Energierad ist der Renner – Lernen mit dem Musculus quadriceps femoris

Das Energierad, das derzeit durch die Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen tourt, entwickelt sich zum Renner. Das Rad bewegt sich zwar keinen Zentimeter von der Stelle, wenn Schüler und Lehrer sich auf ihm abstrampeln. Aber es bewegt sich etwas in dem Köpfen. Wo geht das Mehr an Energie hin, die eine Glühbirne im Vergleich zu einer Energiesparlampe benötigt? Wieso kostet es so viel mehr an Muskelkraft, um in einem Wasserkocher das Wasser auch nur um wenige Grade zu erwärmen? In den Gesichtern der Dritt- bis Sechstklässler stehen  Fragezeichen.

Der Anfang des Lernprozesses findet in der Oberschenkelmuskulatur statt, im Musculus quadriceps femoris. Denn da spürt man die Unterschiede, je nachdem welcher Verbraucher zugeschaltet ist. Da über einen Wechselrichter auch jedes andere Wechselstrom-Gerät an das Energierad angeschlossen werden kann, könnte man im Prinzip alle elektrischen Verbraucher an der Schule erfahrbar machen. In einer Grundschule hatten die Kinder zum Beispiel den Ehrgeiz, einen Computermonitor am Laufen zu halten. Nach wenigen Minuten gaben sie erschöpft auf.

In den Grundschulen dient das Energierad als Einstieg in die Beschäftigung mit Energie. Schon die Frage, welche Energieumwandlungen hier stattfinden, beansprucht das Grundlagenwissen der 8- bis 12-Jährigen. „Im Heizkörper wird Wasser verbrannt, deshalb ist er warm“, solche Antworten kann man durchaus bekommen, wenn man dem Energiebegriff der Kinder auf den Grund geht. Der Vorteil des Energierades ist, dass das Energiethema hier nicht theoretisch bleibt, sondern anfassbar wird. So können die Schüler durch experimentelles Nachmessen herausfinden, wie viel wärmer die leuchtende Glühbirne ist als die Energiesparlampe. Auch das Rechnen kann man üben: Wie lange müsste ich mit 50 Watt Leistung auf dem Energierad strampeln, um einen Liter Wasser zum Kochen zu bringen? Für die höheren Klassen gibt es viele anspruchsvollere Experimente und Lernaufgaben mit dem Energierad. Beispielsweise kann man mit Hilfe einer Seilwinde Wirkungsgrade berechnen. Solche Experimente sollen künftig in der Energie-Lernwerkstatt aufgebaut werden, die in der Havemann-Schule entsteht. Dort wird das Energierad untergebracht sein, wenn es nicht gerade auf Tournee ist.

Um die Motivation der Grundschüler zu erhöhen, hat „Köpfchen statt Kohle“ auch Wettbewerbsaufgaben formuliert, die auf eine Postkarte passen (siehe Foto oben). Damit kann an schulweiten Aktionstagen eine große Zahl von Schülern erreicht werden. Bei der Auslosung, bei der es das Spiel „Schalten, aber schlau“ zu gewinnen gibt, hilft manchmal sogar der Schulleiter – wie in der Homer-Grundschule, wo Uwe Blachnik sich von zwei Glücksfeen aus der 6a unterstützen ließ (siehe Foto).

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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