„Die Verwaltung muss die Hausmeister ernster nehmen“ – Erster Hausmeister-Workshop legt die Probleme auf den Tisch

Sie sind die Schnittstellenmanager, wenn es um Energieeffizienz in Schulen und öffentlichen Gebäuden geht – die Hausmeister. Aber sie fühlen sich oft gar nicht so. Auch die Schulhausmeister, die am ersten „Köpfchen statt Kohle“-Hausmeister-Workshop teilgenommen haben, berichteten ohne Ausnahme, dass ihnen oft die Hände gebunden sind. „Bei uns könnte man einen von zwei Kesseln eigentlich abschalten!“ „Der Außenfühler für die Heizungsregelung ist falsch platziert.“ „Wir haben einen viel zu groß dimensionierten Wassertank in der Turnhalle.“ „Ich kann eigentlich gar nichts wirklich regeln.“ „Bei uns muss man ständig manuell in die Anlage eingreifen.“

So und ähnlich klang die Beschwerdeliste aus sechs der 15 „Köpfchen statt Kohle“-Schulen, die an dem Workshop teilnahmen, zu dem als Vertreter der Bezirksverwaltung auch Jürgen Bornschein vom „Amt für Immobilien und Jugend“ gekommen war. Bei der genaueren Analyse der Situation in den Schulen wurde auch Bornschein klar, dass das Hauptproblem in der Kommunikation liegt. „Wir haben eine Lücke in der Verwaltungskette“, stellte er fest. In dieser Lücke verschwinden nicht nur Reparaturanforderungen und Vorschläge der Hausmeister zur Verbesserung der Energieeffizienz, sondern nicht selten auch die Motivation der Hausmeister. Ganz konkret berichtete z.B. Lutz Domann (Grundschule am Kollwitzplatz), warum er sich von der Verwaltung allein gelassen fühlt. „Ich habe den Verdacht, dass einige Ventile und vielleicht auch ein Motor an unserer Heizanlage nicht richtig funktionieren. Wenn ich das dem Schulamt mitteile, dann fragen sie zurück: Ist die Anlage defekt oder nicht? Aber das will ich doch selbst wissen!“

Die Hausmeister wünschen sich, im Bedarfsfall nicht nur an die Schulverwaltung, sondern auch parallel an die Bauverwaltung Meldung machen zu können, weil dort der technische Sachverstand sitzt und möglicherweise auch schneller entschieden und reagiert werden kann. Jürgen Bornschein sagte zu, diesen Punkt auf die Agenda der nächsten Projektbeiratssitzung zu nehmen. Eine Arbeitsanweisung sollte künftig den direkten Kontakt der Hausmeister mit beiden zuständigen Stellen ermöglichen und die Kooperation der beiden Ämter regeln, damit Einsparpotenziale in den Schulen schneller realisiert werden. Dass es dabei nicht nur verfahrenstechnische Dinge, sondern auch um die Einstellung in den Köpfen von Verwaltungsmitarbeitern geht, wollte Bornschein nicht abstreiten: „Wir müssen die Hausmeister künftig auch verwaltungsseitig mehr ernstnehmen“, bekannte er.

Alle Teilnehmer des Workshops waren sich einig, dass man keine Schuldzuweisungen, sondern konkrete Verbesserungsvorschläge machen wolle. Um besser informiert und fachlich kompetenter mit den Energieanlagen der Schulen umgehen zu können, sind die Hausmeister auch bereit, sich weiter zu qualifizieren. Jens-Uwe Judis (Tesla-Schule) klagte darüber, dass es keinerlei Fortbildung gebe, um die Hausmeister in den Stand zu versetzen, die Regelungstechnik, mit der sie umgehen, zu verstehen. „Köpfchen statt Kohle“ wolle eine solche Fortbildung konzipieren, versprach Projektleiter Richard Häusler.

Da nur die Hälfte der eingeladenen Hausmeister zum Workshop erschienen war, stieß der Vorschlag, künftige Workshop- und Fortbildungstermine verpflichtend zu machen, auf breite Unterstützung. Dies solle für die Hausmeister, aber auch für zuständige Verwaltungsmitarbeiter gelten.

Ein weiterer Vorschlag der Hausmeister zeigt, wie sehr sie sich mit dem Konzept von „Köpfchen statt Kohle“ identifizieren. Um reale Fortschritte bei der Energieeffizienz und dem Klimaschutz zu machen, solle für jede Schule eine „Potenzialanalyse“ erstellt werden, in der die Einsparpotenziale, die Verbrauchsentwicklung und die notwendigen Maßnahmen genau beziffert werden. Auch wenn viele der Vorschläge wie z.B. die Sanierung von alten Fenstern kurzfristig nicht umgesetzt werden könnten, sollte doch Transparenz für alle Beteiligten hergestellt werden. Dann passiert es vielleicht auch nicht so leicht, dass – wie angeblich in der Home Grundschule geschehen – ein Großteil der für die Fenstersanierung vorgesehenen Mittel am Ende für einen extrem ausgelegten Brandschutz verwendet werden. Hausmeister Andreas Sieber hätte sich in diesem Fall eine transparentere Abwägung gewünscht.

