es im Raum selbst auch schon gute 22 Grad warm war. Da stimmt was nicht. Der Heizungscomputer zeigte an, dass nicht geheizt würde. Also, Mängelbericht schreiben und an die Technikfirma schicken… Mal sehen, was passiert.

Auf diese Weise werden die Energieaktivisten richtige Experten nicht nur im Fehleraufspüren, sondern sie entwickeln auch Ausdauer beim Verfolgen von Problemen.

Ebenfalls schon fast zu den Routineaufgaben gehört es, dass die Schüler zu Beginn der Heizperiode Datenlogger in den Klassenräumen aufstellen. Mit den Geräten erfassen sie die Verläufe von Temperatur, Luftfeuchte und CO2-Gehalt der Luft. Vor allem die zu hohen Kohlendioxidwerte in den Klassenzimmern im Winter sind ein Problem. Bei dauerhaft erhöhten Werten von deutlich über 1.000 ppm sind Müdigkeit und eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit die Folge, sprich: das Lernen fällt schwerer. Um das Problem rechtzeitig zu erkennen und dann auch effektiv zu lüften, sind Messanzeigen in den Klassenräumen unabdingbar. Erst durch die Kontrolle der Messwerte wird Lehrkräften und Schülern klar, dass Dauerlüften durch leicht angekippte Fenster im Winter gar nichts bringt – außer Energieverschwendung. Das untenstehende Diagramm zeigt bereits zu Beginn der Heizperiode ein typisches Bild: Den ganzen Schultag lang sind die CO2-Konzentrationen meist deutlich über dem maximalen Sollwert von 1.000 ppm – und es scheinen auch kaum Lüftungsaktivitäten stattgefunden zu haben.

In der Grundschule unter den Bäumen hat die neue Generation der „Energiemanager“ aus den 5. und 6. Klassen innerhalb einer Dreiviertelstunde gleich acht Datenlogger in der Schule platziert und dabei die Messeinstellungen vorgenommen und Hinweisschilder aufgestellt, die verhindern sollen, dass die Geräte ausgesteckt werden. Anhand der Ergebnisse der ersten beiden Wochen wollen sie sich mit der Auswertung und Interpretation der Daten vertraut machen. Die Schüler eigen sich dafür Kenntnisse in EXCEL an und erzeugen selbst aussagekräftige Diagramme. Während der nächsten Wochen wollen sie dann für einzelne Klassenstufen einen „Lüftungswettbewerb“ starten, um herauszufinden, welche Klasse das Thema am besten in den Griff bekommt und die besten Luftwerte hat.

Da die Projektgruppe in dieser Schule mit 15 Jungs und Mädchen ziemlich groß ist, hat sie sich geteilt. Während eine Gruppe sich um das Thema „Lüftung“ kümmert, versucht die andere Hälfte, ihre Mitschüler in Sachen „Raumtemperatur“ zu sensibilisieren. Da der Heizungscomputer laufend die Raumtemperaturen in allen Klassenzimmern aufzeichnet, starten die Energiemanager einen Wettbewerb, um herauszufinden, was die ideale – spricht niedrigste – Wohlfühltemperatur ist. Die Klasse, die mit der niedrigsten Temperatureinstellung auskommt, erhält die Auszeichnung als „Eisbär“-Klasse.

Zusammen mit einem Startup des DLR in Adlershof sind die Energieaktivisten des Robert-Havemann-Gymnasiums jetzt ins „Design Thinking“ eingestiegen. Die Aufgabe lautete: Wie muss ein ökologisches Haus der Zukunft aussehen? Gesucht wird ein modulares Konzept für ein „Lernhaus“, mit dem Schüler/innen der 4. bis 10. Klassen Grundlagen erneuerbarer Energietechniken experimentierend und praktisch kennenlernen können. Solarthermie, Photovoltaik, Windkraft, Geothermie und Brennstoffzelle sollen beim Aufbau des Hauses und beim Experimentieren erfahrbar werden. Anzeigegeräte für Leistungsdaten sollen vorhanden sein, um grundlegende Anforderungen der Speicher- und Regeltechnik an dem Haus zu erlernen. Im Lauf der kommenden zwölf Monate bleiben die Schülerinnen und Schüler in Kontakt mit den Jungunternehmern und begleiten die Entwicklung und Erprobung des Prototyps.

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Köpfchen statt Kohle …gewinnt den Energy Award …wird digital …bleibt innovativ

Das war ebenso überraschend wie überwältigend: stratum bekommt für „Köpfchen statt Kohle“ einen der fünf Handelsblatt Energy Awards 2017. Mit unserem innovativen Ansatz und der durchgehaltenen Praxis in 18 Berliner Schulen gab uns die Jury den ersten Preis in der Kategorie „Utilities und Stadtwerke“. Überreicht wurde die Auszeichnung in einer glänzenden Gala am 28. September im Berliner Museum für Kommunikation. stratum-Geschäftsführer Richard Häusler und Projektleiterin Inga Jacobsen nahmen den Preis aus der Hand der Laudatoren Marion Schulte und Jens Raschke (BearingPoint) entgegen (Foto oben). Die Jury des Handelsblatt Energy Awards würdigt unser Konzept, Schüler zu „Energiemanagern“ zu machen, als einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. Auf der Galaveranstaltung bekamen wir auch immer wieder die Rückmeldung; „Toll, dass man bei euch sehen kann, was die Energiewende mit den Menschen zu tun hat!“ In dem mehrseitigen Bericht der Handelsblatt-Ausgabe vom 2. Oktober 2017 wurde unser Markenname „Köpfchen statt Kohle“ sogar als Headline der Preisträger-Rubrik verwendet. (Fotos: Nils Bröer und Ulf Büschleb)

