Im Zielkonflikt zwischen Heizen und Lüften – „Köpfchen statt Kohle“-Schulen stellen sich einer neuen Aufgabe

gekipptes_fenster04_webGrundschule unter den Bäumen, im Klassenraum einer 5. Klasse, 12 Uhr. Seit Stunden stehen bereits zwei oder drei Kippfenster offen, obwohl es draußen Temperaturen um den Gefrierpunkt hat. Dass Schüler und Lehrer dennoch nicht frieren, liegt an der Heizung, die mit messbaren 60 Grad Oberflächentemperatur dagegenhält (siehe Foto). Im Rahmen von „Köpfchen statt Kohle“ lernen die 10- und 11-Jährigen gerade am „Energierad“, wie groß die Unterschiede beim Energiebedarf sind, wenn man Licht und Wärme vergleicht. Keiner der Schüler hat Probleme, die Glühbirnen oder die Energiesparlampe und auch das Radio durch Treten auf dem Rad auch über längere Zeit leuchten zu lassen oder für Musik im Unterricht zu sorgen. Aber dann wird auf den Wasserkocher umgeschaltet. Es geht jetzt darum, durch Treten das Wasser in dem Kocher zu erwärmen. Die Ausgangstemperatur steht auf dem Panel des „Energierades“: 19,1 Grad. Los geht’s!  Aber nicht lange. Mit rotem Kopf und auf den Pedalen stehend schaffen die sportlicheren unter den Fünftklässlern gerade mal ein halbes bis ein Grad Celsius. Dass es an diesem Morgen heißes Wasser für den Tee gibt, daran ist nicht zu denken. Nachher dürfen die Schüler auch ausrechnen, wie lange sie brauchen würden, wenn sie auf dem Fahrrad durch Treten 50 Watt erzeugen: In zwei Stunden ununterbrochenen Tretens hätten Sie kochendes Wasser!

energierad03_webAlle 25 Kinder in der Klasse machen begeistert bei dem „Energierad“-Experiment mit. Aber was ihnen nicht auffällt, das sind die dauerhaft gekippten Fenster in ihrem Klassenzimmer. Obwohl sie sogar mit Infrarot-Thermometern die Temperatur der Heizkörper messen. Also kommt die Frage von uns: „Wieso habt ihr ständig die Fenster offen, obwohl gleichzeitig die Heizung auf Hochtouren läuft?“ „Damit es kühler wird“, sagen die einen. „Weil die Luft sonst schlecht wird“, die anderen. „Weiß nicht, das machen wir immer so“, die nächsten. Wie kriegt man es jetzt hin, dass im Gehirn der Schüler die losen Enden zusammenfinden? „Wie findet ihr es denn, dass ihr so viel Wärme zum offenen Fenster hinaus lasst, wenn es doch so viel Energie kostet, diese Wärme zu erzeugen?“

„Na ja, wir könnten ja die Heizung abdrehen, solange wir lüften!“ An sich ein guter Vorschlag. Bis einer sagt: „Aber bei unseren Heizkörpern kann man gar keine Ventile drehen!“ „Wer regelt denn dann die Heizung in eurer Schule?“ „Das macht der Hausmeister, der hat dafür einen Computer.“ Stimmt. An dieser Schule gibt es eine zentrale Einzelraumsteuerung, mit der für jedes Klassenzimmer die gewünschte Temperatur und die Heizzeiten eingestellt werden können. Zu Beginn des „Köpfchen statt Kohle“-Projekts hatten die Schüler das bereits einmal recherchiert. Dass aber tatsächlich jeder Raum einzeln gesteuert werden kann, das wusste auch die Klassenlehrerin nicht. Weil die Zeit für das kleine Unterrichtsprojekt zum Thema Energie jetzt gleich vorbei ist, reicht es nur noch für den Hinweis, dass die Klasse im nächsten Schuljahr mit „Köpfchen statt Kohle“ lernen könnte, die Heizungs- und Energiesteuerung für ihren Klassenraum selbst zu übernehmen. Dann richtet sich die Motivation der Schüler wieder auf eine andere noch offene Herausforderung: Am liebsten würde ein Dutzend von ihnen nach dem Unterricht noch in der Schule bleiben, um abwechselnd zwei Stunden auf dem Energierad zu strampeln, bis das Wasser im Topf kocht. Sie würden es sich gerne beweisen…

Der „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter bespricht sich nach dem Unterrichtsprojekt noch mit dem Schulleiter. Ob man mit der Klasse im kommenden Schuljahr nicht den Versuch machen könnte, die Heizungssteuerung und das Energiemanagement in die Hände der Schüler zu geben. Damit nicht weiter energieverschwendend gelüftet wird und die Schüler thermodynamische Zusammenhänge zu verstehen lernen. Warum nicht, meint der Schulleiter.

schlechte_luft_02_webIn der Carl Humann-Grundschule müssen Schüler und Lehrer die Heizungsthermostate noch von Hand einstellen. Hier sind es 14 Viertklässler, die im Lebenskunde-Unterricht bei Kathrin Hillers das Energiethema gewählt haben. Von „Köpfchen statt Kohle“ mit CO2-Messgeräten ausgestattet, haben sie getestet, wie man energiebewusst und dennoch effektiv lüftet, damit der CO2-Gehalt in der Raumluft des Klassenzimmers nicht zu hoch wird. Bis 800 ppm gilt die Luft als gut. Ab 1.500 ppm steht die Warnampel schon auf „rot“. Dieser Wert wird in einer Klasse mit ungefähr 20 Schülern oft schon nach einer halben Stunde erreicht.

Den Viertklässlern reicht es nicht, für sich selbst herausgefunden zu haben, wie sie durch regelmäßiges 3-Minuten-Querlüften in den Stundenpausen und eine etwas größere Lüftungsaktion während der längeren Hofpause den CO2-Wert wieder in den grünen Bereich bekommen. Sie wollen alle anderen Klassen auch an ihren Erkenntnissen beteiligen und erreichen, dass dort im Winter richtig gelüftet wird, ohne Energie zu verschwenden. Natürlich gehört dazu auch, die Heizungen während der Lüftungspausen auszudrehen – vor allem in der längeren Lüftungsphase während der Hofpause.

saeule_01Um Aufmerksamkeit für das Thema zu erzeugen, haben die Viertklässler vor den Winterferien eine über zwei Meter hohe Litfaßsäule gestaltet und in drei Sektoren Informationen zum Thema textlich und bildlich dargestellt (siehe Foto). Im untersten Abschnitt der Säule wird das Thema mit Comics für die jüngeren Schüler aufbereitet, während im darüber liegenden die 4.- bis 6.-Klässler schon etwas sachlicher angesprochen werden. Ganz oben stehen dann Informationen für Lehrer und Eltern in einem „erwachsenengemäßen“ Stil. Die Säule wird demnächst im Schulhaus aufgestellt. Anschließend gehen immer zwei Viertklässler der Lebenskunde-Gruppe in andere Klassen, um über den Zielkonflikt zwischen Energiesparen und Frischluft in den Klassen zu informieren und Handlungsanleitung zu geben. Dazu bekommt jede Klasse auch für mindestens eine Woche ein CO2-Messgerät, das vom „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter ausgesucht wurde, weil es ein relativ großes Anzeigedisplay hat und deshalb von allen Schulbänken aus eingesehen werden kann. Zehn solcher Geräte stellt „Köpfchen statt Kohle“ der Schule zur Verfügung, vier weitere Geräte hat sich die Schule aus eigenen Mitteln angeschafft.

litfasssaeule_04Unser Bild: Die Viertklässler im Lebenskunde-Unterricht wollen zusammen mit ihrer Lehrerin Kathrin Hillers durch eine Litfaßsäule auf das richtige Lüften im Winter aufmerksam machen.

