Wärmebilder bringen Aufklärung in fünf Objekten

Um Energieverluste an Gebäuden sichtbar zu machen, nutzt man die Thermografie. Wärmebildkameras können die für den Menschen unsichtbare Infrarotstrahlung abbilden. Fast jeder dürfte solche Aufnahmen von Häusern bereits gesehen haben. Im Projekt „Köpfchen statt Kohle“ schlug stratum® vor, dieses Instrument für zwei Ziele zu nutzen: Erstens, um tatsächliche Wärmelecks und Schwachstellen in den öffentlichen Gebäuden aufzuspüren und in Schülerprojekte nach Möglichkeiten für Verbesserungsmaßnahmen zu suchen. Und zweitens, um das Thema „Energieeffizienz“ auch visualisierbar zu machen. Denn die Fotos, die bei der Thermografie entstehen, sind eindrucksvoll und immer ein Hingucker. Im Verlauf der Wärmebildprojekte an 5 Objekten stellte sich heraus, dass auch ein echter Lerneffekt damit verbunden ist, denn die Schülerinnen und Schüler mussten, um das Prinzip und die Aufnahmen zu verstehen, auch etwas über die verschiedenen Formen der Wärmeausbreitung lernen.

Da in der Abteilung für Jugend und Immobilien eine Wärmebildkamera vorhanden war und durch Vermittlung des dort zuständigen Mitarbeiters, Jürgen Bornschein, auch Mitarbeiter aus einem ABM-Projekt bei W.E.N. Consulting für die Bedienung des Geräts und die Auswertung der Aufnahmen zur Verfügung standen, konnte es in der kalten Periode des Februar 2011 losgehen. An insgesamt 5 Objekten fanden Wärmebildaufnahmen und -auswertungen zusammen mit Schülerinnen und Schülern statt:

Die Umweltgruppe der Schule am Falkplatz nutzte die Chance zusammen mit ihrer Lehrerin Ingrid Temme zu einer Aufnahme des fast 100 Jahre alten Gebäudes mit seinen zahlreichen schlecht dichtenden alten Fenstern; auch Hausmeister Norbert Ackermann war mit dabei; jetzt soll untersucht werden, warum bestimmte Fenster besonders undicht zu sein scheinen.

An der Tesla Oberschule war die Thermografieaufnahme eine willkommene Chance für vier Schüler, die eine Abschlusspräsentation in Geografie zu diesem Thema vorhatten; zusammen mit Physiklehrer Rolf-Peter Streckenbach und begleitet von Hausmeister Jens-Uwe Judis war die Gruppe fast zwei Stunden im Schulhaus unterwegs, das ebenfalls bereits aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts stammt; die Ergebnisse werden von einer noch zu gründenden Energiearbeitsgruppe an der Tesla Oberschule weiter genutzt.

Die Grundschule im Blumenviertel beteiligt sich mit dem jahrgangsübergreifenden naturwissenschaftlichen Unterricht bei der Lehrerin Irmtraud Pelzl am Projekt „Köpfchen statt Kohle“; mit der Wärmebildaufnahme wollten die Schüler vor allem wissen, wie es um die alte Turnhalle steht, die einem im Ostteil der Stadt häufigen Typ entspricht; überraschendes Ergebnis: Die größten Wärmeverluste hat die Turnhalle nicht bei der Außendämmung, sondern vermutlich durch den überdimensionierten und schlecht gedämmten 5.000-Liter-Wasserspeicher.

Die Schule am Hohen Feld gehört zu den baulich und technisch sehr modernen Gebäuden im Projekt; deshalb lassen sich Wärmeverluste nur dort sichtbar machen, wo z.B. im Winter die Fenster zu lange offen stehen; Schüler der Klasse 6a waren von der Technik der Thermografie jedoch sehr begeistert, dass sie sich als weiteres Untersuchungsprojekt die nahegelegene Freizeiteinrichtung K14 vornahmen (siehe unten).

Das Gebäude des K14 ist architektonisch sehr ambitioniert, aber nicht unter dem Aspekt besonderer Energieeffizienz errichtet worden; es weist viele Glasflächen auf, die natürlich die Energiebilanz verschlechtern; bei der Wärmebildaufnahme wurden jedoch noch weitere Schwachstellen entdeckt – sehr undichte Türen und Wände, die aufgrund der dahinter angebrachten Heizkörper einen großen Teil der Wärme an die Außenwelt verlieren.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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