Die Sonderveröffentlichung von Handelsblatt und General Electric beschreibt „Köpfchen statt Kohle“ so: „Leuchtet die Lampe grün, ist alles Ok. Bei Gelb sollte und bei Rot muss der Klassenraum gelüftet werden. Die von den Schülern selbst installierten Messgeräte in 18 Berliner Schulen messen den CO2-Gehalt in Klassenräumen und helfen heute schon erwiesenermaßen beim Energiesparen. Richard Häusler, Geschäftsführer der Agentur stratum, erklärt das Problem: ‚In öffentlichen Gebäuden kümmert sich keiner darum, wie lange das Licht brennt oder wenn es etwa in Schulen im Klassenzimmer zu warm ist, wird einfach das Fenster geöffnet.‘ ‚Köpfchen statt Kohle‘ heißt das Berliner Programm, in dem Schüler als Energiemanager etwa die Kontrolle über die zentrale Heizungsanlage ihrer Schule bekommen und selbst die Energie managen. Ist es in einer Klasse etwa zu kalt, schreiben die Schüler Postkarten, werfen sie in einen roten Postkasten und ihre Mitschüler-Energiemanager regeln das und sind mit Begeisterung dabei. Sogar defekte Thermostate tauschen sie aus oder installieren die CO2-Messgeräte. So verstehen die Schüler schnell die Systematik und bekommen eine Ahnung davon, wie tatsächlich Energie gespart werden kann.“

Die Sonderbeilage und der Zeitungsbericht stehen im Download-Bereich (Presse) dieses Weblogs zur Verfügung, das 90-Sekunden-Video, das Lars Tepel für den Energy Awards-Wettbewerb über uns gedreht hat, ist im Infoframe verlinkt.

Der Einsatz von Messgeräten gehört zum Alltag der „Köpfchen statt Kohle“-Projekte und ist ein entscheidender Beitrag zur Objektivierung von Problemen. Temperatur, Luftfeuchte, CO2-Gehalt der Luft oder Beleuchtungsverhältnisse an Schüler-Arbeitsplätzen werden so handhabbar. Die Daten werden von den Schülerinnen und Schülern ausgewertet und interpretiert und sind die Grundlage für Verbesserungsvorschläge und Informationskampagnen in den Schulen. Allerdings sind die Messgeräte auch teuer. Um einen Klassenraum mit einem Messdisplay und einem Datenlogger zur Messwertaufzeichnung auszustatten, muss man etwa 400 Euro ausgeben. Eine sehr viel kostengünstigere Lösung, die außerdem die Verfügbarkeit der Daten sogar noch verbessert und die Aktivität der jungen Energiemanager erweitert, eröffnen uns die kleinen Einplatinen-Computer, die unter der Bezeichnung „Raspberry Pi“ und „Arduino“ jetzt auf den Markt gekommen sind. In mehreren „Köpfchen statt Kohle“-Schulen sollen die erweiterten Möglichkeiten in diesem Schuljahr getestet werden:

  • Temperatur- und Luftfeuchte Überwachung in Klassenräumen: Laufende Messung der Raumtemperatur, Übertragung der Daten in die Cloud, Export in ein Datenbank-Format, Bereitstellung über eine App
  • CO2-Überwachung in Klassenräumen: wie oben; hinzu kommt die Anforderung, über eine Smartphone-App die aktualisierte Datenausgabe für den jeweiligen Raum in Echtzeit zu ermöglichen
  • Feinstaub-Messung in unmittelbarer Nähe des Schulgebäudes; Datenübertragung per WLAN und Bereitstellung der Daten über eine App
  • Stromverbrauchsmessung an Geräten (z.B. PC-Räumen); berührungslose Messung an der Verbraucher-Zuleitung; Datenausgabe etc. wie oben
  • Aufbau einer Wetterstation: Die Auswertung der Daten sollte in Beziehung gesetzt werden zu Untersuchungen der Leistung einer Solarablage oder zur Optimierung einer Heizungssteuerung
  • Erhebung der Leistungsdaten von kleinen Solaranlagen: Erfassen der relevanten Parameter für die Visualisierung im Schulbetrieb, Erklären des Funktionsprinzips und Verhaltens von Solarzellen, Analyse der Leistungsparameter, Optimierungen

Als Experten für diese Projekte haben wir Dr. Martin Lützelberger gewonnen, der an einer unserer „Köpfchen statt Kohle“-Schulen auch eine Raspberry-AG leitet und unseren Energiemanagern das nötige technische und Programmier-Knowhow vermitteln kann.

Da die „Raspberry Pi“-Revolution derzeit auch genutzt wird, um insgesamt die Digitalisierung des Schulunterrichts voranzutreiben, können wir vielleicht damit auch einen Beitrag zur Modernisierung der Schulen leisten. Die neue smarte Technologie birgt Lösungen für viele Probleme, die die digitale Öffnung der Schulen bisher behindert haben. So lassen sich z.B. mit kleinen Routern WLAN-Netze aufbauen, die vom Internet getrennt sind, aber Schülern und Lehrern eine gemeinsame digitale Lernumgebung schaffen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

Die kontinuierliche Arbeit, die uns bei „Köpfchen statt Kohle“ in den Schulen ermöglicht wird, kommt der Nachhaltigkeit der Projektarbeit zugute. Viele Schüler bleiben über mehrere Jahre in den Projekten. Dadurch lernen die älteren und erfahreneren Schüler beispielsweise, wie sie selbst die Neuen in die Projektarbeit und den Umgang mit den Mess- und Steuerungstechnologien einführen können. Außerdem können Erfahrungen ausgewertet und Kompetenzen aufgebaut werden, die eine ständige Verbesserung ermöglichen. So haben die Schüler am Robert-Havemann-Gymnasium beispielsweise im letzten Schuljahr damit begonnen, kleine Videos für einen eigenen Youtube-Kanal zu produzieren. Inzwischen sind sie so selbstkritisch, dass sie daran denken, ihre Videoproduktion zu verbessern und „professioneller“ zu machen. Da im Lauf der Jahre zudem viele Handlungsstränge an den Schulen aufgebaut werden, stellt sich für viele Projektgruppen die Aufgabe, arbeitsteilig vorzugehen. Am Robert-Havemann-Gymnasium haben die jungen Energiemanager zum Start des Schuljahres eine Liste von fünf Arbeitspaketen aufgestellt, die sie im Lauf des Jahres bewältigen wollen:

„Köpfchen statt Kohle“ bietet den Schulen über die eigentliche Projektarbeit hinaus auch Projektwochen zum Thema „Erneuerbare Energien“ an. Genutzt wurden dafür bisher der Kosmos-Bausatz „Power-House“ und „Das Ökologische Haus“ von Clementoni. Beide Experimentier-Sets werden jedoch nicht mehr hergestellt und es gibt auf dem Markt keine vergleichbaren Angebote.  Deshalb haben stratum und die drei Initiatoren eines Startups der DLR in Adlershof (auf dem Foto von links: Richard Flachmeier, Elzbieta Noga, Christian Ritschel) geplant, ein neues „Ökologisches Haus“ zu entwickeln, das die Vorteile der bisherigen Experimentierkästen (einfache Gestaltung von Begleitmaterial, sinnvoller Rahmen für eine Projektwoche) übernimmt und die Nachteile (Qualität des Materials, fehlende Anpassbarkeit und Modularität) aufhebt. Die Startup-Gründer haben als Geschäftsidee, für Schulen und Bildungseinrichtungen hochwertige, herausfordernde und flexible naturwissenschaftliche Experimentierumgebungen zu entwickeln. Im Rahmen eines Workshops, der von ihnen geleitet wird, haben Schüler und Lehrkräfte demnächst die Chance, Ideen und Prototypen für das „Ökologische Haus“ zu entwickeln. Methodisch wird dabei der Ansatz des „Design Thinking“ verwendet. Wir werden berichten…

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Premiere I: Berlins erste solare Pausenhof-Disco – Premiere II: Erste Generation „Junior-Energieberater“ ausgebildet – Zukunft: Was hat „Köpfchen statt Kohle“ im neuen Schuljahr vor?

Berlins erste Schüler-Solaranlage wurde jetzt in der Grundschule unter den Bäumen ihrer Bestimmung übergeben. An der Grundschule im Pankower Quartier Blankenburg haben unsere jungen Energiemanager mit Unterstützung durch die DPI-Solar Energiespar GmbH ein Solarmodul mit Laderegler und Akku auf einen mobilen Rahmen montiert. Mit dem Solarmodul wird ab jetzt die Pausenhof-Disco der Schule betrieben.

Beim erstmaligen Anzapfen der Sonne für die akustische Pausenbelebung waren auch Pankows Bezirksstadtrat Torsten Kühne und Schulrätin Susanne Füllgraf mit dabei. Harry Funk, der für die Berliner Senatsverwaltung die Klimaprojekte in Berlin koordiniert, lobte das Projekt: „Damit wird Solarenergie für die Schüler greifbar und das Thema wird auch emotional erfahrbar.“ Sogar ein Filmteam von n-tv interessierte sich für das Event und interviewte die Schüler.

Zwölf waren zu Beginn des Jahres angetreten, sieben Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 haben es jetzt auf Anhieb geschafft – die Prüfung zum „Junior-Energieberater“. Am vorletzten Schultag fand der zweite Teil der Prüfung (mündlich und praktisch) vor der vierköpfigen Prüfungskommission im Robert-Havemann-Gymnasium in Berlin-Karow statt. Schulleiter Thomas Josiger ist stolz darauf, dass dieses bisher einmalige Projekt an seiner Schule erfolgreich ist. Im kommenden Schuljahr wollen die Schüler ihren ersten Praxiseinsatz in einem öffentlichen Gebäude des Bezirks Pankow starten. Für die Schulung des nächsten Jahrgangs haben die Schüler auch ein „Junior-Energieberater-Handbuch“ erarbeitet, das soeben in einer ersten Auflage gedruckt worden ist.

Was plant „Köpfchen statt Kohle“ für das nächste Schuljahr? Wir sprachen mit Projektleiter Richard Häusler (auf dem Foto zusammen mit Energiemanagern der Schule am Falkplatz).

Frage: Sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen des jetzt abgeschlossenen Schuljahres?
Antwort: Teils, teils. Die Junior-Energieberater, die Solar-Disco, der Klimavertrag der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen mit dem Pankower Bürgermeister, darauf sind wir schon stolz. Aber manche Ziele haben wir dieses Jahr auch nicht erreicht.

Frage: Welche denn?
Antwort: Zum Beispiel haben die Schüler/innen in der Falkplatz-Schule im vergangenen Winter keinen großen Lüftungs-Wettbewerb hinbekommen. Das hing auch damit zusammen, dass die Gruppe sich lange damit herumgeschlagen hat, die Verbindung ihres Steuerungsrechners mit dem Heizungsserver wieder hinzubekommen. Und im Käthe-Kollwitz-Gymnasium wartet die Projektgruppe noch auf diesen Rechner – er soll aber zum Start des neuen Schuljahres da sein.

Frage: Die Probleme sind also eher technischer Natur?
Antwort: Nicht nur. Wir müssen uns auch darum kümmern, dass in allen 18 Schulen, die wir betreuen, die Projektidee und die Suche nach lohnenswerten Projektzielen immer im Vordergrund steht. Wir wollen und sollen ja keinen Ergänzungsunterricht machen, sondern die Schüler sollen selbst aktiv werden und unterstützt durch uns die Energiesituation in der Schule untersuchen und verbessern. Dafür gibt es überall die unterschiedlichsten Ansatzpunkte. Das Know-how über Physik, Energietechnik und Messmethoden eignen sich die Schüler/innen dann en passant an. Dann macht es den jungen Energiemanagern auch Spaß.

