Ist rot oder blau besser? Bezirksstadträtin lernt bei der Energiekonferenz dazu

Die Umweltgruppe der Schule am Falkplatz ist die erste, die jetzt eine Energiekonferenz abgehalten hat. In der letzten Stunde vor den Osterferien versammelten sich einige interessierte Eltern, mehrere Lehrkräfte und die Mitarbeiterinnen der Lernwerkstatt, um zusammen mit Experten die energetische Situation der Schule zu klären und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zu den Experten dürfen sich auch die 10 Mitglieder der Umweltgruppe mittlerweile zählen. Denn die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen haben sich durch Messungen und Untersuchungen ein mit Fakten und Zahlen belegbares Bild der Situation an ihrer Schule erarbeitet und können die Ergebnisse auch professionell präsentieren. Mit Unterstützung durch „Köpfchen statt Kohle“ messen sie im Winterhalbjahr in allen Klassenräumen die Temperatur mit Infrarot-Thermometern und werten die Daten am Computer aus. Im Februar haben sie auch mit einer Wärmebildkamera eine komplette thermografische Aufnahme des Schulgebäudes gemacht. Die eindrucksvollen bunten Wärmebilder der Schulhausfassade wurden in der Energiekonferenz als Ausstellung präsentiert.

Diese Bilder fielen auch der Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport, Lioba Zürn-Kasztantowicz (Bild), gleich ins Auge. Die Stadträtin war gekommen, um die Mitarbeit der Schule im Pankower Projekt „Köpfchen statt Kohle“ zu loben. Doch begann sie angesichts der Wärmebilder-Ausstellung erst mit einer Frage: „Was ist denn besser, blau oder rot?“ Die Schülerinnen und Schüler der Umweltgruppe mussten um die Antwort nicht verlegen sein und klärten die Stadträtin über die Bedeutung der Farbskalen auf. Über vielen gelb-roten Flächen verliert das Schulgebäude im Winter wertvolle Heizenergie. Und dort wo die rote Farbe in ein klares Weiß übergeht, strömt die warme Luft regelrecht ins Freie. Das Hauptproblem der Schule sind die alten und vielfach auch am Rahmen undichten Einfachfenster. „Wir haben an unserer Schule 403 Fenster“, berichtete Ingrid Temme, die als Lehrkraft die Umweltgruppe betreut. Auch dass bis zu 10 mm breite Spalten zwischen Fenster und Rahmen klaffen, hat die Umweltgruppe minutiös nachgemessen. In einer EXCEL-Tabelle zeigten sie, dass solche Spalten Temperaturverluste bis zu 11 Grad Celsius verursachen.

Neue Fenster für das kommende Schuljahr konnte Stadträtin Zürn-Kasztantowicz nicht versprechen. Die Schülergruppe will deshalb ab Herbst untersuchen, welche Möglichkeiten der Fensterabdichtung es gibt. Auch dabei bekommen sie Unterstützung von „Köpfchen statt Kohle“. Wie der Berliner Niederlassungsleiter der Technik-Firma Sauter FM, Burkhard Dirksen, den Teilnehmern der Energiekonferenz versprach, wollen er und seine Mitarbeiter gerne weiterhin mit Messgeräten und fachlichem Knowhow helfen, wenn die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fragen und Ideen weiterhin so aktiv bleiben. Die anwesenden Elternvertreter hörten es gern und gaben der Umweltgruppe eine weitere Aufgabe mit auf den Weg – sie sollten doch auch einmal herausfinden, ob die Nutzung regenerativer Energien an der Schule möglich sei.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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