Der Workshop endete mit einem konkreten Maßnahmenplan:

  • Erarbeitung einer Arbeitsanweisung für die Kommunikation zwischen Hausmeistern und Verwaltung
  • Verpflichtende Teilnahme an Workshop- und Fortbildungsterminen im Rahmen von „Köpfchen statt Kohle“
  • Erstellung einer Fortbildungskonzeption für die Hausmeister im „Köpfchen statt Kohle“-Projekt
  • Erarbeitung einer transparenten Potenzialanalyse für alle beteiligten Schulen.

Angesichts eines so konkreten und schlüssigen Ergebnisses und des von allen Beteiligten bekundeten ernsthaften Umsetzungswillens ließ sich Jens-Uwe Judis, der „Köpfchen statt Kohle“ von Anbeginn an eher skeptisch gegenübergestanden hatte, zu einem bekenntnishaften Satz hinreißen: „Zum ersten Mal habe ich jetzt das Gefühl, dass sich tatsächlich etwas bewegt.“ Die erste Bewährungsprobe der neuen Bewegung sieht nach einer Kleinigkeit aus, könnte aber grundsätzliche Bedeutung bekommen: Um die Kommunikationsmöglichkeiten der Hausmeister zu verbessern, sollten diese endlich eine eigene, schulbezogene E-Mail-Adresse bekommen („hausmeister_xy@schule_xy“), forderte Projektleiter Richard Häusler.

Unser Foto (oben) zeigt keinen exklusiven Männerclub, sondern die Teilnehmer des ersten Hausmeister-Workshops von „Köpfchen statt Kohle“ (v.l.n.r.): Burkhard Dirksen (Sauter FM), Peter Sawade (Grundschule im Panketal), Jens-Uwe Judis (Tesla-Schule), Peter Brösczky (Grundschule am Wasserturm), Lutz Domann (Grundschule am Kollwitzplatz), Peter Szogs (Grundschule im Blumenviertel), Andreas Sieber (Homer Grundschule), Richard Häusler (stratum GmbH), Jens Clemen (Sauter FM), Jürgen Bornschein (Bezirksverwaltung Pankow)

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Hinterlasse einen Kommentar

Studie fordert bessere Energiebildung – Schon in der Grundschule anfangen – „Köpfchen statt Kohle“ könnte eine Antwort sein

Eklatante Mängel bei der Vermittlung einer wirksamen Energiebildung stellten jetzt Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und der Mathematik (IPN) fest. Im Auftrag der RWE Stiftung untersucht das Institut in einer zweijährigen Studie die Lehrpläne, die Unterrichtskonzepte der Lehrkräfte und das Energiewissen der Schüler – bundesweit und in allen Alters- und Schulstufen. Am Ende sollen auch Best-Practice-Beispiele als Messlatte für eine wirksame Energiebildung zur Verfügung stehen.  Die Ergebnisse der Lehrplananalyse wurden soeben vorgelegt. Das sind die wichtigsten Erkenntnisse:

  • Im bundesweiten Vergleich ergibt sich ein höchst uneinheitliches und anscheinend zufälliges Bild der Behandlung des Energiethemas in den Schulen. Dabei zeigt das Schulfach „Physik“, das eigentlich den stärksten Energiebezug unter den Fächern aufweist, sogar die geringste Kohärenz in den Vorgaben der Lehrpläne. Die Wissenschaftler halten diesen Befund für „bedenklich“.
  • Untersucht wurden verschiedene Dimensionen der Energiethematik: Transport, Umwandlung, Erhaltung, Entwertung sowie die technischen, ökologischen und ökonomischen Aspekte. Dabei zeigt sich nicht nur wieder von Bundesland zu Bundesland ein höchst uneinheitliches Gewicht der vier thematischen Dimensionen bei der Behandlung von Energie, sondern auch eine starke Vernachlässigung der Dimension „Energie-Entwertung“. Dazu die IPN-Wissenschaftler: Gerade diese Dimension „ist sowohl fachlich als auch überfachlich von großer Bedeutung. Überlegungen zur Effizienz und zur nachhaltigen Nutzung von Energie bauen darauf auf.“
  • Während in den Lehrplänen der Sekundarstufe 1 die thematische Vielfalt des Energiethemas noch relativ breit ist und auch gesellschaftliche Aspekte einschließt, findet in der Sekundarstufe 2 eine Rückentwicklung statt. Obwohl man annehmen müsste, dass die älteren Schüler noch besser in der Lage sind, komplexe Zusammenhänge zwischen Technik und Gesellschaft zu verstehen und spezifische Kompetenzen für energiebewusstes Verhalten und Handeln aufzubauen, wird in den Lehrplänen das Energiethema wieder auf innerfachliche Aspekte verengt.
  • In einigen Bundesländern, so auch in Berlin, werden in manchen Schularten die naturwissenschaftlichen Fächer zu einem Verbundfach NAWI integriert. Man könnte annehmen, dass dies eine besonders gute Voraussetzung für eine interdisziplinäre und integrierte Behandlung des Energiethemas darstellt. Doch die wissenschaftliche Untersuchung kommt zu einem negativen Ergebnis: Das Fach NAWI „stellt keine ausreichend strukturierten Curricula zur Energiebildung bereit“  und „ eine Vernetzung der Energie als naturwissenschaftlich-technisches Querschnittskonzept findet nicht statt“.

