Solartechnik zum Anfassen – Die Lernwerkstatt will für Schüler und Lehrer Neues bieten

Noch ist die zentrale Energie-Lernwerkstatt, die in der Robert Havemann-Schule entstehen und für alle Pankower Schulen nützlich sein soll, mehr Theorie als Praxis. Dennoch – oder gerade deswegen – trafen sich jetzt Praktiker von in- und außerhalb der Schule, um erste Schritte zu besprechen, wie solartechnische Anwendungen in der Lernwerkstatt entwickelt werden können. Aus Lüchow war dazu eigens Christian Lutz angereist (auf unserem Foto 2. v. r.), der als Ingenieur vielfältige Erfahrungen mit dem Bau von Solarmodellen und der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Solarprojekten mitbringt. Mitgebracht im wörtlichen Sinne hatte er auch gleich ein Anschauungsbeispiel dafür, wie man mit einfachen Mitteln Sonnenenergie einfangen und speichern kann. Dafür werden fünf postkartengroße Solarzellen in Eigenarbeit laminiert, elektrisch miteinander verbunden und an ein selbstgebautes Speichermodul gehängt. Um Solartechnik zu verstehen, so erläuterte Christian Lutz an diesem Modell, müssen Schüler nicht nur den Aufbau einer Solarzelle kennen. Große Herausforderungen stellt auch die Speichertechnologie und Laderegelung dar, die Schüler beim Selbstbau von kleinen Solarkraftwerken und Solarmodellen auch praktisch erfassen und begreifen können.

Christian Strube, Physiklehrer am Havemann-Gymnasium (auf dem Foto ganz links), brachte die Vorführung gleich auf mehrere Ideen. Zusammen mit „Köpfchen statt Kohle“ könnten in der Lernwerkstatt zwei Lehrerfortbildungen organisiert werden:

  • Solartechnik in der Grundschule richtet sich an Lehrkräfte für die 5. und 6. Klassen. Vermittelt werden die Grundlagen der Solartechnik mit Schwerpunkt auf der Photovoltaik, Anleitung zum Bau eines Solarmodells (z.B. solarbetriebener Propeller/Lüfter) und manuelle Umsetzung an einem Beispielprojekt. Als Erweiterung bietet sich das Thema Speichertechnologien an (Akku-Arten, Ladetechnik, Basiswissen zu Ladecharakteristik). Als Praxisbeispiel könnte sogar die solare Produktion von Wasserstoff und dessen Einsatz in einem Modellfahrzeug behandelt werden.
  • Solartechnik in Oberschulen und Gymnasien basiert auf der Solarstrom-Laminiertechnik und der Einführung in die Booster-Elektronik mit Erläuterungen am Oszilloskop und praktischen Anwendungen, wobei der Bau von Solar-Booten oder Solar-Autos am geeignetsten ist.

Um den nötigen Erfahrungshintergrund aufzubauen und auch die Arbeitslehre-Lehrkräfte im Umgang mit der Praxis der Solartechnik vertraut zu machen (auf unserem Foto mit dabei ist Heidrun Fritzenwanker neben Werkstattleiter Norbert Hansen), könnten in einem Physik-Wahlpflichtkurs verschiedene Ladegeräte mit Solarzellen gebaut und getestet und die Möglichkeiten der elektronischen Regelung erarbeitet werden, um optimale praktische Modelle zu konstruieren. Die Laminate mit Solarzellen sollen dabei in den Arbeitslehre-Werkstätten selbst gefertigt werden, wobei auch die Recherche nach Solarzellen-Lieferanten, Industrie-Folien und geeigneten Laminiergeräten sowie die Rahmung der Solarmodule zu den praktischen Aufgaben gehören.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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