Umweltgruppe am Falkplatz denkt schon an den Winter – Über 50 defekte Heizungsventile gefunden

Auch wenn es heute schon am frühen Morgen spätsommerliche 15 Grad hatte – die Umweltgruppe der Schule am Falkplatz rüstet sich bereits für den Winter. In der bevorstehenden Heizperiode wollen sie endlich dafür sorgen, dass die Energielecks in dem Schulgebäude mit über 10.000 Quadratmeter Nutzfläche gestopft werden. Wie berichtet, ist geplant, dass an dieser Schule – wie an zwei weiteren Pankower Grundschulen – in diesem Winter die Klassen die Steuerung ihrer Heizung am Computer selbst übernehmen.

Nun wollen die zwölf Umweltaktivisten aus den fünften und sechsten Klassen, unterstützt durch die Lehrerin Ingrid Temme, die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das, was im Regelungscomputer eingegeben wird, auch an den Heizkörpern in den Klassenräumen, Fluren und Toiletten ankommt. Bei einer ersten Sichtprüfung stellten die Schülerinnen und Schüler fest, dass mindestens 5 Ventile mechanisch nicht mehr in Ordnung sind, weil z.B. die Verbindung zur Stromversorgung herausgerissen ist oder das Ventil gar nicht mehr mit dem Heizkörper verbunden ist. Sehr viel erstaunter waren die Jungs und Mädchen aber heute Morgen (25. September), dass fast 60 einzelne Heizkörper heiß waren, obwohl es noch viel zu warm war, um zu heizen. Die Heizanlage ist zwar schon in Bereitschaft, aber dass in vielen Klassenräumen durch ein oder zwei Heizkörper außerplanmäßig heißes Wasser floss, das erstaunte die Lehrkraft ebenso wie ihre Schüler. Der Verdacht war schnell geäußert: „Wahrscheinlich lassen sich an diesen Heizkörpern die Ventile gar nicht mehr schließen!“ Unser Foto oben zeigt Ingrid Temme und Schüler der Umweltgruppe bei der Auswertung der Daten der Heizkörperüberprüfung. Das Bild unten ist ein Ausschnitt aus den manuellen Protokollen, bevor die Daten in den Computer eingegeben werden.

Eine genauere Überprüfung wollen die Schüler deshalb jetzt dem Bezirksamt bzw. der zuständigen Wartungsfirma abverlangen. „Erst wenn die Heizkörperventile in Ordnung sind, macht es Sinn, dass die Schüler am Heizungscomputer die Einstellungen für ihre Klassen vornehmen und überprüfen“, so Ingrid Temme, die sich mit ihrer Umweltgruppe schon seit mehreren Wintern mit überheizten Räumen beschäftigt. „Aber so weit wie bisher waren wir noch nie gekommen“, meint sie. Mit diesem Schuljahr sei nun eine echte Reduzierung der Energieverschwendung an ihrer Schule in Aussicht.

Demnächst werden sich an der Falkplatzschule die Lehrer und Schulleitungen der drei Pankower Grundschulen zusammensetzen, die den gleichen Weg gehen wollen und die Verantwortung für die Steuerung des Energiebedarfs der Schule in die Hände der Schüler geben wollen. Dazu werden in den Klassen ab Stufe 4 „Energiemanager“ ausgebildet und Zugriffsmöglichkeiten auf den Heizungscomputer auch für die Schüler geschaffen. Mit diesem Projekt ist der Bezirk Pankow derzeit Innovationsführer im Bereich der nutzerorientierten Energieeinsparung. Wenn das Beispiel Schule macht, hofft Projektleiter Richard Häusler, dass schon bald alle Schulen mit Einzelraumsteuerungen in Berlin einen echten Beitrag zur Energiewende leisten werden.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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