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Fensterbretter und Heizkurven – „Köpfchen statt Kohle“-Projekte trainieren die Problemlösefähigkeit

fensteridyll_02_web„Man könnte öfter lüften und dafür kürzer – und viele Fenster aufmachen!“ Als die Viertklässler der Lebenskunde-Klasse von Kathrin Hillers an der Carl Humann-Grundschule zu dieser Erkenntnis kamen, hatten sie sich bereits experimentell mit der Luftqualität in ihrem Klassenraum beschäftigt. Bei der Messung des CO2-Gehalts in der Raumluft war ihnen klar geworden, wie schnell der Grenzwert von 800 bis 1.000 ppm CO2 erreicht wird. Nach einer Schulstunde ist im Winter die Luft im Klassenraum rasch verbraucht. Die Aufgabe für die Viertklässler lautete: Findet heraus, wie ihr optimal lüftet, um einen niedrigen CO2-Wert zu bekommen, ohne dass der Raum auskühlt. Weitere Vorgabe: Der Unterricht sollte durch das Lüften nicht gestört werden. Die Schüler schlugen deshalb vor, vor allem in den Hofpausen zu lüften.

In praktischen Versuchen fanden die Schüler heraus, dass es wenig nützt, nur die leicht erreichbaren kleinen Fenster zu kippen. Der CO2-Wert ging dadurch nicht zurück. Sogar wenn diese kleinen Fenster ganz aufgemacht wurden, sank die Anzeige am Messgerät nicht stark und schnell genug. Im nächsten Schritt wurden die höher angebrachten großen Fensterflügel geöffnet – mit Erfolg. Wenn dann auch noch die gegenüberliegende Tür offenstand, dauerte es nur wenige Minuten und die Warnampel am Messgerät war wieder auf „grün“, was bedeutete: Der CO2-Wert lag jetzt unter 800 ppm.

fensteroeffnen03_webProblem gelöst? Noch nicht. Denn erstens müsste man in allen Klassen jetzt das richtige Lüften üben, Verantwortliche bestimmen, die sich darum kümmern, und ein CO2-Messgerät für die Einführungsphase in den Klassen aufstellen. Nach den Weihnachtsferien wollen die „Lebenskundler“ der vierten Klassen diese Aktion starten – auch mit einer Litfaßsäule als Kommunikationsunterstützung. Ein zweites Problem ist nicht ganz so einfach zu lösen. Denn die großen Fensterflügel, die man zum effizienten und energiesparenden Lüften braucht, sind so hoch angebracht, dass die Schüler auf den Fensterbänken turnen müssen (siehe Bild), um an die Griffe heran zu kommen. Zudem stehen auf den Fensterbrettern oft viele Pflanzen oder andere Gegenstände, die erst weggeräumt werden müssten. Erste Lösungsvorschläge der Schüler sehen das Aufstellen von Tritthockern oder Leitern vor. Es kann aber auch sein, dass die für das Lüften verantwortlichen Schüler in Zukunft immer eine Lehrkraft ansprechen werden, um die Fenster zu betätigen.

Schon dieses kleine Beispiel zeigt, dass „Köpfchen statt Kohle“-Projekte eine Übung in praktischer Problemlösung darstellen. Was an der Carl Humann-Grundschule noch als überschaubar erscheint, verlangt von den Schülern der Homer-Grundschule bereits komplexes Denken. Hier arbeiten sich Schüler aus den vierten bis sechsten Klassen derzeit in die zentrale Einzelraumregelung der Heizanlage ein, um alle Klassen in die Verantwortung für das Raumklima einzubeziehen. Die Schüler haben Echtzeitzugriff auf die Heizungssteuerung und setzen sich mit den dort bestehenden Einstellungen und Eingriffsmöglichkeiten auseinander.

erfassen_an_zwei_monitoren01_webKonkret kann das so aussehen, dass eine Schülerin vor zwei Bildschirmen gleichzeitig sitzt (siehe Foto). Auf dem einen verfolgt sie die Kurven, die ihr anzeigen, welche Temperatur in einem Klassenzimmer tatsächlich gemessen wird und welche Temperatur-Sollwerte eingestellt sind. Außerdem sieht sie, wann die Ventile der Heizkörper öffnen und schließen. Auf dem anderen Bildschirm hat die Schülerin eine EXCEL-Tabelle geöffnet, in die sie einträgt, was an den einzelnen Räumen auffällig ist. Hier steht zum Beispiel:

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Die Tabelle zeigt nur einen Bruchteil der Räume, die die Schüler im Lauf der nächsten Wochen energiesparend optimieren wollen. Manchmal geht es dabei aber auch nicht ums Energiesparen, sondern um das Gegenteil. Die Schüler haben in ihrer Schule einige Räume entdeckt, die immer am Montag viel zu langsam warm werden. Ein solches Problem melden sie umgehend der Firma (siehe Foto unten), die die Heizungsregelung eingebaut hat, und bitten darum, den Fehler aufzuklären und ggf. den Schülern zu sagen, ob sie selbst die Einstellung entsprechend verändern können.

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brief_an_die_klasse03_lana_und_finn_webBei der Verbesserung der Heizungseinstellungen sollen alle Schüler und Lehrkräfte einbezogen werden. Deshalb gehen die jungen Energiedetektive der Homer-Grundschule mit Plakaten in die einzelnen Klassen, in denen Handlungsbedarf besteht. Das Foto zeigt ein solches Poster für den Klassenraum 103. Neben zwei Ausdrucken der Heizkurve und der Heizungseinstellungen haben Lana und Finn folgende Botschaft an die Klasse  verfasst: „Liebe Katzen, hier seht ihr die Heizungseinstellungen für euren Klassenraum. Was erkennt ihr daran? Auf diesem Bild könnt ihr sehen, wann euer Raum beheizt wird. Nämlich von Montag bis Freitag, immer von 6:00 bis 14:00 Uhr. Ihr wollt es 21 Grad warm. Frage 1: Würden nicht auch 20 Grad reichen? Frage 2: Warum muss es schon um 6:00 Uhr so warm sein?“

Auf die Antwort sind Lana und Finn sehr gespannt…

berliner_klimaschule_notausgang_webAuch in der Schule am Falkplatz sind die Schüler dabei, auf diese Weise die Herrschaft über das Energiemanagement zu übernehmen, um Energie zu sparen und das Raumklima zu verbessern. Die Schule gehört zu den derzeit 17 Berliner „Klimaschulen“, die sich verpflichtet haben, mit ihren Möglichkeiten systematisch und dauerhaft etwas für den Klimaschutz zu tun und die Energieverschwendung zu bekämpfen. In der Falkplatzschule bekommen die Schüler den Rechner mit dem direkten Zugriff auf die Heizungssteuerung gleich nach den Weihnachtsferien.

