Schon von außen sind „Köpfchen statt Kohle“-Schulen jetzt erkennbar – Energiezentrum sucht lernfreudige Grundschul-Lehrkräfte – Neu dabei: Grundschule am Sandhaus

energiemanager_neben_plakette_01bAuf einer Rundtour durch vier „Köpfchen statt Kohle“-Schulen enthüllte die Pankower Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz die ersten Schulhaus-Plaketten, mit denen darauf aufmerksam gemacht wird, dass an den betreffenden Schulen die Themen Energie und Klima dauerhaft bearbeitet werden. An allen diesen Schulen werden jedes Schuljahr neue Energiemanager ausgebildet und eingesetzt. Insgesamt umfasst die Altersspanne der jungen Energiemanager derzeit die Klassenstufen 3 bis 8. Spontan postete die Schulstadträtin nach dem ersten Tag ihrer Tour auf Facebook: „Heute zwei „Köpfchen statt Kohle“-Plaketten eingeweiht. Unsere Schulen sind so klasse!“ Mit den Plaketten sind die engagierten „Köpfchen statt Kohle“-Schulen im Bezirk Pankow bereits von außen auch für die Eltern erkennbar. Unsere Bildercollage zeigt (im Uhrzeigersinn) Schnappschüsse von den Terminen an der Homer-Grundschule (links oben), der Grundschule unter den Bäumen, der Klecks-Grundschule und der Bötzow-Grundschule.

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An der Bötzow-Grundschule bekam die Schulstadträtin den größten Bahnhof. Bei schönstem Sonnenschein versammelten sich alle Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte und Erzieher auf dem Schulhof. Die Energiemanager des letzten Jahres berichteten über ihre Aktivitäten, bevor Schulleiterin Frauke Dellas zusammen mit der Stadträtin die Plakette an der Hauswand der Schule enthüllte. Zum Abschluss wurde mit Playback-Unterstützung der Schul-Rap gesungen. In dem Song heißt es passenderweise auch: „Es gibt so viele, viele Dinge in dieser bunten, bunten Welt, für die wir Mut und Klugheit brauchen, bei Fragen, die die Zukunft stellt. Sauberes Wasser, Essen, Trinken und Energie. Da wird uns klar: Wir sind dabei, es herauszufinden, dafür ist diese Schule da.“ Und dafür hat sie auch die Energiemanager von „Köpfchen statt Kohle“.

windrad_collage_01Ein wichtiger Motivationsfaktor für Lehrkräfte, bei „Köpfchen statt Kohle“ mitzumachen, ist der Zugang zum „Energiezentrum Pankow“ im Robert Havemann-Gymnasium. Dort können die Schülerinnen und Schüler, die sich in ihren Schulen für mehr Energieeffizienz und ein besseres Raumklima einsetzen, die andere Seite der Energiewende kennenlernen – den Umgang mit erneuerbaren Energien. Zu verstehen, wie Solar- und Windstrom entsteht und genutzt werden kann, fällt im Energiezentrum leichter, weil hier einerseits Modelle wie Solarautos gebaut werden können, andererseits zwei Energielabore für Experimente zu erneuerbaren Energien zur Verfügung stehen. Die Kombination aus Modellbau und Experimentieren setzt jedoch voraus, dass die die Schülergruppen begleitenden Lehrkräfte mit den verfügbaren Experimenten vertraut sind. Denn während für die Modellbau-Werkstatt ein Werkstattleiter der Havemann-Schule zur Verfügung steht, fehlt es dem Energiezentrum noch an eigenen Fachlehrkräften. Um diese Lücke zu schließen, bietet das Energiezentrum in Zusammenarbeit mit der Lehrerfortbildung der Schulbehörde demnächst verstärkt Fortbildungen speziell für Grundschullehrer/innen an. Die nächsten Termine sind am

  • 6.10.2015: Windenergie im Schülerexperiment (Bau eines funktionstüchtigen Modells eines Windkraftwerkes für Schülerexperimente)
  • 3.11.2015: Solarenergie im Schülerexperiment (Lernstationen im Solarlabor für Nawi an Grundschulen).

Das Windenergiemodell mit Messbuchsen für Versuche (siehe Foto oben) hat der Werkstattleiter selbst entwickelt. Grundschüler ab 4. Klasse können es in der Energiewerkstatt selbst bauen und testen.