Auf der Basis ihrer Auswertungen und Vergleiche plädieren die Wissenschaftler dafür, dem Thema „Energie“ vor allem in der Grundschule größeren Raum zu geben: „Aufgeschlossenheit für und orientierendes Verstehen von energetischen Phänomenen müssen stärker als bisher bereits in der Grundstufe Berücksichtigung finden“. In der Praxis erfordere dies eine „Verstärkung von aktivierenden Unterrichts- und projektartigen Arbeitsformen“.

Eigentlich müsste „Köpfchen statt Kohle“ von den Wissenschaftlern des IPN als Positivbeispiel entdeckt werden. Denn mit den Unterrichtsprojekten in den Klassenstufen 4 bis 10, die im Rahmen der Pankower Energieinitiative  stattfinden, entsteht derzeit eine Vielzahl von praktischen Ansätzen einer anspruchsvolleren und umfassenderen Energiebildung, die die Schülerinnen und Schüler zu eigenständigem Nachdenken und Handeln bewegt. Bei den Projekten geht es beileibe nicht nur um die Vermittlung von Energiespartipps, sondern um die Bearbeitung des Energiethemas in komplexen Zusammenhängen, die die technische, naturwissenschaftliche, soziale und psychologische  Seite miteinander verknüpfen. Neben Mess- und Untersuchungsprojekten, die in die Diskussion von umfassenden, die ganze Schule einbeziehenden Handlungs- und Verbesserungsmöglichkeiten einmünden, entstehen auch spezifische handlungsorientierte Zugänge wie das „Energiequiz“. Mit dieser von stratum® entwickelten Lerneinheit erweitern Grundschüler der 4. bis 6. Klassen ihren Energiebegriff und lernen Energiearten und Formen der Energieumwandlung durch praktische Experimente kennen. Das „Energiequiz“ wird von den beteiligten Schulen oft als Einstiegsphase in weiterführende Energieprojekte genutzt. Die Fotos dieses Artikels geben Impressionen aus dem „Energiequiz“ wieder.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Jetzt soll’s die ganze Schule sein – Umweltgruppe in der Schule am Falkplatz setzt sich ehrgeizige Ziele

In der Umweltgruppe der Schule am Falkplatz arbeiten jeweils zwei Schüler/innen aus den 5. und 6. Klassen dauerhaft mit. Im letzten Jahr hat die Gruppe mit Unterstützung durch „Köpfchen statt Kohle“ Wärmebildaufnahmen der Schule gemacht und ausgewertet und sich im Winter mit der Temperaturmessung in den Klassenräumen beschäftigt. Im neuen Schuljahr will die Umweltgruppe ein größeres Projekt koordinieren, um möglichst viele Klassen bei der Entwicklung von energiesparendem Verhalten zu unterstützen. In einer Art von Wettbewerb sollen die Klassen motiviert werden, sich um den Wärmeverbrauch in ihrem Klassenzimmer zu kümmern, Messungen zu machen, Problembereiche ausfindig zu machen und Sparvorschläge zu erproben. U.a. sollten auch die Möglichkeiten der Fensterabdichtung konkret erprobt und gemessen werden.

In den beteiligten Klassen sollen Messgeräte für eine dauerhaftere Messung installiert und von den Schülern selbst überwacht und ausgewertet werden. Eine kleine „Projektwand“ in allen Klassen soll laufend dokumentieren, wie viel Energie eine Klasse verbraucht – und was das in Euro und Kohlendioxid bedeutet. Die Mitglieder der Umweltgruppe werden die Klassen informieren, die zuständigen Schüler in jeder Klasse im Umgang mit den Messungen schulen und sie in die Auswertung und Präsentation mit einbeziehen.

Am 26. September fand der Start des ehrgeizigen Projekts in Anwesenheit von Konrektorin Karin Fey statt. Auch Hausmeister Norbert Ackermann ist in das Projekt eingebunden. Ihn interessiert besonders, ob die Einzelraumsteuerung tatsächlich funktioniert. Die Techniker der Firma Sauter hatten just am selben Tag festgestellt, dass die Hauptplatine der Steuerung defekt ist und ausgetauscht werden muss. Man hofft  nun, dass der Austausch bis zum Start der Messungen in den Klassen in der letzten Oktoberwoche stattfindet. Denn in dem Projekt ist vorgesehen, dass jede Klasse ihren eigenen Energieverbrauch selbst bestimmt und zusammen mit dem Hausmeister oder einer Lehrkraft auch Zugang zur Einzelraumsteuerung bekommt.

Auch Luftgütemessungen könnten während der bis Ende Februar dauernden Messkampagne relevant werden, weil es Lehrkräfte gibt, die Dauerlüften über die Oberlichter aus Gründen der Luftgüte für nötig halten. Die Umweltgruppe möchte deshalb herausfinden, ob es im Konflikt zwischen Energieeinsparung und Luftqualität in den Klassenräumen eine gute Kompromisslösung geben kann.

Unser Foto zeigt einen Teil der Umweltgruppe beim Projektstart-Meeting. Mit auf dem Bild (v.l.n.r.) sind auch einige der erwachsenen Unterstützer: die betreuende Lehrkraft Ingrid Temme, Hausmeister Norbert Ackermann, der neu zur Umweltgruppe hinzu gestoßene Lehrer Steffen Schoolmann sowie Technikexperte Burkhard Dirksen von der Firma Sauter FM.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar

Start nach den Herbstferien – 10 Schulen sind gleich in der ersten Staffel dabei

Die „Köpfchen statt Kohle“-Projekte in den Schulen kommen nicht von der Stange. Jedes der Unterrichtsprojekte wird vom stratum-Team mit den beteiligten Schulleitungen und Lehrkräften auf die Bedürfnisse der Schule „maßgeschneidert“. Deshalb dauert es manchmal eine Weile, bis alle Absprachen getroffen, Konzepte abgestimmt und Termine gefunden sind. In 10 der Pankower „Köpfchen statt Kohle“-Schulen ist dieser Prozess bereits abgeschlossen. Diese Schulen starten gleich nach den Herbstferien. Womit, darüber informiert unser heutiger Projekt-Steckbrief.

