Homer-Grundschule erhält Klimaschutz-Gütesiegel des Berliner Senats – Mit Solarbaukurs motiviert die Schule am Falkplatz die Schüler für die Energieprojekte im kommenden Schuljahr – Ab Herbst machen noch mehr Schulen bei „Köpfchen statt Kohle“ mit

geehrt01Grund zum Jubeln hat die Homer-Grundschule. Als dritte „Köpfchen statt Kohle“-Schule erhält sie jetzt das Gütesiegel „Berliner Klima Schule“. Aufgrund des eingereichten Klimaschutzplans wird der Schule dieses begehrte Siegel erstmalig verliehen, weil, so die offizielle Begründung, „an Ihrer Schule Klimaschutzthemen pädagogisch verankert sind und außerdem konkrete Ziele zum Klimaschutz am Schulstandort verfolgt werden.“ Damit ist die Arbeit der jungen Energiemanager gemeint, die im zu Ende gehenden Schuljahr gezeigt haben, dass Schüler die Verantwortung für eine energiesparende Heizungssteuerung selbst in die Hand nehmen können.

ausstellung2013_11_sponsoring_gruenspar_webDie Auszeichnung als Gütesiegel-Schule ist nicht nur ideell. Mit dem Gütesiegel verbunden ist die Möglichkeit, aus den Mitteln des Berliner Schulanlagensanierungsprogramms  einen Betrag in Höhe von bis zu 17.000 € zielgerichtet einzusetzen. Damit können Sanierungsmaßnahmen an der Schule finanziert werden, die nachweislich dem Klimaschutz dienen. Die Vorschläge dafür müssen von der Schule selbst kommen. Sicher werden sich auch die im „Köpfchen statt Kohle“-Projekt engagierten Dritt- bis Sechstklässler dazu etwas einfallen lassen und ihre Ideen mit Schulleiter Uwe Blachnik diskutieren, der die Arbeit der jungen Energiemanager schon bisher aktiv unterstützt hat. Unser Foto zeigt einige der Energiemanager der Homer-Grundschule vor einer selbst mitgestalteten Posterausstellung zu ihrem Projekt. Der Online-Shop für Energiesparprodukte „Grünspar“, dessen auffallende Taschen die Schüler hier präsentieren, unterstützt „Köpfchen statt Kohle“ mit Sachmitteln wie z.B. schaltbaren Steckdosen oder elektronischen Thermostatventilen.

Die Homer-Grundschule gehört zu den drei Pankower Grundschulen, die bisher das Klimaschutz-Gütesiegel bekommen haben. Alle drei Schulen – neben der Homer-Grundschule sind das die Schule am Falkplatz und die Grundschule am Kollwitzplatz – arbeiten bei „Köpfchen statt Kohle“ mit und qualifizieren Schüler zu Energiemanagern. Der neuartige Ansatz, den „Köpfchen statt Kohle“ dabei verfolgt, ist jetzt auch im Berliner Abgeordnetenhaus zur Sprache gekommen. Als Antwort auf eine Kleine Anfrage (KA/17 /12 021) berichtete der Staatssekretär für Verkehr und Umwelt, Christian Gaebler, den Abgeordneten: „Projekte, die sich mit Umweltbildung befassen und in der Lage sind, entsprechendes Wissen insbesondere durch praktisches Arbeiten altersgerecht zu vermitteln, sind sehr zu begrüßen. Sie stehen im Einklang mit der Klimaschutzpolitik des Landes Berlin. Daher werden in Berlin schon seit vielen Jahren verschiedene einschlägige Projekte umgesetzt. Mit »Köpfchen statt Kohle« wird ein weiteres interessantes umweltpädagogisches Projekt in Berlin angeboten. So wird beispielsweise an Schulen mit zentraler Einzelraumsteuerung die Verantwortung für die Heizungsregelung, auch auf zu geprüften Energiemanagern ausgebildeten Schülern bzw. Schülerinnen in den Grundschulen übertragen. Damit können sie mit der Klassengemeinschaft abgestimmt die Heizungseinstellungen steuern, kontrollieren und optimieren sowie die Beseitigung von Mängeln veranlassen und ggf. Verbesserungsvorschläge an verantwortliche Stellen richten. Mit ihrer Arbeit sensibilisieren sie Mitschülerinnen und Mitschüler sowie Erwachsene sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Im Wettbewerb der KlimaSchutzPartner Berlin, in dem innovative Umwelt- und Klimaschutzprojekte geehrt werden, gehörte »Köpfchen statt Kohle« in diesem Jahr zu den Preisträgern und gewann den Sonderpreis.“

