Premiere I: Berlins erste solare Pausenhof-Disco – Premiere II: Erste Generation „Junior-Energieberater“ ausgebildet – Zukunft: Was hat „Köpfchen statt Kohle“ im neuen Schuljahr vor?

Berlins erste Schüler-Solaranlage wurde jetzt in der Grundschule unter den Bäumen ihrer Bestimmung übergeben. An der Grundschule im Pankower Quartier Blankenburg haben unsere jungen Energiemanager mit Unterstützung durch die DPI-Solar Energiespar GmbH ein Solarmodul mit Laderegler und Akku auf einen mobilen Rahmen montiert. Mit dem Solarmodul wird ab jetzt die Pausenhof-Disco der Schule betrieben.

Beim erstmaligen Anzapfen der Sonne für die akustische Pausenbelebung waren auch Pankows Bezirksstadtrat Torsten Kühne und Schulrätin Susanne Füllgraf mit dabei. Harry Funk, der für die Berliner Senatsverwaltung die Klimaprojekte in Berlin koordiniert, lobte das Projekt: „Damit wird Solarenergie für die Schüler greifbar und das Thema wird auch emotional erfahrbar.“ Sogar ein Filmteam von n-tv interessierte sich für das Event und interviewte die Schüler.

Zwölf waren zu Beginn des Jahres angetreten, sieben Schüler der Klassenstufen 7 bis 9 haben es jetzt auf Anhieb geschafft – die Prüfung zum „Junior-Energieberater“. Am vorletzten Schultag fand der zweite Teil der Prüfung (mündlich und praktisch) vor der vierköpfigen Prüfungskommission im Robert-Havemann-Gymnasium in Berlin-Karow statt. Schulleiter Thomas Josiger ist stolz darauf, dass dieses bisher einmalige Projekt an seiner Schule erfolgreich ist. Im kommenden Schuljahr wollen die Schüler ihren ersten Praxiseinsatz in einem öffentlichen Gebäude des Bezirks Pankow starten. Für die Schulung des nächsten Jahrgangs haben die Schüler auch ein „Junior-Energieberater-Handbuch“ erarbeitet, das soeben in einer ersten Auflage gedruckt worden ist.

Was plant „Köpfchen statt Kohle“ für das nächste Schuljahr? Wir sprachen mit Projektleiter Richard Häusler (auf dem Foto zusammen mit Energiemanagern der Schule am Falkplatz).

Frage: Sind Sie zufrieden mit den Ergebnissen des jetzt abgeschlossenen Schuljahres?
Antwort: Teils, teils. Die Junior-Energieberater, die Solar-Disco, der Klimavertrag der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen mit dem Pankower Bürgermeister, darauf sind wir schon stolz. Aber manche Ziele haben wir dieses Jahr auch nicht erreicht.

Frage: Welche denn?
Antwort: Zum Beispiel haben die Schüler/innen in der Falkplatz-Schule im vergangenen Winter keinen großen Lüftungs-Wettbewerb hinbekommen. Das hing auch damit zusammen, dass die Gruppe sich lange damit herumgeschlagen hat, die Verbindung ihres Steuerungsrechners mit dem Heizungsserver wieder hinzubekommen. Und im Käthe-Kollwitz-Gymnasium wartet die Projektgruppe noch auf diesen Rechner – er soll aber zum Start des neuen Schuljahres da sein.

Frage: Die Probleme sind also eher technischer Natur?
Antwort: Nicht nur. Wir müssen uns auch darum kümmern, dass in allen 18 Schulen, die wir betreuen, die Projektidee und die Suche nach lohnenswerten Projektzielen immer im Vordergrund steht. Wir wollen und sollen ja keinen Ergänzungsunterricht machen, sondern die Schüler sollen selbst aktiv werden und unterstützt durch uns die Energiesituation in der Schule untersuchen und verbessern. Dafür gibt es überall die unterschiedlichsten Ansatzpunkte. Das Know-how über Physik, Energietechnik und Messmethoden eignen sich die Schüler/innen dann en passant an. Dann macht es den jungen Energiemanagern auch Spaß.

Frage: Gibt es auch neue Ideen, die Sie nächstes Jahr umsetzen wollen?
Antwort: Gibt es. An einigen Schulen wollen wir ausprobieren, ob man die relativ teuren Messgeräte und Datenlogger, mit denen wir Temperaturen, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt erfassen, durch ein Messnetz auf Basis der Raspberry-Technologie ersetzen könnte. Ein Raspberry ist ein kleiner, sehr kostengünstiger Computer, mit dem inzwischen auch in Grundschulen Programmieren gelernt wird. An diese Geräte lassen sich ebenfalls sehr kostengünstig alle möglichen Sensoren anschließen und dadurch Daten sammeln und auch visualisieren. Wir hätten damit nicht nur sehr viel kostengünstigere Messmöglichkeiten. Die Schüler könnten auch rascher auf die Ergebnisse zugreifen und damit arbeiten. Und ein dritter Vorteil wäre: Die Energiemanager haben es nicht mit einer „Black Box“ zu tun, sondern können die Messgeräte und den Aufbau von Messumgebungen selbst programmieren und die Technik verstehen. Damit würde „Köpfchen statt Kohle“ auch einen Beitrag zur digitalen Bildung leisten.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

Viertklässler der Carl Humann-Grundschule am Prenzlauer Berg entwickelten für eine Lüftungskampagne schon vor zwei Jahren eine informative Litfaßsäule mit Bildern und Slogans. Darunter war auch ein Claim, den das Eidgenössische Departement des Innern jetzt gerne für eine landesweite Aktion verwenden möchte. Das Schweizerische Bundesamt für Gesundheit hat bei uns angefragt, ob es den Slogan „Schlechte Luft – schlechte Laune – schlechte Noten“ für sein Projekt „Luftwechsel“ in Schweizer Schulen verwenden darf. Natürlich darf es, beschlossen die Grundschüler und ihre Lehrerin Kathrin Hillers. Vielleicht sollten wir in Zukunft marketingtaugliche Ergebnisse aus den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten schützen lassen, um sie auch finanziell verwerten zu können?

Weil zum Sommer hin die Heizung kein Thema mehr in den Schulen ist, haben die jungen Energiemanager dann Freiräume, sich mit neuer Energietechnik zu beschäftigen. Nahezu alle „Köpfchen statt Kohle“-Schüler lernen die Funktion einer Solarzelle kennen. Auch hier steht die Theorie erst an zweiter Stelle. Zunächst werden Modelle zum Beispiel von Solarautos gebaut und ausprobiert. Danach ist die Motivation groß, auch zu verstehen, wie aus den Lichtteilchen in der Solarzelle elektrischer Strom wird. Wenn die Sonne mal nicht scheint – was in den letzten sehr regnerischen Wochen öfter der Fall war – müssen Baustrahler oder Overhead-Projektoren als Ersatzsonne herhalten. Die gemalte Sonne (Bild oben rechts) ist dagegen wohl ein ironisches Statement eines jungen Solarautobesitzers…

In der Homer-Grundschule haben die Schülerinnen und Schüler der „Köpfchen statt Kohle“-Projektgruppe sogar zusammen mit ihrem Lehrer Tobias Berger im Lauf des Schuljahres eine eigene Energiewerkstatt eingerichtet, um Modelle bauen und experimentieren zu können. Dafür haben sie einen weitgehend verwaisten Werkstattraum im Keller mit Werkzeug und Materialien ausgerüstet. Die bei „Köpfchen statt Kohle“ aktiven Schüler/innen erwerben dadurch ganz nebenbei auch grundlegende handwerkliche Fähigkeiten.