Grundschule am Wasserturm (unser Foto zeigt die letztjährige 5. Klasse von Petra Roscher mit den Ergebnis-Postern ihrer Energieprojekte): Von einer 5. Klasse werden im November Wärmebildaufnahmen der Schule gemacht und ausgewertet. Es soll auch eine Ausstellungspräsentation entstehen.

Grundschule an der Marie: Ein Projekt zur Untersuchung des Raumklimas wird in den 3. und 4. Klassen im Rahmen  des Sachkundeunterrichts starten. Dabei werden auch die Regelungsdefizite der Heizungsanlage ein Thema sein. Im Sommer ist geplant, das Energiethema mit einem Solarprojekt (z.B. Kollektorbau) fortzusetzen, das dann sogar von Schulleiter Jürgen Stolze mit betreut würde.

Grundschule im Panketal: In den  4. Klassen wird das Raumklima während der Heizperiode untersucht. Auch der Einsatz der Wärmebildkamera ist vorgesehen. Die Ergebnisse sollen auf der Energiekonferenz der Schule im Januar vorgestellt und diskutiert werden.

Grundschule unter den Bäumen: Mit Schulleiter Bernd Woitinek und der Lehrkraft Yvonne Benner wurde als  Einstieg in die Projektarbeit in den 5. Klassen der Einsatz der Wärmebildkamera im November und ein Projekt zum Thema „Luftgüte und Energie“ im Januar vereinbart. Außerdem wird mit den Lehrkräften der 4. Klassen  noch geklärt, ob dort Interesse besteht, das „Köpfchen statt Kohle“-Energiequiz in den Unterricht einzubauen – und darauf aufbauend später ein kleines Energiespar-Projekt zu starten. Die Wärmebildaufnahmen sollen auch die Energieverluste der Turnhalle aufklären, die vermutlich durch eine defekte Glasfassade erzeugt werden, und vielleicht auch das Dach mit untersuchen. Dazu könnte auch eine Messreihe mit dem Thermometer sinnvoll sein.

Homer Grundschule: In den drei 5.Klassen soll das Thema im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts bei Marie-Luise Knüpfer und Dimitris Kamaras behandelt werden. Im Mittelpunkt des praktischen Teils stehen systematische Aufzeichnungen der Temperaturentwicklung in den Klassen (mit Erfassung der Nebenbedingungen wie Fensteröffnung etc.). Außerdem soll die Luftgüte parallel gemessen werden. Möglicherweise ist zum Abschluss auch eine Wärmebildaufnahme der Fenster sinnvoll. Im Unterschied zum letzten Jahr soll diesmal auch auf die Einführung und Erklärung der Begriffe (z.B. CO2) noch mehr Wert gelegt werden. Und es soll bei den Aufgabenstellungen noch stärker differenziert werden, um unterschiedliche Leistungsniveaus zu berücksichtigen und möglichst viele Schüler einzubinden.

Robert-Havemann-Schule: Hier besteht die Möglichkeit, im Wahlpflichtunterricht „Physik“ für die 9. Klasse mit 15 Schülern (2 Std./Woche) ein länger laufendes Projekt anzusetzen, das sich in erster Linie mit den Einsparmöglichkeiten beim Wärmeverbrauch beschäftigt. Messgeräte sind vorhanden (Vattenfall-Messgerätekoffer und Infrarot-Thermomete). Der Fachleiter Physik, Christian Strube, wird das Projekt von Lehrerseite aus mit betreuen. Er ist auch der Ansprechpartner für die im Entstehen begriffene Lernwerkstatt an der Schule, die als Zentrum für Energiesparprojekte aufgebaut werden soll.

Schule am Falkplatz: Im neuen Schuljahr soll die Umweltgruppe unter Leitung von Ingrid Temme ein Projekt koordinieren, um möglichst viele Klassen bei der Entwicklung von energiesparendem Verhalten zu unterstützen. Als Verstärkung für das Projekt kommt mit Steffen Schoolmann auch eine weitere Lehrkraft hinzu. (Siehe auch den ausführlichen Artikel in diesem Blog.)

Schule am Hohen Feld: Als Einstieg in das Raumklima-Projekt mit der 5. Klasse von Steffi Barchewitz wird das von stratum entwickelte „Energiequiz“ ausgebaut und vom 17. bis 27. Oktober in 8 Unterrichtsstunden bearbeitet. Daran schließt sich dann das ca. 4-wöchige Praxisprojekt an. Die Energiekonferenz ist für Januar vorgesehen.

