Paul Lincke-Schule hat ein eigenes 2-Grad-Ziel – Energiemanager jetzt auch am Havemann-Gymnasium – Falkplatz-Schüler starten CO2-Wettbewerb in allen Klassen – Sachsen-Anhalt lernt von Pankow

energiemanager_an_pc_01Ihr eigenes „2-Grad-Ziel“ haben sich die Schüler der Paul Lincke-Schule, die als Energiemanager aktiv sind, gesetzt. Nachdem sie ihren eigenen Heizungsrechner in Besitz genommen hatten, begannen sie, alle Räume ihrer Schule zu überprüfen. Am Computer konnten sie feststellen, dass die Mehrzahl der Räume auf 22 Grad Warmtemperatur eingestellt waren. Das sind 2 Grad über der Norm für Klassenräume, wie die Energiemanager bei der Vorbereitung auf ihre Theorie-Prüfung bereits gelernt hatten. Nur ein einziger Raum in ihrer Schule hatte die 20 Grad-Einstellung, 97% aller Räume lagen darüber. Das untenstehende Diagramm zeigt die genaue Verteilung (ohne Flure). Da die Energiemanager am Computer selbst die Einstellungen korrigieren können, wäre das Problem schnell gelöst. Die Gruppe möchte das jedoch nicht tun, ohne vorher alle Mitschüler und die Lehrkräfte zu informieren. Mit einer Plakataktion werden sie demnächst in die Klassen gehen, um die betroffenen Schüler und Lehrkräfte auch darüber zu informieren, dass die Auswirkungen der Temperaturabsenkung überprüft werden. „Es soll in keinem Raum zu kalt werden“, versprechen die Fünft- und Sechstklässler der Energiemanager-Gruppe. Aber sie verweisen auch darauf, dass mit jedem Grad weniger Temperatur ungefähr sechs Prozent Heizenergie eingespart werden. Deshalb hoffen sie, dass die Schule ihr „2-Grad-Ziel“ in diesem Winter erreicht und damit neben der finanziellen Einsparung auch einen Beitrag zum Klimaschutz leistet.

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energiemanager_am_hausmeister_pc_01Mit Beginn der Heizperiode nehmen erstmals jetzt auch an der Robert Havemann-Schule Energiemanager ihre Arbeit auf. Die zwanzig Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen wollen kontinuierlich an der Energieeffizienz und der Verbesserung des Raumklimas ihres Gymnasiums arbeiten. Auch sie verfügen über einen eigenen Rechner zur Heizungssteuerung, seit eine Etage der Schule an ein System zur zentralen Einzelraumregelung angeschlossen worden ist. Die übrigen Räume des großen Schulgebäudes weisen noch manuell einstellbare Heizungsthermostate auf – genauso wie die neben dem Gymnasium liegende Grundschule „Am Hohen Feld“. In dieser Grundschule wurde ebenfalls mit diesem Schuljahr der Anfang für eine kontinuierlich arbeitende Energiemanager-Gruppe gemacht. Hier sind es Viertklässler, die sich jetzt erst einmal in die Materie einarbeiten und einen naturwissenschaftlichen Energiebegriff aneignen. Die „Köpfchen statt Kohle“-Projektbetreuer gehen dabei von den Vorstellungen und Ideen der Zehnjährigen aus, um darauf aufzubauen (siehe Bild unten). Zu Beginn des neuen Jahres sollen beide Gruppen, die Siebtklässler aus der Havemann-Schule und die Viertklässler vom „Hohen Feld“ dann einmal zusammenkommen, um eine gemeinsame Strategie für die manuell einstellbaren Thermostatventile zu diskutieren. Mit Blockierstiften lassen sich solche Ventile auf die optimale Einstellung fixieren. Dazu müssen die Energiemanager aber erst einmal herausfinden, wie diese optimale Einstellung unter verschiedenen räumlichen Voraussetzungen und Nutzungen denn aussähe.

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datenlogger_aufstellen_02Die Schule am Falkplatz zählt zu den seit langem aktivsten Umwelt- und Klimaschulen in Pankow. Hier bilden jeweils zwei ausgewählte Schülerinnen und Schüler aus jeder der fünften und sechsten Klassen das Energiemanager-Team. Dadurch, dass zwei Schülerjahrgänge zusammenarbeiten, entsteht eine gute Kontinuität, weil die Schüler zwei Jahre im Projekt sind und die Erfahrenen die Neulinge einarbeiten können. Auf dieser Basis lassen sich auch ehrgeizigere und die ganze Schule erreichende Ziele und Aktionen entwickeln, obwohl sich die Energiemanager-Gruppe jede Woche nur eine Stunde lang einmal vor Unterrichtsbeginn von sieben bis acht Uhr trifft. Um eine dauerhafte Verbesserung der Raumluftqualität im Winter zu erreichen, starteten die Energiemanager zusammen mit dem sie betreuenden Lehrer Elia Henze jetzt einen Wettbewerb, der in drei Wellen alle Klassenstufen der Schule erreichen soll. Die Aufgabe, der sich jetzt bis Weihnachten zunächst alle fünften und sechsten Klassen stellen werden, lautet: „Wer hat die beste Luft im Klassenraum?“ Zur Unterstützung erhalten die Klassen jeweils eine CO2-Messampel. Um den Lüftungserfolg objektiv überprüfen zu können, stellen die Energiemanager zusätzlich einen Datenlogger auf (siehe Bild oben), mit die CO2-Werte und die Temperatur im Klassenraum aufgezeichnet wird und hinterher ausgewertet werden kann.

