„Köpfchen statt Kohle“ erhält Auszeichnung als „Klimaschutzpartner 2013“ – Energiemanager von drei Grundschulen vernetzen sich – Große Pläne für das neue Schuljahr

klimaschutzpartner_2013_poster_a4_digital_webJetzt ist das Pankower Energieeffizienzprojekt „Köpfchen statt Kohle“ als Vorbild für ganz Berlin bekannt: Am vergangenen Mittwoch wurde es vom Bündnis „KlimaSchutzPartner Berlin“ als Träger des Sonderpreises 2013 ausgezeichnet. Prämiert wurde das in drei Schulen bereits umgesetzte Konzept von „Klasse Klima“, bei dem die Schulklassen selbst die Verantwortung für eine energieeffiziente und optimale Heizungsregelung übernehmen. Möglich ist dies in Schulgebäuden, die eine zentrale Einzelraumsteuerung haben. Das Konzept funktioniert als 7-Schritte-Programm, das auf einem Poster (siehe Foto oben) für den Wettbewerb eingereicht worden war – das Poster ist im Download-Bereich des Weblogs auch als PDF verfügbar):

  1. Schüler der Klassen 3 bis 6 in den Grundschulen werden zu „Energiemanagern“ qualifiziert. Sie legen eine theoretische und praktische Prüfung zu Fragen des Raumklimas, der Wärmephysik, der Messtechnik und der Heizungssteuerung ab.
  2. Um den Schülern Zugang zur Einzelraumregelung zu geben, wird eine eigene Infrastruktur geschaffen, die aus einem PC mit Anschluss an den Steuerungsserver, einem Farbdrucker und einem großen externen Monitor im Publikumsbereich des Schulhauses besteht.
  3. An ihrem Regelungs-PC analysieren die Schüler die Einstellungen und Auswertungsdiagramme und verändern gezielt Heizungseinstellungen, um Einsparmöglichkeiten zu realisieren.
  4. Änderungen an den Heizungseinstellungen nehmen die „Energiemanager“ nur in Abstimmung mit den Lehrkräften und Klassengemeinschaften vor.
  5. Um Fehlern und Ausfällen auf die Spur zu kommen, prüfen die „Energiemanager“ die Komponenten der Heizung auch direkt, z.B. durch Temperaturmessungen im Raum und an den Heizkörpern. Defekte Hardware (wie z.B. Thermostatventile) wird auf diese Weise rasch entdeckt und repariert.
  6. Zusätzlich zur laufenden Kontrolle und Optimierung des Heizenergiebedarfs wird auch die Raumluftqualität durch CO2-Messungen überprüft.
  7. Die Befunde der „Energiemanager“, ihre Verbesserungsvorschläge und die Ergebnisse ihrer Aktivitäten werden protokolliert und veröffentlicht.

In der Homer-Grundschule, der Grundschule am Kollwitzplatz und der Schule am Falkplatz ist dieses Programm in der Heizperiode dieses Schuljahres praktisch eingeführt und mit Erfolg erprobt worden. Junge Energiemanager dieser drei Schulen waren zur Preisverleihung ins Ludwig Erhard Haus gekommen. Unser Foto unten zeigt die stolzen Gewinner zusammen mit einigen Erwachsenen, die hinter „Köpfchen statt Kohle“ stehen (v.l.n.r.): Schulleiter Uwe Blachnik, Lehrer Michael Temme, Bezirksstadträtin Christine Keil, Lehrerin Ingrid Temme, Bauamtsingenieur Jürgen Bornschein.

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Das Bündnis „KlimaSchutzPartner Berlin“ ist ein Zusammenschluss von Architektenkammer Berlin, Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg e.V., Baukammer Berlin, Bund der Berliner Haus- und Grundbesitzervereine e.V., BFW Berlin-Brandenburg e.V., Handwerkskammer Berlin, IHK Berlin, Investitionsbank Berlin, TSB-Innovationsagentur Berlin GmbH und Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsbauunternehmen e.V. Die Prämierung von „Köpfchen statt Kohle“ beweist, dass der Ansatz, die Schüler als Nutzer von Schulgebäuden direkt in das Energiemanagement einzubeziehen, verstanden wird und als zukunftsträchtiges Modell angesehen wird.