thermometer_vor_einsatz02_webDa die Schüler der Umweltgruppe, in der aus allen fünften und sechsten Klassen Kinder mitarbeiten, schon seit langem die Temperaturen in den Klassenräumen, auf den Fluren und in den Toiletten ihrer Schule mit digitalen Messgeräten erfassen, sind sie bestens gerüstet. Sie wissen auch, dass einige Heizkörper Probleme machen, weil sie entweder gar nicht warm werden oder immer heiß sind und sich anscheinend nicht mehr regeln lassen. Auch hier gehen die Schüler und die Lehrkraft, die die Umweltgruppe betreut, jetzt jeden Raum zusammen mit der Firma Schoof Gebäudeelektronik durch, um die Fehler zu beheben. Dass die Ursachen vielfältig sein können, lernen sie dabei ganz nebenbei. So waren einige Thermostatventile, die für mechanisch defekt gehalten wurden, aus einem ganz anderen Grund auffällig geworden. Wie sich nämlich herausstellte, war tatsächlich das Netzteil des Steuerrechners schuld, das phasenweise eine zu geringe Spannung aufwies. Auch so lernen die Schüler schon in der Grundschule ein Problemlöseverhalten, das mit komplexen Zusammenhängen umgehen kann.

schueler_hausmeister_zusammen01_webNatürlich benötigen die Schülerinnen und Schüler dafür eine Qualifikation, die sie im normalen Unterricht nicht ohne weiteres erwerben. An der Grundschule am Kollwitzplatz hat der Lehrer, der zusammen mit dem „Köpfchen statt Kohle“-Team die  Energieprojektgruppen betreut, dafür sogar ein systematisches Programm entwickelt. Weil die Schule genügend frei verfügbare Notebooks hat, übt Michael Temme mit seinen Schülern regelmäßig an einem Demoprogramm der Heizungssteuerung. Auch Hausmeister Lutz Domann beteiligt sich daran (siehe Bild oben), mal als Experte, mal selbst als Lernender.

luftguete_display01_webWenn die Schüler ihre Notebooks für das Training einschalten, stecken sie auch gleichzeitig einen speziellen USB-Fühler an die Computer, der laufend die CO2-Werte im Raum misst und auf dem Bildschirm die entsprechenden Werte und die Verlaufskurve ausgibt. Auch an der Kollwitzplatzschule will man das Energiesparen mit der Kontrolle und Verbesserung des Raumklimas verbinden. Zu diesem Zweck testen die Schülerinnen und Schüler auch mehrere Mess- und Anzeigegeräte, um herauszufinden, welches am besten für die Bewusstseinsbildung und Motivation ihrer Mitschüler geeignet ist – vom kleinen USB-Messfühler bis zum großen Messwertdisplay mit 50 cm Bildschirmdiagonale (siehe Foto).

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Auch die kleinen Schritte zählen – Jede Menge Energiesparideen warten auf die Umsetzung – GRÜNSPAR als Sponsor gewonnen

Für die Sechstklässler der Schule am Hohen Feld, die sich zusammen mit ihrer Lehrerin Steffi Barchewitz um die Energieeinsparung an ihrer Schule kümmern, ist es ein Spagat zwischen Spaß und Ernst. Auf der einen Seite sind sie begeistert, mit Messgeräten im Schulhaus auszuschwärmen, um die Beleuchtungssituation zu erfassen. Auf der anderen Seite müssen sie aber auch lernen, dass es mühevoll sein kann, systematisch Daten zu erfassen, sie zu berechnen und zu interpretieren. Denn natürlich stoßen sie zum Beispiel auf die Frage, was der Unterschied zwischen Watt und Wattstunde, also zwischen elektrischer Leistung und Stromverbrauch ist (siehe Bild oben). Und auch die Umrechnung von Watt- in Kilowattstunden ist für die 12-jährigen Schülerinnen und Schüler nicht immer ohne Hürden. Die Energieprojekte von „Köpfchen statt Kohle“ sind deshalb immer auch eine Art von Unterricht – nur mit anderen Mitteln.

Denn im Zentrum steht die Eigenaktivität der Schüler. Tatsächlich entwickeln sie in den Projekten ganz eigenständig Fragen und Ideen und sind auch kreativ bei der Suche nach einem methodischen Vorgehen. Einigen Mädchen aus der 6b am Hohen Feld fiel beispielsweise auf, dass die Flurbeleuchtung eine ganze Weile brennt, sobald jemand den Schalter gedrückt hat. Sie wollten genau wissen, wie lange die Lampen brennen und haben mit der Stoppuhr nachgemessen – es sind fast 10 Minuten! „Wieso so lange?“, fragen sie sich und wollen dem Schulamt demnächst vorschlagen, das Intervall auf fünf Minuten zu verkürzen. Wie viele Kilowattstunden Energie damit gespart werden können, wollen sie vorher noch genau ausrechnen…

Manche Schüler kommen auch auf die Idee, die Situation bei sich zu Hause zu untersuchen, nachdem sie z.B. im Köpfchen statt Kohle-Projekt messen konnten, wie hoch der Standby-Verbrauch von Geräten sein kann, die eigentlich ausgeschaltet sein sollten. Der Umgang mit dem Messgerät wird in der Schule geübt (siehe Bild), danach nehmen die Schüler das Gerät dann mal für einen Tag  mit nach Hause.

Nicht auf die Situation zu Hause übertragen können sie freilich den Umgang mit der Heizungsteuerung in der Schule. Einmal deshalb, weil die Umgebungsbedingungen in einem Klassenraum ganz andere sind als daheim. Zum anderen aber auch, weil in einigen „Köpfchen statt Kohle“-Schulen zentrale Einzelraumsteuerungen für die Heizung vorhanden sind, wo an einem Computer geregelt wird, wie warm es wann im Raum sein soll. In der Grundschule unter den Bäumen haben Fünftklässler dem Hausmeister über die Schulter geschaut und gesehen, dass ihr Klassenraum die ganze Woche über von 7 bis 15 Uhr warm gehalten wird (siehe Bild oben). „Aber wir sind doch nach 14 Uhr gar nicht mehr da“, stellten die Schüler sofort fest. Wenn sie ihren Hausmeister jetzt überzeugen, jeden Tag eine Stunde weniger zu heizen, ist das zwar nur ein kleiner Beitrag zur Energieeinsparung. Aber es könnte ein entscheidender Schritt zur Verbesserung der Energiebilanz sein, wenn alle Klassen es genauso machen würden.

Die Projektgruppe aus Viert-, Fünft- und Sechstklässlern an der Homer Grundschule, die sich immer Donnerstagnachmittags trifft, ist in diesem Punkt schon weiter. Denn die Schülerinnen und Schüler haben soeben einen eigenen neuen Computer mit großem 24-Zoll-Bildschirm und Farbdrucker bekommen, um die Heizungssteuerung für die Klassenräume ihrer Schule selbst zu übernehmen. Der Ingenieur, der die Einzelraumregelung für die Schulen in Pankow liefert, Peter Schoof von der Firma Schoof Gebäudeelektronik, hat es sich nicht nehmen lassen, die Schüler selbst bei den ersten Schritten im Umgang mit dem System zu begleiten (siehe Foto oben).