Frage: Gibt es auch neue Ideen, die Sie nächstes Jahr umsetzen wollen?
Antwort: Gibt es. An einigen Schulen wollen wir ausprobieren, ob man die relativ teuren Messgeräte und Datenlogger, mit denen wir Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt erfassen, durch ein Messnetz auf Basis der Raspberry-Technologie ersetzen könnte. Ein Raspberry ist ein kleiner, sehr kostengünstiger Computer, mit dem inzwischen auch in Grundschulen Programmieren gelernt wird. An diese Geräte lassen sich ebenfalls sehr kostengünstig alle möglichen Sensoren anschließen und dadurch Daten sammeln und auch visualisieren. Wir hätten damit nicht nur sehr viel kostengünstigere Messmöglichkeiten. Die Schüler könnten auch rascher auf die Ergebnisse zugreifen und damit arbeiten. Und ein dritter Vorteil wäre: Die Energiemanager haben es nicht mit einer „Black Box“ zu tun, sondern können die Messgeräte und den Aufbau von Messumgebungen selbst programmieren und die Technik verstehen. Damit würde „Köpfchen statt Kohle“ auch einen Beitrag zur digitalen Bildung leisten.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

Viertklässler der Carl Humann-Grundschule am Prenzlauer Berg entwickelten für eine Lüftungskampagne schon vor zwei Jahren eine informative Litfaßsäule mit Bildern und Slogans. Darunter war auch ein Claim, den das Eidgenössische Departement des Innern jetzt gerne für eine landesweite Aktion verwenden möchte. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit hat bei uns angefragt, ob es den Slogan „Schlechte Luft – schlechte Laune – schlechte Noten“ für sein Projekt „Luftwechsel“ in Schweizer Schulen verwenden darf. Natürlich darf es, beschlossen die Grundschüler und ihre Lehrerin Kathrin Hillers. Vielleicht sollten wir in Zukunft marketingtaugliche Ergebnisse aus den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten schützen lassen, um sie auch finanziell verwerten zu können?

Weil zum Sommer hin die Heizung kein Thema mehr in den Schulen ist, haben die jungen Energiemanager dann Freiräume, sich mit neuer Energietechnik zu beschäftigen. Nahezu alle „Köpfchen statt Kohle“-Schüler lernen die Funktion einer Solarzelle kennen. Auch hier steht die Theorie erst an zweiter Stelle. Zunächst werden Modelle zum Beispiel von Solarautos gebaut und ausprobiert. Danach ist die Motivation groß, auch zu verstehen, wie aus den Lichtteilchen in der Solarzelle elektrischer Strom wird. Wenn die Sonne mal nicht scheint – was in den letzten sehr regnerischen Wochen öfter der Fall war – müssen Baustrahler oder Overhead-Projektoren als Ersatzsonne herhalten. Die gemalte Sonne (Bild oben rechts) ist dagegen wohl ein ironisches Statement eines jungen Solarautobesitzers…

In der Homer-Grundschule haben die Schülerinnen und Schüler der „Köpfchen statt Kohle“-Projektgruppe sogar zusammen mit ihrem Lehrer Tobias Berger im Lauf des Schuljahres eine eigene Energiewerkstatt eingerichtet, um Modelle bauen und experimentieren zu können. Dafür haben sie einen weitgehend verwaisten Werkstattraum im Keller mit Werkzeug und Materialien ausgerüstet. Die bei „Köpfchen statt Kohle“ aktiven Schüler/innen erwerben dadurch ganz nebenbei auch grundlegende handwerkliche Fähigkeiten.

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Pankows Bürgermeister schließt Klimavertrag mit den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen – Stadtrat: „Ein Erfolgsmodell“ – Die Hardware ist oft das Problem

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Der große Saal im Rathaus Pankow war überfüllt, als am 3. Mai Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne (Bild oben, rechts) die „Energiemanager“ der 17 Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen begrüßte. Kühne ist seit einem halben Jahr im Amt als Schul- und Baustadtrat. Das Bauressort nennt sich neudeutsch jetzt „Facility Management“, wie Kühne den etwa hundert Schülerinnen und Schülern erklärte, die an diesem Vormittag drei Stunden ohne Pause durchhielten. Diese Ausdauer mag auch damit zusammenhängen, dass sich die jungen „Energiemanager“ keine langen Reden anhören mussten. Sowohl Stadtrat Kühne als auch Bürgermeister Sören Benn fassten sich kurz, suchten den Dialog und hörten gerne zu, als die Schüler-Teams ihre Arbeit und ihre Projekte vorstellten.

Torsten Kühne ist seit langem in der Pankower Bezirkspolitik, er kennt also auch „Köpfchen statt Kohle“ nicht erst seit er auch qua Amt für dieses Projekt zuständig ist. Früher waren das Schul- und das Bauressort im Bezirk getrennt. Dass es nun in einer Hand liegt, könnte ein Vorteil sein, wie Projektleiter Richard Häusler erklärte: „Die Wege zwischen Schul- und Bauamt werden möglicherweise kürzer und es gibt nur einen, der schuld ist, wenn etwas nicht klappt.“ Diese Verantwortung nahm Torsten Kühne ohne Einschränkung an und ließ sich zum Zeichen der Gemeinsamkeit mit den Zielen von „Köpfchen statt Kohle“ ein „Energiemanager“-T-Shirt überreichen, das er auch an Ort und Stelle überstreifte. Als Physiker seien ihm die technischen Zusammenhänge der Energieversorgung nicht fremd, erklärte er. „Köpfchen statt Kohle“ bezeichnete er als „ein Erfolgsprojekt an 17 Pankower Schulen“ und er gratulierte den anwesenden Schülerinnen und Schülern dazu, dass sie zu denen gehörten, die davon profitierten: „Kinder und Jugendliche lernen am praktischen Beispiel ihrer Schule wie Energiesparen und Klimaschutz funktioniert. Keine graue Theorie, sondern lebendige Praxis. So macht Schule Spaß“, wusste Kühne. Und die anschließenden Präsentationen der Schülergruppen stellten dies unter Beweis. Das Spektrum der Themen reichte von der Übernahme der zentralen Heizungssteuerung am Computer durch die Schüler über fast wissenschaftliche Untersuchungen zur Luftqualität und das Lüftungsverhalten in Klassenräumen bis zur Projektierung von Schüler-Solaranlagen und Experimenten zur Stromgewinnung durch Bakterien.