karte_berlin_klimaschutzpartner_webAnders als in bisherigen Projekten erschöpft sich der pädagogische Ansatz von „Köpfchen statt Kohle“ nicht in Verhaltensappellen und isolierten Unterrichtsprojekten. Stattdessen wird eine dauerhafte Verzahnung von Schüleraktivitäten mit realen Verbesserungen und messbaren Einsparzielen angestrebt. Entwickelt wurde dieser Ansatz von der Berliner Nachhaltigkeitsagentur stratum, die auch die pädagogische Betreuung in den Pankower Schulen übernimmt. Projektleiter Richard Häusler von stratum kann sich vorstellen, dass dieses Konzept berlinweit übernommen wird. Bislang ist „Köpfchen statt Kohle“ nur im Bezirk Pankow verankert, wo das innovative Konzept durch eine intensive Zusammenarbeit  zwischen Schulamt, Bauamt und Senatsbildungsverwaltung möglich wurde.

ausstellung2013_02_webDass „Köpfchen statt Kohle“ auch zur Vernetzung der beteiligten Schulen führt, bewiesen jetzt die jungen Energiemanager der drei Pankower Pilotschulen. Zur Eröffnung einer Ausstellung über „Klasse Klima“, die die Schüler der Homer-Grundschule zusammen mit ihren Betreuern von stratum erarbeitet hatten, waren auch die Energiemanager der beiden anderen Schulen vom Kollwitzplatz und vom Falkplatz eingeladen. Die Homer-Schüler erläuterten ihren Mitschülern sowie einigen interessierten Eltern anhand von sechs großformatigen Postern, warum die Schule die Arbeit der Energiemanager braucht. Anschließend tauschten sich die jungen Energieexperten über ihre Erfahrungen aus und verglichen die verschiedenen Vorgehensweisen an den drei Pilotschulen.

Als Anerkennung und zur Unterstützung ihrer bewusstseinsbildenden Wirkungen gegenüber Mitschülern und Lehrkräften schenkte der Online-Shop für Energiespartechnologie „Grünspar“ den jungen Energiemanagern schaltbare Mehrfachsteckdosen. Denn neben der Heizenergie kümmern sich die Energiemanager auch um die Möglichkeiten, den Stromverbrauch im Schulgebäude zu senken. Mit den schaltbaren Steckdosen wird vor allem der Standby-Stromverbrauch gesenkt. Unser Foto zeigt, woran man die Energiemanager künftig erkennen wird:  An ihren schwarzen T-Shirts mit dem Schriftzug „Energiemanager“ und den knalligen „Grünspar“-Taschen. Dem Sponsor sei Dank!

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Weil der Bezirk Pankow zugesagt hat, „Köpfchen statt Kohle“ weiter zu fördern und sogar auszuweiten, können die Energiemanager jetzt auch schon für das neue Schuljahr planen. In der Grundschule am Kollwitzplatz will Michael Temme, der als Lehrer die Energieprojekte unterstützt, eine weitere Projektgruppe gründen, um das Ziel, alle Klassenräume systematisch einzubinden, zu erreichen. Schulleiter Uwe Blachnik kündigte beim Energiemanager-Meeting in seiner Homer-Grundschule an, dass im kommenden Jahr ebenfalls eine Lehrkraft als Unterstützung hinzukommen solle. Außerdem versprach er den Energiemanagern, dass die Projektarbeit sofort mit Schuljahresbeginn wieder aufgenommen werden soll. Damit wird das Energiemanager-Projekt zur Dauereinrichtung. Als wichtigste erste Aufgabe werden die bisher qualifizierten Energiemanager für ausgebildeten Nachwuchs sorgen müssen, weil ja die Sechstklässler die Schule jetzt verlassen. Projektleiter Richard Häusler geht davon aus, dass es ab dem kommenden Schuljahr gelingt, sämtliche der mehr als 20 Schulen in Pankow in das Projekt mit einzubeziehen, die ebenfalls bereits über eine zentrale Einzelraumsteuerung verfügen. Aber auch an den Schulen mit manuell einstellbaren Thermostaten will „Köpfchen statt Kohle“ aktiv werden. Hier hat stratum mit Projekten für ein lernfreundliches Raumklima im Winter, bei dem mit CO2-Messungen in den Klassen gearbeitet wird, einen für Lehrer und Schüler motivierenden Ansatzpunkt gefunden. „Insofern könnte ‚Köpfchen statt Kohle‘ ab dem nächsten Schuljahr prinzipiell in allen Pankower Schulen verankert werden“, meint Projektleiter Richard Häusler.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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