Tesla-Schule: Mit Physiklehrer Rolf-Peter Streckenbach wurde für 2011/2012 ein mehrstufiges Projekt entwickelt:

  1. Start mit einem Raumklima-Messprojekt in den 7. Klassen (Zeitraum zwischen Oktober und Januar)
  2. Fortsetzung in der 8. Klasse von Streckenbach zum Thema „Was hat Druck mit Wärme zu tun? Am Beispiel unserer Schulheizung“ (Zeitraum Januar-Februar)
  3. Abschluss in seiner 10. Klasse zum Thema „Physik der Energie am praktischen Beispiel der Heizanlage unserer Schule – Den hydraulischen Abgleich verstehen“.

Thomas-Mann-Grundschule: In dieser neu zu „Köpfchen statt Kohle“ gestoßenen Schule starten wir mit einem Projekt im Demokratiekurs von Diana Gramatté. Ab dem 19.10.beginnt in der Gruppe aus 16 Schülerinnen und Schülern der 5. und 6. Jahrgangsstufe das Energie-Projekt, das über das gesamte Schuljahr laufen kann. Die Schülerinnen und Schüler werden selbst bestimmen, wo sie die Schwerpunkte setzen und wie sie vorgehen wollen.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar

Sauter FM – der technische Partner im Projekt

Meistens lernen Schüler und Lehrer ihn erst bei der Energiekonferenzen kennen, die oft am Ende eines „Köpfchen statt Kohle“-Projekts steht: Burkhard Dirksen, den Vertreter der Firma Sauter FM GmbH, die für die technische Seite des gesamten Vorhabens zuständig ist. Schon zu Beginn von „Köpfchen statt Kohle“ im September 2010 waren Dirksen und seine Mitarbeiter bei den Hausmeistern der beteiligten Schulen unterwegs und begutachteten die Heizungsanlagen, die Lüftungs- und Beleuchtungssysteme. Dabei sammelten sie eine immer länger werdende Liste von Problemen mit der Regelung der Anlagen. Fehlende Zugangscodes, nicht mehr funktionierende Außentemperaturfühler, defekte Ventile – am Ende umfasste der Statusbericht der Techniker exakt 62 Meldungen, das sind im Schnitt 4 Beanstandungen pro Gebäude. Das heißt, dass der Reparaturbedarf ganz enorm ist, mit dem „Köpfchen statt Kohle“ konfrontiert wird.

Bei der Energiekonferenz in den Schulen geht es nun darum, die Befunde der Schülerprojekte und deren Vorschläge für Energieeinsparungen mit den Erkenntnissen der Sauter-Techniker abzugleichen. Nur so lässt sich feststellen, ob und wo sinnvolle Energieeinsparungen durch die Nutzer (= Schüler, Lehrkräfte, Erzieher und Verwaltungspersonal) möglich sind – und wo zuerst die technischen Mängel behoben werden müssen. So können zum Beispiel die Lehrkräfte der Grundschule im Blumenviertel die Heizungsregler in der Turnhalle nicht sinnvoll bedienen, solange die Ventilklappen der Belüftungsanlage kaputt sind. Hier greifen die pädagogische und die technische Seite von „Köpfchen statt Kohle“ ineinander. Wenn alle Beteiligten diese Zusammenhänge kennen, sollte es möglich sein, tatsächlich und nachhaltig zu Einsparerfolgen zu kommen. Von diesen Erfolgen hängt es im Übrigen auch ab, ob das Engagement von Burkhard Dirksen, der sich inzwischen bei vielen Terminen nicht nur mit Hausmeistern, sondern auch mit Schülern, Lehrkräften, Schulleitern und Eltern auseinandergesetzt hat, belohnt wird. Denn das Honorar für Sauter FM ist direkt an die erzielten Einspareffekte in den drei Projektjahren 2010-2013 gekoppelt.

Unsere Bilder zeigen Burkhard Dirksen in seiner Doppelrolle als Partner der Hausmeister (Bild oben) und pädagogisch-geduldiger Erklärer von Messtechnik, hier einer Wärmebildkamera (Bild links).

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Neues Projektjahr startet

Mit der dritten Ausgabe des Projektbriefs beginnt das neue Projektjahr bei „Köpfchen statt Kohle“. Während das Projekt im letzten Schuljahr erst ab Februar mit praktischen Aktionen an den Schulen starten konnte, liegt jetzt im zweiten Projektjahr eine ganze Heizperiode vor uns, die wir nutzen wollen. Inzwischen sind 14 Schulen und drei weitere Einrichtungen Partner des Projekts, zuletzt hinzugekommen ist die Robert-Havemann-Schule.

Der aktuelle Projektbrief enthält eine Übersicht der bisherigen Aktivitäten, berichtet über den konstruktiven Umgang mit den Grenzen, an die die Schulprojekte auch immer wieder stoßen, und stellt die Firma Sauter FM als den technischen Dienstleistungspartner von „Köpfchen statt Kohle“ vor.

Die PDF-Version des Projektbriefs findet man in der „Download“-Rubrik dieses Blogs, ein online lesbares Flip-Book gibt es unter http://issuu.com/stratum/docs/pankow_03.

Gedruckte Exemplare können Projektpartner und Interessenten per E-Mail anfordern.