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Highlight der Veranstaltung war die Unterzeichnung eines „Klimavertrages“ zwischen dem Bezirk Pankow und den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen. Bürgermeister Sören Benn nahm sich die Zeit, mit jeder der Schulen ein Vertragsdokument zu unterzeichnen. Dies ist der Wortlaut der Vereinbarung:

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Natürlich gab es von jeder Schuldelegation dann auch ein offizielles Foto mit dem Bürgermeister. Durch die Vereinbarung ist für die laufende Wahlperiode, die bis 2021 geht, sichergestellt, dass der Bezirk sich zusammen mit den Schulen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz engagieren wird.

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neue_heizventile_01Eines der Probleme, auf die die jungen Energiemanager bei ihren Recherchen und Messungen immer wieder stoßen, ist die Diskrepanz zwischen den Steuerungsbefehlen und den Auswertungen der Heizungscomputer und der Realität in den Schulklassen. Die Schüler berichteten sowohl über zu kalte als auch über zu warme Räume, über nicht richtig angebrachte Temperaturfühler und anscheinend nicht funktionierende Thermostatventile. An sich ist die Computersteuerung der Heizungseinstellungen ein großer Fortschritt gegenüber den von Hand drehbaren Thermostaten.

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Doch wenn die hinter der Steuerungsoberfläche des Computers stehende Hardware des Heizungssystems fehlerhaft ist, ergeben sich für die jungen „Energiemanager“ eine Menge von Fragen, die sie in Briefen und E-Mails an die Techniker und die Bauverwaltung weiterleiten. In der Carl-Humann-Schule wollen die Schüler demnächst einen Vorrat an Thermostatventilen ordern, um sie bei Bedarf gleich einzubauen. Denn Lehrkräfte und Erzieher berichten an dieser Schule, dass immer wieder Ventile abbrechen. Im Gegensatz zu den früher verwendeten Ventilen sind an dieser Schule die Ventile nicht mit einem Metall-, sondern einem Kunststoffgewinde angeschraubt. Den Ventilaustausch beherrschen die „Energiemanager“, die passenden Maulschlüssel und Zangen gehören zu ihrer Ausrüstung.

Mit einem anderen technischen Problem sehen sich die Schüler an der Falkplatzschule konfrontiert. Nachdem auch hier der Steuerungscomputer eine Menge Ungereimtheiten offenbart, haben sie sich die Verbrauchsdaten ihrer Schule aus den beiden zurückliegenden Jahren besorgt. Dabei fällt eine sehr deutliche Steigerung des Wärmeenergieverbrauchs von 2015 nach 2016 auf. Auf dem Poster, das das Falkplatz-Team im Rathaus Pankow präsentierte, stellen die Schüler deshalb fest: „Was uns besonders Sorgen macht: Obwohl unsere Schule letztes Jahr eine neue Fernwärmeheizung und dichte Fenster bekommen hat, verbrauchen wir jetzt mehr Wärmeenergie als vorher!!!“ Sie fragen: Hängt das mit der Umstellung auf Fernwärme und der nicht erfolgten Anpassung der Regelungssysteme zusammen?

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WEITERE KURZNACHRICHTEN

kuehne_und_lichtenberg_schueler01Lichtenberg zu Gast beim Pankower Energiemanager-Gipfel: Auch sie waren am 3. Mai ins Rathaus gekommen – die Schüler, die die „Köpfchen statt Kohle“-Mission in den Pankower Nachbarbezirk tragen. Zusammen mit ihrer Schulleiterin Beate Natusch wurde die Delegation der Grundschule auf dem lichten Berg von Stadtrat Torsten Kühne begrüßt. „Wir arbeiten uns erst ein“, stellten die Lichtenberger Schüler fast entschuldigend fest, nachdem sie gesehen hatten, was ihre Pankower Vorbilder alles auf die Beine stellen.

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Falkplatz-Schule: Lichtschalter-Appelle. Natürlich beschäftigen sich die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppen nicht nur mit der Heizung. Zwar sind ca. 75 Prozent der Energie, die Schulgebäude verbrauchen, Wärmeenergie. Aber auch der Stromverbrauch ist im Visier der Energiedetektive. Die Falkplatzschüler haben sich dazu etwas einfallen lassen. Im Rathaus Pankow berichteten sie über Ihre Lichtschalter-Aktion: „Wir sind eine große Schule und haben jede Menge Lichtschalter. Alle Lichtschalter können wir selbst ein- und ausschalten. Es gibt keine Zeitschalter und auch keine Bewegungsmelder für die Beleuchtung an unserer Schule. Deshalb sollten alle – die Schüler/innen und die Lehrkräfte – darauf achten, das Licht auszuschalten, wenn es nicht gebraucht wird. Um uns alle immer wieder daran zu erinnern, malen wir jede Menge kleiner ‚Licht aus‘-Schilder und kleben sie über die Lichtschalter. Wir meinen, solche bunten und lustigen Bilder werden besser beachtet, als wenn wir nur einen trockenen Text ‚Bitte mach das Licht aus‘ verwenden würden.“

energiemanager_at_work_01Homer-Grundschule: Nachwuchs ausgebildet. Das durchgehende Prinzip bei „Köpfchen statt Kohle“ ist ein möglichst hohes Maß an Selbstständigkeit der „Energiemanager“. Die Betreuer agieren nicht als „Lehrer“, sondern eher als Coaches und Unterstützer. Alle Probleme, auf die die Schülerinnen und Schüler während ihrer Aktivitäten stoßen, müssen sie prinzipiell auch selbst lösen. Deshalb haben sich die „Energiemanager“ in der Homer-Grundschule – alles Sechstklässler, die nächstes Jahr nicht mehr an der Schule sein werden – auch für die Rekrutierung des Nachwuchses verantwortlich gefühlt. Sie sind in den letzten Wochen durch die vierten und fünften Klassen gegangen und haben geworben- Acht neue konnten auf diese Weise bereits jetzt gefunden werden, die im nächsten Schuljahr die Aufgaben übernehmen wollen. Auch die Einarbeitung der neuen – z.B. am Heizungsprogramm – übernahmen die „alten Hasen“ selbst.