In den nächsten Wochen lernen die Schüler der Projektgruppe, mit dem Programm umzugehen und optimale Einstellungen für den energiesparenden Betrieb ihrer Schule vorzuschlagen. In Absprache mit den Schülern und Lehrkräften der einzelnen Klassen sollen diese Vorschläge dann abgestimmt und von den jungen „Energiemanagern“ umgesetzt und überwacht werden. Konkret bedeutet das, dass die Schüler selbst für jeden Raum der Schule festlegen, welche Temperatur als Obergrenze eingegeben wird und zu welchen Zeiten und in welchen Intervallen die Heizkörper überhaupt eingeschaltet werden. Sowohl anhand der Auswertungskurven, die die Software zur Verfügung stellt, als auch durch direkte Messungen im Raum soll der Erfolg der Energiespareinstellungen überprüft werden. Bis auf einen  Raum hat Peter Schoof den Schülern den Vollzugriff auf die ganze Schule gegeben. Der Raum, der sicherheitshalber erst einmal ausgenommen wurde, ist das Büro des Schulleiters. Die jungen „Energiemanager“ bekommen nach Abschluss der Lernphase und Bestehen einer eigenen Prüfung ein T-Shirt mit Aufschrift und ein Zeugnis der Schulverwaltung als Bestätigung. Auf unserem Bild oben probieren zwei angehende Energiemanager schon mal aus, wie ihnen die „Dienstkleidung“ steht.

Kleine, aber erfolgreiche Schritte vermeldet auch die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppe an der Havemann-Schule. Die Siebtklässler des Gymnasiums wollen die Arbeit des letztjährigen Energieprojekts fortsetzen, das von Neuntklässlern begonnen wurde. Durch Temperaturmessungen hatten diese im letzten Schuljahr festgestellt, dass die Flure mit über 20 Grad Celsius unnötig stark beheizt werden. Das Problem: Die Heizkörper weisen frei einstellbare Thermostate auf, eine laufende Kontrolle und Einstellung auf die optimalen 1,5 Striche ist jedoch in einer Schule mit 800 Schülern illusorisch. Deshalb schlugen die Siebtklässler vor, man sollte die Thermostate durch fest eingestellte, nicht mehr verstellbare Ventile ersetzen. In Grundrissen der drei Etagen haben sie den Standort aller relevanten Ventile markiert. Am Ende waren es 98 Ventile, die getauscht werden sollen. Die Grundrisse mit den Ankreuzungen und einen erläuternden Brief haben die Siebtklässler inzwischen an das Hochbauamt geschickt, von wo die Auskunft kam, dass der Austausch der Ventile daraufhin sofort beauftragt worden ist. Ein Erfolg, der sich in der Energiebilanz dieses Winters in der Havemann-Schule sicher bereits niederschlagen wird.

Mit dem Thema Heizung beschäftigt sich auch eine fünfte Klasse der Carl Humann-Grundschule in diesem Winter. Allerdings gibt es hier keine zentrale Einzelraumsteuerung, sondern jede Klasse kann ihre Heizungsthermostate selbst einstellen. Die Fünftklässler wollen das Energiebewusstsein von Schülern und Lehrern an ihrer Schule jedoch nicht durch Appelle zur richtigen Thermostateinstellung beeinflussen. Stattdessen gehen sie einen geschickten Umweg und messen in allen Klassen die Luftqualität. Für Schulklassen ist bekannt, dass der CO2-Gehalt der Raumluft während des Unterrichts im Winter, wenn die Fenster zu sind, sehr schnell ansteigt. Ab 800 bis 1000 ppm CO2 wird es bereits muffig im Klassenzimmer. Meist werden nach einer halben bis Dreiviertelstunde jedoch schon Werte über 2000 ppm erreicht und die Konzentrationsfähigkeit der Schüler und Lehrer damit beeinträchtigt. Die Fünftklässler wollen ihren Mitschülern durch Messungen diesen Zusammenhang verdeutlichen und zeigen, wie man im Winter so lüftet, dass man beides erreicht – gute Luft und angenehme Temperaturen. In dem Projekt kommen Messgeräte zum Einsatz, die ein besonders großes Anzeigedisplay haben, so dass jeder im Raum schnell erkennen kann, wie hoch der CO2-Wert aktuell ist (siehe Bild oben).

Nicht nur der Bedarf an Messgeräten ist in den „Köpfchen statt Kohle“-Projekten vergleichsweise hoch, weil viele Schüler gleichzeitig damit arbeiten wollen und oft die ganze Schule einbezogen werden soll. Auch stromsparende Geräte wie z.B. schaltbare Steckdosenleisten sind wichtig, um den Stromverbrauch von Computerräumen zu senken. Das Unternehmen GRÜNSPAR, das über das Internet energiesparende Technologie verkauft, will „Köpfchen statt Kohle“ deshalb ab jetzt unterstützen. Das erste Paket mit Steckdosenleisten und Mess- und Steuerungsgeräten ist soeben bei „Köpfchen statt Kohle“ eingetroffen. Voraussichtlich wird damit der Computerraum der Grundschule am Kollwitzplatz ausgestattet. GRÜNSPAR-Marketingleiter Ingo Scheuermann ist speziell von der Idee der zentralen „Köpfchen statt Kohle“-Energie-Lernwerkstatt in Pankow fasziniert und hat angekündigt, dass sich sein Unternehmen auch hier als Sponsor engagieren wird.

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Pankows höchste Energiemanagerin ermutigt den Nachwuchs – Schulklassen organisieren internen Wettbewerb, um Energie zu sparen

Die Grundschule am Kollwitzplatz am Donnerstagabend. Obwohl an diesem Tag kein Unterricht mehr stattfindet, ist die Aula brechend voll. Der Grund: Schüler der Klassen 6a und 6d stellen ihren Film „Kohle ist nicht nur zum Grillen da“ zum ersten Mal der Öffentlichkeit vor und informieren über ihr Programm „Klasse Klima“. Die Präsentation soll zum Energiesparen motivieren und interessierte Schüler der vierten bis sechsten Klasse dafür begeistern, zukünftig als „Energiemanager“ an ihrer Schule zu fungieren. Damit verfolgt die Grundschule ein ehrgeiziges Ziel: Sie ist eine von drei Pilotschulen, in denen die Schüler in diesem Winter das Energie- und Heizungsmanagement selbst in die Hand nehmen sollen.

Gekommen sind Schüler, Eltern und Lehrer, aber auch die Auftraggeber – die beiden Bezirksstadträtinnen für Schule und Hochbau, Lioba Zürn-Kasztantowicz und Christine Keil, sowie die leitende Schulrätin Ilse Rudnick. (Auf dem Foto rechts v.l.n.r.: Schulleiterin Janett Hartig, Lioba Zürn-Kasztantowicz, Ilse Rudnick, Christine Keil.) Christine Keil outet sich in ihrem kurzen Grußwort als „Pankows höchste Energiemanagerin“ und freut sich über den Nachwuchs. „Alle Nutzer in den öffentlichen Gebäuden müssen Energie sparen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern spart außerdem Geld“, appelliert sie. Die Schüler stellen in ihren Beiträgen rund um den Film allerdings nicht die finanzielle Seite in den Vordergrund, ihnen geht es ums Klima und die ökologische Zukunft.

