Kick off-Konferenz bekommt politischen Zuspruch

Schuleiter, Lehrkräfte, Hausmeister, Elternvertreter und Vertreter des Bezirksamts waren zum Kick off des Projekts „Köpfchen statt Kohle“ am 21.02.2011 in die Aula der Tesla Oberschule eingeladen worden. Und sie kamen. Dass alle angesprochenen Zielgruppen das Projekt auch tatsächlich attraktiv finden würden, war nicht selbstverständlich. „Köpfchen statt Kohle“ sieht darin jedoch einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Nur die Schüler fehlten noch beim Kick off, was einfach daran lag, dass die unterrichtsbezogenen Aktionen in den Schulen noch in vollem Gang sind und Ergebnispräsentationen von Schülern noch nicht möglich gewesen wären.

stratum® gab jedoch einen Überblick über die Unterrichtsprojekte, die bereits am Start sind:

  • 11 Projektgruppen der Homer Grundschule haben mit einer umfassenden Raumklimauntersuchung an ihrer Schule begonnen; die Gruppen umfassen alle drei 4. Klassen
  • In 5 Objekten sind unter Beteiligung von Schülern und Lehrkräften Wärmebildaufnahmen der Gebäude erfolgt; die Ergebnisse fließen entweder in die Arbeit bereits bestehender Umweltgruppen an der Schule ein oder – was häufiger der Fall ist – stellen den Ausgangspunkt für neue Unterrichtsprojekte und die Gründung von Energiegruppen dar
  • In der 6a der Schule am Hohen Feld sind vier Projektgruppen gebildet worden, die sich mit dem Thermostat-  und Lüftungsmanagement, mit der energetischen Situation der nahegelegenen Freizeiteinrichtung K14, mit Einsparpotenzialen bei der Beleuchtung und mit der Frage der Luftgüte im Klassenzimmer beschäftigen. In einer der Projektgruppen arbeitet sogar ein Elternvertreter aktiv mit.

Der Vertreter der Firma Sauter FM, die das Projekt auf der technischen Seite begleitet, gab anhand von ausgewählten Schulen und Gebäuden einen Überblick über die nicht-investiven Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Energiebilanz führen. Dazu gehören u.a.

  • Installation eines Außentemperaturfühlers und Anbindung an die Kesselanlage
  • Einstellen der Kennlinie, Nachtabsenkung, Nachtabschaltung, Tagstopp und Nachtstopp
  • Ausschalten vom Gaskessel 2 (Kessel 1 erzeugt die notwendige Leistung)
  • Betriebstemperaturen im Kessel zwischen 9 und 12 Uhr auf 50 Grad einprogrammieren
  • Warmwasserboiler von 15 bis 20 Uhr auf 70 Grad einprogrammieren
  • Erneuerung von Druck- und Temperatursensor im Vorlauf der Heizanlage
  • Einbau einer neuen Batterie an der Heizungsregelung
  • Nachrüsten einer Zeitschaltuhr an der Warmwasserbereitung des Horts.

Auch auf eine konkrete Zielgröße ließ sich Sauter-Mitarbeiter Christian Bornemann festlegen. Für die beteiligten Pankower Schulen soll der Energiebedarf, gemessen in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudefläche, von derzeit 103 auf 85 im Jahr 2015 gesenkt werden. Natürlich ist das nicht die Maßzahl für jede Schule einzeln, sondern der Wert, der für den Durchschnitt der Schulen erzielt werden soll.

Politischen Zuspruch bekam die Kick off-Konferenz gleich von  beiden fachlich zuständigen Spitzen der Verwaltung. Die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport, Lioba Zürn-Kasztantowicz (auf dem Foto 2. v. l.), begrüßte das Projekt und hob den Querschnittscharakter als besonders innovativ hervor. Im Projektbeirat sitzen nämlich sowohl Verantwortliche der technischen und baulichen Seite als auch des pädagogischen und schulischen Bereichs.

Christine Keil (auf dem Foto 3. v. l.), Bezirksstadträtin und Leiterin der Abteilung Jugend und Immobilien der Bezirksverwaltung, gab ein längeres Statement ab, um die Bedeutung des Projekts hervorzuheben. Dabei sprach sie auch die langfristigen Perspektiven an: „Die wichtigste Anforderung an die Energiesparprojekte in den Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen kann man unter dem Begriff der Nachhaltigkeit zusammenfassen. Wir möchten keine insulären Lösungen, die sich zwar als ‚Modell‘ gut verkaufen, aber keine Breitenwirkung erzielen. Vielmehr erreichen wir das Ziel, die Einsparpotenziale optimal zu realisieren, nur, wenn wir Wege finden, um dauerhaft und flächendeckend Energiebewusstsein zu schaffen und in entsprechendes Alltagsverhalten umzusetzen. Dazu brauchen wir übertragbare Lösungen sowohl im technischen wie im pädagogisch-kommunikativen Bereich.“

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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Eine Antwort zu Kick off-Konferenz bekommt politischen Zuspruch

  1. Die Journalistin Susanne Ziegert war beim „Köpfchen statt Kohle“-Kick off-Meeting im Februar an der Tesla Oberschule mit dabei. Am 27.03.2011 konnte man ihren Artikel in der „Welt am Sonntag“ lesen, mit dem das Pankower Projekt nun also bundesweite Bekanntheit erreicht.

    Sie finden den Artikel auch online unter http://www.welt.de/print/wams/wirtschaft/article12975158/Leerer-Saal-volles-Rohr.html.

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