Thermostat auf „1“ sollte reichen – In der Schule am Hohen Feld basiert das Energiesparen auf Empirie

In der Schule am Hohen Feld haben die Energieprojekte im Rahmen von „Köpfchen statt Kohle“ einen hohen Stellenwert. Schon im zweiten Jahr betreut Steffi Barchewitz (Foto, rechts) die Projekte im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts in den fünften und sechsten Klassen. In diesem Jahr hat sie dafür sogar mit Franziska Feig eine pädagogische Assistentin zur Unterstützung bekommen (Foto, links). In der Klasse 5b gingen gleich mit Jahresbeginn fünf Projektgruppen an den Start. Die Fragestellungen, mit denen sich die einzelnen Gruppen beschäftigen, sind durchaus komplex:

  1. Wir wollen herausfinden, wie man richtig lüften kann, ohne dass zu viel Wärme verloren geht. Dazu gehen wir in mehreren Schritten vor: Raumtemperatur in einem Raum messen (Messpunkte beachten!) – Bedingungen ändern (Zeitraum des Lüftens, Lüftungsart, Heizungsthermostat) – Messwerte erfassen und darstellen – Auswertung und Schlussfolgerungen
  2. Wir wollen herausfinden, bei welcher Thermostateinstellung die Raumtemperatur optimal ist. Unsere Arbeitsschritte sind: Begründung, was die optimale Raumtemperatur im Klassenraum ist – Thermostateinstellung verändern und jeweils nach 20 Minuten Temperatur messen – Werte erfassen und darstellen – Auswertung und Schlussfolgerungen
  3. Wie kann man in den Räumen eine gute Luftqualität erreichen? So gehen wir vor: Sachinformation über Luftgüte einholen – Messreihe in einem Klassenraum (Entwicklung des CO2-Gehalts im Verlauf einer Schulstunde – mit und ohne Fensterlüftung) – Beantwortung der Forschungsfragen (Wie verändert sich die Luftgüte während eines Schultages? Wie beeinflusst Lüften den CO2-Gehalt?)
  4. Wir wollen herausfinden, wie das Energieverhalten in unserer Schule (bei Schülern und Lehrkräften)  ist. Unser Vorgehen: Befragungen planen (Wer soll befragt werden? Wann?) – Befragung mit den Fragebogen durchführen – Ergebnisse zusammentragen und auswerten – Diskussion und Schlussfolgerungen
  5. Wir wollen herausfinden, wie die Raumtemperaturen zurzeit an unserer Schule tatsächlich sind (Erfassung des Ist-Zustandes). So gehen wir vor: Messung der Temperaturen in festgelegten Räumen (Zeitpunkt! Messpunkte!) – Auswertung und Darstellung der Ergebnisse – Diskussion und Präsentation.

In einer Zwischenpräsentation in der Klasse haben alle fünf Projektgruppen ihre ersten Ergebnisse dargestellt und diskutiert. Die große Präsentation vor einer Schulkonferenz steht in ca. vier Wochen bevor. Auch eine Zeitung soll erstellt werden, die alle Schüler, Lehrkräfte und Eltern der Schule am Hohen Feld erreicht.

Zu den spektakulären Ergebnissen der Projektgruppen gehört sicher die Empfehlung des Teams, das sich mit der Thermostateinstellung beschäftigt hat. „Eine dauerhafte Einstellung auf Stufe ‚1‘ müsste während der Heizperiode eigentlich ausreichend sein“, verkündeten die Fünftklässler. Voraussetzung dafür dürfte allerdings ein konsequentes und vor allem richtig dosiertes Lüften in den Klassenräumen sein. Bis jetzt geht die große Mehrheit aller Schüler und Lehrkräfte an der Schule davon aus, dass es normal und sinnvoll sei, zu hohe Temperaturen in den Klassen durch geöffnete Fenster zu regulieren. „Das Öffnen der Fenster hat nur den Sinn, die notwendige Luftqualität wieder herzustellen, es soll aber nicht der Temperaturregelung dienen“, verlautet dazu die Projektgruppe, die sich mit dem CO2-Gehalt der Atemluft im Klassenzimmer beschäftigt hat. Diese Gruppe hat auch herausgefunden, dass  das beliebte Dauerlüften im Winter mit gekippten Oberlichtern gar nicht zu guter Luft führt, sondern nur Energieverschwendung ist.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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