Dass sie dabei ziemlich klar sehen und kritisch zu Werke gehen, zeigt sich, als sie mit einer Powerpoint-Präsentation ihre Pläne offenbaren. Obwohl sie bereits seit einem Jahr in der Schule Messungen machen, nach den Ursachen für Energieverschwendung suchen und Vorschläge entwickeln, zeigt die Verbrauchsstatistik der letzten beiden Jahre einen Anstieg. „Sparen wollen alleine reicht nicht aus“, konstatiert ein Sechstklässler lakonisch.

Allerdings hat sich durch die Aktivitäten der Schüler durchaus bereits etwas getan, wie ihr Lehrer Michael Temme (Foto) berichtet: „Durch den – ich will nicht sagen: Druck, aber durch die Initiativen der Schüler ist es endlich gelungen, dass unsere Heizanlage durchgecheckt worden ist. Ein Grund für die viel zu hohen Raumtemperaturen hat sich heute Morgen herausgestellt: Nach der Wärmedämmung hat man vergessen, die Heizung anzupassen. Dadurch lag seither die Vorlauftemperatur in den Rohren um mindestens 20 Grad zu hoch. Wir hätten unsere Schule wahrscheinlich ganz ohne Heizkörper, nur mit den Zuleitungsrohren heizen können!“

Im Film „Kohle ist nicht nur zum Grillen da“ beschäftigen sich die Schüler jedoch erst einmal gar nicht mit Heizwärme, sondern der Stromproduktion. Sie zeigen vor dem Hintergrund eines Besuchs im Braunkohletagebau in Jänschwalde, wie hoch der Aufwand für die Stromproduktion ist und wie schlecht der Wirkungsgrad durch den Einsatz fossiler Brennstoffe für die Stromgewinnung ist. „Keine 40% kommen von der Energie bei uns an, die man in Jänschwalde aus der Kohle holt“, das führen die jungen Filmemacher ihren Mitschülern vor Augen. Und sie wollen damit ihre Altersgenossen motivieren, nicht unnötig Strom zu verbrauchen.

Weil aber, wie die Schüler selbst festgestellt haben, der bloße Vorsatz wenig bringt, soll ab diesem Winter in der Schule das Heizmanagement am Kollwitzplatz in die Hand der einzelnen Schulklassen gelegt werden. Am Computer wird jede Klasse selbst festlegen, welche Obertemperatur eingestellt sein soll, und zu welchen Zeiten der Raum überhaupt beheizt werden soll. Durchgehende Heizzeiten von morgens bis nachmittags sind Verschwendung, das wissen die Schüler bereits. Eine intelligente Intervallsteuerung kann  aber nur von den Schülern selbst festgelegt werden. „Wenn 25 Schüler in unseren kleinen Klassenräumen sind, haben wir 25 kleine Extra-Heizöfen“, so ein Schüler. Das müsse man berücksichtigen, um eine optimale Raumtemperatur zu erreichen.

Um die Motivation in den Klassen zu erhöhen, startet demnächst ein Wettbewerb. Regelmäßig sollen die Energiespar-Aktivitäten jeder Klasse gewertet werden. Aus der eingestellten Obertemperatur und den Ventilöffnungszeiten, die am Heizcomputer dokumentiert werden, wird ein Score gebildet, der in einer Tabelle veröffentlicht wird. Die Klassen mit dem besten Ergebnis am Ende der Heizperiode bekommen Preise. Die Aufgabe ist nicht ganz einfach, denn neben der Energieeinsparung müssen die jungen Energiemanager auch die Luftqualität im Auge behalten. Gar nicht mehr zu lüften, um möglichst viel Energie zu sparen, sei eine schlechte Idee, so Michael Temme. Auch die CO2-Werte in der Atemluft werden in den Klassenräumen gemessen. Zu schlechte Luft führt zum Punkteabzug. Denn das erste Ziel der Schule sei es, gute Lernbedingungen bereitzustellen, nicht, Energie zu sparen. Also werden die Energiemanager in der Grundschule am Kollwitzplatz künftig auch lernen müssen, Zielkonflikte zu lösen. Das verbindet sie mit den Politikerinnen, die die Schüleraktivitäten im Rahmen von „Köpfchen statt Kohle“ auch weiterhin unterstützen wollen. „Hier können die Schülerinnen und Schüler wirklich lernen, was Nachhaltigkeit bedeutet“, stellt Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz fest.

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Energierad ist der Renner – Lernen mit dem Musculus quadriceps femoris

Das Energierad, das derzeit durch die Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen tourt, entwickelt sich zum Renner. Das Rad bewegt sich zwar keinen Zentimeter von der Stelle, wenn Schüler und Lehrer sich auf ihm abstrampeln. Aber es bewegt sich etwas in dem Köpfen. Wo geht das Mehr an Energie hin, die eine Glühbirne im Vergleich zu einer Energiesparlampe benötigt? Wieso kostet es so viel mehr an Muskelkraft, um in einem Wasserkocher das Wasser auch nur um wenige Grade zu erwärmen? In den Gesichtern der Dritt- bis Sechstklässler stehen  Fragezeichen.

Der Anfang des Lernprozesses findet in der Oberschenkelmuskulatur statt, im Musculus quadriceps femoris. Denn da spürt man die Unterschiede, je nachdem welcher Verbraucher zugeschaltet ist. Da über einen Wechselrichter auch jedes andere Wechselstrom-Gerät an das Energierad angeschlossen werden kann, könnte man im Prinzip alle elektrischen Verbraucher an der Schule erfahrbar machen. In einer Grundschule hatten die Kinder zum Beispiel den Ehrgeiz, einen Computermonitor am Laufen zu halten. Nach wenigen Minuten gaben sie erschöpft auf.

In den Grundschulen dient das Energierad als Einstieg in die Beschäftigung mit Energie. Schon die Frage, welche Energieumwandlungen hier stattfinden, beansprucht das Grundlagenwissen der 8- bis 12-Jährigen. „Im Heizkörper wird Wasser verbrannt, deshalb ist er warm“, solche Antworten kann man durchaus bekommen, wenn man dem Energiebegriff der Kinder auf den Grund geht. Der Vorteil des Energierades ist, dass das Energiethema hier nicht theoretisch bleibt, sondern anfassbar wird. So können die Schüler durch experimentelles Nachmessen herausfinden, wie viel wärmer die leuchtende Glühbirne ist als die Energiesparlampe. Auch das Rechnen kann man üben: Wie lange müsste ich mit 50 Watt Leistung auf dem Energierad strampeln, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen? Für die höheren Klassen gibt es viele anspruchsvollere Experimente und Lernaufgaben mit dem Energierad. Beispielsweise kann man mit Hilfe einer Seilwinde Wirkungsgrade berechnen. Solche Experimente sollen künftig in der Energie-Lernwerkstatt aufgebaut werden, die in der Havemann-Schule entsteht. Dort wird das Energierad untergebracht sein, wenn es nicht gerade auf Tournee ist.

