„Köpfchen statt Kohle“ bringt Technik und das männliche Element in die Grundschulen

Den pädagogischen Unterstützern von „Köpfchen statt Kohle“ fiel es zunächst gar nicht auf, welchen Nebeneffekt die von ihnen initiierten Energieprojekte an den Pankower Grundschulen auch haben. Als aber wieder einmal fünf Mitarbeiter des Projekts mit Messgerätekoffer, Kameras und Projektmappen in die Schule am Hohen Feld kamen, konnte eine zufällig vorbei kommende Lehrerin ihr Erstaunen nicht unterdrücken: „Wow, so viele Männer an unserer Schule, das haben wir selten!“ Die Betroffenen verstanden es als Kompliment.

Tatsächlich bringt Köpfchen statt Kohle mit dem Thema „Energie“ auch Technik  und  mit der Technik auch ein männliches Element in die Grundschulen, das dort sonst eher fehlt. Mit Wärmebildkameras ausgestattete Techniker waren im vergangenen Winter in sieben Schulen, um zusammen mit den Schüler-Projektgruppen Thermografieaufnahmen der Gebäude zu machen und anschließend gemeinsam auszuwerten. Projektleiter Richard Häusler von der Firma stratum® ist zwar für den pädagogischen Part von „Köpfchen satt Kohle“ zuständig, aber auch er bringt regelmäßig technische Geräte in die Schulen – Infrarot-Thermometer, Energiekostenmessgeräte, Datenlogger.

Weil das Projekt nicht alle benötigten technischen Geräte selbst beschaffen kann, nimmt man auch gern die Unterstützung von Sauter FM in Anspruch. Die Fachfirma für Gebäudemanagement hilft dann mit Geräten für die CO2-Messung oder die Messung des Luftzugs an undichten Fenstern aus. Und immer sind es Männer, eben Techniker, die in die Grundschulen kommen und die Schülerinnen und Schüler mit der Handhabung der Messgeräte und der Interpretation der Messergebnisse vertraut machen.

So hat „Köpfchen statt Kohle“ neben der Vermittlung von Energiebewusstsein und der Verbesserung der Energieeffizienz auch einen kleinen kulturellen Effekt für die beteiligten Grundschulen.

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Turnhallen in Pankow – tendenziell zu warm?

Viele Schulen in Pankow haben Turn- und Sporthallen, die die Zeit überdauert haben. Mit der charakteristischen Optik ihrer tonnenförmigen Dachkonstruktionen erinnern sie an Markthallen und der Wellblech-Charme setzt sich im Inneren fort. Dass sie auch energetisch ein Problem darstellen, liegt auf der Hand. Die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppe der Grundschule im Blumenviertel wollte diesem Problem auf den Grund gehen. Mit der Wärmebildkamera und Thermometern versuchte sich die Naturwissenschaftsklasse von Irmtraud Pelzl ein faktisches Bild der Lage machen.

Zu den großen Überraschungen gehörte der Befund, dass in der Halle ein unzureichend gedämmter und mit 2.000 Litern wohl überdimensionierter Warmwasserbehälter ständig auf hoher Temperatur gehalten wird. Dieses Monster kam den Schülerinnen und Schülern buchstäblich „strahlend“ entgegen, als sie mit der Wärmebildkamera auch Aufnahmen im Innenraum der Turnhalle machen wollten. Als der Hausmeister dann den Zugang zum Kessel aufsperrte, kam die nächste Überraschung – ein großes Stück der Isolierung des Tanks ist weggebrochen.

Wie Temperaturmessungen von Schülern und Lehrkräften in der Turnhalle ergaben, schwankt die Temperatur in der Halle im Tagesverlauf zwischen 15 und über 25 Grad. Dies ist ein deutliches Indiz für ein Steuerungsproblem. Die für Turnhallen empfohlene Temperatur sind 17 Grad. Während morgens die Halle im Winter oft noch zu kalt ist, wird sie durch die Lüftungsheizung über den Tag hinweg viel zu stark erwärmt, um dann wieder auszukühlen. Die Heizung muss per Hand an einem Schaltkasten geregelt werden, dessen unübersichtlich viele Zuluft- und Abluftschalter die Lehrkräfte vor ein Rätsel stellen. Es gibt keine klare Anleitung für die Regelung – die freilich gar nicht nötig wäre, wenn die an sich vorgesehene elektronische Steuerung funktionieren würde. Niemand in der Schule weiß jedoch, wo sich der Schlüssel und der Code dafür befinden. Die Wartungsfirma ist nur für den Austausch der Luftfilter, aber nicht für die Regelung zuständig. Die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppe will am Ball bleiben und das Problem bis zur nächsten Heizperiode gelöst haben. „Wenigstens sollten dann alle Lehrkräfte genau wissen, wie sie den Schaltkasten bedienen und welche Temperatur aktuell in der Halle herrscht“, wünscht man sich.