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Pankows Bürgermeister schließt Klimavertrag mit den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen – Stadtrat: „Ein Erfolgsmodell“ – Die Hardware ist oft das Problem

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Der große Saal im Rathaus Pankow war überfüllt, als am 3. Mai Bezirksstadtrat Dr. Torsten Kühne (Bild oben, rechts) die „Energiemanager“ der 17 Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen begrüßte. Kühne ist seit einem halben Jahr im Amt als Schul- und Baustadtrat. Das Bauressort nennt sich neudeutsch jetzt „Facility Management“, wie Kühne den etwa hundert Schülerinnen und Schülern erklärte, die an diesem Vormittag drei Stunden ohne Pause durchhielten. Diese Ausdauer mag auch damit zusammenhängen, dass sich die jungen „Energiemanager“ keine langen Reden anhören mussten. Sowohl Stadtrat Kühne als auch Bürgermeister Sören Benn fassten sich kurz, suchten den Dialog und hörten gerne zu, als die Schüler-Teams ihre Arbeit und ihre Projekte vorstellten.

Torsten Kühne ist seit langem in der Pankower Bezirkspolitik, er kennt also auch „Köpfchen statt Kohle“ nicht erst seit er auch qua Amt für dieses Projekt zuständig ist. Früher waren das Schul- und das Bauressort im Bezirk getrennt. Dass es nun in einer Hand liegt, könnte ein Vorteil sein, wie Projektleiter Richard Häusler erklärte: „Die Wege zwischen Schul- und Bauamt werden möglicherweise kürzer und es gibt nur einen, der schuld ist, wenn etwas nicht klappt.“ Diese Verantwortung nahm Torsten Kühne ohne Einschränkung an und ließ sich zum Zeichen der Gemeinsamkeit mit den Zielen von „Köpfchen statt Kohle“ ein „Energiemanager“-T-Shirt überreichen, das er auch an Ort und Stelle überstreifte. Als Physiker seien ihm die technischen Zusammenhänge der Energieversorgung nicht fremd, erklärte er. „Köpfchen statt Kohle“ bezeichnete er als „ein Erfolgsprojekt an 17 Pankower Schulen“ und er gratulierte den anwesenden Schülerinnen und Schülern dazu, dass sie zu denen gehörten, die davon profitierten: „Kinder und Jugendliche lernen am praktischen Beispiel ihrer Schule wie Energiesparen und Klimaschutz funktioniert. Keine graue Theorie, sondern lebendige Praxis. So macht Schule Spaß“, wusste Kühne. Und die anschließenden Präsentationen der Schülergruppen stellten dies unter Beweis. Das Spektrum der Themen reichte von der Übernahme der zentralen Heizungssteuerung am Computer durch die Schüler über fast wissenschaftliche Untersuchungen zur Luftqualität und das Lüftungsverhalten in Klassenräumen bis zur Projektierung von Schüler-Solaranlagen und Experimenten zur Stromgewinnung durch Bakterien.

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Highlight der Veranstaltung war die Unterzeichnung eines „Klimavertrages“ zwischen dem Bezirk Pankow und den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen. Bürgermeister Sören Benn nahm sich die Zeit, mit jeder der Schulen ein Vertragsdokument zu unterzeichnen. Dies ist der Wortlaut der Vereinbarung:

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Natürlich gab es von jeder Schuldelegation dann auch ein offizielles Foto mit dem Bürgermeister. Durch die Vereinbarung ist für die laufende Wahlperiode, die bis 2021 geht, sichergestellt, dass der Bezirk sich zusammen mit den Schulen für mehr Energieeffizienz und Klimaschutz engagieren wird.

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neue_heizventile_01Eines der Probleme, auf die die jungen Energiemanager bei ihren Recherchen und Messungen immer wieder stoßen, ist die Diskrepanz zwischen den Steuerungsbefehlen und den Auswertungen der Heizungscomputer und der Realität in den Schulklassen. Die Schüler berichteten sowohl über zu kalte als auch über zu warme Räume, über nicht richtig angebrachte Temperaturfühler und anscheinend nicht funktionierende Thermostatventile. An sich ist die Computersteuerung der Heizungseinstellungen ein großer Fortschritt gegenüber den von Hand drehbaren Thermostaten.

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Doch wenn die hinter der Steuerungsoberfläche des Computers stehende Hardware des Heizungssystems fehlerhaft ist, ergeben sich für die jungen „Energiemanager“ eine Menge von Fragen, die sie in Briefen und E-Mails an die Techniker und die Bauverwaltung weiterleiten. In der Carl-Humann-Schule wollen die Schüler demnächst einen Vorrat an Thermostatventilen ordern, um sie bei Bedarf gleich einzubauen. Denn Lehrkräfte und Erzieher berichten an dieser Schule, dass immer wieder Ventile abbrechen. Im Gegensatz zu den früher verwendeten Ventilen sind an dieser Schule die Ventile nicht mit einem Metall-, sondern einem Kunststoffgewinde angeschraubt. Den Ventilaustausch beherrschen die „Energiemanager“, die passenden Maulschlüssel und Zangen gehören zu ihrer Ausrüstung.

Mit einem anderen technischen Problem sehen sich die Schüler an der Falkplatzschule konfrontiert. Nachdem auch hier der Steuerungscomputer eine Menge Ungereimtheiten offenbart, haben sie sich die Verbrauchsdaten ihrer Schule aus den beiden zurückliegenden Jahren besorgt. Dabei fällt eine sehr deutliche Steigerung des Wärmeenergieverbrauchs von 2015 nach 2016 auf. Auf dem Poster, das das Falkplatz-Team im Rathaus Pankow präsentierte, stellen die Schüler deshalb fest: „Was uns besonders Sorgen macht: Obwohl unsere Schule letztes Jahr eine neue Fernwärmeheizung und dichte Fenster bekommen hat, verbrauchen wir jetzt mehr Wärmeenergie als vorher!!!“ Sie fragen: Hängt das mit der Umstellung auf Fernwärme und der nicht erfolgten Anpassung der Regelungssysteme zusammen?

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WEITERE KURZNACHRICHTEN

kuehne_und_lichtenberg_schueler01Lichtenberg zu Gast beim Pankower Energiemanager-Gipfel: Auch sie waren am 3. Mai ins Rathaus gekommen – die Schüler, die die „Köpfchen statt Kohle“-Mission in den Pankower Nachbarbezirk tragen. Zusammen mit ihrer Schulleiterin Beate Natusch wurde die Delegation der Grundschule auf dem lichten Berg von Stadtrat Torsten Kühne begrüßt. „Wir arbeiten uns erst ein“, stellten die Lichtenberger Schüler fast entschuldigend fest, nachdem sie gesehen hatten, was ihre Pankower Vorbilder alles auf die Beine stellen.