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Schule am Hohen Feld verabschiedet Sechstklässler mit hoher Energiekompetenz

Mit einer Energiekonferenz schlossen die Energie-Projektgruppen der Schule am Hohen Feld ihre Arbeit kurz vor Schuljahresende ab. Gleich mit fünf unterschiedlichen Themen und ebenso vielen Projektgruppen hatte sich die Klasse 6a am ersten „Köpfchen statt Kohle“-Jahr in der Karower Schule beteiligt:

  • Die „Thermostatgruppe“ wollte wissen, wie Schüler und Lehrer das Raumklima empfinden und wer für die Temperaturregelung zuständig ist. Dabei fanden sie heraus, dass sich 80% der Schülerinnen und Schüler auf die Lehrkräfte verlassen, wenn es um die Einstellung der Thermostaten an den Heizkörpern geht. In Zukunft, so die Empfehlung der Projektgruppe, sollten sich die Schülerinnen und Schüler selbst auch dafür verantwortlich fühlen.
  • Die „Lüftungsgruppe“ hat die Temperaturen in einzelnen Klassenräumen gemessen und das Lüftungsverhalten untersucht. Es stellte sich heraus, dass es in vielen Klassenräumen tendenziell zu warm ist. Dass die Mehrheit der Schüler angab, die Temperaturregelung erfolge vor allem durch das Öffnen der Fenster, stieß auf Kritik der Projektgruppe. Wenn in erster Linie durch Fensteröffnen die Temperatur im Raum heruntergeregelt werde, sei das die pure Energieverschwendung. Sie empfehlen, lieber die Thermostaten auf einer etwas niedrigeren Einstellung – z.B. 2,5 – zu belassen.
  • Die „Luftgütegruppe“ befasste sich aus einer anderen Perspektive mit der Lüftung der Klassenräume. Ihr ging es um die Qualität der Luft, gemessen am CO2-Gehalt. Experten sagen, dass ab 1.000 ppm CO2 in der Atemluft ein Luftaustausch durch Lüften empfehlenswert ist, um Konzentrationsstörungen und Ermüdungserscheinungen vorzubeugen, ab 2.500 ppm CO2 ist das Lüften dringend erforderlich. Bei Messungen in Klassenräumen konnte die Projektgruppe feststellen, wie rasch diese Grenzen erreicht werden. Vor allem im Winter, wenn die Fenster meistens geschlossen sind, müssen die beiden Ziele „Energiesparen“ und „Luftqualität“ durch ein intelligentes Lüftungsverhalten in Einklang gebracht werden.
  • Die „Lichtgruppe“ untersuchte die Beleuchtungssituation an der Schule. Sie fand heraus, dass von 12 Schülerinnen und Schülern nur 2 das Licht beim Verlassen der Toilette löschen – also nur jede/r sechste! Eigentlich wäre es an dieser Stelle also recht einfach, Strom zu sparen…
  • Die „Thermografiegruppe“ hatte sich nicht die Schule, sondern die nahegelegene Jugendfreizeitstätte K14 vorgenommen. Mit Wärmebildaufnahmen suchten sie nach Energielecks an diesem modernen und architektonisch anspruchsvollen Gebäude. Vor allem im Bereich von Türen und hinter Heizkörpern fanden sie „strahlende“ Areale, die auf schlechte Dämmung schließen lassen. Mit einem Ausstellungsposter, das die Ergebnisse der thermografischen Untersuchung erläutert, sollen im nächsten Schuljahr die Besucher des K14 und auch die zuständige Verwaltung informiert werden.

Stefanie Barchewitz, die als Lehrkraft die Projekte der 6a begleitete, freute sich vor allem darüber, dass die Herausforderung durch „Köpfchen statt Kohle“ eine gute Gelegenheit für ihre Schülerinnen und Schüler bot, naturwissenschaftliches Arbeiten zu üben – also das systematische Vorgehen, das von der richtigen Fragestellung über die Erhebungs- und Messphase zur Auswertung, Interpretation und Diskussion der Daten führt. Und Schulleiter Marian Imke bedankte sich am Ende dafür, dass die Energiesparprojekte den Schülern die Möglichkeit zum eigenständigen und praktischen Lernen boten: „An der Tafel den Treibhauseffekt zu erklären, wie es bei früheren Energiesparaktionen praktiziert wurde, bringt wenig. Aber die ‚Köpfchen statt Kohle‘-Projekte waren ungeheuer motivierend für die Sechstklässler.“ Er sei richtig stolz darauf, seine Sechstklässler mit dieser Erfahrung und Energiekompetenz in die Oberschule entlassen zu können. Unser Foto (oben) zeigt Marian Imke neben Stefanie Barchewitz als kritische Zuschauer bei den Schülerpräsentationen der Energiekonferenz.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar

Energiekostenmessung erreicht auch die Elternhäuser – Schulen im Panketal und am Wasserturm machen erste Erfahrungen mit dem Energy Logger

Auch im Sommerhalbjahr ist Energie ein Thema. Dann geht es zwar nicht um Heizung und Lüftung, aber zum Beispiel um den Stromverbrauch von elektrischen Geräten. Um dieses Thema im Projektunterricht behandeln zu können, setzt „Köpfchen statt Kohle“ Energiekostenmessgeräte ein, mit denen nicht nur der Stromverbrauch gemessen werden kann, sondern auch die entsprechenden Stromkosten hochgerechnet werden. Die Pankower Grundschulen am Wasserturm und im Panketal haben damit jetzt bereits erste Erfahrungen gemacht, auf denen im kommenden Schuljahr aufgebaut werden kann.