Um die Motivation der Grundschüler zu erhöhen, hat „Köpfchen statt Kohle“ auch Wettbewerbsaufgaben formuliert, die auf eine Postkarte passen (siehe Foto oben). Damit kann an schulweiten Aktionstagen eine große Zahl von Schülern erreicht werden. Bei der Auslosung, bei der es das Spiel „Schalten, aber schlau“ zu gewinnen gibt, hilft manchmal sogar der Schulleiter – wie in der Homer-Grundschule, wo Uwe Blachnik sich von zwei Glücksfeen aus der 6a unterstützen ließ (siehe Foto).

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Die 20 Grad-Allianz – Schüler und Hausmeister machen gemeinsame Sache

Grundschule unter den Bäumen, 10 Uhr morgens. In der 5a bei Klassenlehrerin Ilona Schnutz beginnt wieder eine Doppelstunde „Energieprojekt“. Vier Wochen lang beschäftigt sich die ganze Klasse immer dienstags und donnerstags mit Energiefragen. Heute stehen an der Tafel die großen Themen für diese Woche. In vier Teams bearbeiten die Jungs und Mädchen ihre Aufgaben und schwärmen dazu immer wieder im Schulhaus aus. Das ist kein normaler Unterricht, sondern mehr ein Forschungsprogramm. Neben Lerneffekten zum Thema „Energie“ sollen ja auch tatsächliche Hinweise auf Energieeinspar-Möglichkeiten an der Schule herauskommen.

Eines der Schüler-Teams überfällt den Hausmeister in der Heizzentrale. Hier liegt neben dem Heizraum mit Kesseln, Rohren und Pumpen auch das Büro des Hausmeisters, in dem der Computer steht, mit dem für jeden Raum in der Schule die Heizung einzeln geregelt werden kann. Eine Installation der Firma Schoof Gebäudeelektronik macht das möglich. Die Schülerinnen und Schüler lassen sich vom Hausmeister die Anlage erklären. Als sie vor dem Monitor stehen, stellen sie fest, dass in ihrem Klassenraum eine Temperatur von 21 Grad eingestellt ist. „Das ist zu viel“, ist sich das Team sofort einig. Haben sie sich doch gerade vorhin mit den Empfehlungen beschäftigt, die die Arbeitsstättenverordnung für Arbeitsplätze ausspricht, die den Anforderungen in einem Klassenzimmer entsprechen. „20 Grad sollen es sein“, das wissen alle noch. Ob der Hausmeister die Temperatureinstellung auf 20 Grad einstellen könnte. Er macht es – und alle sehen, wie einfach das per Mausklick geht.

Wieder im Klassenzimmer wird über die Änderung der Temperaturvorgabe gesprochen. Alle Schüler finden es toll, damit einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten. Die Lehrkraft runzelt die Stirn, denn sie friert leicht, wie sie meint. Aber das Engagement ihrer Schüler will sie nicht enttäuschen. „Okay, wir probieren das mal aus.“

Schnitt. Homer-Grundschule am Nachmittag. Um 14:30 Uhr sammeln sich zwei Handvoll Schüler aus den vierten bis sechsten Klassen. Es sind die angehenden „Energiemanager“, die dafür sorgen wollen, dass demnächst die Klassen selbst darüber entscheiden, wie und wann ihr Klassenraum beheizt wird. Damit übernehmen erstmalig Schüler eine systematische Verantwortung für die Klimabilanz ihrer Schule. Auch hier steht heute ein Termin mit Hausmeister Andreas Sieber an, der den Schülern die Heizanlage zeigt und erklärt. Die erste Überraschung erlebt die Schülergruppe im Heizungskeller vor den Pumpen der Heizkreisläufe. Daneben befindet sich ein großer Schaltkasten, der eigentlich die Aufgabe hätte, die Vorlauftemperatur an die Außentemperaturen anzugleichen. „Aber das funktioniert schon seit Jahren nicht mehr“, gibt der Hausmeister Auskunft. Der Zugriff auf den Schaltkasten ist auch gar nicht mehr möglich, da das Bedienungsmanual mit den Zugangsdaten verloren gegangen ist.

Doch dann die gute Nachricht: Dank der Initiative von „Köpfchen statt Kohle“ wird der defekte Schaltkasten demnächst ausgewechselt. Freilich währt die Freude über dieser Erfolg nicht lange. Denn oben im Hausmeisterbüro vergleichen die Schüler die Angaben des Steuerungscomputers mit der Realität. So zeigt das Steuerungsprogramm zum Beispiel für das geräumige Hausmeisterbüro einen aktuellen Temperaturwert von 20 Grad an, die Nachprüfung mit dem digitalen Thermometer ergibt jedoch 24 Grad Celsius! Die Schüler suchen nach Erklärungen. „Der Temperaturfühler im Zimmer ist vielleicht kaputt.“ „Vielleicht ist es aber auch das Ventil am Heizkörper. Wenn das nicht mehr richtig schließt…“ Und noch ein Verdacht kommt auf: „Möglicherweise ist das Computerprogramm manipuliert!“ Ob das wirklich sein kann und wo die Fehlerquellen liegen, das wird das „Energiemanager“-Team in der laufenden Heizperiode genau untersuchen. Jeden Donnerstagnachmittag werden die Schüler im Schulhaus unterwegs sein, ausgerüstet mit genauen Thermometern und Luftmessgeräten. Außerdem werden sie einen eigenen PC mit Zugriff auf die Heizungssteuerung bekommen. Auch der Hausmeister bekommt einen solchen neuen Rechner, der dann nicht nur schneller sein wird, sondern an dem auch der gesamte Energie-Verbrauch der Schule besser visualisiert werden kann. Andreas Sieber freut sich auf die Zusammenarbeit mit den Schülern, die eine richtige Energie-Allianz zu  werden verspricht.

Schnitt. Ein Verwaltungsgebäude in Pankow. Auch hier ist eine Einzelraumsteuerung eingebaut. Aber es gibt kein „Energiemanager“-Team. Noch können hier nicht die Nutzer selbst bestimmen, wie warm es an ihrem Arbeitsplatz sein soll. Es erklärt ihnen auch keiner die technischen Zusammenhänge. Ab und an gibt es Beschwerden, es sei  nicht warm genug. Um die Verwaltungsmitarbeiter nicht zu verunsichern, hat man sogar eine intelligente Funktion der Heizungssteuerung erst einmal abgeschaltet, die normalerweise beim Öffnen der Fenster automatisch dafür sorgen würde, dass die Heizungsventile schließen. „Aber wenn ein Nutzer dieses Verhalten der Anlage nicht kennt, wird er besorgt sein, dass die Heizung nicht mehr funktioniert“, sagt der Techniker. Also laufen die Heizungen weiter, wenn gelüftet wird, und versucht das Thermostatventil sogar, gegen die Abkühlung anzusteuern. Natürlich ist das nicht energiesparend. Das Beispiel zeigt, dass Energieeffizienz an der Mensch-Maschine-Schnittstelle ansetzen muss. Technische Lösungen, die die Menschen nicht einbinden, bleiben suboptimal. Wir müssen alle noch dazulernen.