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Falkplatz-Schule: Lichtschalter-Appelle. Natürlich beschäftigen sich die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppen nicht nur mit der Heizung. Zwar sind ca. 75 Prozent der Energie, die Schulgebäude verbrauchen, Wärmeenergie. Aber auch der Stromverbrauch ist im Visier der Energiedetektive. Die Falkplatzschüler haben sich dazu etwas einfallen lassen. Im Rathaus Pankow berichteten sie über Ihre Lichtschalter-Aktion: „Wir sind eine große Schule und haben jede Menge Lichtschalter. Alle Lichtschalter können wir selbst ein- und ausschalten. Es gibt keine Zeitschalter und auch keine Bewegungsmelder für die Beleuchtung an unserer Schule. Deshalb sollten alle – die Schüler/innen und die Lehrkräfte – darauf achten, das Licht auszuschalten, wenn es nicht gebraucht wird. Um uns alle immer wieder daran zu erinnern, malen wir jede Menge kleiner ‚Licht aus‘-Schilder und kleben sie über die Lichtschalter. Wir meinen, solche bunten und lustigen Bilder werden besser beachtet, als wenn wir nur einen trockenen Text ‚Bitte mach das Licht aus‘ verwenden würden.“

energiemanager_at_work_01Homer-Grundschule: Nachwuchs ausgebildet. Das durchgehende Prinzip bei „Köpfchen statt Kohle“ ist ein möglichst hohes Maß an Selbstständigkeit der „Energiemanager“. Die Betreuer agieren nicht als „Lehrer“, sondern eher als Coaches und Unterstützer. Alle Probleme, auf die die Schülerinnen und Schüler während ihrer Aktivitäten stoßen, müssen sie prinzipiell auch selbst lösen. Deshalb haben sich die „Energiemanager“ in der Homer-Grundschule – alles Sechstklässler, die nächstes Jahr nicht mehr an der Schule sein werden – auch für die Rekrutierung des Nachwuchses verantwortlich gefühlt. Sie sind in den letzten Wochen durch die vierten und fünften Klassen gegangen und haben geworben- Acht neue konnten auf diese Weise bereits jetzt gefunden werden, die im nächsten Schuljahr die Aufgaben übernehmen wollen. Auch die Einarbeitung der neuen – z.B. am Heizungsprogramm – übernahmen die „alten Hasen“ selbst.

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Bildet die Hausmeister! – Einladung ins Rathaus – Duschwettbewerb

heizung_verstehen_01Die Schulhausmeister sind wichtige Partner der jungen Energiemanager von „Köpfchen statt Kohle“. In den meisten Schulen arbeitet man eng zusammen, überall werden die Hausmeister immer wieder von den Schülerinnen und Schülern der Projektgruppen angefragt. Oft, wenn es darum geht, einmal die Heizanlage unter die Lupe zu nehmen. Beim Gang durch den Heizungskeller fallen dann ab und an Dinge auf, für die auch der Hausmeister erst einmal keine Erklärung hat. So vor kurzem geschehen in der Grundschule auf dem lichten Berg. Hier wollten die Schüler vom Hausmeister wissen, wo denn Einstellungen für die Nachtabsenkung, den Wochenendbetrieb und die Ferienzeiten vorgenommen werden. Die Auskunft des Hausmeisters klang ernüchternd: Er könne hier gar nichts einstellen und habe auch keine Betriebsanleitung der Heizanlage.

Damit wollte sich die Projektgruppe nicht zufriedengeben. Ein fachlich kompetenter Betreuer aus dem „Köpfchen statt Kohle“-Team erhielt den Auftrag, bei der Bezirksverwaltung nachzufragen, was Sache sei. Dabei stellte sich heraus, dass die Heizungsregelung in der Fernwärmeübergabestation schon ziemlich veraltet ist, aber ihren Dienst noch immer erfüllt. Es sind feste Heizzeiten eingestellt: Montag-Donnerstag 6-18 Uhr, Freitag 6-14 Uhr, Turnhalle durchgehend 4:30-22 Uhr. Nachts und am Wochenende erfolgt eine Verschiebung der Heizkurve mit einer Absenkung um 5 Grad. Das Prinzip der Wochenuhren erlaubt jedoch nicht die Berücksichtigung von Ferien. Ein regelnder Eingriff, der eine bessere Anpassung an die tatsächlichen Nutzungszeiten und damit mehr Energieeffizienz ermöglichen würde, wird von der Bezirksverwaltung Lichtenberg abgelehnt, weil er zu kompliziert wäre und viele Risiken birgt, zumal auch die hydraulische Abstimmung der Druckverhältnisse in der Anlage wahrscheinlich nicht optimal ist.

Die Schüler hätten sich gewünscht, dass der Hausmeister ihnen das hätte erklären können. Aber anscheinend reicht die Information und Unterstützung der Hausmeister durch die Anlagentechniker und die Bauverwaltung nicht dazu aus, die Hausmeister ausreichend zu qualifizieren. Die Schulhausmeister sind damit in der unangenehmen Lage, den Betrieb vor Ort irgendwie sichern zu müssen, ohne wirklich immer zu wissen, was sie tun. Im Fall der Lichtenberger Schule stellte sich beim Besuch der Heizanlage auch heraus, dass die Heizung anscheinend im Sommer immer wieder mal unvermutet einschaltet, obwohl sie dann ja nun wirklich nicht gebraucht wird. Die bisherige Gegenmaßnahme des Hausmeistes, das Problem durch Absperren der Zuleitung zum Überlaufbehälter zu lösen, kann jedenfalls als nicht geeignet betrachtet werden.

heizanlage_01Auch in den Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, in denen häufig zentrale, computergesteuerte Einzelraumregelungen für die Heizung vorhanden sind, stoßen die jungen Energiemanager gelegentlich auf gravierende Wissenslücken der Hausmeister. Die Schüler, die selbst einen Regelungszugang zu den Heizeinstellungen haben und dementsprechend geschult worden sind, beobachten zum Beispiel immer wieder, dass Hausmeister die Regelungstechnik nicht erklärt bekommen haben. So kommt es vor, dass der Hausmeister dem Computer sagt, er solle in allen Räumen schon morgens früh um fünf Uhr 20 oder 21 Grad liefern, um die Räume für den Unterrichtsbeginn „vorzuheizen“. Diese Aufgabe kann aber der Computer anhand der gemessenen Raum- und Außentemperaturen und der eingegebenen Daten für den Wärmebedarf viel besser erledigen. Am Computer soll deshalb nur eingegeben werden, wann die Räume jeweils belegt sind und geheizt werden müssen. Alles andere macht der Rechner selbst. Wenn dagegen der Hausmeister schon drei Stunden früher die Solltemperatur im System abruft, erzeugt er eine nicht unerhebliche Energieverschwendung. Denn zwischen 5 und 8 Uhr morgens braucht niemand in den Klassenräumen 20 oder 21 Grad Wärme.

Solche Unsicherheiten bei den Hausmeistern sind es dann manchmal auch, die dazu führen, dass einzelne Hausmeister gar nicht wollen, dass die Schüler selbst einen Computerzugang mit Regelungskompetenz erhalten. Nach zwei Jahren ist es uns jetzt an einer „Köpfchen statt Kohle“-Schule gelungen, den Hausmeister dafür zu gewinnen, den Schülern wenigstens für einzelne Klassenräume die Kontrollrechte einzuräumen. Bisher konnten die Schüler ihre Vorschläge für eine effizientere Beheizung der Räume anhand der Analysedaten, die der Computer ihnen lieferte, nur als Anfrage an den Hausmeister weitergeben. Aber natürlich hatte der Hausmeister keine Zeit, darauf einzugehen oder mit den Schülern über die Probleme zu sprechen, die sie entdeckten. Keine Zeit oder auch keine eigene Kompetenz. Deshalb wäre es wichtig, die Hausmeister sehr viel besser zu schulen und als Energieeffizienz-Manager zu unterstützen, als dies bislang der Fall ist.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

energiemanager_camp2017_Seite_1Der neue Stadtrat für Schule und Bauen, Dr. Torsten Kühne, lädt die aktiven Schüler aller „Köpfchen statt Kohle“-Schulen am 3. Mai (9-11:30 Uhr) ins Rathaus Pankow zu einem „Energiemanager-Camp“ ein. Damit erhalten die beteiligten Schulen erstmals die Gelegenheit zu einem breiten Erfahrungsaustausch. Außerdem wird es ein spannendes Energiequiz geben, bei dem die Schüler gegen Erwachsene antreten und es soll ein „Klimavertrag“ zwischen dem Bezirk Pankow und den Schulen geschlossen werden. Mehr dazu demnächst…

Die Energiemanager-Gruppe am Robert-Havemann-Gymnasium besteht aus Schülern der Klassenstufen 7 bis 12. Sie hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt – die Schüler wollen sich zum „Junior-Energieberater“ qualifizieren, um auch in Privathaushalten Energiespar-Potenziale zu entdecken und Verbesserungsvorschläge machen zu können.