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Bildet die Hausmeister! – Einladung ins Rathaus – Duschwettbewerb

heizung_verstehen_01Die Schulhausmeister sind wichtige Partner der jungen Energiemanager von „Köpfchen statt Kohle“. In den meisten Schulen arbeitet man eng zusammen, überall werden die Hausmeister immer wieder von den Schülerinnen und Schülern der Projektgruppen angefragt. Oft, wenn es darum geht, einmal die Heizanlage unter die Lupe zu nehmen. Beim Gang durch den Heizungskeller fallen dann ab und an Dinge auf, für die auch der Hausmeister erst einmal keine Erklärung hat. So vor kurzem geschehen in der Grundschule auf dem lichten Berg. Hier wollten die Schüler vom Hausmeister wissen, wo denn Einstellungen für die Nachtabsenkung, den Wochenendbetrieb und die Ferienzeiten vorgenommen werden. Die Auskunft des Hausmeisters klang ernüchternd: Er könne hier gar nichts einstellen und habe auch keine Betriebsanleitung der Heizanlage.

Damit wollte sich die Projektgruppe nicht zufriedengeben. Ein fachlich kompetenter Betreuer aus dem „Köpfchen statt Kohle“-Team erhielt den Auftrag, bei der Bezirksverwaltung nachzufragen, was Sache sei. Dabei stellte sich heraus, dass die Heizungsregelung in der Fernwärmeübergabestation schon ziemlich veraltet ist, aber ihren Dienst noch immer erfüllt. Es sind feste Heizzeiten eingestellt: Montag-Donnerstag 6-18 Uhr, Freitag 6-14 Uhr, Turnhalle durchgehend 4:30-22 Uhr. Nachts und am Wochenende erfolgt eine Verschiebung der Heizkurve mit einer Absenkung um 5 Grad. Das Prinzip der Wochenuhren erlaubt jedoch nicht die Berücksichtigung von Ferien. Ein regelnder Eingriff, der eine bessere Anpassung an die tatsächlichen Nutzungszeiten und damit mehr Energieeffizienz ermöglichen würde, wird von der Bezirksverwaltung Lichtenberg abgelehnt, weil er zu kompliziert wäre und viele Risiken birgt, zumal auch die hydraulische Abstimmung der Druckverhältnisse in der Anlage wahrscheinlich nicht optimal ist.

Die Schüler hätten sich gewünscht, dass der Hausmeister ihnen das hätte erklären können. Aber anscheinend reicht die Information und Unterstützung der Hausmeister durch die Anlagentechniker und die Bauverwaltung nicht dazu aus, die Hausmeister ausreichend zu qualifizieren. Die Schulhausmeister sind damit in der unangenehmen Lage, den Betrieb vor Ort irgendwie sichern zu müssen, ohne wirklich immer zu wissen, was sie tun. Im Fall der Lichtenberger Schule stellte sich beim Besuch der Heizanlage auch heraus, dass die Heizung anscheinend im Sommer immer wieder mal unvermutet einschaltet, obwohl sie dann ja nun wirklich nicht gebraucht wird. Die bisherige Gegenmaßnahme des Hausmeistes, das Problem durch Absperren der Zuleitung zum Überlaufbehälter zu lösen, kann jedenfalls als nicht geeignet betrachtet werden.

heizanlage_01Auch in den Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, in denen häufig zentrale, computergesteuerte Einzelraumregelungen für die Heizung vorhanden sind, stoßen die jungen Energiemanager gelegentlich auf gravierende Wissenslücken der Hausmeister. Die Schüler, die selbst einen Regelungszugang zu den Heizeinstellungen haben und dementsprechend geschult worden sind, beobachten zum Beispiel immer wieder, dass Hausmeister die Regelungstechnik nicht erklärt bekommen haben. So kommt es vor, dass der Hausmeister dem Computer sagt, er solle in allen Räumen schon morgens früh um fünf Uhr 20 oder 21 Grad liefern, um die Räume für den Unterrichtsbeginn „vorzuheizen“. Diese Aufgabe kann aber der Computer anhand der gemessenen Raum- und Außentemperaturen und der eingegebenen Daten für den Wärmebedarf viel besser erledigen. Am Computer soll deshalb nur eingegeben werden, wann die Räume jeweils belegt sind und geheizt werden müssen. Alles andere macht der Rechner selbst. Wenn dagegen der Hausmeister schon drei Stunden früher die Solltemperatur im System abruft, erzeugt er eine nicht unerhebliche Energieverschwendung. Denn zwischen 5 und 8 Uhr morgens braucht niemand in den Klassenräumen 20 oder 21 Grad Wärme.