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In diesem Schuljahr steigt eine Schule neu ins Programm „Köpfchen statt Kohle“ ein – die Grundschule am Sandhaus im Pankower Ortsteil Buch. Zwanzig Schülerinnen und Schüler der Klassen 4 bis 6 waren beim ersten Termin am 2. Oktober dabei, etwa zehn Kinder kommen noch hinzu, die ihren Anmeldezettel noch von ihren Eltern unterschreiben lassen müssen. Die Energiemanager an der Sandhaus-Schule treffen sich immer freitags von 14:15 bis 15:45 Uhr. Schon beim ersten Mal machten sie sich beim Putzdienst unbeliebt, weil einige Kinder gar nicht nach Hause wollten und auch um 16 Uhr noch am Energierad etwas ausprobieren wollten. Mit dem Energierad lernen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel ganz anschaulich und sogar körperlich, dass eine Glühbirne mehr Energie benötigt als eine Energiesparlampe – und dass das damit zu tun hat, dass die Glühbirne nicht nur Licht, sondern auch ziemlich viel Wärme produziert. Die Wärmeentwicklung konnten die Kinder mit Infrarot-Thermometern messen (oberes Bild unserer Collage). Bei der Erarbeitung der verschiedenen Energiearten und Energieumwandlungen übernahmen einzelne Kinder dann auch schon mal die Rolle einer Lehrkraft (siehe unteres Bild). Möglichst viel Eigenaktivität und Selbstständigkeit ist die Devise bei „Köpfchen statt Kohle“, sagt Projektleiter Richard Häusler, der auch die Gruppe am Sandhaus selbst betreut.

WEITERE KURZNACHRICHTEN

brief_von_der_bauleitung_01Grundschule unter den Bäumen: Einladung zur Bauleitung. Die Projektgruppe in der Grundschule unter den Bäumen erhielt zu Beginn des Schuljahres wieder Post von Baustadträtin Christine Keil. In ihrem Schreiben an die „lieben Energiemanager“ fragt die Stadträtin an, ob die Schülerinnen und Schüler zu einem Vorgespräch mit der Bauleitung kommen könnten. Dabei geht es um die Frage der energetischen Abdichtung der vielen Spechtlöcher in der Schulhauswand und die Aufstellung der Nistkästen, die die Vögel davon abhalten sollen, weiter die Dämmschicht aufzupicken. Keine Frage, dass Schulleiter Bernd Woitinek seinen Schülern für den Termin am Vormittag eine Befreiung vom Unterricht geben würde.

programm_fuer_neues_schuljahr_01aSchule am Falkplatz: Viel vorgenommen. Die Energiemanager in der Schule am Falkplatz starteten mit einem umfangreichen Ziel-Katalog ins neue Schuljahr. Elia Henze, der die Gruppe seitens der Schule betreut, brauchte eine ganze Doppeltafel, um alles aufzuschreiben. Inzwischen sind auch aus allen fünften und sechsten Klassen jeweils 2-3 Schüler bestimmt worden, die in der neuen Saison aktiv werden wollen. Darunter sind auch viele der letztjährigen Fünftklässler, die jetzt als „alte Hasen“ bereits Vorbildfunktion übernehmen. Mit eigenen Temperaturaufzeichnungen und -auswertungen wollen die Schüler in der bevorstehenden Heizperiode die Anpassung der Heizungseinstellungen verbessern. Denn die Schule hat über den Sommer überall gut schließende Fenster bekommen, so dass der Wärmebedarf jetzt eigentlich sinken müsste.

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Klecks-Grundschule: Jetzt auch Mädchen bei den Energiemanagern. Die Gruppe in der Klecks-Grundschule wird im neuen Schuljahr von der „Köpfchen statt Kohle“-Mitarbeiterin Juliane Schmidt unterstützt. Nachdem es letztes Jahr ausschließlich Jungs waren, sind jetzt auch Mädchen zum Energiemanager-Projekt gestoßen. Wenn Experimente gemacht werden, bringen die Mädchen dafür oft mehr Geduld als die Jungs mit. Außerdem tragen sie aktiv dazu bei, dass Zusammenhänge auch visualisiert werden, wie unser Bild am Beispiel des Aufbaus eines Generator-Experiments zeigt.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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