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slogan_01Vom Erfolg und den Erfahrungen der Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Aktionen profitiert jetzt auch Sachsen-Anhalt. Die dortige Landesenergieagentur (LENA) will nach dem Pankower Vorbild ebenfalls Schülerprojekte in Schulen initiieren. „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler war jüngst in Magdeburg, um einen Tag lang Energieberater zu schulen und zu beraten, die bereits ab nächster Woche mit Energieprojekten in acht Schulen starten wollen. LENA-Mitarbeiterin Anja Kirchhof (Foto oben) betonte, dass die Projekte auch dazu dienen sollen, das Energiebewusstsein der nächsten Generation zu verbessern und Auswirkungen über die Schulen hinaus auch in den privaten Verantwortungsbereich zu entfalten. „Viele assoziieren immer nur ‚Licht aus‘, wenn sie ans Energiesparen denken. Dass wir 80 Prozent unserer Energie für Heizung und Warmwasser brauchen, ist noch viel zu wenig bekannt“, stellte sie fest.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

heizkoerper_abgebaut_01In der Carl Humann-Schule haben jetzt Fünftklässler im Rahmen des Lebenskunde-Unterrichts mit einer energetischen Schwachstellen-Analyse ihrer Schule begonnen. Im Zuge von umfangreichen Sanierungsarbeiten wurden an der Schule in den Fluren auch zahlreiche Heizkörper dauerhaft entfernt. Die Schüler werden die Auswirkungen überprüfen, um ggf. herauszufinden, ob noch mehr Heizkörper demontiert werden könnten. Sie haben auch bereits einige Heizkörper gefunden, die ohne Ventilkopf nicht mehr geregelt werden können und ständig auf voller Leistung fahren.

schueler_erklaeren_schuelern_01An der Klecks-Grundschule haben jetzt die ersten zehn Energiemanager den Theorie-Test absolviert. In der Vorbereitung auf den Test übernahmen die Schüler selbst jeweils für eine oder mehrere der 28 Fragen die Verantwortung und besprachen die Lösung mit ihren Mitschülern. In den nächsten Tagen sollen die Energiemanager auch ihren eigenen Heizungs-PC bekommen, um ihr Theoriewissen endlich auch praktisch anwenden zu können. Ungewöhnlich ist, dass das Team an dieser Schule ausschließlich aus Jungs besteht.

generator_verstehen01Auch an der Trelleborg-Schule warten die Energiemanager noch auf die Lieferung des Heizungsrechners. Die Verkabelung ist bereits gelegt. Nachdem das Energiemanager-Projekt, das im letzten Jahr am Vormittag stattfand, in diesem Schuljahr in den Hortbereich verlegt wurde, können wir hier nicht mehr auf die ausgebildeten Energiemanager der fünften Klassen vom Vorjahr zurückgreifen, sondern müssen eine neue Gruppe aus Viertklässlern aufbauen. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich derzeit Grundlagenwissen an und lernen z.B. wie ein Generator funktioniert. Mit dem „Energierad“ konnten sie erleben, wie viel mehr Energie nötig ist, um Wärme (im Wasserkocher) zu produzieren, verglichen mit der Energie, die eine Glühbirne, Leuchtstofflampe oder ein Radio benötigen.

collage_thermokameraObwohl in der Grundschule an der Marie die Kontinuität gewährleistet ist und das Energiemanager-Projekt als Profilkurs während der Schulzeit stattfinden kann, konnten auch hier die Energiemanager bisher noch nicht richtig loslegen, weil am Kabel, das bereits in ihrem Raum für den Heizungsrechner aus der Wand kommt, noch kein Computer hängt. Die Schülerinnen und Schüler überbrücken die Zeit unter anderem damit, dass sie sich den Umgang mit der Thermokamera vertraut machen. Zu den lehrreichen Ergebnissen der Experimente mit den Wärmebildaufnahmen gehört auch die „Einsicht“ in die Wärmeverteilung innerhalb eines Heizkörpers.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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