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Nach dem Projekt ist vor dem Projekt – Erste Ergebnisse an der Homer Grundschule

Die Bilanz der vierten Klassen an der Homer Grundschule kann sich sehen lassen: In 11 Projektgruppen haben die Klassen 4a, 4b und 4e in den letzten Wochen 354 Schülerinnen und Schüler sowie 28 Lehrkräfte und Angestellte der Schule interviewt und in 24 Klassenräumen Temperaturmessungen vorgenommen. Unterstützt von den stratum®-Projektcoaches wurden die dabei angefallenen Daten ausgewertet und dokumentiert.

Den vorläufigen Projektabschluss bildete die Präsentation der Ergebnisse in den einzelnen Klassen. Zu den wichtigsten Ergebnissen der Untersuchung, die die 9- bis 11-jährigen Schülerinnen und Schüler sehr selbstständig und engagiert betrieben haben, gehören Aussagen über das Raumklima sowohl aus subjektiver Sicht als auch aufgrund von Messdaten. Demnach ist festzustellen:

  1. Gut die Hälfte der Schülerinnen und Schüler finden es in der Schule zu warm, dagegen ist es 16% eher zu kalt. Nur 33% sind mit dem Raumklima in den Klassen zufrieden
  2. Nahezu alle Lehrkräfte geben an, dass sie Probleme mit der Heizungsregelung haben. In der Homer Grundschule lassen sich die einzelnen Heizkörper in den meisten Klassenräumen überhaupt nicht regeln, da sie keine Thermostate aufweisen. Die zentrale Heizungssteuerung führt aber anscheinend dazu, dass es tendenziell zu warm wird in den Klassenzimmern, so dass die einzige Methode der Temperaturregelung durch die Nutzer das Öffnen der Fenster darstellt. Die Fenster wiederum sind nur mit Schraubschlüsseln durch die Lehrkräfte zu öffnen.
  3. Die Messung der Temperaturen in den 24 Klassenräumen ergab eine Durchschnittstemperatur von 22,8 Grad Celsius. Die gemessenen Temperaturen bewegen sich von 19,6 bis 25,4 Grad. In 22 der 24 Klassenräume wird die von der Arbeitsstättenverordnung empfohlene Raumtemperatur von 20 Grad überschritten, zum Teil sehr erheblich (siehe untenstehendes Diagramm).

Wie alle Untersuchungsergebnisse interpretiert und dargestellt werden können und welche Handlungsempfehlungen und weiteren Fragen sich anschließen, wird nun von einem Teil der Schülerinnen und Schüler weiter verfolgt. Das Ziel ist eine Ausstellung und Präsentation der Ergebnisse, um die ganze Schule in den Diskussionsprozess einzubeziehen. Auf einer Energiekonferenz mit allen Beteiligten sollen die nächsten Schritte besprochen werden: Was kann man für die Verbesserung der Situation in der Heizperiode des kommenden Schuljahres tun? Welche weiteren Untersuchungen müssten die Schülerinnen und Schüler anstellen?

Nach dem Projekt ist vor dem Projekt – auch das ist eine Erkenntnis fürs Leben, die die 4.-Klässler der Homer Grundschule mitnehmen werden.