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Zu diesem Zweck testen sie auch neue Techniken, die auf dem Markt sind – wie beispielsweise das „amphiro b1“, eine visuelle Hilfe zum Energiesparen beim Duschen. Das Gerät lässt sich einfach montieren und auch mit einer Smartphone-App verbinden. Es misst den Wasser- und Energieverbrauch, erzeugt Statistiken und erlaubt den Vergleich mit eigenen Sparzielen. Drei Schüler haben es derzeit zu Hause im Testeinsatz und liefern sich innerfamiliäre Wettbewerbe mit ihren Eltern. Ein Siebtklässler hält derzeit den Rekord beim Wasserverbrauch – mit unter 9 Litern für eine Dusche. Die Gruppe tüftelt jetzt an einem Parameter, der die Körpergröße berücksichtigen soll, damit ein absolut gerechter Vergleich möglich wird.

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„Köpfchen statt Kohle“ ist jetzt Unterrichtsfach – Müssen wir vor der Technik kapitulieren? – Lüften bleibt Dauerthema im Winter

energiebegriffe_01 „Köpfchen statt Kohle“-Projekte sehen an jeder Schule etwas anders aus. Das liegt nicht nur an den einzelnen Schülern, die mitarbeiten, oder den Bedingungen der jeweiligen Gebäude und Energietechnik, sondern auch an den verschiedenen Organisationsformen der Projekte. Die jungen Energiemanager sind zum Teil in Profil- und Schwerpunktkursen aktiv, also im Rahmen des Wahlpflichtunterrichts, zum großen Teil jedoch auch in freien Arbeitsgemeinschaften oder im Rahmen von Hort- und Schülerclubangeboten. An manchen Schulen werden aus allen Klassen bestimmter Jahrgangsstufen jeweils ein oder zwei Schüler/innen in die Energieprojektgruppe abgeordnet, meistens aber kommen die, die einfach auf das Thema „Energie“ Lust haben. Während in der Hälfte der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen Lehrkräfte die Gruppe mit betreuen, sind es in der anderen Hälfte die externen Projektbetreuer von „Köpfchen statt Kohle“ ganz alleine, die die Arbeit mit den Schülern übernehmen.

energiebegriffe_02In der Georg Zacharias-Grundschule entsteht jetzt zum ersten Mal eine ganz neue Art der Projektorganisation. Hier findet „Köpfchen statt Kohle“ nämlich im Rahmen des regulären Sachkundeunterrichts einer vierten Klasse statt. Der Fachlehrer überlässt jeden Montag für zwei Stunden seine Klasse der „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Kirsten Heininger, die bis zum Ende des Schuljahres mit den Viertklässlern die vielfältigen Facetten des Energiethemas praxisorientiert behandelt. Natürlich nimmt auch der Lehrer an dem Projekt teil und hilft mit, die für die Projektarbeit relativ große Gruppe einer ganzen Schulklasse zu organisieren. „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler begrüßt diesen „Durchbruch in den Regelunterricht“ und wünscht sich für die Zukunft noch mehr Schulen, die „Köpfchen statt Kohle“ quasi fest in ihren Lehrplan mit aufnehmen.

energiemananager_am_pc_03Zu den motiviertesten und aktivsten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen gehört die Schule am Falkplatz. Hier treffen sich ein gutes Dutzend Fünft- und Sechstklässler jede Woche bereits um sieben Uhr morgens, um eine der größten Grundschulen Berlins energetisch zu verbessern. Unter anderem nutzen sie dazu einen eigenen Regelungszugang zur zentralen Heizungssteuerung am Computer. Hier können sie jeden Raum überwachen und auch korrigierend bei Temperaturen und Heizzeiten eingreifen – zumindest theoretisch.

brief_an_den_projektbeirat_170117Denn in letzter Zeit bekommen die jungen Energiemanager immer öfter den Eindruck, dass vieles gar nicht mehr regelbar ist im System. In etlichen Räumen ihrer Schule werden die eingestellten Solltemperaturen nicht erreicht, in anderen Räumen sinkt die Temperatur nachts kaum ab. Besonders beschäftigt die Schülerinnen und Schüler derzeit der Umstand, dass sie sich statt mit ihrem Energiesparauftrag mit dem Gegenteil beschäftigen müssen – mit Klassenräumen, die zu kalt sind. Solche Räume finden die Energiemanager vor allem in der dritten Etage ihrer Schule. Um Hilfe zu bekommen, haben sie jetzt einen Brief an den Projektbeirat von „Köpfchen statt Kohle“ geschrieben (siehe Abbildung links), in dem Bauamt, Schulamt, Schulaufsicht und Techniker zusammenarbeiten. Ein sogenannter hydraulischer Abgleich der gesamten Heizanlage der Schule, der als Basis für eine regelbare Heizung notwendig ist, wurde den Schülern inzwischen vom Bezirksamt in Aussicht gestellt. Die untenstehende Grafik zeigt an einem Beispiel, was die Energiemanager bei der Auswertung von Messdaten eines unterbeheizten Raumes alles im Blick haben.

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Nicht nur die Falkplatzschüler verlieren zuweilen den Glauben an die Technik. In mindestens zwei anderen Schulen, in denen die Heizung ebenfalls für alle Räume gezielt und individuell am Computer gesteuert werden kann, um Energieeffizienz sicherzustellen, beobachten die jungen Energiemanager, dass die Hausmeister die Steuerungsthermostate von den Heizkörpern abschrauben. Dadurch sind die Ventile ständig maximal geöffnet und die Räume werden dauernd beheizt. Anscheinend wissen sich manche Hausmeister nicht mehr anders zu helfen, um die Schule warm zu kriegen. Das sieht dann so aus wie in der Carl Humann-Schule (linkes Bild) oder der Grundschule unter den Bäumen (rechts):

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Die Energiemanager der Carl Humann-Schule waren im letzten Schuljahr sehr stolz darauf, dass sie die Ventilöffnungszeiten ihres Lebenskunde-Raumes signifikant senken konnten, ohne dass es dadurch im Raum kälter geworden wäre. Sie haben dafür nur den Aufstellort des Temperaturfühlers verändern müssen – weg aus der kalten Fensternische. Dieser ganze Erfolg ist jetzt zunichtegemacht. Die Auswertung der aktuellen Heizkurven (siehe Bild unten) zeigt, dass 14 Stunden lang geheizt werden muss, um während des Unterrichts halbwegs verträgliche Temperaturen zwischen 18 und 20 Grad zu haben. Den Glauben an Technik und Heizungssteuerung dürften die Fünftklässler dadurch allmählich verlieren.