Der Bezirk Pankow hat jetzt bekannt gegeben, dass „Köpfchen statt Kohle“ fortgeführt werden soll. Damit können die Projekte, die auf eine dauerhafte Aktivierung von Schülern für Energieeinsparung, Ressourcenschonung und Klimaschutz angelegt sind, weiterhin gezielt unterstützt werden. Ab dem kommenden Schuljahr werden außerdem einige weitere Grundschulen in Pankow die Chance erhalten, bei „Köpfchen statt Kohle“ mitzumachen. Welche Schulen dieses Angebot bekommen sollen, wird derzeit im Schul- und Bauamt geprüft. Beide Ressorts werden sich auch zukünftig für „Köpfchen statt Kohle“ verantwortlich fühlen. Die beiden zuständigen Bezirksstadträtinnen, Christine Keil (Bau) und Lioba Zürn-Kasztantowicz (Schule) begrüßen die verwaltungsinterne Kooperation, die bei „Köpfchen statt Kohle“ nahezu reibungslos funktioniert.

solarmodellbau03_webViele der „Köpfchen statt Kohle“-Schulen haben in den letzten Wochen des Schuljahres bereits die Weichen für die Projekte im neuen Schuljahr gestellt, Termine festgelegt, zuständige Lehrkräfte benannt und nach Möglichkeiten einer Ausweitung der Projektarbeit gesucht. Die Grundschule am Kollwitzplatz wird beispielsweise ein zweites „Early Morning“-Team aufbauen. Diese Teams bestehen aus Schülerinnen und Schülern, die wöchentlich einmal bereits morgens früh im sieben Uhr in der Schule sind, um sich in ihrem Projekt zu engagieren. Einige der Schulen haben auch die Freiräume der letzten beiden Schulwochen genutzt, um z.B. bei Projekttagen oder Projektwochen bereits neue Schüler für die Mitarbeit im kommenden Jahr zu motivieren. An der Falkplatzschule hat Steffen Schoolmann zu diesem Zweck eine mehrtägige Projektwerkstatt „Solarmodellbau“ veranstaltet, die von „Köpfchen statt Kohle“ unterstützt wurde.

solarmodellbau07_webUnter den 20  teilnehmenden Schülern hat Schoolmann einige entdeckt, die sehr interessiert und eigenständig mitarbeiteten. Die möchte er gern für das „Köpfchen statt Kohle“-Projekt im neuen Schuljahr gewinnen. Die Vorstellung der gebauten Solarmodelle beim Schul-Sommerfest bot überdies die Chance, die Eltern zu informieren. Im Bild links erläutert ein stolzer Modellbauer seiner Mutter die Feinheiten der Konstruktion.

Die Mitarbeit in „Köpfchen statt Kohle“-Projekten ist auch ein Beitrag zur Verbesserung des naturwissenschaftlich-technischen Wissens und entsprechender Handlungskompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Die mitarbeitenden Schulen wissen das. Die Schüler erwerben ein grundlegendes und durch den Praxisbezug gut verankertes Energiewissen. Ein Energiemanager bei „Köpfchen statt Kohle“ kennt beispielsweise genau die Relationen im Energieverbrauch und weiß, dass der Löwenanteil der Energiekosten nicht aus dem Stromverbrauch, sondern aus dem Heizenergieverbrauch stammt. Die soeben abgeschlossene Untersuchung, die im Auftrag der RWE-Stiftung den Stand der Energiebildung an deutschen Schulen untersucht hat, stellt u.a. genau dies fest: „Besonders rar werden richtige  Antworten, wenn es um ökonomische Aspekte geht. So glaubt die Hälfte der Neunt- bis Elftklässler, dass die meisten Energiekosten im Haushalt für den  elektrischen Strom anfallen.“ Bei „Köpfchen statt Kohle“ wissen es schon die Dritt- bis Sechstklässler besser!

memoryspiel02b_webAus der Projektarbeit von „Köpfchen statt Kohle“ entstehen auch Lernmaterialien, die die Energiebildung unterstützen. So hat die Schülerfirma der Tesla-Schule jetzt ein „Energie-Memory“ vorgestellt, mit dem die verschiedenen Energiearten spielerisch erarbeitet werden können. Ein weiteres Spiel, nämlich ein „Energie-Domino“ in Kartenform, wird von der Schülerfirma unter Leitung des Physiklehrers Peter Streckenbach zu Beginn des nächsten Schuljahres vorgestellt. Darin geht es vor allem um verschiedene Energieumwandlungen. Denn die Schülerinnen und Schüler sollen ein grundlegendes Verständnis davon bekommen, dass Energie eigentlich nicht „verbraucht“ werden kann, sondern immer nur umgewandelt und übertragen wird.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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