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Veolia Stiftung unterstützt „Köpfchen statt Kohle“ in der Falkplatzschule

Sie stehen im Winterhalbjahr jede Woche einmal eine Stunde früher auf, um schon vor Unterrichtsbeginn aktiv zu werden – das Dutzend Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 6 der Schule am Falkplatz, das in der Umweltgruppe mitarbeitet. Unter Anleitung durch ihre Lehrerin Ingrid Temme kommen sie jeden Mittwochmorgen  zusammen, um in einer schnellen Einsatzbesprechung das Vorgehen in der nächsten Dreiviertelstunde abzustimmen. Dann schwärmen sie aus, ausgestattet mit Infrarot-Thermometern und Protokolllisten. In allen Klassenräumen messen sie die Raumtemperatur und überprüfen, ob Fenster offen stehen. Wenn bei voll aufgedrehter Heizung alle Oberlichtfenster in dem fast 100 Jahre alten Schulhaus gekippt sind, wissen die Umweltaktiven, was sie in der nächsten Pause tun. Sie sprechen die betreffende Lehrkraft an und gehen bei Bedarf in die Klassen, um über das richtige Lüftungsverhalten aufzuklären.

Da die Mitglieder der Umweltgruppe die Messwerte über die Wochen vergleichen, kann es auch vorkommen, dass sie größere Schwankungen feststellen, die eine Nachregulierung am Computer der Einzelraumsteuerung erfordern. In Zusammenarbeit mit dem Hausmeister haben die Schülerinnen und Schüler direkten Zugang zum Steuerungscomputer, um ggf. eingreifen zu können. Dass diese Eingriffe nötig erscheinen, weist vermutlich auf Mängel in der Außentemperatursteuerung der Heizungsanlage hin. In der großen Energiekonferenz, die „Köpfchen statt Kohle“ an der Falkplatz-Schule demnächst veranstaltet, soll dieses Problem angesprochen werden.

Auch die Wärmebildaufnahmen der Schule im Februar, die „Köpfchen statt Kohle“ ermöglichte, hat die Umweltgruppe begleitet und ausgewertet. Mit den Thermografiebildern soll geklärt werden, ob es einzelne Fenster gibt, die besonders undicht sind und vor der nächsten Heizperiode repariert werden sollten.

Die intensiven Mess- und Untersuchungsaktionen der letzten Monate stellten die Umweltgruppe vor ein neues Problem: Ohne einen eigenen Laptop war die Vielfalt an Informationen nicht mehr zu verarbeiten und zu dokumentieren. Auch in Hinblick auf die bevorstehende Präsentation bei der Energiekonferenz wurde das fehlende Arbeitsmittel zum Problem. Da kurzfristig beim Bezirksamt kein Computer zu beschaffen war, versuchte stratum es bei der Veolia Stiftung. Dank des Einsatzes von Stiftungsgeschäftsführerin Sylke Freudenthal konnte die Umweltgruppe auf unbürokratischem Weg jetzt rechtzeitig ein Notebook erhalten. Auf unserem Foto oben freuen sich (v.l.n.r.) Umweltgruppenleiterin Ingrid Temme, die Schülerin Gabriela Bertin und „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler über die Hilfe durch Veolia. Am Tag zuvor hatte Sylke Freudenthal die Lieferung in der Stiftungszentrale an „Köpfchen statt Kohle“ übergeben (Foto rechts).

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„Finde deine Einstellung“ – Motivationshilfen für Mitarbeiter

Nicht nur Schulen nehmen an „Köpfchen statt Kohle“ teil. Auch ein ganz normales Verwaltungsgebäude gehört dazu – der relativ moderne Zweckbau an der Darßer Str. 203 in Pankow, der die Mitarbeiter des Tiefbauamts und des Personalservices des Bezirks beherbergt. Und auch der Bezirksstadtrat für Öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner, hat hier sein Büro. Insgesamt dürften fast 100 Mitarbeiter in dem Haus tätig sein.

Im Dezember 2010 waren Mitarbeiter(innen) von stratum® in dem Gebäude unterwegs, um die Temperaturen am Arbeitsplatz zu messen und einen kleinen Fragebogen von den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Behörde ausfüllen zu lassen. 59 Mitarbeiter(innen) wurden angetroffen und nahmen an der Befragung teil.

Die Ergebnisse:

  • 30% fanden die Büroräume immer wieder zu kalt
  • 19% waren sie hingegen eher zu warm
  • 36% klagten über die zu trockene Luft
  • Das gemessene Temperaturmaximum betrug 24,6 Grad Celsius
  • Das gemessene Temperaturminimum lag bei 18,6 Grad Celsius
  • Die Durchschnittstemperatur betrug 22,8 Grad Celsius.

