Auch Drittklässler wissen, worum es geht – „Köpfchen statt Kohle“ für alle Altersstufen

Sie waren Neuland für die Betreuer von „Köpfchen statt Kohle“ – die Schülerinnen und Schüler von drei 3. Klassen der Grundschule an der Marie, die im Januar ihr erstes Energieprojekt starteten. Zusammen mit einer Projektmappe und genauen Anweisungen bekamen die Klassen 3a, 3b und 3c digitale Oberflächen- und Luftthermometer. Damit sollten sie an einem oder mehreren Tagen in ihrem Klassenraum möglichst oft die Temperatur messen. In einem anschließenden Projekttag beschäftigte sich jede Klasse mit ihren Ergebnissen und diskutierte über das richtige Energiesparverhalten.

Auch ein Besuch beim Hausmeister mit einer Führung durch die Heizungsanlage gehörte zum Programm. Dabei stellte sich heraus, dass die zentrale Regelung der Raumtemperaturen gar nicht so einfach ist. In manchen Räumen muss bereits vier bis fünf Stunden vor Schulbeginn am Morgen geheizt werden, damit es um 8 Uhr 20 °C hat, während dies in anderen Räumen nicht notwendig ist. Ein Pumpendefekt sei dafür verantwortlich, erklärte Hausmeister Hans-Jürgen Hoeltke. Ein weiteres Problem sieht Hoeltke in der mangelhaften Isolierung der obersten Geschossdecke der Schule, so dass viel Wärme auch über das Dach entweicht. Die Kinder erfuhren auch, dass die Sporthalle nicht an das zentrale Steuerungssystem angeschlossen ist. Die Klasse 3c stellte bei eigenen Messungen in der Sporthalle fest, dass die Temperatur dort oft mit 24°C weit über den empfohlenen 17°C liegt. In den Umkleideräumen dagegen stellten die Kinder sogar kühle 14°C fest. Da die Heizung in der Sporthalle noch manuell gesteuert wird, wird dort anscheinend viel Energie verschwendet. Jeder stellt die Temperatur ein, wie er will. Dies verdeutlichte den Kindern auch, welchen Sinn eine zentrale Temperatursteuerung hat.

Alle Messungen der Drittklässler erbrachten das Ergebnis, dass die Temperaturen im Klassenraum bis zur großen Hofpause auf 23 bis 24 Grad steigen. Das Fensteröffnen in der Pause bringt eine leichte Absenkung. Dass es besser wäre, die Temperaturen erst gar nicht so weit steigen zu lassen, leuchtete den Drittklässlern schnell ein. Sie wollen deshalb zusammen mit ihren Lehrkräften am Thema dran bleiben und nochmal mit dem Hausmeister reden, was man an der Temperatursteuerung der Heizung verändern könnte. Zusätzliche Motivation erhielten die 9- und 10-Jährigen durch ein „Energiemanager“-Zertifikat, das sie nach bestandenem Wissentest am Ende des Projekttages mitnehmen konnten. Statt eines normalen Ausweisfotos war auf den Zertifikaten jeweils eine Wärmebildaufnahme des Kindes eingedruckt (siehe Bild). Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler Wärmebildaufnahmen des Gebäudes erklärt bekommen und selbst Wärmebilder von den alten Kastendoppelfenstern ihrer Schule gemacht.

„Köpfchen statt Kohle“ unterstützt in diesem Schuljahr Energie- und Klimaprojekte von der 3. bis zur 9. Klassenstufe – und zwar in allen Schularten. Das Konzept ist prinzipiell für alle Schulstufen geeignet, die Projekte werden jeweils an die Anforderungen der Schulklassen angepasst.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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