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„Klasse Klima“ startet an 3 Schulen – Energierad auf Tour durch Pankow – Erste Solartechnik-Fortbildungen in der Lernwerkstatt

Drei Grundschulen in Pankow treten jetzt in eine neue Ära der Energieverantwortung ein: Am Falkplatz, am Kollwitzplatz und in der Pasteurstraße sollen in diesem Winter die Schüler aller Klassen das Energie- und Heizungsmanagement selbst in die Hand nehmen. „Klasse Klima“ heißt das Programm, dem sie folgen. Die drei Schulen haben, wie viele andere in Berlin, eine sogenannte zentrale Einzelraumsteuerung. Das heißt, man kann  für jeden Klassenraum, für die verschiedenen Flure, für die Toiletten und alle beheizten Nebenräume am PC ein Heizregime definieren, das Ober- und Untertemperaturen und die Heizzeiten stundengenau an die Nutzerbedürfnisse anpasst – das Bild oben zeigt ein Bedienfenster des Programms. Natürlich geht das nicht automatisch, sondern es muss jemand, der die Nutzerbedürfnisse kennt, die Einstellungen vornehmen, die für den Normalbetrieb, für Wochenenden und Ferienzeiten gelten sollen.

Darin liegt auch schon eines der Probleme, die in der Vergangenheit dazu geführt haben, dass oft viel zu lange Heizzeiten und auch zu hohe Temperaturen eingestellt waren. Damit war der Hausmeister oder wer auch immer den Steuerungscomputer bedient hat, zwar auf der sicheren Seite, denn es beschwerte sich niemand, dass es zu kalt sei. Dass es umgekehrt oft zu warm in den Schulräumen war und man die Feinsteuerung der Temperatur über die Fensteröffnung vornehmen musste, kostet allerdings unnötig viel Energie. Deshalb soll in den drei „Köpfchen statt Kohle“-Schulen jetzt eine intelligentere Steuerung eingeführt werden, die von den Schülern selbst bedient und überwacht wird, die nebenbei einiges über Energie, Wärmephysik und Heizungstechnik lernen.

Ein weiteres Problem, das bisher kaum lösbar erschien, wird dadurch vermieden. Sobald die Schüler bei der Kontrolle des Raumklimas nämlich feststellen, dass Ventile an Heizkörpern nicht mehr richtig reagieren, können sie rasch ausgetauscht werden. Entsprechende Reparaturmeldungen sollen in Zukunft möglichst auf direktem Weg an die richtige Adresse in der Bezirksverwaltung gelangen. Das wünschen sich jedenfalls die Schulleiter und Lehrkräfte der drei Pilotschulen, die den Eindruck haben, dass das Reparaturmanagement bislang nur schlecht funktioniert hat.

Uwe Blachnik, Schulleiter der Homer Grundschule, Karin Fey, Konrektorin der Schule am Falkplatz, Ingrid Temme und Steffen Schoolmann, Lehrkräfte an dieser Schule sowie Michael Temme, der als Lehrkraft in der Grundschule am Kollwitzplatz die dortigen Energieprojekte betreut, trafen sich jetzt zum ersten Mal, um gemeinsam das Vorgehen beim Start von „Klasse Klima“ zu diskutieren. Das Foto zeigt von links nach rechts Uwe Blachnik, Michael Temme, Ingrid Temme, Steffen Schoolmann und Karin Fey. Die „Energiemanager“ aus den 4. bis 6. Klassen, die in diesen Schulen – in Zusammenarbeit mit dem Hausmeister oder einer Lehrkraft – die Heizungssteuerung für die eigene und nach Möglichkeit auch für Patenklassen aus den Klassenstufen 1 bis 3 übernehmen sollen, werden  durch eine besondere Schulung vorher qualifiziert. Ziel ist es allerdings, die Inhalte dieser Schulung allgemein in den naturwissenschaftlichen Unterricht zu integrieren. Ilse Rudnick, zuständige leitende Schulrätin, teilte mit, dass diese Intention durch die Schulaufsicht voll und ganz mitgetragen und unterstützt wird. Diejenigen Schülerinnen und Schüler, die auch praktische Verantwortung als „Energiemanager“ übernehmen, werden in jedem Fall eine Prüfung ablegen. Sie bekommen dann ein zeugnisrelevantes Zertifikat, das von der Bildungs- und Schulverwaltung ausgestellt wird.

Während in den Schulen am Falkplatz und am Kollwitzplatz bereits Schüler-Projektgruppen bestehen, die sich schon länger mit Energie und Umwelt beschäftigen, ist in der Homer Grundschule für „Klasse Klima“ erstmalig ein Team aus, Viert-, Fünft- und Sechstklässlern zusammengestellt worden.

Um auch andere Schulen zu motivieren, der Energiebildung mehr Platz im Unterricht und in unterrichtsbegleitenden Projekten zu geben, hat „Köpfchen statt Kohle“ ein Energierad (siehe Foto) auf Schultour geschickt. Mit dem Energierad können Schüler, aber auch Lehrer, unter anderem elektrische Leistung ganz körperlich erfahren und beim Treten auf dem Rad erkennen, wie groß die Unterschiede im Energiebedarf zwischen einer Glühbirne und einer Energiesparlampe oder gar bei einem Wasserkocher sind. Speziell für Schulveranstaltungen und Tage der offenen Tür wurde für diesen Versuch ein Wettbewerb konzipiert, bei dem es auch immer etwas zu gewinnen gibt. Bis Weihnachten wird das Energierad in sieben Pankower Schulen unterwegs gewesen sein. Ab Beginn des neuen Jahres können Schulen sich für die kostenlose Ausleihe jederzeit anmelden.

Zur Motivation von Lehrkräften hat die im Aufbau befindliche Pankower Lernwerkstatt „Energie“ jetzt auch erste Fortbildungen veranstaltet. In Zusammenarbeit mit der Robert Havemann-Schule und den dort vorhandenen Arbeitslehre-Werkstätten wurde gezeigt, wie Grundkenntnisse der Solartechnik in Verbindung mit dem Bau von Solarmodellen auch schon in der Grundschule vermittelt werden können. Auf unserem Foto freut sich Werkstattleiter Norbert Hansen über einen ersten selbstgebauten Solarpropeller, der zum solargetriebenen Schiff weiterentwickelt werden könnte. Im praktischen Teil lernten die Lehrkräfte in dem Kurs auch das Laminieren von Solarzellen und das Auflöten der elektrischen Anschlüsse für die Modelle (Foto unten, mitte). Geleitet wurden die Kurse von Diplom-Ingenieur Christian Lutz aus Lüchow.

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Deutsche Energie-Agentur zeichnet „Köpfchen statt Kohle“ aus – Good Practice Label im Bereich „Information und Motivation“ verliehen

In einem Brief an Bezirksstadträtin Christine Keil  überbrachte der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, jetzt eine ermutigende Nachricht: „Köpfchen statt Kohle“ ist als Projekt Nr. 934 mit dem Label „Good Practice Energieeffizienz“ (siehe Grafik) ausgezeichnet worden. Damit ist das Energiesparprogramm des Bezirks Pankow ein Vorbild für andere Städte und Gemeinden in Deutschland.