Eine besonders interessante Beobachtung machten die stratum®-Untersucher jedoch hinsichtlich des Nutzerverhaltens. Obwohl die moderne Heizanlage zentral gesteuert ist und eine funktionierende Nachtabsenkung sowie Außentemperatursteuerung aufweist, trauen die meisten Mitarbeiter anscheinend dieser Steuerung nicht. Viele drehen morgens die Thermostate weit auf und abends wieder auf null. Auch tagsüber wird immer wieder manuell eingegriffen, weil sich alle Raumthermostate verstellen lassen. Amtsleiter Peter Lexen will zwar Vorbild sein; er hat schon längst eine bestimmte Thermostateinstellung an den beiden Heizkörpern in seinem Büro, die er nicht mehr verändert. Aber dass es sinnvoller und energieeffizienter ist, seinem Beispiel zu folgen, hat sich noch nicht herumgesprochen.

Deshalb hat das Projekt die aus Hotels bekannten Türhänger bedrucken lassen, die man an die Heizung oder an eine andere Stelle im Büro hängen kann. Auf ihnen soll jeder Mitarbeiter die für ihn optimale Thermostateinstellung vermerken und nach Möglichkeit beibehalten. Ob es funktioniert und die Büromitarbeiter die „richtige Einstellung“ finden und beibehalten, wird von stratum® überprüft. Informiert wurden die Mitarbeiter bereits auf einer eigens zum Energiethema einberufenen Betriebsversammlung.

Der Text auf dem Türhänger lautet:

Finde deine Einstellung!

Die Heizung in diesem Büro wird zentral gesteuert und reguliert sich selbst je nach

Außentemperatur. Um meine Wohlfühltemperatur muss ich mir keine Gedanken machen. Das ist für mich die ideale Thermostateinstellung: [Feld zum Eintragen]

Dabei bleibe ich.

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11 Projektteams untersuchen die gesamte Homer Grundschule

Alle 60 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen an der Homer Grundschule bekamen den Auftrag, sich am Projekt „Köpfchen statt Kohle“ zu beteiligen.  Für die Schüler war es eine spannende Erfahrung mit einem Unterrichtsprojekt, das die ganze Schule umfassen sollte. Die beteiligten Lehrkräfte ließen sich von stratum® in die Projektplanung und den gesamten Ablauf einbinden, der für jede Klasse insgesamt 9 Unterrichtsstunden vorsah.

Um herauszufinden, welche Möglichkeiten der Energieeinsparung die Schule während der Heizperiode im Winter hat, sollten in allen Klassen- und Arbeitsräumen, aber auch auf den Fluren und in den Toiletten Temperaturmessungen stattfinden. Gleichzeitig gingen die Schülerinnen und Schüler mit Fragebogen in die Klassen, um Schüler und Lehrer systematisch zu befragen: Ist es ihnen zu kalt oder zu warm? Was tun Lehrer und Schüler in einer Klasse, um die Temperatur zu regeln? Wie ist die generelle Einstellung zu dem Thema?

Um in kurzer Zeit alle 400 Schüler und die ca. 35 Erwachsenen im Schulbetrieb zu erreichen, wurden sage und schreibe 11 Projektgruppen gebildet, die sich die Arbeit teilten. Um schnelle und verlässliche Temperaturmessungen machen zu können, wurden die Gruppen mit Infrarot-Thermometern ausgestattet.

Die Untersuchung ist inzwischen abgeschlossen und befindet sich in der Auswertungsphase. Eine Präsentation wird vorbereitet; sie soll Teil der „Energiekonferenz“ sein, die in einigen Wochen alle Beteiligten an den runden Tisch bringen wird, um die Situation und die Handlungsoptionen an der Homer Grundschule transparent zu machen und zu diskutieren. Das ausgereifte methodische Konzept des Projekts an der Homer Grundschule soll für das kommende Schuljahr allen anderen Pankower Projektschulen zur Verfügung gestellt werden.