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co2_datenlogger_aufstellen_01Ein Problem, das mit Technik alleine nicht zu lösen ist, liegt in der schlechten Luftqualität in den Schulen während des Winterhalbjahres. Die Kohlendioxid-Werte in einem Klassenraum steigen mit Unterrichtsbeginn rasch über den Richtwert von 1.000 ppm. Ohne aktives und effektives Lüften kann er nicht gesenkt werden. Wie die Energiemanager der Grundschule am Sandhaus jetzt durch Messaufzeichnungen herausfanden, besteht ein erhöhter CO2-Wert in vielen Klassenräumen den ganzen Unterrichtstag lang. Zu viel CO2 führt zu Müdigkeit und Konzentrationsschwächen, ist also ein Lernhindernis. Einmaliges Lüften in der großen Pause reicht nicht aus, um ein lernfreundliches Klassenraum-Klima herzustellen, wie untenstehende Beispielauswertung aus der Sandhaus-Schule zeigt.

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 WEITERE KURZNACHRICHTEN

thermokamera_ausprobieren_01Am Robert Havemann-Gymnasium werden derzeit die ersten „Junior-Energieberater“ ausgebildet. Die Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 12 werden im Juli die Theorie- und Praxisprüfung absolvieren, um danach sowohl im privaten wie im öffentlichen Bereich tätig zu werden. Ihre Aufgabe ist es, in kurzer Zeit und ohne hohe Kosten wesentliche Ansatzpunkte für Energie- und Ressourceneinsparung bei Beleuchtung, Heizung, Elektrogeräten und Wasserverbrauch zu finden. U.a. sind sie auch mit einer handlichen Wärmebildkamera ausgerüstet (siehe Foto oben). Das Berliner Wochenblatt berichtete über die „Junior-Energieberater“ in seiner ersten Ausgabe im neuen Jahr (Download im „Presse“-Bereich dieses Weblogs). 

gewinner_kuehlschrank_preisfrageDa die Projektarbeit von „Köpfchen statt Kohle“ keinem festen Curriculum folgt, sondern offen ist für die Fragen und Interessen der Schülerinnen und Schüler, tauchen auch immer wieder mal Themen auf, aus denen die Projektbetreuer kleine Preisrätsel machen. So wurden die Energiemanager der Grundschule unter den Bäumen aufgefordert, doch selbst herauszufinden, wie ein Kühlschrank funktioniert. Wie kommt die Kälte in den Schrank? Die Schülerinnen und Schüler nutzten die Weihnachtsferien und kamen zum ersten Treffen im neuen Jahr mit einer Menge Antworten zurück, die verschiedene Aspekte der Frage betrafen. Was ist ein Kältemittel? Wie ist das mit der Verdunstungskälte? Was macht der Kompressor am Kühlschrank? Die beiden Teams, die solche Fragen am besten beantworteten, bekamen kleine Preise.

das_oekologische_haus_02„Ökohaus-Projektwochen“ werden immer beliebter in den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen. Mindestens vier Schulen haben dieses Jahr schon für eine oder mehrere Klassen diese Projektwochen gebucht, die das „Köpfchen statt Kohle“-Team entwickelt hat, um das Wissen über neue Energietechniken mit Spaß am Bauen und Experimentieren zu verbinden. Im Mittelpunkt stehen Experimentierkästen wie „Das ökologische Haus“ von Galileo oder das iH2go-Wasserstoffauto. Darum herum sind viele Aufgaben und Experimente gruppiert, die dafür sorgen, dass Pankower Grundschüler spätestens nach der sechsten Klasse wissen, wie eine Solarzelle funktioniert, was ein Wasserstoffauto antreibt oder wie das mit der Energieumwandlung in einer LED ist.

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„Köpfchen statt Kohle“ jetzt auch im Bezirk Lichtenberg – Detektivarbeit an der Heizung – Videoclip der Homer-Grundschule online

wappen_lichtenberg_webEin zweiter Berliner Bezirk schließt sich jetzt „Köpfchen statt Kohle“ an. Noch vor Weihnachten startete in der Grundschule auf dem lichten Berg eine Schüler-Projektgruppe, für die sich über 20 Kinder der Klassenstufen vier bis sechs angemeldet haben. Der Bezirk Lichtenberg hat die Projektgruppe mit einem Koffer voller Messgeräte ausgestattet. Ein Mitarbeiter aus dem „Köpfchen statt Kohle“-Team von stratum betreut die Gruppe in der Schule, die zwei Standorte hat. Beide Schulgebäude wollen die Schülerinnen und Schüler unter die Lupe nehmen. Im Februar ist dazu auch eine systematische Gebäudebegehung geplant, die von einem Ingenieur und Energieberater begleitet wird.

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Zum Auftakt überprüften die angehenden jungen „Energiemanager“ ihr Wissen über Energiearten und Energieumwandlung und machten sich mit der Technik der Temperaturmessung vertraut. Auch auf ein Problem stießen die Schüler gleich zu Beginn: Nicht wenige der Heizungsthermostate in ihrer Schule stehen auf Stufe „5“. Dass das viel zu hoch ist, werden sie in den nächsten Wochen durch Messungen und Datenauswertungen zeigen und dann ihren Mitschülern und den Lehrkräften beibringen.

energiemanager_at_work_01aDass die richtige Heizungseinstellung gar nicht so einfach ist, erleben jetzt auch die Energiedetektive der Homer-Grundschule. Diese Pankower Schule hat die drehbaren Heizungsthermostate abgeschafft und durch eine zentrale Einzelraumsteuerung am Computer ersetzt, zu der die Schüler einen eigenen freien Zugang haben. Sie können sogar Heizzeiten und Temperaturen selbst einstellen. Was dabei aber herauskommt, hängt jedoch nicht nur von den Schülern ab, sondern auch von der Technik, die hinter dem System steckt. Damit der computergesteuerte Thermostat funktioniert, benötigt er unter anderem die richtigen Temperatursignale aus jedem Raum. Ist nun ein Temperaturfühler in einem Schrank eingebaut, wie die Schüler es jetzt für den Klassenrum 106 festgestellt haben, übermittelt er irreführende Daten an das Regelsystem. Denn das Mikroklima in dem Schrank erzeugt ein paar Grad mehr Wärme, als im Klassenraum sonst herrschen. Der Heizungscomputer fährt also den Wärmetransport herunter und es wird tendenziell zu kalt im Klassenzimmer. Anhand der Computerdiagramme kommen die jungen Energiemanager solchen Zusammenhängen allmählich auf die Spur.

energiemanager_at_work_03_webEs ist also nicht so, dass die Schüler immer nur damit beschäftigt wären, überheizte Räume aufzuspüren und Energie zu sparen, nicht selten stoßen sie auch auf das Gegenteil – zu kalte Räume. In jedem Fall funktioniert die Regelung am Computer nicht bzw. es ergeben sich Widersprüche zwischen den Einstellungen am PC und den realen und messbaren Verhältnissen in den Räumen. Das kann auch mit defekten Heizungsventilen zusammenhängen, die die Energieaktivisten der Schule am Falkplatz immer wieder entdecken

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So haben sie jetzt festgestellt, dass zu schlecht beheizte Räume beispielsweise nur einen funktionierenden Heizkörper aufweisen, an dem sich eine angemessene Vorlauftemperatur von ca. 50 Grad messen lässt, und zwei Heizkörper, die nur Zimmertemperatur haben, also gar nicht in der Lage sind, Wärme an den Raum abzugeben. Das Energieteam an der Falkplatzschule, das sich jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr eine Stunde vor dem Unterricht trifft, hat sich daran gewöhnt, nahezu jedes Mal einen Mängelbericht für die Techniker und die Bauverwaltung schreiben zu müssen. Die Schülerinnen und Schüler lassen sich dadurch nicht entmutigen.

