Turnhallen in Pankow – tendenziell zu warm?

Viele Schulen in Pankow haben Turn- und Sporthallen, die die Zeit überdauert haben. Mit der charakteristischen Optik ihrer tonnenförmigen Dachkonstruktionen erinnern sie an Markthallen und der Wellblech-Charme setzt sich im Inneren fort. Dass sie auch energetisch ein Problem darstellen, liegt auf der Hand. Die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppe der Grundschule im Blumenviertel wollte diesem Problem auf den Grund gehen. Mit der Wärmebildkamera und Thermometern versuchte sich die Naturwissenschaftsklasse von Irmtraud Pelzl ein faktisches Bild der Lage machen.

Zu den großen Überraschungen gehörte der Befund, dass in der Halle ein unzureichend gedämmter und mit 2.000 Litern wohl überdimensionierter Warmwasserbehälter ständig auf hoher Temperatur gehalten wird. Dieses Monster kam den Schülerinnen und Schülern buchstäblich „strahlend“ entgegen, als sie mit der Wärmebildkamera auch Aufnahmen im Innenraum der Turnhalle machen wollten. Als der Hausmeister dann den Zugang zum Kessel aufsperrte, kam die nächste Überraschung – ein großes Stück der Isolierung des Tanks ist weggebrochen.

Wie Temperaturmessungen von Schülern und Lehrkräften in der Turnhalle ergaben, schwankt die Temperatur in der Halle im Tagesverlauf zwischen 15 und über 25 Grad. Dies ist ein deutliches Indiz für ein Steuerungsproblem. Die für Turnhallen empfohlene Temperatur sind 17 Grad. Während morgens die Halle im Winter oft noch zu kalt ist, wird sie durch die Lüftungsheizung über den Tag hinweg viel zu stark erwärmt, um dann wieder auszukühlen. Die Heizung muss per Hand an einem Schaltkasten geregelt werden, dessen unübersichtlich viele Zuluft- und Abluftschalter die Lehrkräfte vor ein Rätsel stellen. Es gibt keine klare Anleitung für die Regelung – die freilich gar nicht nötig wäre, wenn die an sich vorgesehene elektronische Steuerung funktionieren würde. Niemand in der Schule weiß jedoch, wo sich der Schlüssel und der Code dafür befinden. Die Wartungsfirma ist nur für den Austausch der Luftfilter, aber nicht für die Regelung zuständig. Die „Köpfchen statt Kohle“-Gruppe will am Ball bleiben und das Problem bis zur nächsten Heizperiode gelöst haben. „Wenigstens sollten dann alle Lehrkräfte genau wissen, wie sie den Schaltkasten bedienen und welche Temperatur aktuell in der Halle herrscht“, wünscht man sich.

Über Richard Häusler

Projektleiter des Projekts "Köpfchen statt Kohle" im Auftrag des Bezirksamts Pankow
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