Solche Unsicherheiten bei den Hausmeistern sind es dann manchmal auch, die dazu führen, dass einzelne Hausmeister gar nicht wollen, dass die Schüler selbst einen Computerzugang mit Regelungskompetenz erhalten. Nach zwei Jahren ist es uns jetzt an einer „Köpfchen statt Kohle“-Schule gelungen, den Hausmeister dafür zu gewinnen, den Schülern wenigstens für einzelne Klassenräume die Kontrollrechte einzuräumen. Bisher konnten die Schüler ihre Vorschläge für eine effizientere Beheizung der Räume anhand der Analysedaten, die der Computer ihnen lieferte, nur als Anfrage an den Hausmeister weitergeben. Aber natürlich hatte der Hausmeister keine Zeit, darauf einzugehen oder mit den Schülern über die Probleme zu sprechen, die sie entdeckten. Keine Zeit oder auch keine eigene Kompetenz. Deshalb wäre es wichtig, die Hausmeister sehr viel besser zu schulen und als Energieeffizienz-Manager zu unterstützen, als dies bislang der Fall ist.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

energiemanager_camp2017_Seite_1Der neue Stadtrat für Schule und Bauen, Dr. Torsten Kühne, lädt die aktiven Schüler aller „Köpfchen statt Kohle“-Schulen am 3. Mai (9-11:30 Uhr) ins Rathaus Pankow zu einem „Energiemanager-Camp“ ein. Damit erhalten die beteiligten Schulen erstmals die Gelegenheit zu einem breiten Erfahrungsaustausch. Außerdem wird es ein spannendes Energiequiz geben, bei dem die Schüler gegen Erwachsene antreten und es soll ein „Klimavertrag“ zwischen dem Bezirk Pankow und den Schulen geschlossen werden. Mehr dazu demnächst…

Die Energiemanager-Gruppe am Robert-Havemann-Gymnasium besteht aus Schülern der Klassenstufen 7 bis 12. Sie hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt – die Schüler wollen sich zum „Junior-Energieberater“ qualifizieren, um auch in Privathaushalten Energiespar-Potenziale zu entdecken und Verbesserungsvorschläge machen zu können.

amphiro

Zu diesem Zweck testen sie auch neue Techniken, die auf dem Markt sind – wie beispielsweise das „amphiro b1“, eine visuelle Hilfe zum Energiesparen beim Duschen. Das Gerät lässt sich einfach montieren und auch mit einer Smartphone-App verbinden. Es misst den Wasser- und Energieverbrauch, erzeugt Statistiken und erlaubt den Vergleich mit eigenen Sparzielen. Drei Schüler haben es derzeit zu Hause im Testeinsatz und liefern sich innerfamiliäre Wettbewerbe mit ihren Eltern. Ein Siebtklässler hält derzeit den Rekord beim Wasserverbrauch – mit unter 9 Litern für eine Dusche. Die Gruppe tüftelt jetzt an einem Parameter, der die Körpergröße berücksichtigen soll, damit ein absolut gerechter Vergleich möglich wird.

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„Köpfchen statt Kohle“ ist jetzt Unterrichtsfach – Müssen wir vor der Technik kapitulieren? – Lüften bleibt Dauerthema im Winter

energiebegriffe_01 „Köpfchen statt Kohle“-Projekte sehen an jeder Schule etwas anders aus. Das liegt nicht nur an den einzelnen Schülern, die mitarbeiten, oder den Bedingungen der jeweiligen Gebäude und Energietechnik, sondern auch an den verschiedenen Organisationsformen der Projekte. Die jungen Energiemanager sind zum Teil in Profil- und Schwerpunktkursen aktiv, also im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts, zum großen Teil jedoch auch in freien Arbeitsgemeinschaften oder im Rahmen von Hort- und Schülerclubangeboten. An manchen Schulen werden aus allen Klassen bestimmter Jahrgangsstufen jeweils ein oder zwei Schüler/innen in die Energieprojektgruppe abgeordnet, meistens aber kommen die, die einfach auf das Thema „Energie“ Lust haben. Während in der Hälfte der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen Lehrkräfte die Gruppe mit betreuen, sind es in der anderen Hälfte die externen Projektbetreuer von „Köpfchen statt Kohle“ ganz alleine, die die Arbeit mit den Schülern übernehmen.

energiebegriffe_02In der Georg Zacharias-Grundschule entsteht jetzt zum ersten Mal eine ganz neue Art der Projektorganisation. Hier findet „Köpfchen statt Kohle“ nämlich im Rahmen des regulären Sachkundeunterrichts einer vierten Klasse statt. Der Fachlehrer überlässt jeden Montag für zwei Stunden seine Klasse der „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Kirsten Heininger, die bis zum Ende des Schuljahres mit den Viertklässlern die vielfältigen Facetten des Energiethemas praxisorientiert behandelt. Natürlich nimmt auch der Lehrer an dem Projekt teil und hilft mit, die für die Projektarbeit relativ große Gruppe einer ganzen Schulklasse zu organisieren. „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler begrüßt diesen „Durchbruch in den Regelunterricht“ und wünscht sich für die Zukunft noch mehr Schulen, die „Köpfchen statt Kohle“ quasi fest in ihren Lehrplan mit aufnehmen.

energiemananager_am_pc_03Zu den motiviertesten und aktivsten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen gehört die Schule am Falkplatz. Hier treffen sich ein gutes Dutzend Fünft- und Sechstklässler jede Woche bereits um sieben Uhr morgens, um eine der größten Grundschulen Berlins energetisch zu verbessern. Unter anderem nutzen sie dazu einen eigenen Regelungszugang zur zentralen Heizungssteuerung am Computer. Hier können sie jeden Raum überwachen und auch korrigierend bei Temperaturen und Heizzeiten eingreifen – zumindest theoretisch.

brief_an_den_projektbeirat_170117Denn in letzter Zeit bekommen die jungen Energiemanager immer öfter den Eindruck, dass vieles gar nicht mehr regelbar ist im System. In etlichen Räumen ihrer Schule werden die eingestellten Solltemperaturen nicht erreicht, in anderen Räumen sinkt die Temperatur nachts kaum ab. Besonders beschäftigt die Schülerinnen und Schüler derzeit der Umstand, dass sie sich statt mit ihrem Energiesparauftrag mit dem Gegenteil beschäftigen müssen – mit Klassenräumen, die zu kalt sind. Solche Räume finden die Energiemanager vor allem in der dritten Etage ihrer Schule. Um Hilfe zu bekommen, haben sie jetzt einen Brief an den Projektbeirat von „Köpfchen statt Kohle“ geschrieben (siehe Abbildung links), in dem Bauamt, Schulamt, Schulaufsicht und Techniker zusammenarbeiten. Ein sogenannter hydraulischer Abgleich der gesamten Heizanlage der Schule, der als Basis für eine regelbare Heizung notwendig ist, wurde den Schülern inzwischen vom Bezirksamt in Aussicht gestellt. Die untenstehende Grafik zeigt an einem Beispiel, was die Energiemanager bei der Auswertung von Messdaten eines unterbeheizten Raumes alles im Blick haben.