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Im Gegenteil: Die „Köpfchen statt Kohle“-Teams sind hoch motiviert und setzen sich immer anspruchsvollere Ziele. Im Robert Havemann-Gymnasium erarbeitet sich ein Dutzend Schüler aus den Klassenstufen 7 bis 12 die Kompetenz, um als „Junior-Energieberater“ sowohl in Haushalten als auch anderen Schulen Energiechecks durchführen zu können. Inzwischen ist auch die Fragebatterie für den Wissens- und Praxistest in der Erprobungsfassung vorhanden. Im Frühjahr wollen alle diesen Test bestehen.

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Der Messgeräte-Koffer der Junior-Energieberater ist umfassend bestückt – vom Durchflussmesser für Wasserhähne über Messgeräte zur Bestimmung der Taupunkt-Abstandstemperatur bis zur handlichen Wärmebildkamera. Mit all diesen Geräten müssen der angehende Energieberater-Nachwuchs umgehen können.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

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Grundschule unter den Bäumen:  Die Idee einer Schüler-Solaranlage an dieser Schule nimmt konkretere Formen an. Nachdem sich der Großvater einer Schülerin bereit erklärt hat, das Projekt durch Rat und Tat zu unterstützen, ist der Plan, im Sommer eine solarbetriebene Pausenhofdisco zu betreiben, weiter gediehen. Der frühere Ingenieur für Nachrichtentechnik war bereits bei einem Treffen mit dabei (unser Foto). Auch ein Standort ist in Absprache mit der Schulleitung bereits gefunden. Nach den Ferien wird das Solarprojekt eines von drei Themen sein, mit denen sich die Schüler beschäftigen. Mit der Thermokamera wollen sie weiterhin die Beschädigung der Fassadendämmung durch Spechtlöcher untersuchen sowie am Heizungscomputer energiesparende Einstellungen für die einzelnen Räume finden.

heizungsschema_01Für ihre praktische Arbeit benötigen die jungen Energiemanager auch einiges an theoretischem Wissen. Anders als im Schulunterricht eignen sie sich dieses Wissen aber begleitend zu ihrer praktischen Arbeit an. Kein „Köpfchen statt Kohle“-Schüler verlässt die Grundschule deshalb ohne zu wissen, wie ein Thermostat funktioniert oder wie eine Heizungsanlage aufgebaut ist. Zur Erarbeitung und Überprüfung ihres Wissens haben die Schülerinnen und Schüler aus der Projektgruppe der Grundschule an der Marie jetzt aus dem Gedächtnis Funktionsbilder der Heizung gezeichnet. Wer weiß, vielleicht beginnen hier auch im einen oder anderen Fall berufliche Karrieren als Heizungsbauer oder Ingenieurin?

experimentieren_elektro_01In der Grundschule am Sandhaus haben wir, auch bedingt durch die Zusammensetzung der Schülergruppe, das experimentierende und selbstbestimmte Lernen in den Vordergrund gestellt. Lernpsychologen wie der Neurobiologe Gerald Hüther weisen immer wieder darauf hin, dass Kinder lernen wollen – wenn man zulässt, dass sie sich mit den eigenen Fragen an die Welt beschäftigen. („Wenn etwas für ein Kind bedeutsam ist, dann lernt es das auch.“) Am Sandhaus erleben wir das immer wieder, wenn wir zum Beispiel sehen, mit welcher Konzentration die Schüler aus dem vorhandenen Lernmaterial (z.B. Generator-Baukästen) neue komplexe Anordnungen bauen und testen. Natürlich ist es im Konzept des Baukastens eigentlich nicht vorgesehen, dass Kinder den Inhalt von zehn solcher Kästen hernehmen, um alles Mögliche damit zusammenzuschalten. Aber das ist es, was die Schüler motiviert! In der Grundschule am Sandhaus würden wir deshalb am liebsten eine große Werkstatt für freies und (zunächst) chaotisches Experimentieren einrichten. Nicht nur die Kinder aus den sogenannten bildungsferneren Schichten würden davon profitieren…

ksk_show_01bDen besten der vier Videoclips, den die Energiemanager der Homer-Grundschule letztes Jahr produziert haben, kann man auf der “Köpfchen statt Kohle”-Website jetzt auch anklicken. Folgen Sie diesem Link: https://youtu.be/-EbWlb0yZig. In dem Video geht es u.a. um „kranke“ Heizungen, das Stethoskop als Werkzeug der Energiedetektive und um die Frage, was es mit diesem CO2 auf sich hat. Das Video haben die Schüler eingesetzt, um in ihrer Schule neue Mitstreiter für die „Köpfchen statt Kohle“-Projektgruppe zu gewinnen!

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Falkplatz-Schüler bohren dicke Bretter und bleiben motiviert – In Blankenburg entsteht die erste Schüler-Solaranlage – Vier „Köpfchen statt Kohle“-Schulen vom Senat ausgezeichnet

collage_mit_fassade_02aGeduld ist für die jungen Energiemanager von der Falkplatzschule wahrlich kein Fremdwort. Über den letzten Winter bis ins Frühjahr hinein war das ganze Schulhaus eingerüstet und die Fassade mit einer wenig durchsichtigen Plane bedeckt. Weit über 100 alte Fernster wurden saniert. Wegen der Staubentwicklung war an ein vernünftiges Lüften nicht zu denken. Hinzu kam, dass auch der Zugriff der Fünft- und Sechstklässler auf die Heizungssteuerung sich als höchst störanfällig erwies, weil die WLAN-Verbindung von ihrem Computer zum Heizungsserver immer häufiger ausfiel. Unterdessen wurde auch die Heizung der Schule von Gas auf Fernwärme umgestellt. Zu gerne hätten die Schüler, die sich jede Woche einmal bereits eine Stunde vor Unterrichtsbeginn für die Projektarbeit treffen, überprüft, ob die alten Heizeinstellungen mit der neuen Wärmeversorgung und den abgedichteten, neuen Fenstern noch zusammenpassen.

Als sie nun letzte Woche endlich wieder an die Heizungssteuerung rankamen, weil der WLAN-Router umgesetzt wurde, begannen sie gleich mit der Überprüfung der Klassenräume am Heizungscomputer. Schon der erste Raum zeigte ein anormales Bild: Die Heizung scheint keine Nachtabsenkung mehr zu haben. Obwohl angeblich die Heizungsventile aus sind, sind auch nachts und in den unterrichtsfreien Zeiten immer deutlich mehr als 20 Grad im Raum.