In dem Brief von Stephan Kohler (Bild) heißt es: „Das Label ‚Good Practice Energieeffizienz‘ der dena macht Energieeffizienz sichtbar. Es weist auf Projekte hin, die zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Reduzierung des Endenergieverbrauchs beitragen. Der Bezirk Pankow von Berlin leistet mit diesem vorbildlichen Energieeffizienzprojekt einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz. Wir gratulieren Ihnen zu diesem Erfolg und möchten Sie ermutigen, sich mit weiteren Projekten zu bewerben.“

Auf der Website der dena wird „Köpfchen statt Kohle“ ausführlich vorgestellt: „Das Projekt „Köpfchen statt Kohle“ setzt die seit mehreren Jahren laufenden Versuche des Bezirksamts Pankow fort, in öffentlichen Gebäuden die Potenziale der Energieeinsparung durch Verhaltensänderungen der Nutzer zu realisieren. Mit „Köpfchen statt Kohle“ wird die bisherige Projektidee weiterentwickelt und innoviert. Die externe Beratung und Projektbegleitung konzentriert sich nicht mehr in einer Hand, sondern wird an zwei Spezialisten vergeben – einen für die technische Seite (Heizungsregelung, Anlagenüberprüfung etc.) und einen für die pädagogisch-kommunikative Seite (Unterstützung des Schulunterrichts, Organisation von Nutzerkonferenzen, Projekt-Öffentlichkeitsarbeit etc.). Die Motivation der beteiligten Schulen erfolgt nicht mehr primär über finanzielle Anreize (Weitergabe eines Teils der erzielten monetären Einsparungen an die Schulen), sondern durch die Bereitstellung kompetenter Projektbegleitung und Hilfen zur Schulentwicklung sowie die materielle Förderung von besonders innovativen oder engagierten Ansätzen. Neben Schulen werden auch weitere öffentliche Gebäude mit unterschiedlichen Nutzerstrukturen eingebunden – eine Kultureinrichtung, eine Jugendfreizeitstätte und ein Verwaltungsgebäude der Baubehörde. Mit dieser Neuorientierung des Projekts sollen auch die Chancen für eine Ausweitung auf den gesamten Bezirk ausgelotet werden. Die Überzeugung, dass neben investiven und technischen Maßnahmen vor allem auch das Verhalten und die Kooperation der Nutzer ausschlaggebend für die Energieeffizienz ist, basiert auf heute allgemein anerkannten Erfahrungswerten.“

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Noch mehr Anreize – Bei Schulwettbewerben haben „Köpfchen statt Kohle“-Projekte gute Chancen

Post bekommen jetzt alle „Köpfchen statt Kohle“-Schulen vom stratum-Team, das die die Energieprojekte begleitet. Mit einem auffälligen Faltblatt sollen sie auf die interessantesten Schulwettbewerbe aufmerksam, an denen sich „Köpfchen statt Kohle“-Projekte beteiligen können. Geldprämien bis zu 10.000 Euro, Sachpreise und öffentliche Anerkennung gibt es bei diesen sechs Wettbewerben:

  • Zukunftsmacher des KiKa (ab 8 Jahren)
  • NATURpur Award (ab Klassenstufe 5)
  • Berliner Klimaschulen der GASAG (ohne Altersbegrenzung)
  • Deutscher Klimapreis der Allianz Umweltstiftung (ab Klassenstufe 7)
  • Energiesparmeister des Bundeministeriums für Umwelt (ohne Altersbegrenzung)
  • U4Energy der Europäischen Kommission (ohne Altersbegrenzung)

Die Information durch stratum enthält eine kurze Beschreibung der jeweiligen Anforderungen und die Information über den Bewerbungsschluss.

Im letzten Schuljahr haben sich einige der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen an verschiedenen Wettbewerben beteiligt und auch gewonnen. Der „Star“ war dabei die Grundschule am Kollwitzplatz (siehe Foto), die sowohl 10.000 Euro beim BP-Schulwettbewerb „Klima & Co“ gewonnen als auch den ersten Preis im Pankower Umweltwettbewerb für ihre Energieprojekte erhalten hat. Außerdem haben sowohl die Kollwitzplatzschule als auch die Schule am Falkplatz das begehrte Gütesiegel „Berliner Klima Schule“ vom Senat verliehen bekommen, das jeweils zusätzliche 17.000 Euro für Energiesparmaßnahmen in die Schulkassen bringt.

„Wir möchten die Schulen nicht nur zur Teilnahme ermutigen“, sagt Projektleiter Richard Häusler. Er und sein Team können die „Köpfchen statt Kohle“-Projekte auch dabei unterstützen, ihre Arbeit und Projektergebnisse wettbewerbskonform darzustellen. Da „Köpfchen statt Kohle“-Projekte immer besonders ehrgeizig seien und ohnehin großen Wert auf öffentliche Darstellung und Kommunikation legten, seien die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wettbewerbsbeteiligung sehr gut.

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Sechstklässler vom Kollwitzplatz drehen Film als Motivationshilfe – Premiere am 8. November

Durchaus nicht alle Schüler auch in den oberen Klassen der Grundschule wissen, woher die elektrische Energie kommt, die die Schule benötigt. Und schon gar nicht können sich viele vorstellen, dass dieser Strom immer noch auch aus Kohle gewonnen wird. Zu diesen Ergebnissen kamen Schüler zweier sechster Klassen, als sie ihre Mitschüler für ein Filmprojekt interviewten.

Mit dem 15-minütigen Film, der unter dem Titel „Kohle ist nicht nur zum Grillen da“ am 8. November Premiere hat, wollen die Schülerinnen und Schüler ihre Altersgruppe aufrütteln und zum Energiesparen motivieren. Auf einer Exkursion zum Braunkohletagebau bei Jänschwalde und dem dortigen Kraftwerk haben sich die beiden Klassen über die Bedingungen der Stromgewinnung aus Kohle informiert. Keinem einzigen Schüler war vorher klar, wie gigantisch der Aufwand für die Kohleverstromung ist. Dass über die Hälfte der in der Braunkohle enthaltenen Energie gar nicht beim Endverbraucher – also zum Beispiel in der Schule – ankommt, war für alle eine Überraschung. „Ich denke, es wird den Kindern dadurch verständlicher, dass Energiesparen etwas bringt und ein Zeichen von Intelligenz ist“,  hofft Michael Temme, der das Energie- und Filmprojekt als Lehrkraft betreut hat.

Wenn die Schüler ihren Film am 8. November (18 Uhr) in der Aula der Grundschule am Kollwitzplatz zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen, geht es auch um den Start eines ehrgeizigen Energieprogramms in der Schule. Tags darauf soll eine „Motivationsshow“ in den vierten bis sechsten Klassen interessierte Schüler werben, die künftig als „Energiemanager“ operieren und dafür sorgen, dass jede Klasse selbst festlegt und kontrolliert, wie die Heizung für das eigene Klassenzimmer eingestellt wird. Da in der Schule eine zentrale Einzelraumsteuerung eingebaut ist, soll auf diese Weise der Energieverbrauch kontrolliert und mit den Nutzerbedürfnissen in Einklang gebracht werden. Dabei soll auch die Luftqualität durch die Überwachung des CO2-Gehalts verbessert werden.

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