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Nicht nur die Falkplatzschüler verlieren zuweilen den Glauben an die Technik. In mindestens zwei anderen Schulen, in denen die Heizung ebenfalls für alle Räume gezielt und individuell am Computer gesteuert werden kann, um Energieeffizienz sicherzustellen, beobachten die jungen Energiemanager, dass die Hausmeister die Steuerungsthermostate von den Heizkörpern abschrauben. Dadurch sind die Ventile ständig maximal geöffnet und die Räume werden dauernd beheizt. Anscheinend wissen sich manche Hausmeister nicht mehr anders zu helfen, um die Schule warm zu kriegen. Das sieht dann so aus wie in der Carl Humann-Schule (linkes Bild) oder der Grundschule unter den Bäumen (rechts):

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Die Energiemanager der Carl Humann-Schule waren im letzten Schuljahr sehr stolz darauf, dass sie die Ventilöffnungszeiten ihres Lebenskunde-Raumes signifikant senken konnten, ohne dass es dadurch im Raum kälter geworden wäre. Sie haben dafür nur den Aufstellort des Temperaturfühlers verändern müssen – weg aus der kalten Fensternische. Dieser ganze Erfolg ist jetzt zunichtegemacht. Die Auswertung der aktuellen Heizkurven (siehe Bild unten) zeigt, dass 14 Stunden lang geheizt werden muss, um während des Unterrichts halbwegs verträgliche Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad zu haben. Den Glauben an Technik und Heizungssteuerung dürften die Fünftklässler dadurch allmählich verlieren.

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co2_datenlogger_aufstellen_01Ein Problem, das mit Technik alleine nicht zu lösen ist, liegt in der schlechten Luftqualität in den Schulen während des Winterhalbjahres. Die Kohlendioxid-Werte in einem Klassenraum steigen mit Unterrichtsbeginn rasch über den Richtwert von 1.000 ppm. Ohne aktives und effektives Lüften kann er nicht gesenkt werden. Wie die Energiemanager der Grundschule am Sandhaus jetzt durch Messaufzeichnungen herausfanden, besteht ein erhöhter CO2-Wert in vielen Klassenräumen den ganzen Unterrichtstag lang. Zu viel CO2 führt zu Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, ist also ein Lernhindernis. Einmaliges Lüften in der großen Pause reicht nicht aus, um ein lernfreundliches Klassenraum-Klima herzustellen, wie untenstehende Beispielauswertung aus der Sandhaus-Schule zeigt.

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 WEITERE KURZNACHRICHTEN

thermokamera_ausprobieren_01Am Robert Havemann-Gymnasium werden derzeit die ersten „Junior-Energieberater“ ausgebildet. Die Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 12 werden im Juli die Theorie- und Praxisprüfung absolvieren, um danach sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich tätig zu werden. Ihre Aufgabe ist es, in kurzer Zeit und ohne hohe Kosten wesentliche Ansatzpunkte für Energie- und Ressourceneinsparung bei Beleuchtung, Heizung, Elektrogeräten und Wasserverbrauch zu finden. U.a. sind sie auch mit einer handlichen Wärmebildkamera ausgerüstet (siehe Foto oben). Das Berliner Wochenblatt berichtete über die „Junior-Energieberater“ in seiner ersten Ausgabe im neuen Jahr (Download im „Presse“-Bereich dieses Weblogs). 

gewinner_kuehlschrank_preisfrageDa die Projektarbeit von „Köpfchen statt Kohle“ keinem festen Curriculum folgt, sondern offen ist für die Fragen und Interessen der Schülerinnen und Schüler, tauchen auch immer wieder mal Themen auf, aus denen die Projektbetreuer kleine Preisrätsel machen. So wurden die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen aufgefordert, doch selbst herauszufinden, wie ein Kühlschrank funktioniert. Wie kommt die Kälte in den Schrank? Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Weihnachtsferien und kamen zum ersten Treffen im neuen Jahr mit einer Menge Antworten zurück, die verschiedene Aspekte der Frage betrafen. Was ist ein Kältemittel? Wie ist das mit der Verdunstungskälte? Was macht der Kompressor am Kühlschrank? Die beiden Teams, die solche Fragen am besten beantworteten, bekamen kleine Preise.

das_oekologische_haus_02„Ökohaus-Projektwochen“ werden immer beliebter in den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen. Mindestens vier Schulen haben dieses Jahr schon für eine oder mehrere Klassen diese Projektwochen gebucht, die das „Köpfchen statt Kohle“-Team entwickelt hat, um das Wissen über neue Energietechniken mit Spaß am Bauen und Experimentieren zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen Experimentierkästen wie „Das ökologische Haus“ von Galileo oder das iH2go-Wasserstoffauto. Darum herum sind viele Aufgaben und Experimente gruppiert, die dafür sorgen, dass Pankower Grundschüler spätestens nach der sechsten Klasse wissen, wie eine Solarzelle funktioniert, was ein Wasserstoffauto antreibt oder wie das mit der Energieumwandlung in einer LED ist.

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