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Wärmebilder bringen Aufklärung in fünf Objekten

Um Energieverluste an Gebäuden sichtbar zu machen, nutzt man die Thermografie. Wärmebildkameras können die für den Menschen unsichtbare Infrarotstrahlung abbilden. Fast jeder dürfte solche Aufnahmen von Häusern bereits gesehen haben. Im Projekt „Köpfchen statt Kohle“ schlug stratum® vor, dieses Instrument für zwei Ziele zu nutzen: Erstens, um tatsächliche Wärmelecks und Schwachstellen in den öffentlichen Gebäuden aufzuspüren und in Schülerprojekte nach Möglichkeiten für Verbesserungsmaßnahmen zu suchen. Und zweitens, um das Thema „Energieeffizienz“ auch visualisierbar zu machen. Denn die Fotos, die bei der Thermografie entstehen, sind eindrucksvoll und immer ein Hingucker. Im Verlauf der Wärmebildprojekte an 5 Objekten stellte sich heraus, dass auch ein echter Lerneffekt damit verbunden ist, denn die Schülerinnen und Schüler mussten, um das Prinzip und die Aufnahmen zu verstehen, auch etwas über die verschiedenen Formen der Wärmeausbreitung lernen.

Da in der Abteilung für Jugend und Immobilien eine Wärmebildkamera vorhanden war und durch Vermittlung des dort zuständigen Mitarbeiters, Jürgen Bornschein, auch Mitarbeiter aus einem ABM-Projekt bei W.E.N. Consulting für die Bedienung des Geräts und die Auswertung der Aufnahmen zur Verfügung standen, konnte es in der kalten Periode des Februar 2011 losgehen. An insgesamt 5 Objekten fanden Wärmebildaufnahmen und -auswertungen zusammen mit Schülerinnen und Schülern statt:

Die Umweltgruppe der Schule am Falkplatz nutzte die Chance zusammen mit ihrer Lehrerin Ingrid Temme zu einer Aufnahme des fast 100 Jahre alten Gebäudes mit seinen zahlreichen schlecht dichtenden alten Fenstern; auch Hausmeister Norbert Ackermann war mit dabei; jetzt soll untersucht werden, warum bestimmte Fenster besonders undicht zu sein scheinen.

An der Tesla Oberschule war die Thermografieaufnahme eine willkommene Chance für vier Schüler, die eine Abschlusspräsentation in Geografie zu diesem Thema vorhatten; zusammen mit Physiklehrer Rolf-Peter Streckenbach und begleitet von Hausmeister Jens-Uwe Judis war die Gruppe fast zwei Stunden im Schulhaus unterwegs, das ebenfalls bereits aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts stammt; die Ergebnisse werden von einer noch zu gründenden Energiearbeitsgruppe an der Tesla Oberschule weiter genutzt.

Die Grundschule im Blumenviertel beteiligt sich mit dem jahrgangsübergreifenden naturwissenschaftlichen Unterricht bei der Lehrerin Irmtraud Pelzl am Projekt „Köpfchen statt Kohle“; mit der Wärmebildaufnahme wollten die Schüler vor allem wissen, wie es um die alte Turnhalle steht, die einem im Ostteil der Stadt häufigen Typ entspricht; überraschendes Ergebnis: Die größten Wärmeverluste hat die Turnhalle nicht bei der Außendämmung, sondern vermutlich durch den überdimensionierten und schlecht gedämmten 5.000-Liter-Wasserspeicher.

Die Schule am Hohen Feld gehört zu den baulich und technisch sehr modernen Gebäuden im Projekt; deshalb lassen sich Wärmeverluste nur dort sichtbar machen, wo z.B. im Winter die Fenster zu lange offen stehen; Schüler der Klasse 6a waren von der Technik der Thermografie jedoch sehr begeistert, dass sie sich als weiteres Untersuchungsprojekt die nahegelegene Freizeiteinrichtung K14 vornahmen (siehe unten).

Das Gebäude des K14 ist architektonisch sehr ambitioniert, aber nicht unter dem Aspekt besonderer Energieeffizienz errichtet worden; es weist viele Glasflächen auf, die natürlich die Energiebilanz verschlechtern; bei der Wärmebildaufnahme wurden jedoch noch weitere Schwachstellen entdeckt – sehr undichte Türen und Wände, die aufgrund der dahinter angebrachten Heizkörper einen großen Teil der Wärme an die Außenwelt verlieren.