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Um das Phänomen aufzuklären, fragten sie Techniker und Bauverwaltung. Eine einfache Antwort freilich konnten ihnen diese nicht geben. Sie erfuhren allerdings, dass die Einzelraumsteuerung und die neue Fernwärme-Heizstation nicht wirklich zusammenarbeiten. Niemand hat sich anscheinend auch Gedanken gemacht, die Heizkurven an die nunmehr besser abdichtenden Fenster anzupassen. Die Zuständigen in der Bauverwaltung rieten den Schülern, mit Temperatur-Datenloggern aufzuklären, wie die einzelnen Heizkörper sich über den 24-Stunden-Tag hinweg verhalten. Das werden sie jetzt in den nächsten Wochen systematisch für die Klassenräume angehen. Außerdem versprach die Bauverwaltung, die Druckverhältnisse in der Heizanlage zu überprüfen und einen sogenannten hydraulischen Abgleich vorzunehmen.

warum_dabei_bilderrahmenVielleicht auch, weil die letzten Monate den Energiemanagern der Falkplatz-Schule so viel Frustrationstoleranz abverlangten, gestalteten sie für die schulinterne Öffentlichkeitsarbeit zu Beginn des Schuljahres ein Poster, auf dem sie ihre individuellen Motive für ihre Mitarbeit verraten. Das Spektrum der Motive ist breit gefächert, hier drei Beispiele:

…weil ich gerne Verantwortung übernehme und Spaß daran habe, Texte zu verfassen
… weil ich das studieren will, wenn ich älter bin
… weil mein Bruder auch Energiemanager war.

Das Poster gibt es auch zum Download auf dieser Website.

fassaden_loecher_brief_an_stadtraetinNicht weniger Durchhaltevermögen beweisen die Schülerinnen und Schüler in der Blankenburger Grundschule unter den Bäumen. Obwohl vor einem Jahr an den beiden Giebelseiten der Schule die zahlreichen Spechtlöcher in der wärmegedämmten Fassade alle verschlossen wurden und als Abwehrmaßnahme zahlreiche Nistkästen sowohl für Sing- wie für Greifvögel in die Fassaden integriert worden sind, fanden die Energiemanager jetzt doch wieder etliche neue Löcher, die die Wärmedämmung beeinträchtigen. Die genaue Analyse ergab, dass an der Süd- und Ostseite der Schule sehr viel mehr Löcher gezählt werden als den sonnenabgewandten West- und Nordseiten. Womit kann das zusammenhängen? Die Schüler vermuten, dass die Licht- oder Wärmesituation einen Einfluss hat und erbaten in einem Brief an die Baustadträtin weitere Unterstützung bei der Aufklärung. Da die Stadtratsposten in Pankow derzeit neu vergeben werden, wird es vermutlich etwas länger dauern, bis sie eine Antwort vom Bezirk bekommen.

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In der Zwischenzeit wollen die jungen Energiemanager ein neues Projekt starten. Als erste Berliner Schule wollen sie eine kleine leistungsfähige Solaranlage selbst aufbauen und betreiben. Die Solaranlage soll allen Schülern der Schule die Technik anschaulich machen, deshalb soll sie nicht auf dem Dach montiert werden. Der gewonnene Strom wird nicht ins Netz eingespeist, sondern er soll direkt verwendet werden – z.B. für eine Schulhof-Musikanlage oder eine Handy-Ladestation. Eine solche Inselanlange besteht aus dem Solarmodul, einem Laderegler, der Solarbatterie, Gleichstromverbrauchern sowie einem Wechselrichter, falls Wechselstrom benötigt wird und Wechselstromverbraucher angeschlossen werden sollen. Derzeit suchen die Schüler in der Elternschaft nach Müttern und Vätern mit entsprechenden fachpraktischen Kompetenzen, um bei der Installation und Inbetriebnahme der Anlage zu helfen. Auf unserem Foto freuen sich die Schülerinnen und Schüler über ihr erstes Solarmodul. Die Anlage kann mit weiteren Modulen ausgebaut werden.

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Die Grundschule unter den Bäumen ist es auch, die erstmalig in diesem Schuljahr die Auszeichnung des Berliner Senats als „Klimaschule“ bekam, die mit 17.000 Euro für energetische Verbesserungsmaßnahmen an der Schule dotiert ist. Zusammen mit weiteren drei „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, die die Prämierung für kontinuierliches Klimaengagement bereits zum wiederholten Mal bekamen, nahmen die Schüler den Preis jetzt auf einer Veranstaltung im neu eröffneten Zeiss-Großplanetarium entgegen. Die weiteren ausgezeichneten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen sind die Homer-Grundschule, die Schule am Falkplatz und das Robert Havemann-Gymnasium.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

powerhouse_5a_03Grundschule am Sandhaus: Alle drei fünften und die beiden sechsten Klassen der Schule in Berlin-Buch kommen dieses Schuljahr in den Genuss einer „Power House-Woche“. Eine ganze Woche lang beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit erneuerbaren Energien. An einem Modellhaus mit Solaranlage, Sonnenkollektor und Windrad und mit einem Modell-Wasserstoff-Auto lernen sie praktisch und theoretisch die Energietechnik der Zukunft kennen. „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiter leiten die Schüler an und helfen ihnen, zu verstehen, wie eine Solarzelle funktioniert, wie aus Bewegung Strom wird oder unter welchen Bedingungen Wasserstoff eine erneuerbare Energiequelle darstellt.

komplexmodell_04Robert Havemann-Gymnasium: Ein auf Initiative von „Köpfchen statt Kohle“ entwickelter Modellbausatz ist jetzt erfolgreich von einer zehnten Klasse des Havemann-Gymnasiums getestet worden. Die Schülergruppe baute unter Leitung ihres Physiklehrers Christian Strube in mehreren Wochen das Modell, das einen Walzenmotor, ein Zahnradgetriebe, eine LED sowie eine umschaltbare Energieversorgung durch Batterie und Solarzelle aufweist. Im anschließenden Theorieteil erarbeiten sich die Schüler physikalisches Grundwissen anhand von Experimenten mit dem Fahrzeug. Das Modell kann auch bereits von Siebtklässlern gebaut werden, wenn ein paar Erleichterungen berücksichtigt werden, die während der Testphase von den Zehntklässlern vorgeschlagen wurden. Übrigens erhielt Christian Strube soeben den Magnus-Preis der Physikalischen Gesellschaft als „Berlins bester Physiklehrer“. Die Ehrung honoriert sein großes Engagement beim Aufbau des energiepädagogischen Zentrums im Havemann-Gymnasium, das vor allem auch die „Köpfchen statt Kohle“-Schulen intensiv nutzen.

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Energiemanager lernen fürs Leben: „Köpfchen statt Kohle“-Projekte sind nicht Unterricht, sondern real life – Ableger in Sachsen

start_ins_neue_schuljahr_01Die Energiebilanz der eigenen Schule zu verbessern – das ist kein Unterrichtsfach und steht in keinem Lehrplan. Die Schülerinnen und Schüler, die sich in den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten für dieses Ziel engagieren, lernen sehr bald, dass hier von ihnen etwas ganz anderes gefordert wird als im Schulunterricht. Nicht nur, dass sie sehr viel mehr selbst bestimmen können (und müssen!), was sie tun. Sie lernen auch, wie schwer sich gute Ideen oft umsetzen lassen, wie lange es dauert, bis andere mitziehen, und wie kompliziert Erwachsene sein können.

