Eine ganze Woche Energie – Wie eine „Köpfchen statt Kohle“-Schule ins neue Schuljahr startet

Die Grundschule am Kollwitzplatz war unter den „Köpfchen statt Kohle“-Schulen im letzten Schuljahr am erfolgreichsten beim Abräumen von Preisen. Für die Energieprojekte der 5.- und 6.-Klässler, die von ihrem Lehrer Michael Temme und vom „Köpfchen statt Kohle“-Team begleitet wurden, gab es kurz vor den Sommerferien gleich drei prominente Auszeichnungen:

  • einen mit 10.000 Euro dotierten Sonderpreis im BP-Schulwettbewerb „Klima & Co“
  • den mit 500 Euro prämierten Siegertitel im Wettbewerb um den Pankower Umweltpreis (unser Foto oben zeigt die Schülergruppe bei der Preisverleihung; hintere Reihe 2. v. r. Umweltstadtrat Dr. Torsten Kühne)
  • die Anerkennung als „Klimasiegel“-Schule durch das Land Berlin; diese Auszeichnung haben derzeit nur 17 Berliner Schulen, die damit bei Sanierungsmaßnahmen für den Klimaschutz bevorzugt behandelt werden; im Gegenzug engagieren sich die Schulen verbindlich für eine nachhaltige Klimastrategie im Schulalltag.

Soviel Erfolg verpflichtet anscheinend. Jedenfalls ist die Kollwitzplatz-Schule unter allen Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen diejenige, die am schnellsten in  das Projektjahr 2012/2013 startet. Schon in der ersten Schulwoche veranstalten zwei Klassen von Montag bis Freitag eine Projektwoche um Thema „Energie“, bei der in Gruppen mit 4-6 Schülern die verschiedensten Fragestellungen bearbeitet werden. Neben der von Michael Temme betreuten sechsten Klasse macht auch die sechste Klasse von Conni Nickel mit – damit haben die Energieprojekte an der Schule eine zweite Lehrkraft als tatkräftige Unterstützerin bekommen.

Die Arbeitsgruppen der Energie-Projekte befassen sich u.a. mit folgenden Aufgaben:

Energierad-Gruppe: Hier kommt zum ersten Mal das Energierad (Foto) zum Einsatz, das „Köpfchen statt Kohle“ für die Energieprojekte beschafft hat. Mit dem Ergometer können Schüler buchstäblich körperlich erfahren, was Energie ist. Sie betreiben durch Körpereinsatz Glühbirnen, Energiesparlampen, Radios oder Wasserkocher, analysieren die verschiedenen Leistungsdaten und lösen Aufgaben, die im Schwierigkeitsgrad zwischen den Anforderungen der 4. bis 10. Klasse variieren können. In der Projektwoche sollen die Schülerinnen und Schüler selbst überlegen, wie man das Energierad für die Motivation zum Energiesparen und für die Energiebildung einsetzen könnte.

Braunkohle-Film-Gruppe: Die beiden sechsten Klassen werden am 19. September eine Tagesexkursion zur Braunkohle-Lagerstätte und zum Vattenfall-Kohlekraftwerk Jänschwalde (bei Cottbus) machen. Ein Schüler-Filmteam soll den Tag dokumentieren, um ein Motivations-Video zum Energiesparen zu erstellen. Der Auftrag für die Projektwoche: „Seht euch Materialien und Filme zum Thema an! Schreibt ein Drehbuch für den Film, der am Exkursionstag gedreht werden kann. Überlegt dabei, welche Bilder und Themen in den Film müssen, um Kinder zu motivieren, sparsamer mit Energie umzugehen.“

Licht-Gruppe: Schon im letzten Schuljahr hat eine Projektgruppe begonnen, sich mit den Einsparmöglichkeiten bei der Beleuchtung zu beschäftigen, und darüber ein Poster erstellt. Die Aufgabenstellung für die Projektwoche lautet: „Diskutiert anhand des vorliegenden Posters, wie ihr die Vorschläge für das Energiesparen bei der Beleuchtung umsetzen könntet. Wie könntet ihr nachweisen, wie viel Energie tatsächlich in einem Schuljahr dadurch gespart wurde? Beschäftigt euch mit den Lichtverhältnissen in der Schule! Stellt Vermutungen zum Winterhalbjahr auf! Mit Luxmetern könnt ihr die Beleuchtungsstärken im Klassenzimmer, auf den Fluren etc. messen. Findet heraus, wann und wo man die elektrische Beleuchtung abschalten könnte, ohne dass es zu dunkel wird! Welche Ausstattung braucht ihr, um die Verbesserungsvorschläge umzusetzen? Macht ein Poster über eure Arbeit und eure Ergebnisse!“

Stromfresser: Diese Gruppe bekommt den Auftrag, ein oder zwei Poster (ähnlich wie die Beleuchtungsgruppe) zur Aufklärung über energiesparendes Verhalten beim Einsatz von Whiteboards, PCs, Notebooks, Kopierer, Drucker und Beamern zu erstellen. Fragen sind: „Welche Ausstattung braucht ihr, um die Verbesserungsvorschläge umzusetzen? Wie wollt ihr die Lehrer und Schüler überzeugen? Macht einen schrittweisen Plan!“

Solarpioniere: In zwei Gruppen kann eine neue Technologie zur Förderung des Energie- und Klimabewusstseins getestet werden – der solare Energiespeicher von changers.com (Foto): „Ausgestattet mit dem Equipment von www.changers.com (jede der beiden Klassen bekommt nach der Projektwoche ein Set zum Dauereinsatz) könnt ihr selbst Sonnenenergie speichern, damit die Handys in der Klasse aufladen und eure Klasse in die Energiespar- und Klimaschutz-Community von changers.com eintragen. Organisiert alles, damit wir da mitmachen können! Berechnet, wie groß der Klimaeffekt sein könnte, wenn ihr die Aktion das ganze Jahr macht bzw. wenn alle Klassen mitmachen. Überlegt euch auch, wie ihr Eltern davon überzeugen könntet, sich zu beteiligen! Macht ein Poster über eure Arbeit und eure Ergebnisse!“ Daniela Schiffer von changers.com wird selbst zur Projektwoche kommen, um das Konzept zu erklären.

Weitere Projektgruppen befassen sich mit der Ausbildung von Schüler-Energiemanagern, die künftig die Heizungssteuerung in ihren Klassen selbst übernehmen sollen, mit Aktionen zur klimafreundlichen Schulweg-Mobilität oder mit dem Für und Wider von Energiesparaktionen.

Nach der Projektwoche werden dann im Rahmen eines Wahlpflichtkurses, der während des regulären Schulunterrichtes stattfindet, die Energiespar-Aktionen geplant und umgesetzt, die ein dauerhafteres Engagement verlangen. „Köpfchen statt Kohle“ wird nicht nur die Projektwoche, sondern auch die laufende Projektarbeit weiterhin unterstützen.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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