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Kick off-Konferenz bekommt politischen Zuspruch

Schuleiter, Lehrkräfte, Hausmeister, Elternvertreter und Vertreter des Bezirksamts waren zum Kick off des Projekts „Köpfchen statt Kohle“ am 21.02.2011 in die Aula der Tesla Oberschule eingeladen worden. Und sie kamen. Dass alle angesprochenen Zielgruppen das Projekt auch tatsächlich attraktiv finden würden, war nicht selbstverständlich. „Köpfchen statt Kohle“ sieht darin jedoch einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Nur die Schüler fehlten noch beim Kick off, was einfach daran lag, dass die unterrichtsbezogenen Aktionen in den Schulen noch in vollem Gang sind und Ergebnispräsentationen von Schülern noch nicht möglich gewesen wären.

stratum® gab jedoch einen Überblick über die Unterrichtsprojekte, die bereits am Start sind:

  • 11 Projektgruppen der Homer Grundschule haben mit einer umfassenden Raumklimauntersuchung an ihrer Schule begonnen; die Gruppen umfassen alle drei 4. Klassen
  • In 5 Objekten sind unter Beteiligung von Schülern und Lehrkräften Wärmebildaufnahmen der Gebäude erfolgt; die Ergebnisse fließen entweder in die Arbeit bereits bestehender Umweltgruppen an der Schule ein oder – was häufiger der Fall ist – stellen den Ausgangspunkt für neue Unterrichtsprojekte und die Gründung von Energiegruppen dar
  • In der 6a der Schule am Hohen Feld sind vier Projektgruppen gebildet worden, die sich mit dem Thermostat-  und Lüftungsmanagement, mit der energetischen Situation der nahegelegenen Freizeiteinrichtung K14, mit Einsparpotenzialen bei der Beleuchtung und mit der Frage der Luftgüte im Klassenzimmer beschäftigen. In einer der Projektgruppen arbeitet sogar ein Elternvertreter aktiv mit.

Der Vertreter der Firma Sauter FM, die das Projekt auf der technischen Seite begleitet, gab anhand von ausgewählten Schulen und Gebäuden einen Überblick über die nicht-investiven Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Energiebilanz führen. Dazu gehören u.a.

  • Installation eines Außentemperaturfühlers und Anbindung an die Kesselanlage
  • Einstellen der Kennlinie, Nachtabsenkung, Nachtabschaltung, Tagstopp und Nachtstopp
  • Ausschalten vom Gaskessel 2 (Kessel 1 erzeugt die notwendige Leistung)
  • Betriebstemperaturen im Kessel zwischen 9 und 12 Uhr auf 50 Grad einprogrammieren
  • Warmwasserboiler von 15 bis 20 Uhr auf 70 Grad einprogrammieren
  • Erneuerung von Druck- und Temperatursensor im Vorlauf der Heizanlage
  • Einbau einer neuen Batterie an der Heizungsregelung
  • Nachrüsten einer Zeitschaltuhr an der Warmwasserbereitung des Horts.

Auch auf eine konkrete Zielgröße ließ sich Sauter-Mitarbeiter Christian Bornemann festlegen. Für die beteiligten Pankower Schulen soll der Energiebedarf, gemessen in Kilowattstunden pro Quadratmeter Gebäudefläche, von derzeit 103 auf 85 im Jahr 2015 gesenkt werden. Natürlich ist das nicht die Maßzahl für jede Schule einzeln, sondern der Wert, der für den Durchschnitt der Schulen erzielt werden soll.

Politischen Zuspruch bekam die Kick off-Konferenz gleich von  beiden fachlich zuständigen Spitzen der Verwaltung. Die Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport, Lioba Zürn-Kasztantowicz (auf dem Foto 2. v. l.), begrüßte das Projekt und hob den Querschnittscharakter als besonders innovativ hervor. Im Projektbeirat sitzen nämlich sowohl Verantwortliche der technischen und baulichen Seite als auch des pädagogischen und schulischen Bereichs.