Am Wasserturm war es die 5b, die zusammen mit ihrer Lehrerin Petra Roscher auf die Suche nach unnötigem Stromverbrauch ging. Für die Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Voltcraft Energy Logger vertraut machten, lag es nahe, nicht nur in der Schule, sondern auch bei sich zu Hause den Stromverbrauch von Geräten zu messen und nach Einsparmöglichkeiten zu suchen. Neben der Frage, auf welche Geräte man überhaupt verzichten könnte, spielte bei vielen auch der Stromverbrauch im Standby-Betrieb eine Rolle. Unser Bild (siehe unten) zeigt eine der Tabellen, mit denen die Schülerinnen und Schüler versucht haben, sich einen Überblick über die Einsparmöglichkeiten bei sich zu Hause zu verschaffen.

Dabei weckten sie natürlich auch das Interesse ihrer Eltern. In den vierten Klassen der Grundschule im Panketal baten einige Schüler darum, das Messgerät auch nach dem Projekt noch eine Weile behalten zu dürfen, weil sie zusammen mit ihren Eltern noch intensiver der Stromverschwendung im eigenen Haushalt auf die Spur kommen wollten. Dass auch Viertklässler bereits mit dem Energiekosten-Messgerät umgehen können, bewies die Grundschule im Panketal, wo trotz zeitlicher Enge alle vierten Klassen innerhalb von drei Wochen jeweils einige Stunden mit ihren Lehrkräften Erfahrungen mit der Strommessung sammelten.

Am Wasserturm nutzte die fünfte Klasse auch das Schulhoffest, um auf das Energiethema aufmerksam zu machen. In einer Projektgruppe, die sich speziell mit dem Stromverbrauch für Beleuchtung auseinandersetzte, wurde ein Quiz entwickelt, das beim Hoffest nicht nur den Mitschülern, sondern auch Eltern und Lehrkräften einiges Kopfzerbrechen bereitete. Besonders fiel auf, dass die meisten den Wirkungsgrad von Energiesparlampen viel zu hoch einschätzten. Zwar sind es bei normalen Glühbirnen nur 5% des Stroms, die in Licht umgesetzt werden, aber auch bei Energiesparlampen beträgt der Wirkungsgrad meist nicht mehr als 12%. Bei der Verlosung musste die Glücksfee deshalb ein Auge zudrücken – auch wer nur drei richtige Antworten hatte, konnte einen der Büchergutscheine gewinnen. Sogar die Schulleiterin, so wurde bekannt, hatte nur drei Kreuze an der richtigen Stelle gesetzt. Also bleibt für „Köpfchen statt Kohle“ auch im nächsten Schuljahr noch einige Aufklärungsarbeit zu leisten… (Bild: Energiequiz mit den richtigen Antworten)

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar

Homer-Grundschüler vertrauen nach Messaktion nur noch sich selbst – Die Viertklässler nehmen ihr Projekt ins nächste Schuljahr mit

Sage und schreibe 11 Teams hatten die drei vierten Klassen der Homer Grundschule gebildet, um in der zurückliegenden Heizperiode alle Klassenräume der Schule zu untersuchen. Auf einer „Energiekonferenz“ stellten die Schülerinnen und Schüler jetzt ihre Ergebnisse vor und stellten sie zur Diskussion. Aufmerksame Zuhörer und Diskussionspartner waren nicht nur Schulleiter Uwe Blachnik und Hausmeister Andreas Sieber, sondern auch Vertreter der Bezirksverwaltung und externe Fachleute – siehe unser Bild, das links neben dem Schulleiter Ilse Rudnick von der Senatsbildungsverwaltung, Claudia Tiedemann von der für die Schulhausmeister zuständigen Abteilung der Bezirksverwaltung sowie Burkhard Dirksen, den technischen Experten und Niederlassungsleiter Berlin der Firma Sauter FM, zeigt.

Und das haben die Schüler herausgefunden:

  • In nahezu allen Räumen der Schule ist es objektiv zu warm, denn die Temperaturen liegen deutlich über 20 Grad Celsius
  • Auch der subjektive Eindruck der Schülerinnen und Schüler bestätigt dies: 47% von 386 Befragten ist es zu warm und nur 30% sind zufrieden mit der Temperatur in den Unterrichtsräumen
  • Von 28 befragten Lehrkräften und Schulmitarbeitern hat fast jeder Probleme mit der Heizungseinstellung
  • Von den 70 Antworten, die zur Frage der Verantwortlichkeit gegeben wurden, lehnen 20% eine eigene Verantwortung ab (weil entweder der Schulträger als zuständig angesehen wird oder man glaubt, an der Situation ohnehin nichts ändern zu können), sehen 20% den Hausmeister in der Pflicht und erkennen 60% eine eigene Verantwortlichkeit (auch der Schule) für den Energieverbrauch an (siehe Diagramm).

Auf der Energiekonferenz erfuhren die Teilnehmer dann zum ersten Mal, welche Befunde die technische Analyse durch Sauter FM für die Homer Grundschule ergeben hat. Die Mängelliste ist lang: Die Fernwärmeregelung ist durch den Versorger (BEWAG) blockiert; der Bediencode muss  angefordert werden, sonst ist die Parametrierung nicht möglich. Die Heizkreisregelung HC System 410 ist defekt, ebenso der Außentemperaturfühler. Außerdem wurden 41 defekte Thermostatventile sowie 58 defekte Entlüftungstöpfe gezählt.