Die jungen Energiemanager der Schule am Falkplatz, die sich jeden Dienstagmorgen um 7 Uhr vor dem Unterricht in ihrer Schule treffen, haben zum Beispiel schon vor einem Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass die WLAN-Verbindung ihres Steuerungscomputers zum Heizungsserver, nicht verlässlich funktioniert. In der letzten Heizperiode konnten sie deshalb nicht einmal in der Hälfte der Zeit die Einstellungen des Heizungscomputers überprüfen und optimieren. Schon im letzten Schuljahr haben sie deshalb über die Projektbetreuer bei den Verantwortlichen den Wunsch nach einer Kabelverbindung ihres Rechners zum Heizungsserver angemeldet. Obwohl das technisch geklärt und unproblematisch ist, ist aber nichts passiert. Jetzt befürchten die Energiemanager, dass ihnen in der kommenden Heizperiode wieder die Hände gebunden sind. Um das zu vermeiden, haben sie zum Start des neuen Schuljahres einen Brief an das zuständige Ingenieurbüro und an die Bauverwaltung geschrieben:

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Noch haben sie von keiner Seite eine Antwort erhalten. Aber aufgeben werden sie nicht. „Dann gehen wir eben zum zuständigen Stadtrat oder dem Bürgermeister“, sagen die Fünft- und Sechstklässler. So lernt man fürs Leben…

junior_energieberater_01Auch im Robert Havemann-Gymnasium haben sich die Energiemanager für dieses Jahr etwas vorgenommen, das weit über die Schule hinausweist. Einer Anregung aus der Lehrerschaft folgend qualifizieren sie sich in diesem Schuljahr zu Junior-Energieberatern. Unterstützt durch die externen Betreuer von „Köpfchen statt Kohle“, bei denen auch Ingenieure und erfahrene Energieberater im Team sind, haben sie damit begonnen, ein Handbuch für Energieberater durchzuarbeiten. In der Projektgruppe arbeiten Schülerinnen und Schüler von der siebten bis zur 12. Klassen zusammen. Durch diese Mischung wird das anspruchsvolle Projekt erst möglich. Denn die jungen Energieexperten sollen sich nicht nur das Hintergrund- und Praxiswissen für einen professionellen Energiecheck erarbeiten. Sie möchten in diesem Schuljahr auch ein eigenes kleines Handbuch speziell für Junior-Energieberater zusammenstellen.

Nach bestandener Prüfung vor einer noch einzurichtenden Prüfungskommission bieten sich die jungen Energieberater sowohl Schulen und öffentlichen Einrichtungen im Umkreis des Havemann-Gymnasiums als auch Wohnungsgesellschaften als Dienstleister an. Dazu werden sie auch einen standardisierten Mess- und Gerätekoffer einsetzen. Vielleicht werde man dann sogar eine Schülerfirma gründen, spekuliert „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler.

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fassade_sueden_01Vor einer echten Herausforderung stehen auch die Energiedetektive der Grundschule unter den Bäumen in Berlin-Blankenburg. Nachdem der Vorgänger-Jahrgang sich erfolgreich dafür eingesetzt hatte, dass die durch zahlreiche Spechtlöcher beschädigte Wärmedämmung der beiden Giebelseiten ihrer Schule ausgebessert und zur Prophylaxe mit zahlreichen Nistkästen an der Hauswand ausgestattet wurde, ergab eine Inspektion zu Beginn des neuen Schuljahres einen sonderbaren Befund: Während an der nördlichen Giebelseite alles in Ordnung ist, sind an der südlichen Front doch wieder neue Spechtlöcher entstanden, die die Wärmedämmung des Gebäudes beeinträchtigen. Die knapp 20 Fünft- und Sechstklässler, die in der Energie-Projektgruppe in diesem Schuljahr mitarbeiten, wollen jetzt erst einmal herausfinden, was der Grund für diese ungleiche Situation sein kann. Sie sammeln derzeit Hypothesen und suchen nach Messdaten, die einen Unterschied begründen. Auch Experten wollen sie fragen – und natürlich die Situation weiter beobachten. Auch hier haben die Schüler also mit einem Problem zu tun, für das kein Schulbuch die Lösung enthält!

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Ein Dutzend Zehntklässler des Havemann-Gymnasiums haben ebenfalls eine Aufgabe übernommen, die realen Mehrwert verspricht. Unter Leitung ihres Physiklehrers Christian Strube testen sie nämlich einen komplexen Bausatz, den ein Hersteller auf Anregung durch „Köpfchen statt Kohle“ soeben entwickelt hat. Das Modell, das im kombinierten Werk- und Physikunterricht gebaut und „verstanden“ werden soll, umfasst den Aufbau von Generator/Elektromotor, die Kraftübertragung auf die Räder und den wahlweisen Batterie- und Solarbetrieb. Auch eine LED ist auf dem Fahrzeug montiert, eine Spannungsanzeige soll noch dazukommen.

Die Zehntklässler bauen in der Werkstatt des Pankower Energiezentrums das Modell Schritt für Schritt und entdecken dabei Schwachstellen und machen Verbesserungsvorschläge. Vor allem sollen sie auch im Blick haben, ob Grundschüler der 5. und 6. Klasse damit auch zurechtkommen.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

posterausstellung_01Grundschule am Sandhaus: Die Motivation, sich am Energieprojekt im neuen Schuljahr zu beteiligen, wird in der Grundschule am Sandhaus durch eine Serie aus drei DIN A1-Postern unterstützt, die im Schaukasten vor dem „Nawi“-Raum hängen. („Nawi“ heißen die gesammelten naturwissenschaftlichen Fächer an den Berliner Grundschulen.) Auf den Postern sind die Experimente der Schüler aus dem letzten Jahr erläutert, die sich um die verschiedenen Energiearten und vor allem um erneuerbare Energien drehten. Natürlich ist es am spannendsten, erst einmal zu entdecken, wen der abgebildeten Schüler/innen man kennt – oder ob man gar selbst auf den Postern mit drauf ist.

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Die Posterserie ist als PDF auch im Downloadbereich unseres Weblogs verfügbar.

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An der Klecks-Grundschule ist die Projektgruppe von „Köpfchen statt Kohle“ in diesem Schuljahr mit dem Thema „Energieumwandlung“ gestartet. Zu diesem Zweck hat das Schulamt das „Energierad“ in die Schule gebracht, das während des gesamten Schuljahres durch die „Köpfchen statt Kohle“-Schulen tourt. Am Energierad können mehrere Verbraucher angeschlossen werden und die Schüler lernen durch eigene Kraftanstrengung, wie viel aufwendiger es ist, Wärme (in einem Wasserkocher) zu erzeugen als Strom für Beleuchtung und Radio. Auch den Unterschied zwischen dem Energiebedarf einer Glühbirne und dem einer Energiesparlampe oder LED-Leuchte kann man so direkt in den eigenen Beinen spüren. Wie viel mehr elektrische Energie in einer Glühbirne zu Wärme verarbeitet wird im Vergleich zu einer Energiespar- oder LED-Leuchte, können die Schülerinnen und Schüler auch mit dem Oberflächenthermometer nachmessen.

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„Köpfchen statt Kohle“ macht jetzt auch Schule in Sachsen. An vier sächsischen Schulen haben in diesem Schuljahr Projekte begonnen, die die Schüler/innen in die Verbesserung der Gebäude-Energieeffizienz aktiv einbeziehen. stratum betreut die Schulen zusammen mit einem Berliner Ingenieurbüro. Allerdings ist die Betreuung sehr viel weniger intensiv als in Pankow, doch profitieren die sächsischen Schulen von den „Köpfchen statt Kohle“-Erfahrungen. Eine eigene Projektwebsite http://www.energiefuechse-sachsen.de/ berichtet über den Fortgang des zunächst auf drei Jahre angelegten Projekts. Auftraggeber ist die Sächsische Energieagentur SAENA.

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