Christine Keil (auf dem Foto 3. v. l.), Bezirksstadträtin und Leiterin der Abteilung Jugend und Immobilien der Bezirksverwaltung, gab ein längeres Statement ab, um die Bedeutung des Projekts hervorzuheben. Dabei sprach sie auch die langfristigen Perspektiven an: „Die wichtigste Anforderung an die Energiesparprojekte in den Schulen und weiteren öffentlichen Einrichtungen kann man unter dem Begriff der Nachhaltigkeit zusammenfassen. Wir möchten keine insulären Lösungen, die sich zwar als ‚Modell‘ gut verkaufen, aber keine Breitenwirkung erzielen. Vielmehr erreichen wir das Ziel, die Einsparpotenziale optimal zu realisieren, nur, wenn wir Wege finden, um dauerhaft und flächendeckend Energiebewusstsein zu schaffen und in entsprechendes Alltagsverhalten umzusetzen. Dazu brauchen wir übertragbare Lösungen sowohl im technischen wie im pädagogisch-kommunikativen Bereich.“

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Grundschule im Blumenviertel

In dieser Schule, die einen großen Teil ihres Unterrichts projektförmig gestaltet, wurden drei Projektideen entwickelt: Im „Turnhallen“-Projekt geht es um die energetische Situationsanalyse der separaten Turnhalle, die eine ungeregelte Heizung und einen schlechten Dämmzustand aufweist. Der Einstieg in das Projekt soll mit einer Wärmebildaufnahme des Gebäudes erfolgen. Ein weiteres Projekt, das „Schulweg“-Projekt, befasst sich mit der Frage, wie noch mehr Schülerinnen und Schüler motiviert werden können, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen. Dabei sollen Befragungen stattfinden, die CO2-Bilanz aufgestellt werden und die Planung und Durchführung einer Motivationskampagne durch die Schüler(innen) in Angriff genommen werden. Das „Solarkocher“-Projekt wird einen funktionsfähigen Solarkocher bauen und die damit zusammenhängenden Fragen bearbeiten. Hier geht es sowohl um technische und physikalische wie auch um kulturelle Aspekte – in der Dritten Welt spielen Solarkocher eine Rolle in Zonen mit hohem Brennstoffmangel. Zum Einstieg in die Projekte wird die Nawi-Lehrkraft von stratum® auch didaktisch durch die Planung von mehreren Unterrichtseinheiten und Experimenten unterstützt.

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Grundschule im Panketal

An der Schule herrscht große Offenheit für innovative Aktionen. Die Schulleitung bezieht die Eltern in Projekte mit ein. Von Seiten der Eltern wurde das Thema „Standby-Schaltungen“ in die Diskussion um Energieeinsparungsmöglichkeiten eingebracht. Wir schlagen der Schule vor, die Suche nach den versteckten Energieverschwendern zum Projektthema zu machen und ein entsprechendes Messprojekt zu initiieren. Dieses Projekt bestünde im Prinzip aus 4 Schritten: Zuerst geht es darum, bei verschiedenen Geräten (in der Schule oder zu Hause) zu messen und zu berechnen, wie hoch der Stromverbrauch im Standby-Betrieb ist. Gruppen von 4-6 Schülerinnen und Schülern könnten je eine Untersuchergruppe bilden, die jede für sich einen Untersuchungsplan erstellt und mit einem Stromverbrauchs-Messgerät innerhalb von 2-4 Wochen Erhebungen anstellt: Welche Geräte verbrauchen besonders viele Strom? Wie viel Strom ist das hochgerechnet auf 1 Jahr? Wie viel Geld könnte man sparen? Im zweiten Schritt geht es darum, alle Standby-Geräte in der Schule (und/oder in ausgewählten Familienhaushalten) zu erfassen und eine genaue Hochrechnung des unnötigen Verbrauchs zu erstellen. Im dritten Schritt wird nach Abhilfemöglichkeiten gesucht – wie schaltbare Steckerleisten oder Stromsparmäuse. Für die Schule (und/oder ausgewählte Haushalte) werden nun die konkreten Möglichkeiten der Reduzierung des Standby-Stromverbrauchs diskutiert, ein Umsetzungsplan erstellt und die Realisierung des Plans überwacht. Im vierten (optionalen) Schritt kann die Aktion mit einer Ausstellung in der Schule oder einer Anleitung für Nachahmer dokumentiert werden. Es ist lohnenswert, nach Gelegenheiten Ausschau zu halten, sich mit dem Projekt auch an einem Wettbewerb zu beteiligen (z.B. GASAG-Energy-Cup)!

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