Auch wenn es notwendig ist, diese Mängel möglichst bald zu beheben, warb Burkhard Dirksen bei den Schülern für grundsätzliches Vertrauen in die zentrale Heizungsregelung. Durch die in der Schule eingerichtete Einzelraumsteuerung kann für jede Klasse eine eigene Temperaturführung festgelegt werden. Da die Schülerinnen und Schüler der Homer Grundschule nach ihrer Mess- und Befragungsaktion aber skeptisch geworden sind und nur noch sich selbst vertrauen, wollen sie mit Unterstützung durch Sauter FM in der Heizperiode des nächsten Schuljahres die Daten der zentralen Einzelraumsteuerung mit Mess- und Befragungsdaten vergleichen. Im Grunde könnte so jede Klasse selbst die Verantwortung für die Raumtemperatur und den eigenen Beitrag zum Energiesparen übernehmen. Hausmeister Andreas Sieber hat nichts dagegen, wenn die Schüler ihm auf diese Weise bei der Heizungssteuerung helfen. Und Schulleiter Uwe Blachnik kann sich vorstellen, dass zum ersten Mal eine ganze Klassenstufe ihr Projekt ins nächste Schuljahr mitnimmt und sich weiterhin um das Thema kümmert. „Köpfchen statt Kohle“-Projektleiter Richard Häusler hat dazu den Vorschlag gemacht, dass im kommenden Schuljahr die projekterfahrenen Fünftklässler dann auch die nachrückenden vierten Klassen in das Projekt mit einbeziehen. Das mache pädagogisch sehr viel Sinn, weil man am meisten lernt, wenn man andere anleitet. Und außerdem wäre dieses Vorgehen ein Schritt zum schulübergreifenden Energieprojekt, das möglichst viele einbezieht.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar

Ist rot oder blau besser? Bezirksstadträtin lernt bei der Energiekonferenz dazu

Die Umweltgruppe der Schule am Falkplatz ist die erste, die jetzt eine Energiekonferenz abgehalten hat. In der letzten Stunde vor den Osterferien versammelten sich einige interessierte Eltern, mehrere Lehrkräfte und die Mitarbeiterinnen der Lernwerkstatt, um zusammen mit Experten die energetische Situation der Schule zu klären und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Zu den Experten dürfen sich auch die 10 Mitglieder der Umweltgruppe mittlerweile zählen. Denn die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen haben sich durch Messungen und Untersuchungen ein mit Fakten und Zahlen belegbares Bild der Situation an ihrer Schule erarbeitet und können die Ergebnisse auch professionell präsentieren. Mit Unterstützung durch „Köpfchen statt Kohle“ messen sie im Winterhalbjahr in allen Klassenräumen die Temperatur mit Infrarot-Thermometern und werten die Daten am Computer aus. Im Februar haben sie auch mit einer Wärmebildkamera eine komplette thermografische Aufnahme des Schulgebäudes gemacht. Die eindrucksvollen bunten Wärmebilder der Schulhausfassade wurden in der Energiekonferenz als Ausstellung präsentiert.

Diese Bilder fielen auch der Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Schule und Sport, Lioba Zürn-Kasztantowicz (Bild), gleich ins Auge. Die Stadträtin war gekommen, um die Mitarbeit der Schule im Pankower Projekt „Köpfchen statt Kohle“ zu loben. Doch begann sie angesichts der Wärmebilder-Ausstellung erst mit einer Frage: „Was ist denn besser, blau oder rot?“ Die Schülerinnen und Schüler der Umweltgruppe mussten um die Antwort nicht verlegen sein und klärten die Stadträtin über die Bedeutung der Farbskalen auf. Über vielen gelb-roten Flächen verliert das Schulgebäude im Winter wertvolle Heizenergie. Und dort wo die rote Farbe in ein klares Weiß übergeht, strömt die warme Luft regelrecht ins Freie. Das Hauptproblem der Schule sind die alten und vielfach auch am Rahmen undichten Einfachfenster. „Wir haben an unserer Schule 403 Fenster“, berichtete Ingrid Temme, die als Lehrkraft die Umweltgruppe betreut. Auch dass bis zu 10 mm breite Spalten zwischen Fenster und Rahmen klaffen, hat die Umweltgruppe minutiös nachgemessen. In einer EXCEL-Tabelle zeigten sie, dass solche Spalten Temperaturverluste bis zu 11 Grad Celsius verursachen.

Neue Fenster für das kommende Schuljahr konnte Stadträtin Zürn-Kasztantowicz nicht versprechen. Die Schülergruppe will deshalb ab Herbst untersuchen, welche Möglichkeiten der Fensterabdichtung es gibt. Auch dabei bekommen sie Unterstützung von „Köpfchen statt Kohle“. Wie der Berliner Niederlassungsleiter der Technik-Firma Sauter FM, Burkhard Dirksen, den Teilnehmern der Energiekonferenz versprach, wollen er und seine Mitarbeiter gerne weiterhin mit Messgeräten und fachlichem Knowhow helfen, wenn die Schülerinnen und Schüler mit ihren Fragen und Ideen weiterhin so aktiv bleiben. Die anwesenden Elternvertreter hörten es gern und gaben der Umweltgruppe eine weitere Aufgabe mit auf den Weg – sie sollten doch auch einmal herausfinden, ob die Nutzung regenerativer Energien an der Schule möglich sei.

Veröffentlicht unter Projekte, Schulen und Einrichtungen | Hinterlasse einen Kommentar